DDR-Prognosedebakel Goldene Zukunft für Honecker und Trabant

Sie lagen so was von daneben: Westliche Politiker und Kommunismusforscher prognostizierten der SED-Parteiendiktatur noch in den achtziger Jahren eine stabile Zukunft. Zum 59. Beinahe-Geburtstag der DDR blickt Jens Hüttmann auf die bizarren Fehleinschätzungen der "Experten" zurück.

DER SPIEGEL

59. Jahrestag der DDR: Am 7. Oktober 2008 übergibt der nunmehr 96-jährige Staats- und Parteichef Erich Honecker nach 37 Jahren Amtszeit die Geschäfte an seinen langjährigen Kronprinzen, Egon Krenz, 71 Jahre. Damit kommt es zum zweiten Mal in der Geschichte des sozialistischen Arbeiter-und-Bauern-Staates zu einem Machtwechsel.

Krenz hatte sich im Herbst 1989 besondere Verdienste für den Sozialismus erworben, weil er eine Konterrevolution im Keim erstickt hatte. Damals hatten sich DDR-Bürger an vielen Orten des Landes, vor allem in Berlin und Leipzig, an kurzfristig aufflammenden Protesten und Demonstrationen beteiligt. "Arbeiterfäuste" hatten dem "Spuk" damals ein rasches Ende bereitet, wie es seitdem hämisch in der SED-Presse hieß. Die Pessimisten unter den Westdeutschen hatten somit recht behalten: Die Oppositionellen waren weit davon entfernt gewesen, die Macht der SED und des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zu brechen. Deshalb ist die DDR bis zum heutigen Tag das geblieben, was sie schon immer war: eine relativ stabile Diktatur.

Das Szenario galt im Sommer 1989 nicht als unwahrscheinlich. Noch gegen Ende der achtziger Jahre trafen professionelle Beobachter in Wissenschaft und Politik verschiedene Mutmaßungen über die zukünftige Entwicklung der DDR-Gesellschaft - an der Stabilität der SED-Herrschaft zweifelte dabei niemand. Die mangelnde Prognosefähigkeit trotz ausgefeilter Forschungsmethoden und Theorien hat das Selbstverständnis der Sozialwissenschaftler schwer erschüttert. Für die Bürger der DDR aber war das Unvermögen der Forscher und Politiker ein Glücksfall.

Drei Prognosen über die Zukunft der DDR

Die Politikwissenschaftlerin Irma Hanke sah 1988 sowohl repressive, demokratisch angehauchte als auch technokratische Strategien für die SED, um ihre Diktatur stabil zu halten. In einem Vortrag auf der DDR-Forscher-Tagung setzte sich die Privatdozentin an der TU München mit der möglichen Strategie der SED auseinander, jeden auch nur symbolische Angriff auf den Sozialismus mit allen Mitteln zu unterdrücken. Hanke war allerdings skeptisch, dass eine solch repressive Beton-Taktik zukünftig noch erfolgversprechend sein könnte.

Denkbar sei zweitens eine Fundamentaldemokratisierung der DDR, die den Abbau der staatlichen Willkür, die Bildung freier gesellschaftlicher Vereinigungen und Konsumentenbeiräte, die Abschaffung von Privilegien für SED-Mitglieder, eine freiwillige Mitgliedschaft in der FDJ, alternative Jugendorganisationen sowie selbstständige Blockparteien und Massenorganisationen ermöglicht, erwog die Wissenschaftlerin.

In einem dritten Szenario prognostizierte sie für die nahe Zukunft weniger Ideologie, dafür aber eine Verfeinerung der bürokratischen Herrschaft, die die Verwaltung von Staat und Wirtschaft in der DDR effektiver machen sollte - verbunden mit einklagbaren Rechten, keineswegs aber mit Demokratie.

Die überraschende Realität

Auch wenn es nicht von oben organisiert, sondern von unten erzwungen wurde: Es war zumindest im Ansatz das zweite Szenario, das Realität wurde. Die friedliche Revolution und Selbstdemokratisierung in der DDR 1989/1990 hatte den Zusammenbruch der 40-jährigen SED-Parteiherrschaft zur Folge. Die SED konnte der sich formierenden Opposition und den gewaltlosen Massenprotesten nichts entgegensetzen. Ebenso erfolgreich wie unvermutet erzwangen die DDR-Bürger von ihrer Staatsmacht individuelle und kollektive Freiheitsrechte, die ihnen das Regime jahrzehntelang vorenthalten hatte.

Da weltweit niemand den Sturz der SED-Diktatur und die Zusammenbrüche anderer kommunistischer Diktaturen vorhergesehen hatte, machte nach 1990 bald das Wort vom "Prognosedebakel" die Runde. In Deutschland waren nicht zuletzt die Revolutionäre selbst überrascht. Viele Bürgerrechtler waren 1989 aus guten Gründen der Ansicht, die DDR würde in jedem Fall älter werden als sie selbst. Genauso sahen auch westliche Beobachter zwar durchaus Wandlungsdruck im sozialistischen Lager, sie erwarteten aber deshalb nicht, dass bald das ganze Lager der Vergangenheit angehören würde. Der amerikanische DDR-Forscher Thomas A. Baylis stellte 1988 mit Blick auf die vorherrschende Meinung seiner Kollegen fest: "Wandel, so wird argumentiert, werde nur sehr allmählich eintreten - wenn er überhaupt stattfindet."

Kaum einer der professionellen Experten in der internationalen Kommunismusforschung hatte je eine Zusammenbruchsprognose gewagt - mit einer Ausnahme. Der amerikanische Politologe und Präsidentschaftsberater Zbigniew Brzezinski prophezeite 1989 den "Untergang des kommunistischen Systems" - nahm davon allerdings die DDR (und Bulgarien) explizit aus, weil er dort die stabilsten kommunistischen Diktaturen vermutete.

Doch wo liegen die Gründe für dieses Prognosedebakel? Waren die Theorien und Methoden der Wissenschaftler falsch? Fehlte ihnen die nötige Phantasie? Waren sie gar "Schönfärber" und "Helfershelfer" der kommunistischen Herrschaft? Oder scheiterten sie an der für Diktaturen typischen Geheimniskrämerei? Die Fragen lassen sich nicht einfach beantworten. Die Weichen dafür hatte jedenfalls eine zentrale Annahme gestellt, die gerade in den siebziger und achtziger Jahren jede deutschlandpolitische Diskussion dominierte: "Deutschlands doppelte Zukunft".

Vom Versagen der Vorhersagen

Die deutsche Zweistaatlichkeit war über Jahre zur einzigen als realistisch beurteilten Annahme für zukünftige Entwicklungen geworden. Bereits die realpolitischen Entscheidungen der Adenauer-Regierung in den fünfziger Jahren standen einer staatlichen Einheit im Wege. Die Mehrheit der Bevölkerung und der Politik gaben bald Freiheit und Wohlstand gegenüber zweifelhaften Einheitsexperimenten den Vorzug. In den siebziger und achtziger Jahren galt dies für fast alle politischen Lager und sozialwissenschaftlichen Gruppen.

Einer der prominentesten deutschlandpolitischen Berater jener Jahre, der DDR-Forscher Peter Christian Ludz, stellte 1974 in seinem Essay "Deutschlands doppelte Zukunft" fest: "Die realpolitische Beobachtung muss zu dem Schluss kommen, dass die beiden deutschen Staaten in der näheren Zukunft im wesentlichen getrennte Wege gehen werden." Diese Sicht war auch Konsens im konservativen Lager. So betonte der bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß 1988 in einem Geleitwort, dass "eine realistische Politik nur eine Linie zulässt: das Mögliche tun und das Unmögliche lassen, die Grenze zwischen beiden anerkennen und großzügig auslegen".

Grundsätzlich hatten Sozialwissenschaftler auf der ganzen Welt seit den sechziger Jahren die Prognostizierbarkeit politischer, gesellschaftlicher und kultureller Entwicklungen für möglich gehalten. Allerdings wurde dieser Glaube im Laufe der Zeit immer schwächer. Vom Versprechen, verlässliche Vorhersagen garantieren zu können, war nicht mehr die Rede. Von den Hoffnungen auf Prognosefähigkeit ist heute nichts mehr übriggeblieben.

Verlässliche Vorhersagen für gesellschaftliche Entwicklungen sind kaum möglich. Diese Einsicht liegt nicht nur in der Revolution von 1989/1990 begründet. Beispiele für Prognosedebakel lassen sich auch anderswo finden: Wenn etwa der Vorstandsvorsitzende von IBM 1943 die Überzeugung äußerte, der Weltmarkt werde Raum für nur fünf Computer bieten oder 1977 ein Pionier der Computerindustrie keinen Grund sah, warum einzelne Individuen ihren eigenen Computer haben sollten und Bill Gates noch 1994 konstatierte: "Im Internet ist für uns nichts zu verdienen."

Nützliche Irrtümer

Für rückwärtsgewandte Propheten, Historiker also, ist der Blick auf ihre früheren Erwartungen, Fehleinschätzungen und Irrtümer hilfreich - es wäre zu einfach, sie als bloße Illusion abzutun. So ist die eingangs beschriebene Fiktion mehr als nur eine düstere Spekulation. Sie war vielmehr eine im Jahr 1988 durchaus realistische Möglichkeit, wie die deutsche Nachkriegsgeschichte hätte verlaufen können. Am Vorabend des 20. Jahrestags der friedlichen Revolution die in den Achtzigern dominierenden Stabilitätseinschätzungen in Erinnerung zu rufen, sensibilisiert dafür, was für ein Wunder der Sturz der kommunistischen Diktaturen in Ostmitteleuropa überhaupt darstellt.

Vor allem aber ist das Prognosedebakel ein Glücksfall der deutschen Nachkriegsgeschichte. Denn das allgemeine Unvermögen in Ost und West, sich eine abrupte Überwindung der SED-Herrschaft und der deutschen Teilung überhaupt vorstellen zu können, war die elementarste Voraussetzung für das Gelingen der friedlichen Revolution. Hätte die kleine, von der Staatssicherheit infiltrierte DDR-Opposition 1989 die Überwindung der SED-Diktatur offen oder im Geheimen zum Ziel gehabt und wäre dabei vom Westen auch nur propagandistisch unterstützt worden, wäre Deutschland wahrscheinlich noch immer geteilt. In diesem Fall hätten die SED-Führung und wohl auch Moskau nicht gezögert, im Herbst 1989 ihre Machtmittel konsequent einzusetzen.

Welche politische Lehre ist aus dem Prognosedebakel von 1989/1990 zu ziehen? Einerseits ist die Tatsache, dass vorher das Undenkbare nicht gedacht werden konnte, der Glücksfall deutscher Nachkriegsgeschichte. Würde es sich andererseits aber nicht auch lohnen, wenn Sozialwissenschaftler und andere professionelle Beobachter autoritärer Regime und Diktaturen wie etwa China Mutmaßungen über das dort gegenwärtig Undenkbare entwickeln würden - Menschenrechte, Freiheit und Demokratie? Welche Lehre man auch immer aus dem Prognosedebakel ziehen mag, es zeigt, wie schwierig es ist, aus der Geschichte zu lernen.

Zum Weiterlesen:

Muhle, Hedwig Richter, Juliane Schütterle (Hrsg.):Die DDR im Blick. Ein zeithistorisches Lesebuch, Metropol-Verlag, Berlin 2008.

Jens Hüttmann: DDR-Geschichte und ihre Forscher. Akteure und Konjunkturen der bundesdeutschen DDR-Forschung, Metropol-Verlag, Berlin 2008.



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Gerd Diederichs, 05.10.2008
1.
Einmalige Konstellation: Sicher war es sehr hilfreich, daß niemand das Undenkbare zu prognostizieren wagte. Das hat es ermöglicht, daß der - so nicht beabsichtigte - Angriff auf die Machtstrukturen letztlich erfolgreich war. Aber ... Ebenso wichtig war es wohl, daß der eifersüchtig auf seine alleinige Macht bedachte Honneker handlungsunfähig im Krankenhaus lag, daß eine Gruppe um Krenz ihm in diesem Moment die Macht entriß, dann aber nicht recht wußte, wie sie zu halten war, daß aus Moskau keine Hilfe zu erwarten war, daß das "Desaster des Himmlischen Firedens" noch frisch in jedermann's Erinnerung war, und so weiter. Daß ausgerechnet zu dieser Zeit die Bürgerrechtsbewegungen dank der Glasnost- und Perestroika-Signale Morgenluft witterten und sich mehr trauten als jemals zuvor, war sicher auch mitentscheidend. Diese Leute hatten wohl intuitiv die Handlungsunfähigkeit des Regimes erahnt, getestet und damit Erfolg gehabt. Allerdings wäre ein offener Angriff auf die Macht wohl doch wesentlich brutaler zurückgeschlagen worden - auch wenn das zu weltweiter Isolation des Regimes geführt hätte - wie im selben Jahr in China demonstriert. Der Imageschaden der chinesischen Regierung durch die Ereignisse an Platz des Himmlischen Friedens dauert ja heute - nach den Olympischen Spielen 2008 - noch an.
Paul Max, 05.10.2008
2.
die vorbereitungen zu dieser einmaligen situation liefen sehr lange, und von unvorbereitet sein der bundesrepublikanischen politik kann wohl kaum die rede sein. vielleicht sollte der autor einmal die dokumentation "Anschließen, angleichen, abwickeln - Die westdeutschen Planungen zur Übernahme der DDR 1952-1990" von Karl-Heinz Roth (Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2000, ISBN 3-930786-27-3) lesen, und dann seine aussagen an hand verfügbarer dokumente überprüfen und sich nicht auf öffentliche statements von politikern verlassen. was die wert sind kann man tagtäglich beobachten.
Wolfgang Meier, 06.10.2008
3.
Auch ich bin etwas speptisch in Bezug auf die wesentlichen Aussagen des Artikels. Denn zum einen hat Robert Havemann in den 70er Jahren vorausgesagt, daß der Ostblock kippen wird, sobald die alte Führungs-Riege wegstirbt. Dies kann man an der SU in den 1980er Jahren gut nachvollziehen: wie nach dem Tod von Breschniew das alte Personal für die Staatsaktion knapp wird, und wie mit der Machtübernahme einer jüngeren Generation (Gorbatschow u. a.) plötzlich substantielle Veränderungen durchgesetzt werden. Zum anderen erinnere ich mich wage an die Aussagen eines Herrn vom BND, der mitgeteilt hat, daß man in den 1980er Jahren in seiner Behörde eine Verstärkung der Einheitsbestrebungen beider deutscher Staaten in den 1990er Jahren vorausgesagt hat. Auch diese Voraussage war gar nicht so verkehrt - wenn sie auch von der realten Entwicklung weit übertroffen wurde.
Jacob S. Cronen, 09.10.2008
4.
Der Kritik kann ich mich nicht anschließen. Ich kann in Karl Heinz Roths Werk keine Belege erkennen, die eine Revolution von unten in der DDR für das Jahr 1989 vorhersagte. Aber genau das ist Hüttmanns Aussage! Selbstverständlich wurden die ökonomischen Probleme der DDR auch im Westen gesehen, aber Karl Heinz Roth beschreibt etwas anderes: 1. Die Möglichkeiten eines finanziellen Einwirkens der Bundesrepublik (S.79) erschienen in einem Band, der sich "Die DDR auf dem Weg ins Jahr 2000" nennt. 2. Eine Einschätzung von 1989, nach der " angesichts der bisherigen außenwirtschaftlichen Ergebnisse der Ära Honecker die Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen nicht allzu optimistisch eingeschätzt werden kann" (S.178) 3. und eine weitere Einschätzung aus dem selben Jahr, dass die DDR durch Deregulierungsmaßnahmen in der EG innenpolitisch unter ordnungspolitischen Druck geraten könnte (S.180) Zusammenbruchsprophezeiungen klingen anders! Realistischer ist da wohl Barzels Wunsch, den er in seiner Autobiographie von 2001 zum Ausdruck bringt: "Hätte doch 1989 ein detailliert fortgeschriebener Bericht vorgelegen!" Barzel möchte damit zum Ausdruck bringen, dass Probleme im Transformationsprozess mit Hilfe eines aktuellen Berichts des "Forschungsbeirats für Fragen der Wiedervereinigung" besser hätten gelöst werden können. Dessen Arbeit endete übrigens 1975. Auch Havemanns Aussagen prophezeien keinen von Teilen der Bevölkerung ausgelösten Zusammenbruch des Systems. Er setzt seine Hoffnung ja darin, daß die jüngere Funktionärsriege die Reformen selbst herbeiführen würde. Aber wer ernsthaft, Egon Krenz sei ein solcher Reformer gewesen...
Bob Redman, 11.08.2010
5.
"Doch wo liegen die Gründe für dieses Prognosedebakel? Waren die Theorien und Methoden der Wissenschaftler falsch?" Die Wissenschaftler hatten nicht gemacht, was ich gemacht hatte. Ich komme aus den USA, habe aber jahrzehntelang in Europa gelebt. Im Frühherbst 1984 trat ich eine Zugreise von Zürich aus in die DDR. Ich hatte ein Visum beantragt für eine Woche in Dresden, und ich bekam ein Hotel in Bad Schandau zugewiesen. Am Grenzübergang sahen die DDR-Zöllner mein verbotenes Fahrrad, sagten aber nichts. Im Zug zwischen Leibzig und Dresden fand um mich herum eine Krawalle zwischen 2 Gruppen von Fußball-Anhängern statt, die genausso aussahen und sich genauso benahmen wie ihresgleichen in Westdeutschland. Während der Woche fuhr ich jeden Tag auf dem Fahrrad herum und sprach mit sehr vielen Leuten. An meinem Fahrrad erkannten sie den Westler und machten sich Luft über den Mangel am Obst oder an guten Fotoapparaten. Fahrradmechaniker klagten über die schlechte Qualität der wenigen Produkten, die sie verkaufen mußten. Vor dem Eingang eines Schlosses in der sächsichen Scweiz musizierten Hippies und sangen: "der weiße Taube ist verflooogen." Eines Abends wurde ich zu einem Abendessen in Dresden eingeladen. Als der Bus durch einen Vorort fuhr, sah ich Handwerker an fast jedem Haus werkeln. Ich staunte. Man erklärte mir, tagsüber arbeite man für die Sozialleistungen, abends für Geld. Westfernsehen reichte damals nicht nacht Dresden, aber man war trotzdem über Weltgeschehen und Ereignisse bestens informiert. Abends im Hotel saß ich jedes Mal an einem neuen Tisch. Die Hotelgäste, meistens relativ Priviligierte, beschwerten sich in Hörweite des SED-Personals, manchmal laut. "Wir wollen einfach nach Paris oder München reisen dürfen." Ich sagte damals zu den Leuten, die Mauer fällt bald. Sie sagten, nicht zu unseren Lebzeiten. Und arme, risikoscheue Wissenschaftler möchten prognostizieren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.