Wiedervereinigungsgeschichten der Leser "Ist das hier wirklich die Bundesrepublik?"

  Wiedervereinigt!:  Am 3. Oktober 1990 feiern Jugendliche, am Brandenburger Tor in Berlin mit der Deutschlandfahne die Einheit. Zur Großansicht
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Wiedervereinigt!: Am 3. Oktober 1990 feiern Jugendliche, am Brandenburger Tor in Berlin mit der Deutschlandfahne die Einheit.


Stippvisite im Sexshop statt Fahnenschwenken am Brandenburger Tor: Die Fotos aus Berlin prägen unser Bild von der Wiedervereinigung - aber wie wurde der 3. Oktober 1990 in anderen Teilen Deutschlands erlebt? Auf einestages erzählen SPIEGEL-ONLINE-Leser, wie sie wiedervereinigt wurden. Von

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"In dieser September-Nacht vor 21 Jahren, auf dem kurzen Rückweg von Zedtwitz nach Hof, schaltete ich das Autoradio ein. Es muss so gegen zwei Uhr gewesen sein.

Hof war damals das Ende der Welt. Gut, das behaupten viele von dem Ort, an dem sie aufgewachsen sind. Aber Hof war es wirklich. Im hintersten Eck der BRD, eingezwängt zwischen DDR und CSSR gab es in unserer Jugend schlicht weder einen Norden noch einen Osten. Aber für uns, die in den sechziger Jahren geborenen wurden, war die Welt eben so. Wir kannten es nicht anders. Doch etwas hatte begonnen sich zu verändern. Ganz beiläufig hatte man von DDR-Flüchtlingen erfahren, die über eine 'grüne Grenze' von Ungarn nach Österreich gelangt waren.

Doch kaum jemand schien Notiz zu nehmen. Das konnte einfach nicht sein, niemals konnte es so etwas geben, zu frisch waren die Eindrücke von den Ereignissen des Prager Frühlings. Wie lange war das her? Doch schon wieder gute 20 Jahre?

'Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise in die Bundesrepublik …', hatte Hans-Dietrich Genscher um 18:58 Uhr gesagt. Knapp sieben Stunden war das her. Die DDR hatte darauf bestanden, dass der Transport über ihr Staatsgebiet erfolgen musste und kaum einer der in der Prager Botschaft Eingeschlossenen glaubte nicht an eine Finte. Doch es gab keine Alternative.

Jetzt wurde die Ankunft des Zuges in der Bundesrepublik erwartet. In etwa zwei Stunden. Und in Hof. Ich war da. Die Erinnerungen nur Bruchstücke. Blitzlichter. Fahle Gesichter: Erschöpfung, Staunen, Zweifel, Freude, und wieder Misstrauen. Gulaschkanonen, Suppe, Wiener Würstchen. Ist das Westdeutschland? Ganz sicher? Und noch ein verunsichertes Gesicht: Wirklich, ist das hier die Bundesrepublik?

Glauben kann so schwer sein. Doch ich glaubte jetzt. Die können nicht mehr zurück. Nein, ab diesem Punkt können die nicht mehr zurück."

Eingereicht von einestages-Leser Frank Andert

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Klaus hansen, 06.10.2010
Meien "vereinigung fand am 23.12.89 statt.Es war dertag (nacht) in der wir aus dem westen zum erstnmal ohne visum in die DDR fahren konnten.-Nahc freundlicher pass kontrolle und durch fahrt der parkfläche richtung Boizenburg wurde ich von einer menschenmenge begrüßt.-Mit sekt wurde das auto besprüht und die menschen winkten mir fröhlich zu.--In boizenburg auf dem marktplatz war eine riesige menschenmenge versammelt.-Ich war einer der ersten der aus dem "westen" angekommen war.-Erwartet wurde ein musikzug aus Lauenburg für den festlichen rahmen.- In vielen gesprächen dieser nacht habe ich die freude und erwartung dieser menschen gespürt.Auch ich war froh über dieses ereignis denn nun war für mich als wanderer zwischen den welten WEst und OSt ein wenig freiheit gekommen--Leider habe ich schon damals gewarnt das die zukunft für uns alle nicht so rosig wird wie erträumt.-Leider habe ich recht behalten.--Das politische will ich mir ersparen
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