Schweiz Hitler und die Eidgenossen

Als die Nazis 1933 in wenigen Wochen ganz Deutschland gleichschalteten, beeindruckte das manche Schweizer mächtig: Im "Frontenfrühling" blühten auch in der Alpenrepublik schlagartig rechtsextreme Parteien auf.

Stadtpolizei Zürich

Anfang 1934 glaubte sich Robert Tobler am Beginn einer neuen Zeitrechnung: "Um den Endsieg braucht es uns nicht bang zu sein", tönte der Führer der rechtsextremen Nationalen Front in bestem nationalsozialistischen Jargon im parteieigenen Propagandaorgan "Der eiserne Besen". Sein Heimatland, die Schweiz, sah er als nächsten Baustein des für ihn unaufhaltsamen Siegeszugs der faschistischen Idee in Europa.

Tatsächlich konnte man auch als äußerer Beobachter zu diesem Zeitpunkt beeindruckt sein über den rasanten Aufstieg seiner Partei, die sich erst 1930 als Studentengruppe an der Universität Zürich gegründet und drei Jahre später den Schritt zur Parteigründung gewagt hatte. Auf Anhieb war die Nationale Front wie aus dem Nichts bei einer Ständerats-Ersatzwahl in Schaffhausen auf 27,1% der Stimmen geschossen und hatte in Zürich bei den Gemeinderatswahlen immerhin 7,7% auf sich vereinigt. Innerhalb eines Jahres hatte sich der Mitgliederbestand der Front von 700 auf 5.000 versiebenfacht.

Solche Erfolge waren zweifelsohne eng mit dem Machtantritt Adolf Hitlers verknüpft, dessen Aufstieg damals auch viele Eidgenossen noch durchaus wohlwollend verfolgten. Schließlich klagte die Schweiz - wenn auch in abgeschwächter Form - Anfang der 30er Jahre über ganz ähnliche Sorgen wie die Deutschen: Die Weltwirtschaftskrise hatte auch die damals noch stark agrarische Eidgenossenschaft hart getroffen. Viele kleine Gewerbetreibende fürchteten um ihre Existenz und verlangten schärfere Gesetze gegen das Großkapital. Auch innenpolitisch war das kleine Land tief gespalten: Seit dem Ersten Weltkrieg hatten sich der deutsch- und der französischsprachige Landesteil entfremdet, innenpolitisch standen sich Sozialisten und Bürgerliche unversöhnlich gegenüber. Der Ruf nach einer neuen, starken Einheitsbewegung war auch in der Schweiz immer lauter geworden.

Zurück ins Mittelalter

Diese Lücken schloss die Nationale Front, wobei sich die Bewegung nach außen hin zunächst nicht als bloße Kopie ausländischer Vorbilder verkaufen wollte: Parteiideologen betonten immer wieder, dass die Rückbesinnung auf altschweizerische Werte der wahre Kerngedanke der Bewegung sei. Nur die autoritäre Führung der mittelalterlichen Eidgenossenschaft habe das Land einst stark werden lassen; ein Geist, den es nun wieder zu beleben gelte. Nicht von ungefähr war der Morgenstern, eine altschweizerische Kampfwaffe, das Emblem der Partei.

Einige führende Frontisten versuchten dabei zunächst, ihre Ziele auf demokratischem Weg umzusetzen. Sie verstanden sich als "Erneuerer" des Systems, beteiligten sich an Wahlen und paktierten 1933 sogar mit dem liberalen Freisinn, um eine linke Mehrheit im traditionell roten Zürich zu verhindern. Tatsächlich sympathisierten in dieser Anfangsphase auch viele Bürgerliche noch mit den Zielen der Frontisten.

Der wahre Bodensatz der Partei sah indes längst ganz anders aus: In ihrem Inneren hatte sich die Front von Beginn an in einem erschreckendem Maße an der NSDAP orientiert. So hatten Parteimitglieder schon 1933 so genannte Harste eingerichtet, die den deutschen SA-Staffeln nachempfunden waren. Sie verübten Sprengstoffanschläge auf linke Zentren in Zürich und stürmten Aufführungen des "Pfeffermühle"-Kabaretts der deutschen Emigrantin Erika Mann.

Staatsstreich geplant

Ausdrückliches Ziel waren Krawalle und "Radau-Antisemitismus"; Methoden, die "als Erwecker des eingeschlafenen Denkens" gefeiert wurden. Eine besonders deutliche Sprache spricht in dieser Hinsicht ein erst kürzlich wieder entdecktes Polizeidossier aus Lausanne, welches der örtlichen Frontistengruppe sogar Pläne für einen Staatsstreich unterstellte. Danach sollten die Parteimitglieder Informationen über die "Erkennung von Juden und Freimaurern" sowie "den Abtransport oder die Unschädlichmachung politischer Menschen" in ihren Zellen zusammenstellen; das Jahr 1934 solle nicht vorbeigehen, "ohne dass der Front National die Macht in der Schweiz" übernommen

habe.

Trotz solcher Drohpotenziale reagierten die eidgenössischen Behörden zunächst äußerst nachsichtig auf die frontistischen Umtriebe. Sie beließen es zumeist bei Ermahnungen statt Verboten; wo möglich in dem tieferen Bewusstsein, dass diese Rechtsradikalen trotz ihrer Drohgebärden auf sich allein gestellt keine ernsthafte Gefahr für das politische System des Landes darstellten.

Tatsächlich wendeten sich nämlich schon bald die meisten Schweizer wieder von der Nationalen Front ab, die durch ständige Flügelkämpfe, Abspaltungen und Skandale ihren kurzen Frühling nicht zuletzt selbst beendete. So sank die Partei schon 1935 bei Wahlen außerhalb ihrer Hochburgen Schaffhausen und Zürich flächendeckend unter einen Anteil von 1% der Stimmen zurück.

"Wer nicht mitkommt, wird ausgemerzt"

Innerhalb der Partei gewannen damit in gleichem Maße die Kreise die Oberhand, die schon immer für radikalere Wege gekämpft hatten. Die Niederlage bei der Volksabstimmung 1935, als die Front die komplette Revision der bestehenden Schweizer Verfassung gefordert hatte (wobei immerhin 27% ihren Antrag unterstützten), markierte hierbei den endgültigen Abschied von der Demokratie: "Jetzt gilt es den Kampf auf neuen Wegen weiterzuführen", diktierte Parteichef Rolf Henne. Für die meisten Mitstreiter bedeutete es den Schritt in die Illegalität.

Der anfängliche Siegeszug Adolf Hitlers auf den Schlachtfeldern Europas verhalf dem übrig gebliebene Häuflein Frontisten 1940 dann noch einmal kurzzeitig zu neuer Stärke. Als die Schweiz nach der Eroberung Frankreichs komplett von faschistischen Staaten umzingelt war, frohlockte das Parteiblatt in schon bekannter Selbstüberschätzung: "Wenn es je einmal in der Schweizergeschichte eine Bewegung gab, deren Einsicht und Wollen derart eindeutig vom Ablauf der Ereignisse gerechtfertigt wurde, so ist es die Nationale Front."

Tatsächlich versuchten die Frontisten ihr Land nunmehr mit massiven Drohungen zu einer Aufgabe ihrer traditionellen Neutralität zu zwingen. An eine Überzeugungsarbeit auf demokratischem Wege wurde erst gar nicht mehr gedacht, sondern für den Fall der baldigen Machtübernahme gewarnt: "Wer nicht mitkommt, wird ausgemerzt."

Buhlen um Hitlers Gunst

Nicht wenige Frontenführer werden in diesen Tagen auf eine Okkupation ihres Landes durch das Reich gehofft haben: gleich mehrere Schweizer Rechtsextreme, unter ihnen Vertreter der Nationalen Front, buhlten in Berlin um ihre Anerkennung als Führer der Bewegung in der Schweiz. Adolf Hitler war für sie die letzte Hoffnung zur Erfüllung ihrer persönlichen Eitelkeiten geworden.

Die Geschichte hat es bekanntlich anders gewollt. NS-Deutschland verschonte die Schweiz, woraufhin zahlreiche Frontisten in den letzten Kriegsjahren als Spione und SS-Freiwillige ins Reich überliefen.

Nach Ende des Kampfhandlungen schließlich suchten die sauberen Eidgenossen ungewöhnlich schnell die Abrechnung mit ihren Nazis: Noch Ende 1945 veröffentlichte man eine Liste von 200 tatsächlichen und vermeintlichen NS-Anhängern, die in der Folge öffentliche Hetzjagden über sich ergehen lassen mussten. Das tatsächliche Ausmaß der eigenen Verstrickung in die NS-Verbrechen wurde darüber freilich verdrängt, die wenigen Sündenböcke schienen schließlich gefunden.

Für diese Aufarbeitung benötigte das kleine Land fünf weitere Jahrzehnte und einige Nachhilfe aus den Vereinigten Staaten. Und auch wenn die Schweiz seitdem, vor allem durch eine von der Regierung bestellte Historikerkommission, ein ganzes Stück vorangekommen ist, halten viele Kritiker diesen Prozess bis heute nicht für abgeschlossen.



insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Tek Berhe, 20.10.2007
1.
Zum 225-Jahr Jubiläum der NZZ erschien ein Doppelband. Im historischen Teil wird diesem Kapitel der Schweizer Geschichte viel Platz eingeräumt.
andreas krämer, 20.10.2007
2.
Ich, selbst Schweizer Jahrgang 1963, werde ein kleines Paper verfassen und hier zugänglich machen, weil die Rolle der Schweiz an sich (von wegen Neutralität) bis heute nicht aufgedeckt worden ist. Mit gutem oder besser eben mit niedrigem Grund. Dafür gab und gibt es Belege und Hinweise. Nur der Druck von aussen "bewegt" die Schweiz. Die Schweiz bewegt sich von innen heraus prinzipiell nicht. Bis später also.
andreas krämer, 21.10.2007
3.
Ich bin Jahrgang 1963. Schweizer. Bis heute habe ich eine gewisse Verantwortung zu tragen, welche Rolle die Schweiz in der Zeit des dritten Reiches gespielt hat. Die Aufarbeitung nach all den Jahrzehnten ist nicht abgeschlossen. Nun könnte man sagen; ach die Schweiz, das schöne Alpenland, neutral, gastfreundlich, politisch unabhängig, Vorzeigedemokratie usw. "Sie sind Schweizer?, ach wie schön, auch hinsichtlich des zweiten Weltkrieges..." Die Schweiz wäre damals von Süden, von Norden und von Westen in ein paar wenigen Tagen geschluckt worden. Die Schweiz war allen Kriegsparteien sehr nützlich. Und wie zuvorkommend die Schweiz gegenüber dem Nazideutschland war, ist so sonnenklar; nur Herr und Frau Schweizer sehen heute noch die wehrhafte aktive Schweizer Armee an den Grenzen stehen, und sie und General Henri Guisan haben den Einmarsch verhindert! Nur der Aktivdienst der Schweizer Armee! Der sog. Bergier Bericht geht sehr höflich mit der Schweiz um und behandelt das alles "subkutan". Es gibt in meiner Familie Augenzeugen, dass an der Gotthardbahnlinie im Bereich Bellinzona Luino nicht nur italienische auch deutsche Truppen, Panzer, Artillerie per Bahn, durch die Schweiz verschoben worden sind. Es ist davon die Rede, dass die Schweizerische Bundes Bahn (SBB) auch Juden, Sinti und Roma aus Italien, Zwangsarbeiter durch die Schweiz verschoben hatte. Nach meinen Erkenntnissen, fehlen gewisse "Fahrtbücher" der SBB für die betreffende Zeitabschnitten Dass Bührle & Bally (Artillerie und Munitionsfabrik) zur gleichen Zeit die Alliierten aber auch das faschistische Italien und Hitler belieferten ist bekannt. In Basel, ähnlich wie heute, stand der Badische Bahnhof auf Schweizer Boden in der Nähe der heutigen Mustermesse. Dass von Schweizer Boden, an der Grenze und bereits in der Schweiz sich befindende Juden, Sinti und Roma und Deserteure von eben jenem Bahnhof direkt in die Konzentrationslagern verschafft wurden, kitzelt keinen Schweizer. Die Schweizer Zollbehörde und die Ordnungskräfte duldeten diese Vorgänge nicht nur, sondern schickten diejenigen Flüchtlinge, die nicht genügend Devisen hatte, um sich in die Schweiz einzukaufen, geradewegs an den Badischen Bahnhof, wo sie von der SS in die Wagons zu den KZ´s abtransportiert wurden. Die Schweiz betrieb während der Nazizeit Deutschlands in Konstanz ein Konsulat. Wer die Gegend kennt weiss, Konstanz stösst mit seiner Grenze unmittelbar im Süden an das Schweizerische Kreuzlingen. Zu welchem Zweck benötigte die Schweiz in dieser unmittelbaren Nähe ein Konsulat? Schweizer Grossindustriebetriebe im Bereich Textil, Chemie usw. betrieben in Baden Württemberg Fabriken. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren zu einem erschreckendem Anteil Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene usw. Es soll kein Schweizer sagen können, er hätte es nicht gewusst. Ich bin kein Historiker. Wer aber unangenehm fragt, heute mit den neuen Medien bis zu einem gewissen Grad leichter zugänglich, kommt an Informationen, dass die Schweiz ihre Geschichte noch immer nicht aufgearbeitet hat. Der Reichtum der Schweiz ist nicht der Verdienst der Schweizer allein. Und das nachweislich im Safe der Nationalbank der Schweiz in Zürich nach wie vor Goldbaren mit erheblichem Anteil an Quecksilber lagern, will auch keiner wissen, obwohl man es ganz einfach wissen könnte. Das Quecksilber stammt aus dem Zahngold der Toten aus den Konzentrationslagern, mit dem u.a. die Nazis Devisen und Waffen in der Schweiz kauften. Welche Rolle die Schweiz bis heute unter dem Deckmantel ihrer nun wirklich nur noch scheinbaren Neutralität treibt, übersteigt mit Sicherheit das Vorstellungsvermögen normal lebender und denkender Menschen wie Du und ich. Die Schweiz wird es sehr wohl elegant verstehen, jeden Versuch in ihre Niederungen dringen zu wollen, auf der Suche nach Wahrheit, zu verhindern. Das Wegsterben der Zeitzeugen und Täter und Verantwortlichen kommt ihnen gelegen. Die Folgegeneration hat kein Interesse. Der Staat steckt mitten in folgewirtschaftlichen Geschäften. Die Schweiz hat sich als Dreh und Angelpunkt unersetzlich gemacht und dabei Ethik und Moral vollkommen verloren: das ist modern, das bringt Geld aus allen Herren, nein Diktatorenländer. So war das damals im dritten Reich, so ist es bis heute geblieben. Die Schweiz hat sich mit Hitler und Mussolini wunderbar arrangiert. Wie genau, und so stark, dass die Schweiz über Nacht nicht verschluckt und annektiert worden ist, gilt es bis heute herauszufinden. In dieser Sache bewegt sich die Schweiz nicht. Nur Druck von aussen hilft. Die Schweiz hat ihre historischen Hausaufgaben des letzten Jahrhunderts diesbezüglich noch nicht gemacht. Lieber auf Dauer eine unangenehme Stelle haben, als die Aufarbeitung, bei der das an den Tag käme, was das Bild und den Eindruck der Schweiz wirklich erschüttern könnte. Ich bin überzeugt, dass die Schweiz eine ganz üble Partie damals spielte, schmutzig, verurteilenswert, korrupt und menschenrechtsfeindlich. Die Schweiz lud Schuld auf sich.
Beda Gygli, 23.05.2008
4.
Bevor man solche Mutmassungen veröffentlicht, sollte man mal den Originalbericht lesen. Da wird auch kritisiert aber weniger spintisiert. Die Seiten 547-550 des Schlussberichts von 2002 geben einen guten Überblick über die Fehler der Vergangenheit. Auf http://www.uek.ch ist er bequem online verfügbar.
Hans Haller, 02.01.2011
5.
>Ich bin Jahrgang 1963. Schweizer. >Bis heute habe ich eine gewisse Verantwortung zu tragen, welche Rolle die Schweiz in der Zeit des dritten Reiches gespielt hat. Die Aufarbeitung nach all den Jahrzehnten ist nicht abgeschlossen. Nun könnte man sagen; ach die Schweiz, das schöne Alpenland, neutral, gastfreundlich, politisch unabhängig, Vorzeigedemokratie usw. "Sie sind Schweizer?, ach wie schön, auch hinsichtlich des zweiten Weltkrieges..." Die Schweiz wäre damals von Süden, von Norden und von Westen in ein paar wenigen Tagen geschluckt worden. Die Schweiz war allen Kriegsparteien sehr nützlich. Und wie zuvorkommend die Schweiz gegenüber dem Nazideutschland war, ist so sonnenklar; nur Herr und Frau Schweizer sehen heute noch die wehrhafte aktive Schweizer Armee an den Grenzen stehen, und sie und General Henri Guisan haben den Einmarsch verhindert! Nur der Aktivdienst der Schweizer Armee! >Der sog. Bergier Bericht geht sehr höflich mit der Schweiz um und behandelt das alles "subkutan". > >Es gibt in meiner Familie Augenzeugen, dass an der Gotthardbahnlinie im Bereich Bellinzona Luino nicht nur italienische auch deutsche Truppen, Panzer, Artillerie per Bahn, durch die Schweiz verschoben worden sind. >Es ist davon die Rede, dass die Schweizerische Bundes Bahn (SBB) auch Juden, Sinti und Roma aus Italien, Zwangsarbeiter durch die Schweiz verschoben hatte. Nach meinen Erkenntnissen, fehlen gewisse "Fahrtbücher" der SBB für die betreffende Zeitabschnitten >Dass Bührle & Bally (Artillerie und Munitionsfabrik) zur gleichen Zeit die Alliierten aber auch das faschistische Italien und Hitler belieferten ist bekannt. >In Basel, ähnlich wie heute, stand der Badische Bahnhof auf Schweizer Boden in der Nähe der heutigen Mustermesse. Dass von Schweizer Boden, an der Grenze und bereits in der Schweiz sich befindende Juden, Sinti und Roma und Deserteure von eben jenem Bahnhof direkt in die Konzentrationslagern verschafft wurden, kitzelt keinen Schweizer. Die Schweizer Zollbehörde und die Ordnungskräfte duldeten diese Vorgänge nicht nur, sondern schickten diejenigen Flüchtlinge, die nicht genügend Devisen hatte, um sich in die Schweiz einzukaufen, geradewegs an den Badischen Bahnhof, wo sie von der SS in die Wagons zu den KZ´s abtransportiert wurden. >Die Schweiz betrieb während der Nazizeit Deutschlands in Konstanz ein Konsulat. Wer die Gegend kennt weiss, Konstanz stösst mit seiner Grenze unmittelbar im Süden an das Schweizerische Kreuzlingen. Zu welchem Zweck benötigte die Schweiz in dieser unmittelbaren Nähe ein Konsulat? >Schweizer Grossindustriebetriebe im Bereich Textil, Chemie usw. betrieben in Baden Württemberg Fabriken. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren zu einem erschreckendem Anteil Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene usw. Es soll kein Schweizer sagen können, er hätte es nicht gewusst. Ich bin kein Historiker. Wer aber unangenehm fragt, heute mit den neuen Medien bis zu einem gewissen Grad leichter zugänglich, kommt an Informationen, dass die Schweiz ihre Geschichte noch immer nicht aufgearbeitet hat. Der Reichtum der Schweiz ist nicht der Verdienst der Schweizer allein. Und das nachweislich im Safe der Nationalbank der Schweiz in Zürich nach wie vor Goldbaren mit erheblichem Anteil an Quecksilber lagern, will auch keiner wissen, obwohl man es ganz einfach wissen könnte. Das Quecksilber stammt aus dem Zahngold der Toten aus den Konzentrationslagern, mit dem u.a. die Nazis Devisen und Waffen in der Schweiz kauften. >Welche Rolle die Schweiz bis heute unter dem Deckmantel ihrer nun wirklich nur noch scheinbaren Neutralität treibt, übersteigt mit Sicherheit das Vorstellungsvermögen normal lebender und denkender Menschen wie Du und ich. Die Schweiz wird es sehr wohl elegant verstehen, jeden Versuch in ihre Niederungen dringen zu wollen, auf der Suche nach Wahrheit, zu verhindern. Das Wegsterben der Zeitzeugen und Täter und Verantwortlichen kommt ihnen gelegen. Die Folgegeneration hat kein Interesse. Der Staat steckt mitten in folgewirtschaftlichen Geschäften. >Die Schweiz hat sich als Dreh und Angelpunkt unersetzlich gemacht und dabei Ethik und Moral vollkommen verloren: das ist modern, das bringt Geld aus allen Herren, nein Diktatorenländer. So war das damals im dritten Reich, so ist es bis heute geblieben. Die Schweiz hat sich mit Hitler und Mussolini wunderbar arrangiert. Wie genau, und so stark, dass die Schweiz über Nacht nicht verschluckt und annektiert worden ist, gilt es bis heute herauszufinden. In dieser Sache bewegt sich die Schweiz nicht. Nur Druck von aussen hilft. >Die Schweiz hat ihre historischen Hausaufgaben des letzten Jahrhunderts diesbezüglich noch nicht gemacht. >Lieber auf Dauer eine unangenehme Stelle haben, als die Aufarbeitung, bei der das an den Tag käme, was das Bild und den Eindruck der Schweiz wirklich erschüttern könnte. Ich bin überzeugt, dass die Schweiz eine ganz üble Partie damals spielte, schmutzig, verurteilenswert, korrupt und menschenrechtsfeindlich. Die Schweiz lud Schuld auf sich. Sehr geehrte Damen und Herren Der Verfasser weiss offensichtlich ganz und gar nicht wovon er spricht, bzw. worüber er schreibt. Viel mehr kolportiert er Meinungen, die sich letztlich als völlig haltlos und unwahr herausgestellt haben. Er legt eigentlich hier gewissermassen ein zeitgeschichtliches Dokument ab wie einzelne "heute" denken. Meistens steht dahinter ein patikulares politisches Interesse der Gegenwart, was ganz und gar nichts mit der Situation von damals zu tun hat. Herr Andreas Krämer, geboren 1963, dürfte auch viel zu jung sein, um noch mit damaligen Zeitzeugen in längeren Kontakt gestanden zu sein. Es fehlt ihm eindeutig an Einfühlungsvermögen und an Sach-& Fachkenntnis. Eigentlich traurig, wie (s)eine "politische Brille" einen realistischen Blick auf jene Zeit eintrüben können. Die Fröntler von damals, waren im Volk gar nicht beliebt, sondern sogar verhasst. Eigentlich nur peinlich, was Herr Krämer da niedergeschrieben hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.