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Kriegsreporter in Irak 1991 "Es gibt tausend gute Gründe, seine Heimat zu verlassen"

Reporter im Irak: Die Lüge vom sauberen Krieg Fotos
Gerhard Kromschröder

Er dokumentierte, was die Militärs verschwiegen: Als am 17. Januar 1991 die alliierten Luftangriffe auf den Irak begannen, erhielt Gerhard Kromschröder als einziger deutscher Printjournalist ein Visum für Bagdad. Ansichten eines Kriegsreporters. Von

Zur Person
  • Gerhard Kromschröder, Jahrgang 1941, erlebte als Kind die Bombennächte in seiner Heimatstadt Frankfurt. Aufsehen erregte er mit seinen Rollenreportagen, für die er sich unter anderem als Neonazi, Türke oder Rocker ausgab. Er war stellvertretender Chefredakteur und Art Director der Satire-Zeitschrift "Pardon". Beim "Stern" arbeitete er ab 1979 als Reporter, später als Nahost-Korrespondent. Seit 1992 ist er als freier Journalist und Medienberater tätig.
Die drei Kinder sitzen auf einem Betonbrocken und blicken ins Leere. Um sie herum ein Gewirr aus Stahl, Geröllhaufen, Staub: die Reste ihres Elternhauses. Die kleine Aishe, ihre Brüder Mohammed und Khalil sind über Nacht zu Vollwaisen geworden. Eine Bombe hat ihr Zuhause zerfetzt, Vater und Mutter in den Tod gerissen. Die Kinder haben bei ihrer Tante geschlafen. Deshalb überlebten sie.

Was wohl aus Aishe, Mohammed und Khalil geworden ist? Ob sie den Krieg um Kuwait 1991 überlebt haben? Den Irakkrieg 2003? Vielleicht sind auch sie geflohen, vielleicht laufen sie in diesem Moment sogar da draußen rum, im kalten, von einer dünnen Schneedecke überzogenen Hamburg. Gerhard Kromschröder weiß es nicht.

Nachdenklich blickt der 74-Jährige aus dem Fenster seiner Altbauwohnung und krault Luzie, eine alte Welsh-Terrier-Dame. Er hat keine Ahnung, welches Schicksal die drei Kinder ereilte, die er damals in Bagdad fotografierte: "Ich weiß nur, was Krieg bedeutet. Was er mit Menschen macht. Und warum es tausend gute Gründe gibt, sein Land zu verlassen."

Kein Licht, kein Benzin, kein fließendes Wasser

Als einzigem deutschen Printjournalisten war es dem damaligen "Stern"-Auslandskorrespondenten Anfang 1991 gelungen, ein Visum für Bagdad zu bekommen. Er überzeugte seine wenig begeisterte Frau mit dem Argument: "Stell dir vor, niemand hätte aus Vietnam berichtet!"

Zwei Wochen nach Kriegsbeginn kam er in der irakischen Hauptstadt an. Da der Fotograf nicht mitreisen durfte, griff Kromschröder selbst zur Kamera. Um das zu dokumentieren, was vor 25 Jahren unter dem Begriff "Kollateralschäden" klinisch-sauber verschleiert wurde: das unendliche Leid der Zivilbevölkerung.

"Krieg ist kein Computerspiel. Krieg ist eine blutrünstige Bestie. 'Kollateralschäden' besitzen Namen und Gesicht. Krieg stinkt", sagt der Mann mit dem Schnurrbart, "nach verkohltem Menschenfleisch." Grillen sei nicht mehr seine Sache, nach jenen Erlebnissen im Irak, so wenig wie Feuerwerk und Silvester-Böllerei.

In Bagdad quartierte sich Kromschröder im Al-Rashid-Hotel ein, im Zentrum einer Metropole, in der nichts mehr ging: Es gab kein elektrisches Licht, kein Benzin, kein fließendes Wasser. Schulen und Firmen waren geschlossen, ganze Straßenzüge lagen in Schutt und Asche.

In den Parks wurden die Bäume abgeholzt und zum Heizen und Kochen verfeuert. Die Menschen schöpften ihr Wasser aus dem schlammigen Tigris, der Bürgermeister warnte vor einer Typhus- und Choleraepidemie. Und immer wieder fielen Bomben auf Bagdad.

Explosionen in Endlosschleife

"Jetzt müsst ihr der Donner und der Blitz des Wüstensturms sein": So schwor General Norman Schwarzkopf, Oberbefehlshaber der alliierten Truppen am Golf, seine Soldaten auf den Krieg ein. Die Luftoffensive startete am 17. Januar 1991, um 3 Uhr Ortszeit. Nachdem Diktator Saddam Hussein im August 1990 Kuwait annektiert hatte, sämtliche Uno-Resolutionen gescheitert und das Rückzugs-Ultimatum verstrichen war. 100.000 Einsätze flog die Anti-Saddam-Koalition nach eigenen Angaben.

Der Überfall: Ein irakischer Soldat lächelt von einem Militärtransporter herunter, der durch die Straßen von Kuwait-Stadt fährt. Am 2. August 1990 marschiert eine Armee des irakischen Diktators Saddam Hussein in den kleinen, aber ölreichen Nachbarstaat Kuwait ein. Die Truppen können fast ungehindert von der Grenze bis in den Süden vordringen.

Der Diktator und seine Geiseln: Am 28. August 1990 erklärt Saddam Hussein das Emirat Kuwait zur 19. irakischen Provinz. Das Foto, ein Standbild aus dem irakischen Staatsfernsehen, zeigt den Diktator mit einer jungen britischen Geisel. Die offizielle Botschaft: Den im Land Eingeschlossenen geschieht kein Leid. Hussein hält nach Ausbruch der Golfkrise Tausende von Ausländern als Faustpfand im Irak fest.

Gegen den Rest der Welt: Anhänger von Saddam Hussein demonstrieren in den Straßen des jordanischen Mafraq (Foto vom 12. August 1990). Sie halten das Konterfei des Diktators in die Luft sowie Plakate, auf denen etwa steht: "Wo war die gesamte freie Welt, als Bush Panama erobert hat?"

Siegesgewiss: Kuwaitische Soldaten fahren auf einem russischen Schützenpanzer durch einen Sandsturm in der Wüste des Nachbarlandes Saudi-Arabien (Foto vom November 1990). Auch wenn sie ihre Waffen wie nach einem siegreichen Gefecht in die Luft strecken: Bis die irakischen Besatzer ihre Heimat Kuwait wieder freigeben, dauert es noch drei Monate.

Operation "Wüstenschild": Nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait beratschlagt US-Präsident George Bush gemeinsam mit dem Staatssekretär für politische Angelegenheiten, Robert Kimmitt (l.), und Verteidigungsminister Dick Cheney (r.) über ein weiteres Vorgehen in der Golfkrise (Foto vom 2. August 1990). Mit insgesamt zwölf Resolutionen versuchen die Vereinten Nationen, den Irak zum Einlenken zu bewegen. Am 6. August verhängt der Uno-Sicherheitsrat ein Wirtschafts-, Finanz- und Militärembargo. Zwei Tage später kündigt Präsident Bush die Truppenentsendung nach Saudi-Arabien an - die Operation "Wüstenschild" beginnt.

Militärisches Muskelspiel: Ein Panzer der US-Armee wird am 14. Oktober 1990 in einem saudi-arabischen Hafen ausgeladen. Seit Beginn der Golfkrise senden die USA und andere Nato-Staaten sowie arabische Länder Truppen und Kriegsgerät in die Region. Mitte Oktober befinden sich mehr als 200.000 US-Soldaten, 15.000 Briten und 11.000 Franzosen im Krisengebiet.

Vom Westen aufgerüstet: Blackhawk- und Apache-Hubschrauber der US-Luftlandeeinheiten proben den Ernstfall in der saudi-arabischen Wüste. Den internationalen Truppen steht eine hochgerüstete irakische Armee gegenüber: Rund eine Million Soldaten zählt sie im August 1990 und besitzt mehr als 500 Kampfflieger - hauptsächlich aus russischen und französischen Arsenalen.

Drohender Giftgaseinsatz: Geschützt vor einem möglichen Giftgaseinsatz der Iraker ist dieser US-Soldat in voller Montur mit Gasmaske (aufgenommen am 23. August 1990 in Saudi-Arabien). Die chemischen Waffen besitzt Saddam Hussein unter anderem dank deutscher Anlagelieferanten.

Die Lage spitzt sich zu: Getarnter Unterstand von US-Soldaten in der Wüste von Saudi-Arabien. Am 29. Oktober bewilligt der Sicherheitsrat militärische Gewalt zur Durchsetzung des Embargos, einen Monat später folgt die Resolution 678: Der Sicherheitsrat stellt Hussein indirekt ein Ultimatum: Entweder der Irak zieht sich bis zum 15. Januar 1991 aus Kuwait zurück - oder es gibt Krieg.

"Donner und Blitz": Am 17. Januar 1991 startet die von den USA geführte Operation "Desert Storm" mit Luftangriffen - das Foto zeigt die Bombardierung Bagdads am frühen Morgen des 18. Januar. Mit den Worten: "Jetzt müsst ihr der Donner und Blitz des Wüstensturms sein", motiviert US-Befehlshaber General Norman Schwarzkopf die Truppen.

Lufthoheit: Ein Verbund US-amerikanischer Jagdflugzeuge des "4th Fighter Wing" überfliegt brennende Ölquellen in Kuwait nach der Operation "Desert Storm". Mit umfangreichen Luftangriffen zerstörte die Koalition unter Führung der Vereinigten Staaten zahlreiche Ziele in der militärischen und zivilen Infrastruktur des Iraks. Der Golfstaat feuerte wiederum Scud-Raketen auf Israel und Saudi-Arabien ab.

Flammenmeer: Gegen Ende des Krieges brennen, wie hier am 12. März 1991, in dem Krisengebiet Hunderte Ölquellen. Die abziehenden irakischen Soldaten setzten die Quellen in Brand und ließen Öl in den persischen Golf abfließen. Eine ökologische Katastrophe, die von der Verwendung uranhaltiger Munition durch die Alliierten noch gesteigert wurde.

Schweres Geschütz: Am 5. März 1991 fährt ein Konvoi US-amerikanischer Panzer über eine Straße von Kuwait Richtung Dhahran in Saudi-Arabien. Zwei Tage zuvor hatten die Kriegsparteien in der Stadt Safwan im Süden des Iraks eine Waffenstillstandsvereinbarung unterzeichnet.

Ausgebrannt: Dieses Bild vom 9. März 1991 zeigt das Wrack eines irakischen Panzers vor brennenden Ölfeldern im Norden Kuwaits. Über 3000 Panzer habe man zerstört, erklärte der Oberkommandiere der US-Truppen, General Norman Schwarzkopf. Das US-Verteidigungsministerium bezifferte die eigenen Verluste auf knapp 400 getötete Soldaten, das nicht-staatliche "Project On Defense Alternatives" geht für die Gegenseite von 20.000 bis 26.000 getöteten Soldaten und über 3500 Zivilisten aus. Die genauen Opferzahlen sind über 20 Jahre nach dem Krieg aber immer noch stark umstritten.

Flagge zeigen: Zwei irakische Soldaten ergeben sich am 25. Februar 1991, dem zweiten Tag der Bodenoffensive, mit weißer Flagge ägyptischen Einheiten. Die irakischen Einheiten begannen in einem langen Konvoi mit dem Abzug aus Kuwait. Die Alliierten bombardierten die Rückzugsbewegung so heftig, dass die Straße, die sie nutzten, unter dem Namen "Highway of Death" bekannt wurde. Am 12. April trat der Waffenstillstand zwischen dem Irak und der internationalen Koalition in Kraft. Der Krieg war offiziell beendet.

In Endlosschleife durchzuckten Blitze den grünstichigen Nachthimmel, zoomten Zielkameras auf Bunker, übersäten Luftaufnahmen, Fadenkreuze und Explosionen die Bildschirme: Der Krieg um Kuwait 1991 war der erste, den die Empfänger des US-Nachrichtensenders CNN live und in Farbe vor dem heimischen Fernseher mitverfolgen konnten.

24 Stunden am Tag gaukelten Videos der Luftangriffe den Menschen eine punktgenaue Operation, einen quasi-chirurgischen Eingriff vor. Mit der Wahrheit, so Kromschröder, hatte das nicht das Geringste zu tun. Die Wahrheit war brutal. Klar wurde das dem Journalisten spätestens, als er am Morgen des 13. Februar auf dem Dach des zerstörten Bunkers im Al-Amiriya-Viertel stand.

Verbrannt, erschlagen, erstickt

Zwei Bomben hatten das Gebäude in der Nacht zuvor getroffen, beißender Qualm drang aus dem Innern. "Ich sah verkohlte Menschenleiber, durch die Hitze auf Kindsgröße geschrumpft", so Kromschröder. Mindestens 400 Frauen, Männer und Kinder waren dort auf einen Schlag gestorben: verbrannt, erschlagen, erstickt. Bei keinem anderen Angriff kamen während des Kuwait-Kriegs 1991 so viele Zivilisten ums Leben wie bei diesem.

Das Pentagon behauptete damals, bei dem Bunker habe es sich um eine militärische Kommandozentrale gehandelt, versehen mit einem Tarnanstrich. Was Kromschröders Fotos widerlegen. Schreiende Angehörige, versteinerte Helfer mit Mundschutz, in Decken eingewickelte, leblose Körper: Minutiös dokumentierte der Reporter das Ausmaß des Schreckens.

Die Kamera half ihm, den Schock zu ertragen. Einem Schutzschild gleich hielt er sie zwischen sich und die Realität: "Ich schrumpfte die grausamen Ereignisse im Sucher auf Fingernagelgröße. Dabei fragte ich mich: Stimmen Belichtungszeit, Blende, Tiefenschärfe?" Ihm gelang es, seine Fotos aus dem zerstörten Bagdad an der Zensur vorbei außer Landes zu schmuggeln. Sie gingen um die Welt.

"Tanz auf dem Vulkan"

Was ihm half, nicht durchzudrehen, war ein Tipp des berühmten US-Krisenreporters Peter Arnett: "Wenn du das hier überstehen willst", habe ihm Arnett damals in Bagdad geraten, "dann achte gefälligst auf dich. Rasiere dich! Wasche deine Hemden! Kontrolliere jenen winzigen Bereich in deinem Leben, über den du noch Herr sein kannst."

Kromschröder beherzigte den Rat Arnetts, auch wenn das nicht einfach war. Nur einmal am Tag, zwischen fünf und sechs Uhr nachmittags, sei für kurze Zeit Wasser im Al-Rashid-Hotel gelaufen. Dann seien alle losgerannt, um eine halbe Badewanne voll zu bekommen. Ansonsten sei im Hotel vor allem gefeiert worden: "Ein Tanz auf dem Vulkan war das. Wir waren schon ziemlich durchgeknallt."

Meist habe man bei Khalil gezecht, einem palästinensischen Kollegen, der damals mit der Reporterin Judy aus Washington in einem Zimmer lebte. Auf dem Fensterbrett: ein Käfig mit den gelben Kanarienvögeln "Scud" und "Patriot". "Die beiden fungierten als Frühwarnsystem. Wenn sie von der Stange fallen, weiß man: Es ist Giftgas in der Luft", sagt Kromschröder. Nachts habe man Zuflucht im Exzess gesucht, um der eigenen Angst zu entrinnen, die schrecklichen Bilder des Tages abzuschütteln.

Warum er überhaupt so nah ran ging, warum er all die Leichen ablichtete? "Ich habe versucht, den Menschen jene Würde zurückzugeben, die sie im Augenblick des Todes nicht mehr hatten. Die Opfer wollen nicht, dass man ihr Leid unterdrückt", so Kromschröder.

Hass auf West-Journalisten

Dankbar war ihm die irakische Bevölkerung für seinen Einsatz nicht: Am Morgen nach der Bombardierung auf den Al-Amiriya-Bunker versuchten aufgebrachte Zivilisten, Kromschröder und andere westliche Reporter zu lynchen. In letzter Sekunde rettete er sich in einen Ladeneingang. "Ein Journalist sitzt nun mal zwischen den Stühlen, das ist Teil des Jobs. Unbequem, aber unerlässlich", sagt er.

Unbequem war der gebürtige Frankfurter immer schon: Bei einer Lokalzeitung in Emsland flog er als Jungredakteur raus, weil er über das KZ Esterwegen schrieb und lästige Fragen stellte. Später recherchierte er unter falscher Identität, als Asylbewerber, Rocker, Nazi. Jahrelang lebte der Vater von vier Kindern unter verdeckter Adresse, ging Risiken ein. Ihm war bewusst, auf was er sich in Bagdad einließ - dennoch traumatisierten ihn die Erlebnisse.

Am 28. Februar 1991, nur vier Tage nach Beginn der alliierten Bodenoffensive, kapitulierten die irakischen Truppen. Hussein war militärisch in die Knie gezwungen, das Land nach den Worten des Uno-Beauftragten Martti Ahtisaari in ein "vorindustrielles Zeitalter" zurückgebombt worden.

Kromschröder reiste zurück nach Deutschland, packte die Fotos in eine Kiste und rührte sie zwölf Jahre lang nicht mehr an. Die alten Negative kramte Kromschröder erst 2003 wieder hervor, als abermals Krieg im Irak herrschte. Nach jahrelanger Abstinenz begann der Reporter wieder mit dem Rauchen.

"Erst 2003 holten mich die Schrecken der damaligen Zeit wirklich ein", sagt er. Der Journalist stellte sich dem Trauma und verarbeitete es auf seine Art: Wochenlang, Tag und Nacht, saß Kromschröder vor dem Fernseher, suchte die Mattscheibe nach alten Bekannten ab, führte Tagebuch.

Heute, 25 Jahre nach seinem Einsatz im Irak, kommt die Erinnerung wieder hoch, formt sich zu konkreten Bildern. Wie jenes der Irakerin, die am Morgen nach einem Bombenangriff in Bagdad durch die Trümmer ihres Hauses läuft und ihre Kinder zum Essen ruft.

Der Schmerz hatte ihr den Verstand geraubt.

Zur Autorin
  • einestages-Redakteurin Katja Iken wurde geboren im Jahr, als die "Watergate-Affäre" ins Rollen kam und der deutsche "Playboy" erstmals die BRD beglückte. Absolventin der Axel-Springer-Journalistenschule, seit 2007 bei einestages. Studierte Geschichte und Romanistik, promovierte in Rom über Feminismus im Ersten Weltkrieg.

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1. Richtiger Artikel zur richtigen Zeit!
Sibylle Owama, 15.01.2016
Und da fragt man sich woher all der Hass auf die westliche Welt kommt... Der Terror aus Nah-Ost ist des Westens Baby. Zum Zeitpunkt der Geschehnisse bin ich in die 5. Klasse gegangen. Die Deutsch-Lehrerin damals hat den Irak dämonisiert und die Amerikaner glorifiziert. Schöne Welt...
2. Diesen Artikel sollte man
Manuel Lisa, 15.01.2016
Herrn Gabriel mal vorlegen, wenn er die nächste Waffenlieferung in den Nahen Osten absegnet. Und allen Zauderern, die den IS gewähren lassen, oder die Talibanbanditen. Die zu bekämpfen hat niemand die Eier. Aber heimlich Flinten dort in verhökern. So gesehen, sind noch viel zu wenig Flüchtlinge hier.
3. Mal übersetzt für Katja Iken:
jochen speck, 15.01.2016
Herr Kromschröder erlebte als Kind die Bombennächte,die Zivilisten den Tod brachten manchmal zehntausenden pro Nacht und Stadt. Die Brandbomben waren so konstruiert,daß sie für die Zivilbevölkerung größtmöglichen Schaden anrichteten. Und nun erinnert er sich vorwurfsvoll, an die Bomben im Irakkrieg/1991.Eine Erinnerung an Schrecknisse von Kriegen ist berechtigt,eine Schuldzuweisung muß differenziert erfolgen und nicht,mal so,mal so,je nachdem es in politische Schablonen paßt.Auch im 2.Irakkrieg berichtete ein Reporter täglich von den Bomben auf Bagdad,im Heimatstudio ließ man dazu ein Ehepaar von den Bombennächten in Hamburg berichten. Ein ZDF-Journalist fragte den Bagdad-Reporter:Steht denn überhaupt noch ein Haus in Bagdad ?Der Reporter aus Bagdad,verlegen: 2 Paläste von Saddam Hussein sind getroffen,das Landwirtschaftsministerium und auch ein Hotel !Nochmal zur Vorbeuge:Berichte über Schrecknisse in Kriegen ,sind legitim und notwendig !
4. Naiv
Markus Döring, 15.01.2016
@Sibylle Owama: Ihr Erklärungsansatz greift genauso zu kurz wie der Ihrer damaligen Lehrerin. Ich war seinerzeit in der 11. Klasse und habe mich als einer der wenigen der von unserer linken Lehrerschaft quasi verordneten "Friedensdemonstration" verweigert. Die Wurzeln des Terrors sind älter und tiefer, als sie glauben. Z.B. hier: http://www.spiegel.de/einestages/anschlag-in-mekka-1979-wie-der-islamistische-terror-begann-a-1070500.html
5. Krieg gegen einen Massenmörder
Richard Kotlarski, 15.01.2016
Was Spon verschweigt, damals hatte Saddam Hussein gerade 100.000 Kurden abgeschlachtet oder vergast und 1,5 Millionen aus ihren Dörfern vertrieben. Und zugleich Kuweit überfallen. Der große Fehler 1991 war nicht der Krieg, sondern Saddam Hussein an der Macht zu lassen. Denn Saddam nutzte dies, um zehntausende Schiiten ermorden zu lassen. Daher rührt der Hass, der heute Schiiten und Sunniten zu unerbittlichen Feinden macht.
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