Deutschland nach dem Krieg Erinnern Sie sich? Zeitzeugen gesucht!

Hunger und Kälte, Städte in Trümmern - und zugleich Hoffnung auf ein besseres Leben. Haben Sie die Jahre von 1945 bis 1949 erlebt? SPIEGEL GESCHICHTE sucht Zeitzeugen, die davon erzählen. Machen Sie mit!

DEUTSCHE FOTOTHEK/ Walter Hahn

Von


Endlich war der Krieg vorbei, das Land von Hitler befreit - wie würde sich Deutschland nun entwickeln? Die Jahre 1945 bis 1949 brachten Unsicherheit und gewaltige Umbrüche mit sich. Etliche Städte lagen in Trümmern, die Wirtschaft war am Boden, viele Männer blieben noch lange in Kriegsgefangenschaft. Improvisation prägte für viele Menschen den Alltag in den vier Besatzungszonen - und Hunger, vor allem im bitter kalten Jahrhundertwinter 1946/47.

Es war die Zeit des "Hamsterns" und des "Fringsens", von hartem Brot, Muckefuck und Steckrübenbrei, von Kohle, die "vom Lastwagen fiel". Die Ära der Trümmerfrauen und des Wiederaufbaus, des Schwarzmarktes und Tauschhandels, der "Entnazifizierung", der Flüchtlingsnöte und Einquartierungen. Erst die Währungsreform 1948 brachte mehr Stabilität, langsam konsolidierte sich auch die politische Landschaft in Ost und West. Schritt für Schritt deutete sich die Bildung zweier deutscher Staaten an.

Angst vor der Zukunft, aber auch Hoffnung auf ein besseres Leben: Die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg werden das Thema der nächsten Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE (Heft 1/2018) sein. Noch leben einige Menschen, die diese Zeit miterlebt haben - in unserem Magazin wollen wir sie zu Wort kommen lassen.

Fotostrecke

24  Bilder
Deutschland nach '45: Trümmerfrauen, Schwarzmarkt, Flüchtlinge - eine Zeitreise

Uns interessiert vor allem, wie Kinder damals die Besatzungssoldaten in Ost und West erlebt haben. Waren Sie damals ein kleiner Junge, ein großes Mädchen, waren Sie jugendlich oder schon erwachsen? Dann erinnern Sie sich bestimmt an die Stimmung, als "die Amerikaner" und die britischen "Tommies" kamen. Oder als "die Franzosen" an der Tür klingelten und nach Geschirr für ihre Einheit verlangten. Wie Sie von Soldaten Kaugummi oder Schokolade geschenkt bekamen oder welche Angst in Ihrer Nachbarschaft vor den Russen herrschte.

Egal, ob positive oder negative Erfahrungen, ob in Ost oder West: Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie Ihre Erinnerungen (oder die Ihrer Eltern) aufschreiben. Bitte schicken Sie uns hier eine Mail an zeitzeugen@spiegel.de - oder einen Brief an folgende Adresse:

Der SPIEGEL
Ressort Sonderthemen
Eva-Maria Schnurr
Postfach 11 04 13
20404 Hamburg

Schreiben Sie uns bitte bis zum 1. Dezember 2017. Neben Ihrem Namen und Ihrer Adresse benötigen wir Ihr Alter sowie eine Telefonnummer, unter der wir Sie erreichen können, und dazu möglichst Ort und Jahr der Begebenheit, von der Sie erzählen. Wir freuen uns auch über Fotos. Falls Sie nicht möchten, dass Ihr Name veröffentlicht wird, schreiben Sie dies bitte dazu.

Mit der Einsendung stimmen Sie einer Veröffentlichung des Textes in SPIEGEL GESCHICHTE zu. Auch eine Veröffentlichung auf SPIEGEL ONLINE im Ressort einestages ist möglich. Wir behalten uns vor, Einsendungen zu kürzen und zu redigieren oder auch nicht zu veröffentlichen.

Als Dankeschön senden wir Ihnen eine Ausgabe 1/2018 von SPIEGEL GESCHICHTE zu, wenn wir Ihren Text oder Teile daraus veröffentlichen.

Ganz herzlichen Dank im Namen des gesamten SPIEGEL-GESCHICHTE-Teams!

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Elisabeth Dal, 11.11.2017
1. Zeitzeugen
...diese Ausgabe werde ich meinen Kindern zuerst ans Herz legen...danach den ewig Gestrigen, die sich heute wieder an den braunen Aufräumern im Berliner Bundestag erfreuen......
Wo St, 12.11.2017
2. Spät
Sehr spät für eine solche Frage, die Leute die aus der Zeit noch leben, kennen den Online Spiegel nicht.
Ignatius Peabody, 12.11.2017
3. Meine Oma
Jahrgang 29 hat 1948 geheiratet. Da sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist, der hauptsächlich Kartoffeln,Tabak und Spargel angebaut hat, konnte sie ab 1946 Tabak zur Seite legen. Die ganze Feier wurde mit selbstgedrehten Zigaretten finanziert. Auch vom großen Bombardement auf Nürnberg weiß sie noch einiges zu berichten. Zum Beispiel als ein paar Stunden zuvor ein Christbaum (damit wurden Ziele markiert) auf dem Hof gelandet war. Daraufhin hat sich die halbe Nachbarschaft in einer Backstube versteckt. Nur meine Oma und ihre Mutter sind daheim geblieben. Tragischerweise ist ausgerechnet in diese Backstube die einzige Bombe im Dorf (ca 7 km vor Nürnberg) eingeschlagen.
Bernd W. Neubauer, 13.11.2017
4. Zeitzeugen - Die Deutschen Flüchtlinge -
Die geballte Kraft unserer Medien konzentriert sich heute nur noch auf die Flüchtlinge von Syrien und Afrika! Noch ist es programmfüllend mit "schön schaurigen Bildern", die hoffentlich die Spendenfreudigkeit der Deutschen erhöhen kann. Die Erlebnisse auf ihrer Flucht für diese Menschen waren schrecklich und unvergesslich und für die meisten lebensprägend! In ihren Ankunftsländern werden sie genau so behandelt wie die 16 Millionen Deutsche, die nach dem Ende des "Deutschen Reiches" die Länder in Ost- und Westdeutschland überzogen haben. Ungeliebt und nicht willkommen und unausgesprochen wurden sie als die Verlierer des Krieges bezeichnet. Mann wollte sie nicht. Keiner kümmerte sich um ihre schrecklichen Erlebnisse auf der Flucht und die erbärmlichen Wohn- und Lebensbedingungen im Westen. Auch wollte man ihren christlichen Glauben (Protestanten) nicht in Ländern wie z.B. Bayern haben. Es passte auch damals nicht mit den Flüchtlingen, auch wenn es "Deutsche " waren. Meine Enkelin musste auf dem Gymnasium einen noch jungen Geschichtslehrer ertragen, der die meisten deutschen Flüchtlingen nach dem zweiten Weltkrieg als "Wirtschaftsflüchtlinge" bezeichnet hatte. Dies hatte mich veranlasst, meine "Kindheit" als Flüchtling und Vertriebener sowie die nun wirklich nicht erquickliche "Nachkriegskindheit" in einem Dorf in Niedersachsen zu verbringen. Damit Sie, liebe Frau Schnurr, für ihren Bericht authentische Eindrücke verwenden, schicke ich Ihnen mein Buch: "Du bist doch kein Kind mehr....! ". Für alle anderen Interessierten : ISBN 978-3-8482-2619-5
Günter Zeitner, 14.11.2017
5. Kuck' ma' hier - (m)eine Nachkriegskindheit im Revier
Ich habe gerade mein erstes - und letztes? - Buch zu Ende geschrieben . Es passt gut zu diesem Thema. 'Mit einem Koffer voll Gestapo-Sandalen ging es dann mit der Dampflokeisenbahn von Mülheim-Eppinghofen zum Hamstern ins Münsterland. Auch das war Abenteuer für einen kleinen Jungen. Die Züge waren meist so überfüllt, dass die Menschen nur noch auf Trittbrettern, Dächern oder Puffern mitfahren konnten.' ISBN 978-3-7450-6615-9
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.