Abwehr der Tretertruppe Uli Borowka, unbeliebtester Spieler der Liga

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Spitznamen haben in der Welt des Fußballs Tradition. Auch in der Bundesliga-Geschichte finden sich herrliche Exemplare: "Atom-Otto", "der Terrier" oder "das Tor-Krokodil".

Uli Borowka hatte und hat gleich zwei Kosenamen, die seinem Naturell auf dem Fußballplatz recht nahe kommen: "Eisenfuß" und "die Axt". Der kantige Manndecker lernte auf die harte Schule: Als Jüngling bei Borussia Mönchengladbach nahm ihn Trainer Jupp Heynckes nach der offiziellen Trainingseinheit mit in den Strafraum, ließ Flanken in die Mitte schlagen und brachte seinem Schützling in langen, harten Übungsstunden jeden schmutzigen Trick bei, den er in seiner Karriere gelernt hatte.

In der Folge wurde Borowka nicht müde, das erlernte Wissen auch einzusetzen. Fortan pflegte er einen so knüppelharten Stil, dass ihn die Fußballerkollegen viele Jahre hintereinander bei der damals noch existierenden "kicker"-Wahl zum unbeliebtesten Spieler der Liga kürten.

Borowka, nicht auf den Mund gefallen, besaß auch Talent in psychologischer Kriegsführung. Vor einem Spiel gegen den FC Schalke nahm der Verteidiger sich Jungstar Olaf Thon zur Seite und knurrte: "Thon, heute breche ich dir beide Beine!"

Borowkas Karriere endete tragisch als Alkoholiker, seit 2000 ist er trocken und hat inzwischen einen eigenen Suchthilfeverein.

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