CIA Deutschland hätte im Kalten Krieg Atomwaffe herstellen können

Ein erst jetzt veröffentlichtes CIA-Papier zeigt: Laut SPIEGEL-Informationen traute der US-Geheimdienst der Bundesrepublik bereits 1966 zu, nuklearwaffenfähige Raketen herzustellen. Ziel: die Sowjetunion.


Nach Einschätzung des US-Geheimdienstes CIA hätte die Bundesrepublik im Kalten Krieg "innerhalb eines Jahres" eine Atomwaffe herstellen können. Rund sechs Jahre hätte es gebraucht, um nuklearwaffenfähige Raketen zu stationieren, die die Sowjetunion hätten erreichen können.

Das belegt die CIA-Studie "Westdeutsche Fähigkeiten und Absichten zur Produktion und Stationierung von Nuklearwaffen" von 1966, die William Burr von der privaten Organisation National Security Archive jetzt veröffentlicht hat. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Die Amerikaner schätzten, dass westdeutsche Kernkraftwerke schon 1970 rund tausend Kilogramm Plutonium pro Jahr hätten produzieren können, genug für über hundert Atomwaffen. Auf der Tagesordnung stand damals der Abschluss eines Atomwaffensperrvertrags - die Amerikaner beobachteten aufmerksam mögliche Atomwaffenstaaten. Immerhin bezweifelte Washington den Willen Bonns zum Bau einer eigenen Bombe.

Laut CIA unternahmen eigene Agenten sowie die rund 20.000 sowjetischen Spione in der Bundesrepublik "große Anstrengungen", um jeden Schritt in diese Richtung aufzudecken.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL-Magazin - am Kiosk erhältlich ab Samstagmorgen und immer freitags bei SPIEGEL+ sowie in der digitalen Heft-Ausgabe.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.



© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.