Fünf Wahrheiten über... Hartmut Mehdorn, Hobby-Schmied

Fünf Wahrheiten über...: Hartmut Mehdorn, Hobby-Schmied Fotos
dpa

Er ist einer von Deutschlands unbeliebtesten Managern: Mit seiner poltrigen Art und markigen Sprüchen machte er sich als Chef der Bahn unbeliebt, nun ist er bei Air Berlin gegangen. einestages verrät jeden Monat fünf schräge Fakten über eine Persönlichkeit, von der jeder alles zu wissen glaubt. Dieses Mal: Hartmut Mehdorn.

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Er war es, den Gerhard Schröder 1999 zur Hilfe rief, um die muffige Bundesbahn zu einem blühenden modernen Konzern zu sanieren. Mit großen Zielen trat Hartmut Mehdorn damals an: massiver Service-Ausbau, 6,6 Milliarden Gewinn innerhalb von fünf Jahren - und am Ende der glorreiche Börsengang des Unternehmens. Doch als er zehn Jahre später seinen Hut nehmen musste, sah die Bilanz bitter aus: Langdauernde Bahnstreiks, eine auf 3,6 Milliarden Euro Verlust korrigierte Gewinnprognose und undurchschaubare Umstrukturierungen des Bahn-Preissystems hatte das Unternehmen in den Jahren unter Mehdorn erleben müssen. Mit seinem Plan, die Bahn an die Börse zu bringen, konnte er sich nicht durchsetzen. Und Mehdorn selbst hatte sich zu allem Überfluss in einen Skandal um die Bespitzelung von Mitarbeitern verstrickt.

Nun geht Mehdorn bei Air Berlin. Der Mann, der für seine restriktive Informationspolitik und seinen übermäßigen Gebrauch von Anglizismen mit Schmähpreisen überhäuft wurde, legt seinen Vorsitz der maroden Fluggesellschaft nieder. Allerdings war er in diesem Fall auch nur als Interimschef angetreten und hat mit harten Sparprogrammen die Sanierung des Unternehmens auf den Weg gebracht.

Über Jahrzehnte konnten wir Mehdorns undiplomatische Art und seine mangelnde Kritikfähigkeit in den Medien mitverfolgen. Aber was wissen wir wirklich über ihn und das Privatleben, in das der mittlerweile 70-Jährige sich nun wohl zurückzieht?

In "Fünf Wahrheiten über..." verrät einestages einmal im Monat vergessene Anekdoten und überraschende Fakten zu einem Thema, über das jeder längst alles zu wissen glaubt.

dak

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Hartmut Ungers 10.01.2013
Liebe/r dak, selber teile ich Ihr Boulevard-Interesse an Mehdorns Privatleben nicht. Was ihn aber unvergessen macht, war die Dreistigkeit, mit der er die Deutsche Bahn zum Schleuderpreis an die Russen verscherbeln wollte, um sich möglichst schnell die Kriegskasse zur 'international diversification' der Bahn als 'global player' zu füllen. Ein geschichtsträchtiger Wirtschaftsskandal, der vielleicht an der Stelle interessanter gewesen wäre, als "Kohlroulade oder das Schnitzel". Mehdorn und Schröder planten, die Bahn zu einem Prozent! ihres Verkehrswerts an die russische Staatsbahn zu verschenken, um somit "die muffige Bundesbahn zu einem blühende modernen Konzern zu sanieren." Die Russen wären auf einem Schlag im Besitz sämtlicher Filetgrundstücke in deutschen Innenstadtlagen gelangt, während das Schienennetz selbstverständlich auch weiterhin vom Michel zu unterhalten gewesen wäre. Meine Phantasie reicht nicht aus, mir das Desaster, die Katastrophe auch nur annährend vorzustellen, wenn das britische Modell der Verelendung der Staatsbahn, auch hierzulande umgesetzt worden wäre. Damit seien jetzt nicht die heutigen Managementfehler und Fehlinvestitionen der Bahn entschuldigt. Nur, es war der Russe Gorki der sagte, daß keine menschlichen Verhältnisse so jämmerlich und erbärmlich sein können, sich nicht noch verschlechtern zu lassen.
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