HipHop in Deutschland Die Jungs, die den Beat brachten

HipHop in Deutschland: Die Jungs, die den Beat brachten Fotos
Philipp Wohlleben/Stefan Schuh

Selbstgebastelte Mikros und Funk-Platten vom Flohmarkt: Anfang der Neunziger veröffentlichte Philipp Wohlleben mit seiner HipHop-Combo LSD Deutschlands erstes Rap-Album. Auf einestages erzählt er von den Pioniertagen - und zeigt unveröffentlichte Bilder aus seinem Privatarchiv. Von

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1986 fingen mein Kumpel Patrick und ich an, HipHop zu machen - mit ganz einfachen Mitteln. Als wir unsere ersten Tracks bastelten, waren Sampler, mit denen man auf Knopfdruck Beats, Melodien oder andere Sounds abspielen konnte, noch gar nicht erfunden. Aber immerhin konnte ich über meinen ersten Mixer ein Mikro laufen lassen. Da ich den Mixer hatte, war ich der DJ. Patrick musste also zwangsläufig rappen - in ein Mikro, das aus einem geklauten Walkman-Kopfhörer bestand, den wir auf ein Lineal geklebt hatten.

Immerhin hatten wir beide schnell eine beachtliche Plattensammlung angeschafft. Wir investierten jeden Pfennig von unserem minimalen Taschengeld und außerdem das ganze Essensgeld, das Eltern hinterlassen, wenn sie ohne Kinder in den Urlaub fahren. So gab's einige Sommer drei Wochen lang die äußerst günstige und sättigende Eigenkreation "Apfelmus im Fladenbrot". Mit meinem Plattenspieler von Dual, dessen Nadel alles andere als zum Scratchen geeignet war, ging's dann richtig los.

Zwei Jahre später hieß unser HipHop-Duo "II Scardens of HipHop", und das erste in Deutschland auf Tape aufgenommene HipHop-Album war produziert. 1991 sollten wir dann mit der Crew LSD auch Deutschlands erstes HipHop-Album auf LP veröffentlichen. Doch der Weg dahin war nicht leicht, zumal die Bandchemie bei LSD nicht immer die beste war.


LSD-Videos

Das erste Musikvideo der Crew: "Competent"

LSD Live: Die HipHopper bei einem Auftritt in Köln


Zwei HipHopper in der "Schwarte"

Doch der Reihe nach. Unser selbstkopiertes Tape verkauften wir über 150-mal und verdienten daran mehr, als später an unserer ersten richtigen Platte, der EP "Competent", die wir 1989 mit LSD aufnahmen. Kein Wunder. Einfach jeden, den wir kannten, überredeten wir, die Kassette zu kaufen. Wir waren ein gefürchtetes Duo, das jeden kaputtlaberte, der uns über den Weg lief. Wir hatten eine schizophrene Mission: Wir wollten einfach jeden vom echten HipHop überzeugen und gleichzeitig alle niedermachen, die sich der Sache nicht so intensiv annahmen wie wir. Das aber schien kaum möglich. Schon gar nicht in Euskirchen, einem Kaff in der Voreifel.

Am Wochenende waren wir immer in der "Schwarte", einer klassischen Dorf-Disco, wo hauptsächlich Jimi Hendrix und Led Zeppelin gespielt wurden. Eigentlich waren diese Sachen nicht unbedingt nach unserem Geschmack, aber irgendwo musste man sich ja treffen, um laut Musik zu hören. Manchmal traf man uns trotzdem auf der Tanzfläche. Nämlich dann, wenn "Rockit" von Herbie Hancock lief. Der Track funktionierte genreübergreifend und wurde von den auflegenden Rockern genauso akzeptiert wie von uns.

In der "Schwarte" ging stilmäßig ohnehin alles drunter und drüber. Alle musikalischen Subkulturen existierten parallel nebeneinander. Dort trafen sich ein bis zwei Leute aus jeder Szene - Waver, Punks, Skater, Nazis, Ökos, Freaks, Popper, Rocker, Nachwuchs-Alkoholiker, Schläger-Prolls und eben auch HipHopper.

Man war teils befreundet, teils verfeindet, auf jeden Fall musste man sich ständig rechtfertigen - wegen seines Outfits oder wegen der Musik, die man mochte. Das war uns egal. Es machte uns sogar Spaß, als Outlaws Partys zu entern, die Anlage in Beschlag zu nehmen und uns zu Run DMCs "Raising Hell" oder Skinny Boys "Rip the Cut" ekstatisch auf dem Boden zu wälzen.


Die anderen LSD-Mitglieder auf einestages

Detlef Rick aka Rick Ski: Der Durchbruch nach dem Hype

Michael Rick aka Future Rock: "Mein persönlicher HipHop-Supergau"


Run DMC aus dem Golf GTI

Dann trafen Patrick und ich eines Tages die Rick-Brüder in ihrem schwarzen Golf GTI vor der "Schwarte". Sie hatten die Fenster runtergekurbelt und auf der amtlichen Anlage lief "Sucker MCs" von Run DMC. "Walk this way" wäre zu der Zeit nicht ungewöhnlich gewesen, aber "Sucker MCs" fiel auf. Wir fuhren dann stundenlang durch den Ort und spielten uns gegenseitig Tapes vor.

Nach kurzer Zeit akzeptierten wir uns als Gruppen, gleichzeitig standen wir progressiv-battlemäßig in Konkurrenz zueinander. Dann taten wir uns zusammen und gründeten LSD. Patrick nannte sich mittlerweile Ko Lute und fungierte als Rapper, Black Vinyl Master Cut Control aka Rick Ski und ich waren die DJs und Future Rock machte den Producer.

Relativ früh erkannte ich, dass HipHop-Tracks auf Passagen von existierenden Originalplatten basierten. Seit dieser Zeit begann ich, neben HipHop-Alben auch gezielt nach den Platten zu suchen, von denen die Stellen gesampled worden waren. Ich nervte Plattensammler und ging in Soul-Plattenläden, spielte den Besitzern HipHop-Tracks vor und fragte sie, ob sie die Originale davon kannten. Dieses Wissen um die Herkunft der Samples war Kapital und wurde vor anderen HipHop-Aktivisten streng geheim gehalten.

Der heilige Gral des HipHop

Gleichzeitig fing ich an, eigene "Originale" zu finden. Von Soundschnipseln aus dem Fernsehen, über Radio-Mitschnitte bis hin zu obskuren Psych-, Krautrock-, Country-, Spoken-Word-Platten und Soundtracks. Es waren sogar schottische Dudelsack- und dänische Folk-Tracks dabei. Tabus kannte ich nicht. Die Entdeckungsreisen mit tagelangen Aufenthalten in muffigen, verstaubten Kellern oder auf Flohmärkten und Plattenbörsen waren unglaublich aufregend. Dazu war mein Taschengeld gering, und die eine oder andere Platte musste mit nach Hause, ohne dass dafür bezahlt wurde.

Dann, ebenfalls in Düsseldorf, gab es auf einem HipHop-Jam eine einschneidende Situation: 2 Fresh T, ein Düsseldorfer DJ legte auf. Die Labels der Platten waren abgeklebt, so dass ich nicht erkennen konnte, welche er benutzte. Ich erkannte einige Stücke, wusste aber nicht, wer der Interpret ist. An diesem Abend machte mich aber stutzig, dass 2 Fresh T völlig unterschiedliche Tracks auflegte, aber nur selten die Platten wechselte. Ich schaute genauer hin und las auf einem nicht abgeklebten Label "Ultimate Breaks & Beats". An diesem Abend verstand ich, worauf ein Großteil der beeindruckenden Sample-Sammlung basierte, die die Rick-Brüder besaßen. Rick Ski war richtig angepisst, als ich das Geheimnis gelüftet hatte. Auf den "Ultimates", einer Bootleg-Serie aus der Bronx, waren tatsächlich alle wichtigen B-Boy-Breaks enthalten. Auf diesen Platten standen aber keine Interpreten, wenn überhaupt nur die Text- und Musik-Urheber.

Wenig später, ich war damals 17 Jahre alt, reiste ich für ein paar Monate in die USA. Letzte Station war New York, wo ich mein erstes Paar "Superstar"-Sneakers von Adidas kaufte - und 95 Prozent der Zeit in Plattenläden verbrachte. Einen ganzen Tag lang hielt ich mich in der "Music Factory" auf, einem Plattenladen in der 42. Straße, Ecke Broadway. In diesem Laden fand ich alle Platten der "Ultimates"-Reihe, die ich dort in doppelter Kopie für kleines Geld kaufte. Und, was mich killte, war, dass die Ladenbesitzer auf meine Anfrage hin unter der Theke eine handgeschriebene Liste aller Originalinterpreten der damals 19 "Ultimates" herauskramten. Die schrieb ich ab und ging ab jetzt mit einem riesigen Wissensvorsprung auf die Jagd. Ich hatte den Heiligen Gral geknackt, das Bernsteinzimmer gefunden.

Ein Gig als Vorband von HipHop-Legende Kurtis Blow

Unsere erste EP "Competent" und die darauffolgenden Veröffentlichungen brachten wir bei Rhythm Attack Records raus. Dort erschienen eigentlich nur Lizensierungen von amerikanischen HipHop-Labels wie B-Boy Records. Mit LSD waren wir die erste und einzige Label-eigene Produktion. Future Rock hatte den Kontakt geknüpft, ein Demo vorbeigebracht, und dann ging alles rasend schnell. Die spätere Single "Competent" hatte er schon vorproduziert. Wir gingen also in das "professionelle" Studio von einem Altpunk, der immer davon sprach, in die USA auszuwandern, scratchten und rappten darüber, und die EP kam wenige Wochen später raus. Nur kurz davor veröffentlichten Rock da Most die erste ernstzunehmende deutsche HipHop-Produktion "Use da Posse" auf Platte. Sicher gab es schon frühere deutsche Scheiben, auf denen gerappt wurde, wie "Rappers Deutsch" mit Thomas Gottschalk oder einiges von Falko, aber das waren eher Comedy-Persiflagen von Rap mit Elementen aus HipHop. Also keine Tracks von Leuten, die zur Szene zählten.

Mit "Competent" hatten wir dank dem guten Draht unseres Labels zur Presse ein gutes Medienecho: Artikel in "Bravo", "Stern" und "Spex", Platz zwei der Network Press Charts, Daily Rotation im WDR Radio. Wir hatten sogar einen Gig als Vorgruppe von Altmeister Kurtis Blow für 300 Mark Ghetto-Gage, die mir allerdings erst überwiesen wurden, als ich den Gerichtsvollzieher schickte.

Als nächstes stand die Produktion der LP an. Da wir ja jetzt eine Crew waren, bot ich den Ricks zu Produktionsbeginn der LP an, alle "Originalplatten" und Samplequellen offenzulegen. Doch die waren zu verbissen und lehnten ab. Ich fand es zwar dämlich, aber dachte mir: "Okay, dann kriegen die auch nix geschenkt." Wenn's an den Wochenenden mit Samplematerial zu den Ricks ins Studio ging, präparierte ich meine Platten. Ich fertigte neutrale Papieraufkleber an, die ich über die eigentlichen Labels klebte und steckte sie in Einheitscover. Beim Samplen hörte ich per Kopfhörer vor, bis die Stelle auf der Platte erschien, um die es ging. Ich gab Future Rock das Zeichen zum Start, spielte die entsprechende Stelle ab, stoppte danach sofort und nahm die Platte vom Teller. Future Rock wusste also nie, was er da sampelte.

Zu viel Konkurrenzgehabe, zu wenige Frauen

Das Misstrauen führte zu sehr lustigen Situationen: Zur Produktionszeit übernachteten Ko und ich immer im Elternhaus der Ricks, in dem sich auch das Studio befand. An einem Sonntag gaben wir vor, frühzeitig aus dem Studio abhauen zu müssen. Unsere Begründung hierfür war fadenscheinig. Die Ricks fuhren uns sogar noch nach Euskirchen, weil sie eh noch "was zu tun" hatten. An der Hauptstraße, die rechts in Richtung Münstereifel und links in Richtung Bonn ging, stellten wir uns trampend in Fahrtrichtung Münstereifel, bis die Ricks außer Sichtweite waren. Dann wechselten wir die Straßenseite und trampten in Rekordzeit nach Bonn auf eine Plattenbörse. Dort angekommen erwarteten uns völlig unüberrascht die beiden, Future Rock brachte nur den Spruch: "Ah, da seid ihr ja endlich. Wir dachten schon, ihr kommt gar nicht mehr."

Ich glaube, dass dieses Sample-Phänomen als Katalysator ganz gut widerspiegelt, wie die Gruppe zueinander stand. Es gab aber verschiedene Faktoren, warum die Crew LSD eher eine fruchtbare Zweckgemeinschaft war, mit HipHop als Schnittmenge und Motor, als ein freundschaftlicher Zusammenhalt. Zwischenmenschlich war da so einiges im Argen, symptomatisch das Cover-Fotoshooting für unser Album "Watch out for the third rail". Das musste unbedingt stattfinden, obwohl ich gerade auf Oberstufenreise war - obwohl die Platte erst ein halbes Jahr später released wurde.

Das führte bei mir schleichend dazu, dass ich die Lust verlor, mich weiterhin innerhalb der Gruppe zu engagieren. Ich fand es außerdem wichtiger, meine Zeit mit Freunden zu verbringen, die nicht unbedingt etwas mit der HipHop-Szene zu tun hatten, dafür aber einen etwas weiteren geistigen Horizont aufwiesen.

Allgemein fand in Deutschland Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre HipHop in der Öffentlichkeit auf der Domplatte, auf Jams oder in kleinen Clubs statt, die zu 95 Prozent von Aktivisten besucht wurden. Das war cool. Irgendwann wurden mir persönlich HipHop-Events aber auch zu unsexy und inzestös. Da waren fast ausschließlich Typen, die nicht tanzten (bis auf die B-Boys natürlich), weil man mit verschränkten Armen in der Ecke stehend halt schlecht tanzen kann. Außerdem war der Anteil von Mädchen auf diesen Partys verschwindend gering.

Heute flüchte ich auf Gigs mit meinem Auflegepartner und Kumpel Scope vor Leuten, die sich mit uns über "die gute alte Zeit" unterhalten wollen. Anfang April 2008 veröffentlichten wir gemeinsam mit allen LSD-Mitgliedern die LP "Watch out for the third rail" als "Instrumental Dope Beat Edition". Die Zusammenarbeit funktionierte sehr gut. Lustig war es dabei zu sehen, wie wir unbeabsichtigt wieder in die alten Rollen schlüpften. Allerdings um einiges entspannter als damals.

Zum Weiterhören:

LSD: "Watch out for the third rail". Melting Pot Music, 2008.

Die CD erhalten Sie im SPIEGEL-Shop.


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insgesamt 4 Beiträge
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1.
Ron Krickhahn 09.08.2008
Guten Abend, Zitat: "Anfang der Neunziger veröffentlichte Phillip Wohlleben mit seiner HipHop-Combo LSD Deutschlands erstes Rap-Album." Der Hinweis sei erlaubt und hiermit zur Diskussion gestellt, dass da andere genau so schnell (oder sogar schneller?) waren: http://www.electric-beat-crew.de --> Look Backward --> Revolution Amiga EP '89, LP '90 Gruß!
2.
Joachim Vonhaus 10.08.2008
Ach, die Diskussion ist wirklich so alt wie der deutsche Rap & Hip-Hop. Wie wär's mit der Fresh Familee? Oder DJ Derezon? Selbst die Fantastisch Vier halten sich für die Erschaffer des ersten deutschen Hip-Hop-Albums. Eigentlich eine vollkommen einfach Angelegenheit: Attribute finden, damit jeder irgendwie erster war. Die ersten türkisch-deutschen, kommerziellen, auf internationalem Niveau, etc.pp.
3.
Peter Schmitz 12.08.2008
>Guten Abend, > >Zitat: "Anfang der Neunziger veröffentlichte Phillip Wohlleben mit seiner HipHop-Combo LSD Deutschlands erstes Rap-Album." > >Der Hinweis sei erlaubt und hiermit zur Diskussion gestellt, dass da andere genau so schnell (oder sogar schneller?) waren: http://www.electric-beat-crew.de --> Look Backward --> Revolution Amiga > >EP '89, LP '90 > >Gruß! > Hallo, Es geht hier um Fakten. Fakt ist das die LSD "Competent" EP damals (1989) große Wellen geschlagen hatte und der deutschen Rap Musik Szene einen großen Schub gegeben. Die erwähnte "Electric Beat Crew" EP hatte damals, trotz enger Szene-Vernetzung fast niemand wahrgenommen. Und im Vergleich zur LSD EP war diese auch allein Aufgrund des doch recht billigen Synthie Sound nicht in der gleichen Liga anzusiedeln. Hier ein Zitat des LSD Artikels: "Anfang der Neunziger veröffentlichte Phillip Wohlleben mit seiner Hip Hop-Combo LSD Deutschlands erstes Rap Album" Das wichtige Detail liegt im Wort "veröffentlichte". Auf der Electric Beat Crew Website steht hingegen: " Electric Beat Crew....Das Material wurde jedoch aufgrund der Ereignisse 1990 nie im Handel vertrieben" Wie kann dies also das erste Rap Album in Deutschland gewesen sein, wenn es nie veröffentlicht wurde? Man muß bei den Fakten bleiben. Unveröffentlichte Songs (und somit eventuell auch ein potentielles Album) hat schließlich jede Schülerband in der Schublade. LSD "Watch out for the third Rail" ist und war das erste Rap Album aus Deutschland. Da hilft auch kein betteln und schreien ;-)
4.
rap history 26.08.2008
Auszug aus einem Artikel im DEAD Magazine Ausgabe 5 "Nun ja, selber behaupten die Akteure von LSD sogar, dass es sich hier generell um das erste deutsche HipHop-Album handelt. Das sollte man jetzt gleich mal berichtigen. Das erste Rapalbum aus der Bundesrepublik war wohl das musikalisch und kulturell eher unbedeutende Werk von Luxster, "Radio-Active" von 1984 (wer Gegenvorschläge hat, bitte EMail an die Redaktion!). Luxster, allem Anschein nach ein in Deutschland stationierter GI, nahm damals mehrere, eher discolastige Raptracks mit einer deutschen Funk-Band auf. Ebenfalls nicht zu vergessen ist der begehrte Electro- HipHop Klassiker von The Alliance (It's Time, 1989 auf Fresh Line) und das wohl erste primär auf Samples basierende deutsche Rapalbum von den Young Guns (a.k.a. DJ Derezon und MC Rodski) namens "Hyped Up" (1989, Imperial Nation; immerhin mit 8 Tracks, aufgrund von drei zusätzlichen Instrumentalen aber oft als EP deklariert). All diesen nerdigen Kleinigkeiten zum Trotz, war "WOFTTR" aber wohl das Beste von den Ersten und kann zurecht als Meilenstein betrachtet werden. Das kann man den Kölner Jungs nicht nehmen." www.raphistory.net
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