Mauer-Bilder Grenzgänger mit Kamera

Mauer-Bilder: Grenzgänger mit Kamera Fotos
Karl-Ludwig Lange

Als Soll-Bruch-Stelle hat der Fotograf Karl-Ludwig Lange den Berliner Grenzstreifen porträtiert- zu DDR-Zeiten, 1990 und heute. Die visuelle Zeitreise entlang der Mauer macht deren Irrsinn deutlich - und den Wandel des wiedervereinten Berlin. Von

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In den Sechzigerjahren wurden ganze Straßenzüge entlang des Grenzstreifens abgerissen, zum Beispiel an der Bernauer Straße.

Erst 1968 wurde die sogenannte "Mauer der 3. Generation" aus Beton und mit aufgesetztem Rohr gebaut. Die offizielle DDR-Bezeichnung für diese 3,75 Meter hohe Mauer lautete "Vorderes Sperrelement feindwärts". Vor der Mauer standen Beleuchtungsmasten, dann folgte eine Grenzstreifenstraße, der sogenannte "Kolonnenweg". Dieser Weg ist noch heute vielerorts als betonierte Straße auf dem Mauerstreifen zu sehen.

Panzersperren und Beobachtungstürme sind hingegen fast vollständig verschwunden. An einigen Stellen, wie im bereich des Nordbahnhofs, befinden sich noch teile der rückwärtigen Mauer, die den Grenzstreifen ("Handlungsstreifen") "freundwärts" befestigte.

106 Kilometer Beton-Mauer wurden 1990 abgerissen, über 300 Wachtürme und 127 Kilometer Signal- und Sperrzäune. Nur wenige Reste der Mauer blieben erhalten, etwa an der Bernauer Straße oder an der Mühlenstraße in Friedrichshain ("Eastside Gallery")

Aber dennoch ist die Mauer im Stadtbild präsent. Nicht etwa, weil ein "Gesamtkonzept zur Erinnerung an die Berliner Mauer" schon umgesetzt wäre, oder weil an die mindestens 125 Menschen (nach manchen Angabe sogar 260) erinnert werden soll, welche an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 ums Leben gekommen sind.

Nein, es handelt sich eher um juristische Probleme: Die Eigentumsverhältnisse der seinerzeit enteigneten Mauergrundstücke sind oft umstritten. So ist vielerorts eine Brachlandschaft entstanden, welche die Stadtstruktur noch immer beeinträchtigt.

Fotos und Text Bilder sind dem Band "KarL-Ludwig Lange. Die Berliner Mauer. Fotografien 1973-2007" entnommen, erschienen im Sutton-Verlag, Erfurt (www.suttonverlag.de). Die Homepage des Fotografen ist zu finden unter www.k-l-lange.de

Haben Sie noch Fotos von der Berliner Mauer, von der deutsch-deutschen Grenze, vom dem was jetzt dort zu sehen ist? Stellen Sie sie in das einestages-Maueralbum!

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1.
Andi Walther 09.11.2007
Zitat: "Stillstand : Wo früher der französische Sektor endete, rattert heute die S-Bahn drüber: Der S-Bahnhof Wollankstraße in Wedding 1976..." Ich glaube damals ist die S-Bahn noch mehr als heute ueber diese Bruecke gerattert! Siehe zum Beispiel: http://youtube.com/watch?v=tuJBmfSla5Q Gruss
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