Hits und ihre Hintergründe Menschelndes zum Mitgrölen

Hits und ihre Hintergründe: Menschelndes zum Mitgrölen Fotos
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Amokläufe, Fensterstürze, brennende Konzerthallen: Hinter den Texten mancher Pop-Klassiker stehen keineswegs Phantastereien von Musikern im Drogenrausch - viele beruhen auf realen Ereignissen. einestages erzählt die wahren Geschichten hinter den Hits. Von Ariane Stürmer und Benjamin Maack

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Hand aufs Herz. Die Aussage der meisten Rock- und Pophymnen lässt sich nicht nur auf einem Bierdeckel zusammenfassen - wahrscheinlich wurden die Texte sogar auf einem verfasst. Zeilen wie "Life is Life - nanananana / Labadadab dab dab life - nanananana" von der Band Opus oder "You're no good, can't you see Brother Louie, Louie, Louie" von Modern Talking müssten eigentlich Ohren zum Bluten und Hirne zum Implodieren bringen.

Aber wer hört schon genau hin, was die Bands da so von sich geben? Hauptsache, der Song klingt, und der Refrain knallt. Doch es gibt auch Texte, die mehr sind als der das Blabla zur Gesangsmeldodie: Deep Purple besingen in "Smoke on the Water" ein echtes Unglück, die Inspiration für den Stones-Hit "Sympathy For The Devil" kam aus der russischen Literatur, und Billy Idol fand den Titel seines Songs "Rebel Yell" praktisch auf dem Grund eines Whiskyglases.

Der am meisten missverstandene Song der Popgeschichte ist wohl die Wochenanfangs-Hymne "I Don't Like Mondays". Wer ahnt bei dieser eingängig-lieblichen Melodie schon, dass das Lied ursprünglich nicht geschrieben wurde, um die Besitzer von Radioweckern Montagmorgens in aller Frühe sanft aus dem Schlaf zu nudeln? Ganz im Gegenteil. Jedem, der genau hinhört, dürfte der Song eher Alpträume bescheren. Der Hit der Boomtown Rats handelt von dem grausamen Schulmassaker an der Grover Cleveland Grundschule in San Diego, Kalifornien, das am 29. Januar 1979 die ganze Welt erschütterte.

An diesem Montagmorgen um 8.30 Uhr hatte die gerade 16-jährige Brenda Ann Spencer von ihrem Schlafzimmerfenster aus auf eine Gruppe Grundschüler angelegt. Das halbautomatische Gewehr hatte sie kurz zuvor von ihrem Vater zu Weihnachten bekommen. Spencer verletzte acht Schulkinder und einen Polizisten. Den Schulleiter und den Hausmeister traf sie tödlich. Während der Schießerei wurde die Schützin von einem Journalisten angerufen, der sie nach dem Grund für ihre Tat fragte. Die erschütternde Antwort des Mädchens lautete: "I don't like mondays."


einestages hat die Entstehungsgeschichten von Hits, die jeder kennt, zusammengetragen. So kann man beim nächsten Disco-, Oktoberfest- oder Kneipenbesuch nicht nur den Refrain mitgrölen, sondern auch gleich die skurrile, witzige oder auch traurige Hintergrundstory erzählen.

Ihnen fehlt eine spannende Anekdote, die sich hinter einem Klassiker der Popmusik verbirgt? Fügen Sie einfach der Fotostrecke ein Bild hinzu.


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1.
Richard Streck 25.10.2008
Bitte übersetzen Sie doch "Flare Gun" korrekt mit "Signalpistole"... - dann bekommt auch der Originaltext mehr Substanz, denn sowas hatte schnell mal einer in der Tasche (Gaspistole mit Signalaufsatz) - trotzdem danke für den Artikel
2.
Daniel Heinen 27.10.2008
...dazu passend wäre es nett, auch den Titel "Sympathy for the Devil" korrekt zu übersetzen. Denn in dem Song hat man hier eher Mitleid (engl. sympathy) als Sympathie übrig... Ein typischer false friend halt. Ansonsten schliesse ich mich meinem Vorredner an. Netter Beitrag, danke.
3.
Ulf Ritgen 27.10.2008
Wenn schon (völlig berechtigt) auf Übersetzungsfehler hingewiesen wird, sei auch angemerkt, dass "Sympathy" einer der hinterhältigsten "falschen Freunde" der englischen Sprache ist: Die korrekte Übertragung wäre eben nicht 'Sympathie', sondern vielmehr "Mitgefühl" - und DAS gibt dem Text doch gleich einen anderen Sinn, oder nicht? Abgesehen davon: Vielen Dank dafür, dass auf diese Weise ein wenig das 'Nachdenken' oder zumindest das 'Zuhören' auch bei fremdsprachlichen Liedertexten gefördert wird. Ich vermisse allerdings doch sehr einen der größten "Karnevals-Hits" unserer Zeit: Wirklich JEDER singt mit, wenn Frank Zappa sein "Bobby brown (goes down)" anstimmt, und wenn man die fröhlichen Sänger anschließend darauf hinweist, WAS sie da gerade gesungen haben, sind die Mienen oft erstaunlich ... verdutzt. (Ich habe aber vollstes Verständnis dafür, dass das Thema dieses Liedes vielleicht doch nicht ganz "SpiegelOnline-kompatibel" ist ...)
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