Mode in Science-Fiction-Filmen Weltraumhelden im Schlafanzug

Spike Jonzes Film "Her" zelebrierte den Hipster-Chic der Zukunft - doch die Film- und Fernsehgeschichte ist voller Sci-Fi-Modesünden, ohne die die Zukunft nur halb so schön wäre. einestages erinnert an die Absurdesten.

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DDP

In Spike Jonzes Film "Her" ist die Zukunft zum Greifen nah. Und das nicht nur, weil die Geschichte über einen geschiedenen Mann, der sich in die Stimme seines Computerbetriebssystems verliebt, im gar nicht so fernen Jahr 2025 angesiedelt ist - sondern weil es einige Teile der bemerkenswerten Kostüme regulär zu kaufen gibt. Männerhosen aus Wolle, deren Bund bis zum Bauchnabel reicht; einfarbige Sweatshirts mit kontrastierenden Bündchen; Jogginghosen mit lachsfarbenen, zitronengelben und marineblauen Blockstreifen: All das kann man beim US-amerikanischen Modelabel Opening Ceremony ab 100 Dollar aufwärts bestellen.

Nun ist Spike Jonze zwar als Trendsetter bekannt. Er hat epochale Videos wie "Sabotage" von den Beastie Boys oder "Da Funk" von Daft Punk und gefeierte Filme wie "Being John Malkovich" oder "Adaption" gedreht. Aber die Kostüme aus "Her", die Jonze zusammen mit seinem angestammten Kostümbildner Casey Storm, entwickelt hat, haben eine besondere Qualität. Viele Film- und Fernsehschaffende haben die Mode der Zukunft als eine Art Uniform imaginiert: Von der biederen Dienstkleidung der "Vereinten Föderation der Planeten" in "Raumschiff Enterprise" aus dem Jahr 1966 bis zum martialischen Kettenhemd-Chic von "Riddick - Chroniken eines Kriegers" von 2004.

Auch in "Her" gibt es einige ungeschriebene Style-Vorschriften: Die Schnitte sind extrem einfach gehalten, auch gemusterte Stoffe sind kaum zu sehen, alle Männer tragen den gleichen Hosenschnitt (eben den mit dem extrem hohen Bund). Die Farbpalette entspricht weitgehend den entsättigten Tönen, wie sie die klassische Bauhaus-Schule vorgezogen hat, und zieht sich sowohl durch die Männer- als auch Frauenkleidung des Films.

Doch andere Filmemacher haben die Einheitlichkeit der futuristischen Kleidung aus deren Funktionalität hergeleitet: Hypermoderne, meist metallische Stoffe sollen gegen Waffen und sonstige menschenfeindliche Umwelteinflüsse schützen, eine enge Passform soll für Beweglichkeit sorgen und Widerstand minimieren. In der komfortablen Mittelschichtswelt von "Her", die weder von Aliens noch vom Klimawandel bedroht ist, ist es dagegen der unterschwellige, aber nichtsdestotrotz dominante Zeitgeist, der die Leute zur Einheitlichkeit treibt. Beheimatet in Wohnungen, die alle mit dem gleichen dänischen mid-century modern Mobiliar ausgestattet sind, ziehen sich die Menschen auch alle gleich geschmackvoll an. "Hipster-Zeug des neuen Jahrtausends wie aus einer Kreuzung von 'Star Trek' mit einem Wes-Anderson-Film", hat das "New York Magazine" diesen Look genannt.

Aber wohnt dieser Vorherrschaft des guten Geschmacks nicht auch der Horror inne? Deutet die Uniformität der Kleidung auf die Uniformität des Denkens hin? Trotz ihrer ansprechenden Ästhetik macht die Mode in "Her" nachdenklich. Vielleicht ist Sean Connerys extravaganter Kampf-Bikini aus "Zardoz" doch die bessere Wahl als "high-waisted side tab trousers" von Opening Ceremony für 195 Dollar?

Zum Glück ist die Geschichte der Science-Fiction ja bereits voll von vielleicht unhipperen, aber dafür herrlich glitzernden, martialischen, exzentrischen oder auch einfach völlig bekloppten Outfits, in denen die verschiedensten Weltraumhelden uns ans Herz gewachsen sind. einestages erinnert an die denkwürdigsten - in der Bildergalerie der absurdesten Science-Fiction-Mode der Film- und Fernsehgeschichte.



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Seite 1
Ada Zaurak, 31.03.2014
1. man man man
Leute die keine Ahnung haben und mit der brechstange witzig sein wollen ... Bild 6 zeigt einen Destillanzug der Fremen, die Schläuche in den Nasen haben den Zweck das Wasser aus der ausgeatmeten Luft herauszufiltern. Ist somit nichts modisches, sondern eine technische Notwendigkeit auf dem Wüstenplaneten. peinlich Bilderstrecke
Karl Lauer, 31.03.2014
2.
"Dune" hatte mE super (Set- &)Kostümdesign. Die Stillsuits und Feyds Sportschlüpper gehören dabei zu den etwas ausgefalleneren Kreationen. Den "Barrock-Art Deco"-Stil der Uniformen etc. fand ich aber immer toll und vorallem stimmig.
Martin Herrmann, 31.03.2014
3. Auwei
Da wollten wir mal die SciFi Fans ein wenig verballhornen, wie? Auf der alten Enterprise wurde auch mal gefröstelt und das nicht zu knapp. Sicher, mir fällt aus dem Stehgreif nur eine Folge ein, ABER: Behauptung falsch.
Gernot Semmer, 31.03.2014
4. Das ist ja keine Kunst
Rund 10 Jahre in die Zukunft extrapoliert (Her) wird sich kleidungskulturell nicht viel ändern. Aber wenn man die Mode von 1914 mit heute vergleicht, hat sich Gewaltiges getan. Klar kann man heute lästern, wie lächerlich früher die Ausstattung war. Nur, was hätten man auf Spon geschrieben, wäre man auf der Enterprise 1701 mit Flottenuniform des 20. Jahrhunderts herumgelaufen? Dito bei allen anderen angeführten Filmen.
Julius Hibert, 31.03.2014
5.
Das Problem mit Scifi Fans ist: sie sind schnell angepisst, wenn jemand unwissen oder einfach unsinn verbreitet. Aber: David Lynchý Dune als Scifi-Flop zu bezeichnen tut schon sehr weh. Auch das völlige unverständiss für funktionalität in Science-Fiction Universen. Da wird der Harkonnen Schlüpfer mit einem Fremenanzug gleichgesetzt, Seven of Nine mit Barbarella in einen Topf geworfen, die Kostüme von A.I. als lächerlich empfunden (Die Tonart des Films wurde wohl nicht verstanden). Es haben so einige Dinge nichts in dieser Liste verloren: Königen Amidala trägt Prunkvolle Kleider, wie es Erden Könige tun, das ist kein unbeholfener Trash. Wieso lassen die so einen Artikel nicht mal von einem SciFi Fan schreiben?
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