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DDR-Grubenunglück Katastrophe auf "Karl Marx"

DDR-Grubenunglück: Katastrophe auf "Karl Marx" Fotos
dpa

Horrorexplosion unter Tage: Noch 50 Jahre nach dem Tod von 123 Bergleuten im Steinkohlewerk Zwickau liefert das schwerste Grubenunglück der DDR-Geschichte Stoff für Spekulationen. Nun haben Forscher die Stasi-Ermittlungsakten ausgewertet - sie führen die offizielle Erklärung von damals ad absurdum. Von

Der Pendel-Bus fährt wie immer, auch an diesem Rosenmontag im Februar 1960. Die Route führt durch die Stadt zum Steinkohlenwerk "Karl Marx". Seit 1859 wird im sächsischen Zwickau Kohle gefördert - das schwarze Gold. Unter den Fahrgästen im Bus sind Männer aller Jahrgänge, sie alle wollen an diesem Mittag unter Tage.

Es ist ein harter Job. Aber 15 Jahre nach dem Krieg, dessen Wunden noch überall zu sehen sind, gibt es für Bergleute in Zwickau gutes Geld zu verdienen und dazu noch eine eigene Wohnung. Tausend Mark im Monat erhält ein Hauer, dazu die Lebensmittelkarte A1 für Schwerstarbeiter und die sichere Aussicht, nach 25 Jahren eine ordentliche Rente zu beziehen. Für den 20-jährigen Thomas Klemm sind das gute Gründe, im Bergbau zu lernen. Wie gewöhnlich sitzt er an diesem Tag zusammen mit den anderen Männern seiner Schicht im Bus.

Und doch ist etwas anders an diesem 22. Februar. An der Bushaltestelle wurde erzählt, dass es ein Unglück gegeben haben soll. Die Stimmung ist gedrückt, niemand weiß Genaues. Dass sich "auf Karl Marx", wie die Bergleute die sechs Schächte nennen, gerade eine Tragödie abspielt, können die Mittagsschichtler noch nicht wissen. Erst als sie am Schacht ankommen, die Gruben- und Feuerwehr, die Krankenwagen und die aufgeregten Frauen sehen, die vor dem Werk auf ein Lebenszeichen ihrer Männer warten, erahnen sie das Ausmaß des Grubenunglücks, das als die größte Katastrophe ihrer Art in die Geschichte der DDR eingehen sollte.

Entscheidung über Leben und Tod

174 Bergleute sind an jenem Morgen um 6 Uhr eingefahren. Hans Häber, damals 19 Jahre alt, ist als Hauer dabei. Seine Kollegen und er haben vorschriftsmäßig ihre Seilfahrtsmarke abgegeben, ihre Kaffeebutte mit frisch gebrühtem Malzkaffee und die "Bombe" - eine vier Kilogramm schwere Handlampe - an sich genommen. Dann geht es abwärts.

Als Letzte fahren die Handwerker in der Grube ein. Gegen 6.30 Uhr werden sie ihr Ziel erreicht haben. Der 20-jährige Rainer Leistner gehört zur 24 Mann starken Elektrobrigade. Wie üblich hat er an diesem Morgen seinen Arbeitsauftrag empfangen. In Blindschacht 8 macht er sich auf den Weg. Sein Ziel und das der drei Kollegen aus seiner Abteilung ist die Mittelsohle am Blindschacht 32.

Der Hauer Hans Häber ist gerade mit seinem Gesellen unterwegs, als sie um 8.20 Uhr eine Detonation hören. Dass es "zweimal jämmerlich knallt", bemerkt auch Elektriker Rainer Leistner. Und einen unheimlichen Luftdruck. Das Licht geht aus, die Luft ist voller Staub. "Und dann gab es eine unheimliche Ruhe - plötzlich stand alles still", erinnert sich Leistner bis heute. Es ist diese bedrohliche Ruhe, die er nie vergessen wird. Jener Moment, der im Berg über Leben und Tod entscheidet.

Tumult unter Tage

Hans Häber und sein Geselle glauben zunächst, ein Gasrohr sei geplatzt. Entgegen dem Gelernten gehen sie nach oben. Es ist die richtige Entscheidung. Denn sie kommen durch. Und überleben. Eine Chance haben an diesem Tag ohnehin nur die, die möglichst weit weg sind vom Unglücksherd - was auch immer an dieser Stelle passiert sein mag.

Der Reviersteiger in tausend Meter Tiefe schickt seine Männer zum Schacht 32. Dort angekommen müssen sie feststellen, dass es keine Leitern mehr gibt. Durch die Druckwelle sind sie offenbar hochgewirbelt worden. Nun ist auch die Ruhe verflogen.

In der Hoffnung, einen anderen Fluchtweg zu finden, kehrt die Truppe um. "Jetzt begann der Tumult", erinnert sich Leistner, "alle hatten furchtbare Angst." Die Männer stürzen davon. Leistner ist einer der Letzten. Zuvor hatte es ein Gerangel um die "Selbstretter" gegeben: Atemfilter, die das tödliche Kohlenmonoxid binden und nur den Sauerstoff zur Atmung durchlassen. Einige Männer reagieren panisch, weil sowohl die Filter als auch die Atemluft durch die chemische Reaktion stark erhitzen. "Man dörrt aus in der Kehle, das ist unglaublich schmerzhaft", erklärt Leistner. "Aber mir war klar: Wenn ich den Filter absetze, dann war es das." Auflassen - das ist das Wort, das er sich, noch benebelt vom ersten Einatmen des Kohlenmonoxids, immer wieder sagt. Er schafft es irgendwie. Vielleicht auch, weil er als 20-Jähriger noch eine bessere Kondition als seine älteren Kollegen hat.

Allein durchs Feuer

Aber was nun? Wohin muss er jetzt gehen? Leistner, mittlerweile Letzter, verpasst den Augenblick, da alle seine Kollegen die Richtung wechseln und erneut zurückrennen. Als Einziger geht er hinunter in Richtung "Frischwettern" - "so wie es uns immer wieder eingebläut worden ist". Wahrscheinlich rettet ihm das sein Leben.

Die Stollen sind mit Bruchstücken versperrt, Leistner klettert hinüber. Klar denken kann er nicht mehr, er läuft immer weiter, immer nach vorn. Zwischendurch, so glaubt er im Rückblick, verliert er das Bewusstsein. "Aber als ich wieder da war, fand ich ein Seil von der Seilbahn." Der Moment setzt noch einmal sämtliche Überlebenskräfte frei, denn Leistner realisiert: Die Richtung muss stimmen. Er irrt weiter: nun durch das erste Feuer an brennenden Stößen vorbei, dort, wo die Kohle abgefüllt worden war. Und dorthin, wo die Luft etwas frischer wird. Am Schacht 32 stößt er auf eine zweite Feuerwand - und steigt durch. Dahinter hört er Stimmen.

Als er den Obersteiger entdeckt und dann den Grubenwehroberführer, ahnt er: Er könnte es schaffen. "Ganz links unten, ganz links unten", schreien die immer wieder. Er soll nicht unmittelbar am Feuer vorbei. Er spürt erneut frische Luft und fühlt: "Jetzt bin ich in Sicherheit." Wie lange sein Überlebenskampf dauert, weiß er nicht. Wo er ankommt, gibt es keine Beförderungsmöglichkeiten, also muss er noch mehr als 800 Meter laufen, bis er den Blindschacht erreicht. Auf dem Beifahrersitz einer Lok fährt zur Werkstatt, holt seine Jacke - dann geht es über Tage. Es ist 11, vielleicht 12 Uhr mittags, als er wieder den Himmel sieht.

Im Schatten des Kalten Krieges

In die Sanitätsstelle soll Leistner große Mengen Sauerstoff inhalieren. Weil die Bergarbeiterpoliklinik längst überfüllt ist, wird er ins Bezirkskrankenhaus gebracht. Erst später wird er erfahren: Die drei anderen Kollegen seiner Abteilung haben es nicht geschafft. Sie gehören zu den 123 Opfern dieses Tages.

Rings um "Karl Marx" ist seit dem Beginn der Tragödie eine beispiellose Rettungsaktion angelaufen. Sie wird noch Tage andauern. Aus allen Revieren der DDR und aus der benachbarten Tschechoslowakei sind Grubenwehren angerückt - rund 500 Mann versuchen rund um die Uhr, Bergmann um Bergmann zu retten. Am Ende werden es keine 50 schaffen, der brennenden Hölle zu entfliehen.

Auch Bergleute und Grubenwehren aus dem Ruhrpott bieten ihre Hilfe an. Doch der Kalte Krieg läuft ein gutes Jahr vor dem Mauerbau längst auf Hochtouren. Von Anfang an wird die Rettung so durch einen politischen Schlagabtausch zwischen Ost und West überschattet. Während die Bundesregierung Staatstrauer anordnet und die Fahnen auf Halbmast setzt, lehnt die DDR jede Unterstützung ab und weist alle Anteilnahme als "Heuchelei" zurück. Westdeutsche Blätter ätzen gegen den Planerfüllungsdruck in der "Sowjetzone".

DDR unter Druck

Knapp eine Woche lang kämpfen die Helfer um die Rettung der Kumpel. Weil das Feuer zwischenzeitlich wieder aufflammt, versprühen die Tschechen Latex im Schacht, um mit Hilfe dieser synthetischen Kautschuklösung einen luftdichten Film zu erzeugen, der die Flammen erstickt. Es gelingt, noch einige Bergleute zu retten. Doch als sich nach sechs Tagen ein neuer gewaltiger Brandherd bildet, entscheidet die Einsatzleitung: Der Abschnitt wird zugemauert.

Die Katastrophe setzt das Regime der DDR unter Druck. Unter großem Aufwand bemüht man sich um die Versorgung der Hinterbliebenen. Jeder Familie, der nun der Vater fehlt, wird für die nächsten Jahre ein staatlicher Betreuer zugeteilt, der sich sowohl um Studiendelegierungen für die Kinder als auch attraktive Arbeitsplätze für die Witwen kümmert. "Das Ganze funktionierte natürlich nur, solange man sich ins Gesellschaftssystem integrierte", weiß Bergmann Thomas Klemm.

Weniger Unterstützung erfahren die Überlebenden. Rainer Leistner wird nach seiner Behandlung im Krankenhaus zur Kur geschickt. Vier Wochen darf er ins sächsische Bad Elster zur Erholung. Die Brandwunden sollen verheilen, die versengten Haare nachwachsen. 500 D-Mark erhält er als Schmerzensgeld. Runter fahren will er eigentlich "nie wieder". Aber was soll er tun? Keine vier Monate vergehen - und Leistner fährt wieder ein.

Geheime Ermittlungen

Eine hochkarätig besetzte Expertenkommission soll die Unglücksursache ermitteln. In ihrem Schatten arbeitet eine weitere Untersuchungskommission: die Staatssicherheit, die bei schweren Straftaten oder Unglücken automatisch die Ermittlungen übernimmt. Sie zieht Experten wie Bergleute, Gerichtsmediziner und Wissenschaftler zu Rate, um die Frage nach dem Auslöser des Infernos zu beantworten.

Die These von der Sabotage wird bereits 1960 von allen Ermittlern zügig wieder verworfen. Schnell macht dagegen das Gerücht die Runde, dass eine Sprengstoffexplosion der Auslöser gewesen sein könnte. Im offiziellen Abschlussbericht der staatlichen Expertenkommission ist von einer "Schlagwetter- und Kohlenstaubexplosion" die Rede. Doch die beiden Druckwellen, so wie sie auch Reinhard Leistner erlebt, deuten darauf, dass als Erstes Sprengstoff explodiert sein muss.

Dafür sprechen auch die zerfetzten Leichen, die ein Jahr nach dem Unglück gefunden werden, als in Gegenwart der Geheimdienstler und im Zuge der Ermittlungen der zugemauerte Abschnitt noch einmal geöffnet wird. Es sind verheerende Bilder, die sich den Augenzeugen bieten - sechs Leichen sind derartig verbrannt, dass sie niemals geborgen werden.

Neuer Erkenntnisse

Was tatsächlich passiert war, bleibt bis heute offen. Und bis heute wird in Zwickau darüber spekuliert und auch gestritten. Während die einen von der Möglichkeit eines Suizids sprechen, vermuten andere grobe Fahrlässigkeit. Ein Elektroschaden, so mutmaßen Dritte wiederum, habe zu einer Methangasexplosion geführt. Wieder andere sehen einen "Kantenschuss" als Auslöser - also den Fall einer Sprengpatrone, die nicht das vorgesehene Einschussloch im Berg getroffen hat. Der im Sommer 1962 vorgelegte Abschlussbericht der Expertenkommission gibt auf diese heikle Frage keine Antwort.

Neue Erkenntnisse liefert eine Arbeitsgruppe, die seit 2004 mehr als 55 Akten ausgewertet hat. Am Freitag präsentierte die Stadt Zwickau das Buch, dass die Forschungsergebnisse zusammenfasst. Demnach sind die abschließenden Untersuchungsergebnisse zu dem Unglück, die durch die DDR-Staatssicherheit geführt wurden, auf politischen Druck hin so manipuliert worden, dass schließlich das bis dahin bereits bekannte und nur auf theoretischen Annahmen beruhende Ermittlungsergebnis veröffentlicht wurde. Selbst die Regierung wurde mit diesen, so die Forscher, "fragwürdigen" Ergebnissen unterrichtet.

Doch ungewollte Pannen machten die Manipulation der Ergebnisse damals absolut unglaubwürdig. So ließ die DDR etwa in einer Pressemitteilung verkünden, dass ein Erdbeben im nordafrikanischen Agadir mittelbarer Auslöser gewesen sei - dabei hatte das Erdbeben erst sieben Tage später stattgefunden.

Einen bislang als Verursacher angenommenen Sprengmeister schließt die Arbeitsgruppe der Stadt Zwickau inzwischen als Verursacher aus dem Kreis derer, die als Verantwortliche in Frage kämen, aus. Vielmehr wird ein anderer Sprengmeister, der sich zur fraglichen Zeit dort aufhielt, als Verursacher angenommen. Warum sein Sprengstoff jedoch zur Explosion kam - das lässt sich, räumen die Forscher ein, nach fünf Jahrzehnten nicht mehr rekonstruieren. Ein belastbarer Hinweis auf Selbstmordabsichten habe sich nicht gefunden. Das verheerende Unglück, so die Erkenntnis der jüngsten Untersuchung, werde sich wohl nie ganz aufklären lassen.

Zum Weiterlesen:

Das Buch "Die Grubenkatastrophe im VEB Steinkohlenwerk "Karl Marx" Zwickau vom 22. Februar 1960" ist im Direktvertrieb über Norbert Peschke, Norbert.Peschke@t-online.de, erhältlich.

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1.
Friedemann Weber, 21.02.2010
Ich kann mich noch sehr gut an das Unglück und die Betroffenheit der ganzen Bevölkerung erinnern. Was steht nun eigentlich in dem vorliegenden Artikel Neues? 1. Die Erkenntnis über den manipulierten Abschlußbericht: Es wurde der Bericht "auf politischen Druck hin so manipuliert" 2. Andererseits: "Selbst die Regierung wurde mit diesen... "fragwürdigen" Ergebnissen unterrichtet" Da ergibt sich doch die Frage: Wer hat eigentlich dann den Druck ausgeübt, wenn dieser offenbar nicht "von oben" kam? Ehrlich wäre jedenfalls gewesen, wenn die Offizielle DDR-Auswertung zugegeben hätte, dass man keine konkrete Ursache gefunden hat. Und ebenso ehrlich hätte die Arbeitsgruppe nach 50 Jahren sagen müssen: Wir auch nicht. Ganz offenbar geht der kalte Krieg aber noch immer weiter. Das sieht man ja auch an der sprachlichen Qualität des Artikels. Schmieren ist eben immer ein einträgliches Geschäft...
2.
Thorsten NYC, 22.02.2010
Na ja, lieber Friedemann, sooo fürchterlich ist dieser Artikel nicht. Es gibt zum Thema DDR bei einestages & SPON Beiträge, die in erheblich höherem Maß ideologisch gefärbt sind. Die allgemeine Intention der DDR-Berichterstattung bei einestages wird ja auch gar nicht verheimlicht: der Einleitungsabsatz auf http://einestages.spiegel.de/rubrik/DDR erklärt ganz klar, worum es der Redaktion geht: "Diktatur oder gut gemeinter Versuch? Die DDR spaltete 40 Jahre lang die Deutschen - mit einer Mauer aus Beton, aber auch in den Köpfen. Selbst nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik ist der Kampf um ihren genauen Platz in den Geschichtsbüchern noch keineswegs zu Ende - lesen Sie hier die interessantesten einestages-Artikel über den 'Arbeiter- und Bauernstaat'." einestages soll offensichtlich also kein Journalismus sein, sondern bei der Bewertung der DDR-Zeit in den Geschichtsbüchern mithelfen. Das darf man kritisieren, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der SPIEGEL sich als journalistisches Medium versteht und immer noch eine klar westdeutsche Perspektive hat. (Die einleitende Frage beruht - Rhetorik hin oder her - übrigens auf einer unzulässigen Prämisse, denn die Tatsache, dass Millionen von Ossis versucht haben, ein besseres Deutschland aufzubauen, ändert nichts daran, dass diese besten Absichten von der real existierenden DDR-Diktatur nur ausgenutzt wurden.) Andererseits sind die zahlreichen Äußerungen von ostalgischen Ossis und Wessis, die den diktatorischen Charakter des DDR-Staates verleugnen, für eine sachliche Betrachtung unserer Geschichte alles andere als hilfreich. Vor diesem Hintergrund ist es zumindest emotional verständlich, wenn die Macher von einestages zu diesem Thema klar Partei ergreifen wollen. (Ob das klug ist, sei mal dahin gestellt.) Was den Artikel angeht: Hätte der Autor die Stasibeteiligung bei der Untersuchung etwa unter den Teppich kehren sollen? Und selbstverständlich haben sowohl Ost als auch West die Tragödie politisch instrumentalisiert. Die Aussage in der Einleitung, dass aktuelle Forschungen die offizielle Erklärung von damals "ad absurdum" geführt hätten, schießt schlimmstenfalls etwas über das Ziel hinaus, weil weder klar wird, was die damalige offizielle Erklärung war und warum diese offensichtlich absurd gewesen sein soll. Dieser kleine Schönheitsfehler wird durch die anschauliche Wiedergabe der Augenzeugenberichte mehr als wett gemacht.
3.
Tobias Ehrhardt, 12.10.2011
Lebendsmittelmarken gab es in der DDR seit 1958 nicht mehr. Was auch immer den Einzelnen bewog Bergmann zu werden, die Einleitung greift zu kurz. Vollkommen vermissen tue ich eine kritische Würdigung der Entscheidung des Eindämmens (eine solche ist z.B. in der Nachkriegszeit auch im Saarland getroffen worden). Ich kenne die Einschätzung von Bergleuten des Revieres, dass zu früh, bevor alles versucht worden ist diese Entscheidung getroffen wurde. Es wäre interessant dazu einen Bergbauexperten z.B. von der Bergakademie Freiberg zu hören. Weiterhin, neben dem genannten Buch gibt es mehrere weitere zum Thema. Die Aussagen darin sind zum Teil diametral. Positiv zu vermerken ist die Perspektive des betroffenen, die aber mit einer Primärquelle zu belegen wäre.
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