Fiktive Raumschiffe Mit Karacho in den Kosmos

Fiktive Raumschiffe: Mit Karacho in den Kosmos Fotos
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Tragflächen, Düsen, Steuerruder: Das neue Raumschiff "SpaceShipTwo" für Weltraumtouristen ähnelt drei zusammengeschraubten Flugzeugen. Die Ideen von Science-Fiction-Visionären sind viel origineller: einestages zeigt die schönsten Raumschiffe der Filmgeschichte. Von Daniel Bäumler, und

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Wer ein Raumschiff besteigt, hat eine Mission. So wie die Besatzung des Raumschiffes Enterprise: "Viele Lichtjahre von der Erde entfernt, dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat."

Vermutlich liegt es an diesem ehrgeizigen Unterfangen, dass Designer von Raumfahrzeugen für Kinofilme, Comics und Fernsehserien in den vergangenen Jahrzehnten eine schier unglaubliche Phantasie an den Tag legten. Sternenflotten-Schiffe, Romularische Schiffe, Klingonische Schiffe, Bajoranische Schiffe, Cardassianische Schiffe, Borg-Schiffe und so weiter und so fort: Allein die Flotte des Filmklassikers "Star Trek" ist beachtlich. Ob Kuben, Kugeln oder Käfer, ob Suppenschüsseln, Unterteller oder Bumerangs - fiktive Raumschiffe sehen meist so aus als seien sie von den Außerirdischen, Weltraumprinzessinen oder intergalaktischen Ungeheuern gezimmert worden. Ausgestattet mit den tollsten technischen Finessen, Farben, Formen und Namen, gehören sie zu dem Bizarrsten, was sich Science-Fiction-Liebhaber so ausdenken.

Einer der ersten dieser kreativen Visionäre war Jules Vernes. Schon im 19. Jahrhundert sah er Raumfahrt und Reisen zum Mond ebenso voraus wie Marschflugkörper, Wolkenkratzer und U-Boote. Seither hat sich viel getan, stehen die Regisseure fantastischer Filme unter einem immer stärker anwachsenden Kreativitätsdruck, wobei reale Sternstunden der Raumfahrt wie der Start des Sputnik im Jahr 1957, die erste Reise ins All durch Juri Gagarin 1961 oder die erste bemannte Mondlandung 1969 die Phantasie beflügelten. Während das untertellerförmige erste Raumschiff der "Star Trek"-Serie, die "Enterprise NCC-1701" (erstmals ausgestrahlt auf dem Höhepunkt des Weltraumfiebers 1966) noch von eher schlichtem Aussehen war, wurde das Design schnell komplizierter, eckiger, sperriger.

Wegweisende Impulse für die Innenarchitektur

Schon das erste deutsche Fernsehraumschiff, "Orion", das am 17. September 1966 zu seinem Jungfernflug ins All startete und über eine Bügeleisen-Steuerung verfügte, war etwas feingliedriger ziseliert. Zukunftsweisend wurde dann der Science-Fiction-Film "2001: A Space Odyssee" von 1968: Noch heute orientiert sich mancher Innenarchitekt an der psychedelischen Innenausstattung der Raumschiffe - und nicht wenige Finessen der Zukunftsmusik von damals, etwa der Flachbildschirm, sind heute Realität.

In den Siebzigern kam es zu weiteren technischen Neuerungen - allerdings zu dem Preis, dass die coolsten Exemplare der Gattung Raumschiff ästhetisch zunehmend den Charme eines Gebrauchtwagens annahmen: verbeult, dreckig, zusammengeflickt. Der "Millenium Falcon" aus "Star Wars" war so einer - allerdings noch ein Waisenkind gegen das Raumschiff "Nostromo" aus dem Film "Alien" das seit 1979 den Weltraum unsicher machte: Unheilvoll, ölig und apokalyptisch wirkte die "Nostromo", beinahe ewige Finsternis regierte an Bord des dem Untergang geweihten Raumschiffes.

Sauberer, stromlinienförmiger und schicker wurde es erst wieder in den Achtzigern. Vor allem an Bord der "USS Enterprise" aus "Star Trek: The Next Generation" regierte bald der pure Komfort. Seither pendelte der Designtrend hin und her, nähert sich in Gestalt der "Serenity" aus "Firefly" mal dem rumpeligen Gebrauchtwagen-Look der Siebziger, mal der puristisch-klaren Stromlinienförmigkeit des Mini-Raumschiffs in "Men in Black 2".

Ganz wild wurde es übrigens, wenn Außerirdische ein Raumschiff bevölkerten - dann sah es aus wie bei Emmerichs "Independence Day". Riesige scheibenförmige Schiffe mit geheimnisvoll wirkenden Mustern verdunkeln den Himmel mit der Aufgabe, die Menschheit zu vernichten.

Einige Zukunftsvisionen aus Science-Fiction Filmen haben sich inzwischen erfüllt, doch der entscheidende Unterschied zur Wirklichkeit ist wohl die Motivation. Wenn das gestern Abend in New York der Öffentlichkeit vorgestellte "SpaceShipTwo" in die Unendlichkeit des Weltraums startet, werden keine Forscher an Bord sein, sondern zahlende Touristen. Während Captain Kirk auf der "Enterprise" und Sigourney Weaver als "Ripley" noch mit einem Ziel vor Augen die Erde verließen, geht es den zahlenden Raumfahrern von heute nur noch um die schöne Aussicht.

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insgesamt 15 Beiträge
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1.
Willi Schmidbauer 25.01.2008
Was hier fehlt ist Dark Star! ;)
2.
Willi Schmidbauer 25.01.2008
Und natürlich die gigantischen Biotopschiffe aus Silent Running
3.
Jan Milz 25.01.2008
Hey schöne Sammlung! Wo ist die Dark Star? ;) IMO eines der besten Raumschiffe, die es jeh gab, vorallem mit der integrierten Bombe! Gruß Jan
4.
Anna Lange 25.01.2008
Wo ist Captain Futures "Comet"? Okay, ist "nur" Zeichentrick, aber legendär und unvergessen! Und: Auch wenn der Film nicht soo toll war: Die "Herz aus Gold" aus "Per Anhalter durch die Galaxis" ist ein Muss!
5.
Sebastian Koepff 26.01.2008
Vor allem fehlt noch das fliegende Wohnmobil aus "Spaceballs" , dem wohl coolsten Sci-Fi-Film aller Zeiten :-)
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