Irak-Reportage aus dem Jahr 2003 Das letzte Gefecht

Saddam Hussein versprach Amerika einen langen Krieg und war nach drei Wochen geschlagen. Wo war Iraks Streitmacht im April 2003? Ullrich Fichtner traf Saddams letzten Mann in Tikrit - eine preisgekrönte Reportage, wiederentdeckt zum 70. SPIEGEL-Geburtstag.

7. April 2003: Einmarsch der US-Truppen in Bagdad
AP

7. April 2003: Einmarsch der US-Truppen in Bagdad


Diese Reportage aus dem SPIEGEL, Ausgabe 20/2003, gewann 2004 den 1. Egon-Erwin Kisch-Preis.


Als die Amerikaner beginnen, "Selbstmord an den Mauern Bagdads" zu begehen, tritt Abu Muschs Kompanie der Republikanischen Garde 180 Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt zum Frühsport an. Es ist der 6. April, die Truppe steht um 7.30 Uhr im Hof der Hauptkaserne von Tikrit, Saddams und Saladins Heimatstadt, klein liegt der Ort unter einem großen Himmel in flacher Steppe bis zum Horizont.

"So war es", sagt Abu Musch (Name von der Redaktion geändert). Er sitzt einen halben Monat danach in seinem Wohnzimmer, umgeben von Brüdern, Neffen, Cousins und seinen drei Töchtern. Abu Musch war in Tikrit Saddams letzter Mann. Er kennt die Geschichte vom amerikanischen Sieg, der eigentlich den Irakern gehört. "So war es", sagt er, zieht eine neue "Pine" aus der blauen Zigarettenschachtel, reißt ein Streichholz an und erzählt: "So war dieser Krieg."

Tikrit, am 6. April, ist halb leer und leert sich weiter. Die Bürger unter Waffen, Saddams Elite, 20000 Mann Spezialkräfte, Garde, Palastwachen sind schon seit Wochen abkommandiert zur Verteidigung Bagdads. Jetzt ziehen die Einwohner, noch einmal 20000, 25000 Menschen, in Scharen aufs Land in die umliegenden Dörfer.

Hochgepackte Autos durchrollen die Hauptstraßen, vorbei an den Mauern des Paradeplatzes, vorbei an gemalten Parolen in blassem Grün und Rot: "Saddam und die Baath-Partei, immer voran für das irakische Volk", "Saddams Geburtstag ist der Geburtstag des arabischen Volkes", "Saddams Geburtstag ist der Geburtstag des Friedens". Das stimmt schon lange nicht mehr.

Fotostrecke

8  Bilder
Schlüsselmomente im Irakkrieg 2003: Der Kreuzzug

Abu Muschs Kompanie hat 270 Mann, befehligt von 30 Offizieren. Die Einheit verfügt über sieben Luftabwehrkanonen Kaliber 57 Millimeter, sechs sowjetische BTR-60-Schützenpanzer, sechs alte Artilleriegeschütze, 300 AK-47-Sturmgewehre, dazu Jeeps und einen Ambulanzwagen. Drei solcher Kompanien sind ausersehen, Tikrit, die Heimatstadt Saddams und Saladins, zu verteidigen. 900 Mann gegen Amerika.

"So war es", sagt Abu Musch mit müdem Gesicht, das ihn älter macht als seine 42 Jahre, seine Rede wird unterbrochen, fortlaufend, von den Kommentaren der Brüder, Neffen und Cousins, die über die Benzinknappheit im Land reden wollen, über die Stromausfälle, über den Hochmut der Amerikaner. Der Krieg ist noch warm in Tikrit. "Aber wir haben unseren Feind ja nie gesehen", sagt Abu Musch. Zigarettenasche fällt auf sein linkes Hosenbein.

Der Krieg ist sein Handwerk, Saddam sein Führer

Am Nachmittag des 6. April reißt die Telefonkette nach Bagdad. Der Generalstab im Hauptquartier ist nicht mehr zu bekommen. Abu Musch, Vizekommandeur der Kompanie im Rang eines Majors, auf der Schulter einen Streifen und einen Stern, schaut seinen Männern abends beim Volleyball zu.

Wochenlang haben sie den Häuserkampf in ihren Manövern geübt. Ende März rückten sie dreimal aus, um den Landkrieg in der Steppe zu trainieren. Abu Musch findet, dass seine Leute 100-prozentig auf alles Kommende vorbereitet sind, 100-prozentig. Er hat keine Angst. Er ist Soldat seit 16 Jahren. Der Krieg ist sein Handwerk. Saddam Hussein al-Tikriti ist sein Führer.

Der 7. April und der 8. werden allen sehr lang. Die Routine füllt die Tage nicht mehr aus. Morgenappell um 6, Antreten um 7, Sport um 7.30, Waffenübungen ab 8 Uhr. Gewehr zerlegen und wieder zusammensetzen. Dann politische Bildung, Frühstück, Lagebesprechung der Offiziere. Im Fernsehen sagen sie, Amerikaner und Briten seien lachhaft unterlegen. Der Aufmarsch der Feinde versinke im Sand. Von Sieg zu Sieg eile Iraks ruhmreiche Armee. Aber am Morgen des 9. April zeigen die Fernseher in Tikrit nur noch ein Standbild.

"Das war kein gutes Zeichen", sagt Abu Musch. Auf seinem Wohnzimmerschrank, der eine ganze Wand des Raums füllt, stehen Pudel aus Porzellan, Pralinenschmuckdosen, Plastikblumen, Familienbilder. Ein Foto zeigt einen Onkel beim Händeschütteln mit Saddam. "Wir waren ohne Befehle, ohne Nachrichten, wir waren unruhig", sagt Abu Musch.

Der Regionalkommandeur, ein General, seit Ausfall der Telefone direkter Oberbefehlshaber, schickt per Auto einen Kurier nach Tikrit mit der Order, die Kompanie in Gefechtszustand zu versetzen und vor die Tore der Stadt zu verlegen, um jeden anrückenden Invasor zurückzuschlagen.

Abu Musch bellt die nötigen Befehle. Die Mannschaft packt. Verlegung der Kompanie mit allem Gerät am 10. April, von 6 Uhr morgens an. Aber die Nacht ist schon zwei Stunden früher vorbei. Der Krieg in Tikrit beginnt um 4 Uhr.

"Wir haben unseren Feind nie gesehen"

Der unsichtbare Feind belegt die Stadt mit furchtbarem Feuer, über die Steppe geht ein Sturm, aus dem Himmel fallen Bomben, schleudern Raketen, pausenlos, tonnenweise.

Es trifft, Schlag auf Schlag, das Haus der Geheimdienstzentrale, das Haus der Polizei, das Haus der Staatssicherheit, es trifft das Tikrit-Hotel mit seinen korinthischen Säulen, es trifft die Telefonzentrale, den Haupttrakt des Saddam-Museums, die Militärschule, es trifft Kasernen, Militäranlagen, einzelne Luftabwehrstellungen.

Abu Musch trifft es nicht. Abu Muschs Kompanie bleibt verschont in sechs Stunden Angriffswelle, keine Bombe, kein Tomahawk findet die 300 Männer der Republikanischen Garde. Eilig verlegt sich die Kompanie nach Süden. Sie zieht vorbei am Portal von Saddams Faruk-Palast, das zwei große Reiterstandbilder des Führers trägt, vorbei am Monumentalgrab von Saddams Vater Hussein Madschid, das rechts der Straße wie eine Süßigkeit aus gefärbtem Zucker 30 Meter in den Himmel zeigt.

AK-47-Sturmgewehre: US-Soldaten beschlagnahmten und zerstörten Hunderte von Kalschnikows
AP

AK-47-Sturmgewehre: US-Soldaten beschlagnahmten und zerstörten Hunderte von Kalschnikows

Die Offiziere fragen sich: Wo bleibt die irakische Luftwaffe? Ist Bagdad schon gefallen? Ist Saddam noch mit ihnen? Die Kompanie ist kleiner geworden. Drei Dutzend sind in der Nacht von der Fahne gegangen. Die Soldaten verlieren darüber kein Wort. Sie bauen ihr Lager.

Ein paar Kilometer vor Tikrit ziehen sie Luftschutzgräben in die hart gebrannte Erde, die Kanten bewehren sie mit einer doppelten Lage Sandsäcke. In den Erdfurchen, eine Armspanne breit, kann ein Mann so stehen, dass nur noch sein Kopf über die Bodenlinie ragt. Dies wird kein Häuserkampf. Ein Landkrieg, vielleicht. Sie stellen die Zelte weit voneinander auf und noch weiter weg die Panzer. Am Abend des 10. fliegt der Feind neue Angriffe. Die Soldaten hocken im Graben, die Hände über dem Helm.

"Wir haben unseren Feind nie gesehen", sagt Abu Musch, als suchte er ihn immer noch. Der ganze Mann sitzt nach links in den Sessel gelehnt wie ein Schrägstrich, ein Teeglas in der Hand. "Es war ein Krieg ohne Feind."

Abwarten und Tee trinken

Am 11. sind sie, ohne Offiziere und ohne dass ein Einziger von ihnen gefallen wäre, nur noch ungefähr 200 Mann. Sie kochen sich Tee. Abu Musch überwacht das Verbot des Kartenspielens im Feld. Sie warten. Sie trinken Tee. Warten. Trinken Tee. Bis der Nächste "Alarm" brüllt, weil sich der Himmel mit leisem Summen füllt. Dann stürzen sie in ihre Gräben zurück. Die Erde bebt. Kein Feind zu sehen.

Im Süden, von wo er kommen müsste, nur Horizont. Kein Amerikaner. Kein Brite. Nicht am 11., nicht am 12. April. Und kein Funkkontakt zu den anderen Einheiten, die Tikrit, Saddams und Saladins Heimatstadt, verteidigen. Abu Musch denkt bei sich, länger schon, eigentlich seit dem Tag, als das Bild im Fernseher stand: Game over.

Fotostrecke

12  Bilder
Titelbilder: SPIEGEL-Titel - die besten Cover des sechsten Jahrzehnts

"Aber ich bin Soldat", sagt der Major im erzwungenen Ruhestand. Er geht herum und bietet auf dünnen Beinen ringsum Zigaretten an, er ruft die Frauen in der Küche nach neuem Tee. "Ich hatte die Verantwortung für meine Männer", sagt er, "alles Leute um die 20 Jahre, gute Männer."

Vor ihnen streckt sich in all den Tagen die Steppe, eine Fläche aus Ocker, eine Landschaft ohne Eigenschaften, bis zum Horizont. Hinter ihnen duckt sich Tikrit, die kleine Stadt, voll gebaut mit 16 privaten Palästen des Führers, ausstaffiert mit Schwimmbädern, goldenen Armaturen, Musikzimmern, Bibliotheken, ausgestattet mit Küchen, Wäschereien, langen Schlafzimmerfluchten und geheimen Geldschränken. Es geht um viel bei der Verteidigung Tikrits.

13. April, ein 40-jähriger Offizier macht seinen Zug verrückt, er weint vor seinen Männern, ihm gehen die Nerven durch aus Angst um seine Familie in Bagdad. Er fragt herum, was den Seinen zugestoßen sein mag, er verflucht die Amerikaner und den ganzen Krieg. Seine Soldaten versuchen ihn zu beruhigen, einen Offizier der gefürchteten Republikanischen Garde. Dazwischen immer neue Bombenwellen.

Die Garden stehlen sich davon

Am nächsten Tag, 14. April, sind die Verteidiger Tikrits, obwohl niemand getötet wird, nur noch 25 Offiziere und höchstens 140 Mann. Die Garden, die den Eid schworen, bei all ihrem Tun Allah, die Revolution und das Land "bis zum letzten Tropfen ihres Blutes" zu verteidigen, werfen die Gewehre hin. Sie stehlen sich davon, in der Nacht, Raketenbeschuss hin oder her.

Am 15. sind sie, Offiziere und Mannschaft, noch 45. Seit dem Vortag geht in den Gräben Gerede um. Bagdad sei gefallen, Saddam tot, der ganze Krieg längst verloren. Irak in der Hand des Feinds. Die Offiziere sind machtlos dagegen.

US-Truppen vor Tikrit, Flüchtlinge (15. April 2003): In Scharen aufs Land
AP

US-Truppen vor Tikrit, Flüchtlinge (15. April 2003): In Scharen aufs Land

"Was sollten wir glauben?", fragt Abu Musch mit leeren Augen, die keine Antwort erwarten. Er raucht. Er will jetzt, nach dem Krieg, "etwas mit Computern" machen. Ein 286er-PC steht verstaubt auf einem Beistelltisch. Abu Musch springt durch sein inneres Kriegstagebuch, blättert vor und zurück und vor, er sortiert beim Reden die Widersprüche seines Kriegs mit den Amerikanern. "Was sollten wir tun? Was konnten wir machen?"

Am Vormittag des 16. April zählt die Stellung innerhalb von zwei Stunden 45 Einschläge. Jetzt müssen die Amerikaner, die Briten irgendwo in der Nähe sein. Dies sind keine Bomben aus dem Himmel. Dies sind Boden-Boden-Raketen, teils gewöhnliche Artillerie. Granaten. Niemand aus Abu Muschs Truppe ist verletzt oder stirbt. Wann wird die Infanterie des Feindes anrücken?

Der Regionalkommandeur, der General, fährt am Nachmittag im Dienstwagen die Stellungen ab. Er gibt keine Auskunft über die Lage. Ja, ja, auch die anderen beiden Kompanien stünden noch ein für Tikrit. Die Amerikaner? Es sei mit ihrer Ankunft jetzt bald zu rechnen. Bagdad? Möge Allah beschützen. Der General befiehlt Abu Muschs Leuten, 45 Mann, ihre Position aufzugeben und sich näher an der Stadt neu aufzustellen. Die Truppe ist erleichtert.

Die Kompanie schmilzt - und Game over

Sie packen. Sie sagen, am Abend des 16.: "Wir könnten doch nach Hause gehen und nachsehen, ob alle noch leben." - "Wir könnten sehen, ob unsere Häuser noch stehen." - "Wir könnten eine Dusche nehmen!" - "Etwas Gutes zu essen holen!" So gehen die Männer auseinander. Fest verabredet, sich am neuen Standort wiederzusehen. Verschworen, dem Feind nicht freies Feld zu überlassen. Vereidigt, Gott, Revolution und das Land zu verteidigen.

Am Morgen des 17. sind sie noch 14. Abu Musch, der Vize, ein Major, ist jetzt der ranghöchste Offizier. Der Kompaniechef, ein Oberstleutnant, ist nicht mehr zum Dienst erschienen. Nördlich von Tikrit, unsichtbar für sein Dutzend Republikanischer Gardisten, unerreichbar ohnehin, landen amerikanische Fallschirmjäger. Der Feind nimmt Position am Rand der Heimatstadt Saladins und Saddams. Er zieht einen Ring um Tikrit.

Jetzt, nach einer Woche Geisterkrieg, bekommt Abu Musch zum ersten Mal eine sichtbare Ahnung vom Feind. Über der Steppe im Süden stehen Staubwolken. Sie kommen auf mehreren Kilometern Breite. Es müssen sehr viele sein. Zwischen ihnen und Tikrit steht der Major mit 14 Mann.

Visual Story zum SPIEGEL-Jubiläum

Er und seine Leute wissen nicht, dass einer der vier großen Scheichs der Region den Amerikanern mit weißer Fahne am Auto entgegenfährt. Er will die Stadt kampflos übergeben. Tikrit kapituliert ohne Wissen seiner Verteidiger und ohne dass sie einen einzigen Schuss auf den Feind abgefeuert haben.

Die Kompanie der Republikanischen Garde schmilzt weiter. Im Laufe des Tages sind sie bald nur noch ein Dutzend. Dann zehn Mann, dann acht. Abu Musch versucht nicht mehr, die Leute aufzuhalten. Game over. Das Spiel ist aus.

"Es war nicht mehr die Stunde für Heldentaten", sagt Abu Musch. Er verjagt Fliegen aus seinem Gesicht, er befiehlt einem Cousin, den Gästen kaltes Wasser nachzuschenken. "Es war nichts mehr zu verteidigen", sagt er nach drei Stunden Erzählung in der dunklen Wohnstube, "es war doch nur noch alles zu verlieren, nicht wahr?"

Am Nachmittag des 17. ist er allein. Saddams letzter Mann in Tikrit. Die Amerikaner nehmen die Stadt ein. Sie brauchen dafür keine Panzer, keine Abrams, keine Bradleys. Aus dem Lager der Fallschirmjäger wird im Laufe des 17. eine Basis. Ohne Widerstand rückt Infanterie nach in die Stadt.

"Blitzkrieg Bop" steht an den US-Panzern

Sie besetzen den zentralen Festplatz und bauen ihn aus zur Kommandostellung in Tikrit, Saddams und Saladins Heimatstadt. An den Wänden steht: "Saddams Geburtstag ist der Geburtstag des irakischen Volkes." An den Panzerfahrzeugen der Amerikaner steht, in Schablonenbuchstaben: "Blitzkrieg Bop".

Abu Musch ist allein. Vor ihm erstreckt sich die Steppe. Hinter ihm duckt sich Tikrit, voll gebaut mit 16 Palästen des Führers. Abu Musch erwägt die Lage. Er sagt sich: Tikrit zu halten bedeutet nicht, den Krieg zu gewinnen. Er fragt sich, warum er mit seinen Männern den Häuserkampf geübt hat, wochenlang, auf Befehl von ganz oben, auf Geheiß von Saddam. Er fragt sich, warum sie Ende März dreimal ausrückten, um den Landkrieg zu üben.

Irakischer Vater (Ende April 2003): "Auch Saddam hat gesagt, das Wichtigste sind eure Familien"
REUTERS

Irakischer Vater (Ende April 2003): "Auch Saddam hat gesagt, das Wichtigste sind eure Familien"

Es wird sechs Uhr abends am 17. April, im Licht der sinkenden Sonne geht Abu Musch in der verlassenen Stellung herum und zerstört die Kalaschnikows, um sie nicht dem Feind zu überlassen.

"Jetzt denke ich, dass die Flucht meiner Männer richtig war", sagt Abu Musch. "Auch Saddam hat gesagt, das Wichtigste sind eure Familien. Also war es gut, nach Hause zu gehen." Stimmengewirr der Brüder, Neffen, Cousins. Manche im Wohnzimmer meinen, die Soldaten seien gar nicht desertiert. Sie hätten, jawohl, gegen Saddam protestiert. Abu Musch stimmt zu. "Wenn sie Saddam noch geliebt hätten", sagt er, "wäre der Krieg niemals so schnell zu Ende gegangen, niemals. Dann würden wir immer noch kämpfen, monatelang."

Am 17. aber steht Abu Musch allein auf weiter Flur. Er sieht sich um. Einen Dienstwagen hat er nicht mehr. Sein Fahrer ist mit dem Auto schon zwei Tage zuvor getürmt, alle anderen Fahrzeuge, bis auf eines, sind fortgefahren oder von Raketen zerschlagen. Nur der Ambulanzwagen bleibt noch. Der Schlüssel steckt. Jetzt gibt Abu Musch auf, auch er, Saddams letzter Mann.

Setzt sich ans Lenkrad.
Fährt heim.
"So war es", sagt er.

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Arnold Micko, 02.02.2017
1.
so, und jetzt haben wir das Chaos http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/saddams-warnungen/story/26122524
Mario Veygel, 02.02.2017
2. nach drei Wochen geschlagen
Und nach nunmehr fast 14 Jahren ist immer noch nicht Frieden im Irak.
frank loescher, 02.02.2017
3. Eine schöne
Beschreibung für einen Krieg gegen jegliches Völkerrecht der auf Lügen basierte und Hunderttausende Tote zur Folge hatte!
Reinhard Kupke, 02.02.2017
4. Was soll der Artikel uns zeigen
ganz gewiss, sie wären ja so mutig gewesen, wenn man sie gelassen hätte. Die irakische Armee im allgemeinen und die republikanischen Garden im besonderen waren stark wenn es gegen die eigene unbewaffnete Bevölkerung ging. Im Krieg mit Iran haben sie nichts gerissen, gegen USA und GB sind sie so schnell gelaufen wie sie nur konnten und als der IS kam, haben sie divisionsweise ihre Waffen weggeworfen und sind geflitzt. Aber jetzt aufplustern "Im Felde unbesiegt". Was für eine lächerliche Figur. Ich muss unwillkürlich an "comical Ali" denken, der damals jeden Tag im irakischen Fernsehen getönt hat, wie sie die Amerikaner in ihrem eigenen Blut ersaufen lassen wollen. Von ähnlichem, wenn auch kleinerem, Kaliber ist dieser Typ hier.
Tim Palim, 02.02.2017
5. Erst Freund dann Feind
Der Umgang der Bevölkerung mit den Emotionen die durch 9/11 ausgelöst wurden, erinnert stark an die Zeit nach Pearl Harbor. Ein traumatisierter Zustand der Welt-Bevölkerung wird dazu ausgenutzt sie blind in einen „Krieges gegen den Terror“ mit zu ziehen. Die USA und sein Verbündeter Großbritannien, nutzten den Moment aus, um eine Allianz gegen das „Böse“ zu schmieden und einen „Globalen Krieg gegen den Terror“ auszurufen. Welche schließlich mit der Bombardierung Afghanistans und mit dem Krieg im Irak seinen Lauf nahm. Staaten aus der gesamten Welt sprachen ihre uneingeschränkte Solidarität den USA gegenüber aus, welche als unmittelbarere Reaktion auf die Anschläge galt. Kanzler Schröder verlies in seiner Regierungserklärung am Tag nach 9/11, die Anschläge seien "gegen uns alle gerichtet", eine Kriegserklärung gegen die gesamte zivilisierte Welt". Peter Struck meinte sogar "Heute sind wir alle Amerikaner.“ Dabei Unterstützte Bush Senior Saddam gegen den Iran, lieferte ihm Massenvernichtungswaffen, Petrodollars und alles was sich ein Diktator nur so wünscht. 2003 wurde der Freund dann zum Feind erklärt und hingerichtet. In dem Buch "Die Lügen Geschichte | Wer die Welt wirklich regiert" werden die Hintergrunde von allen drei Golfkriegen hinterleuchtet. Sollte jeder mal gelesen haben, der sich für Kriegslügen und globale Kriegsführung interessiert: https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_2?__mk_de_DE=ÅMŎÕÑ&url=search-alias=aps&field-keywords=aybirdi
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.