Flugzeugunglücke Zweimal davongekommen

Flugzeugunglücke: Zweimal davongekommen Fotos

Als Auszubildender besuchte Ferdi Keuter 1959 eine Flugschau auf dem Fliegerhorst Nörvenich - und entgeht nur um Haaresbreite einer Katastrophe. Knapp 30 Jahre darauf wiederholt sich die Geschichte - fast. Von

  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren
    3.1 (385 Bewertungen)

Auf dem Fliegerhorst "Boelcke" in Nörvenich ist am Samstag, den 20. Juli 1959. Tag der offenen Tür. Wir, die Schüler der Malerfachschule Alsdorf, beenden den Unterricht einige Stunden früher und fahren nach Nörvenich zum Flugplatz, um uns die Flugkünste der Piloten anzusehen. Es ist heute sehr heiß, darum kommt uns der Weg vom Parkplatz zu Fluggelände sehr lang vor. Wir haben Glück und finden in unmittelbarer Nähe der Startbahn unseren Platz. Dass das nicht unbedingt unser Glück sein wird, erfahren wir erst später - hautnah.

In Sichtweite ist ein kleiner Wald, dahinter beginnt Feld. Mit meinem Kollegen Hans Schneeloch unterhalte ich mich über die Einsätze und die Fluggeräte. Dann, es ist 17.10 Uhr, stürzt eine Maschine in dem nahegelegenen Waldstück ab.

Wir werden Augenzeugen dieser Katastrophe. Fast senkrecht verschwindet das Flugzeug hinter den Bäumen. Wir hören den Aufschlag, dann sehen wir nur noch Rauch und Feuer. Der britische Pilot, der in Geilenkirchen gestartet war, ist tot. Allgemeine Verwirrung und Angst prägen den Augenblick. So schnell wie möglich verlassen wir den Horst. Nachdenklich fahren wir nach Eschweiler zurück.

Die Geschichte wiederholt sich

Fast dreißig Jahre später wurde ich noch einmal Zeuge des Absturzes einer Militärmaschine, diesmal in Remscheid. Am 8.Dezember 1988, einem Donnerstag, besuchte ich eine Filiale der "Götzen Baumarkt Kette". Während ich auf meinen Gesprächspartner wartete, hörte ich einen fürchterlichen Knall. Die Halle bebte, die Menschen waren verunsichert.

Schnell verbreitete sich die Nachricht In unmittelbarer Nachbarschaft war ein Flugzeug auf eine Straße gestürzt und explodierte. Auf dem schnellsten Wege renne ich zu meinem Auto und fahre in Richtung stadtauswärts. Einige Straßensperren sind schon errichtet und Umleitungen eingerichtet. Folgendes war geschehen: Ein amerikanisches Flugzeug hatte im Stadtteil Hasten ein Wohnhaus gerammt und war anschließend auf einem nahe gelegenem Firmengelände zerschellt. Dabei kamen neben den beiden Piloten fünf weitere Menschen ums Leben, viele wurden verletzt.

Die Unglücksmaschine war auf dem Fliegerhorst Nörvenich stationiert gewesen. Im Radio höre ich von dem fürchterlichen Ausmaß dieses Unglücks. Wenn der Markt um einige hundert Meter weiter gewesen wäre ... Ich hatte einfach Glück.

Artikel bewerten
3.1 (385 Bewertungen)
Mehr zum Thema
Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH