Verrückte Promi-Haustiere Mein Haus, mein Boot, mein Ozelot

Verrückte Promi-Haustiere: Mein Haus, mein Boot, mein Ozelot Fotos
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Es muss nicht immer Hamster sein: Vielen Prominenten waren Dackel und Co. viel zu gewöhnlich, sie kuschelten lieber mit Schmuselöwen oder gingen mit Waschbären Gassi. einestages zeigt die absurdesten Mitbewohner der Stars - und verrät, welchem Haustier Michael Jackson den "Moonwalk" beibringen ließ. Von und

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Im Oktober 2009, nur vier Monate nach dem tragischen Tod des Megastars Michael Jackson, veröffentlichte einer seiner engsten Freunde seine "geheimen Tagebücher": In den brisanten Dokumenten schilderte er, wie er mit dem Megastar einige Jahre in einer luxuriösen Wohngemeinschaft gelebt hatte: "Exzentrisch" sei sein Mitbewohner gewesen, mit dem er sich sogar die Toilette geteilt hatte, begann der Jackson-Intimus vorsichtig im Vorwort - und packte dann auf 223 Seiten all die schmutzigen und weniger schmutzigen Details der Jahre aus, in denen er dem kontroversen Megastar näher gekommen war als die meisten Menschen auf dem Planeten.

Doch der angebliche Autor war selbst kein Mensch: Als Urheber der Autobiografie "My Secret Diary: From Swaziland to Neverland" stand auf dem Buchrücken nur "Bubbles". Und auf dem Cover prangte das Bild von einem Schimpansen und Michael Jackson - über ersterem die Aufschrift "Ich", über letzterem die Notiz "mein Haustier".

Natürlich war die Autobiografie des Schimpansen, der in den achtziger Jahren mit Jackson auf seiner Neverland-Ranch gelebt hatte und zuletzt selbst ein Medienstar geworden war, rein satirisch gemeint und nicht wirklich von dem Primaten selbst verfasst worden. Schade, denn Bubbles hätte sicher Interessantes über sein Leben mit dem Star zu erzählen gehabt, das begann, als Jackson Bubbles, damals noch ein Jungtier, aus dem medizinischen Labor in Austin, Texas, freikaufte, in dem der Affe 1983 geboren worden war.

Zunächst lebte Bubbles bei Jacksons Familie in Los Angeles, doch 1988 zog er mit seinem prominenten Halter auf die Neverland-Ranch in Santa Barbara, wo Jackson sich einen ganzen Privatzoo hielt. Doch Bubbles spielte neben all den Rehen, Giraffen und Tigern eine ganz besondere Rolle für den Popstar. Er und der Affe wurden für einige Jahre praktisch unzertrennlich: Jackson kleidete sich im Partnerlook mit ihm und nahm ihn sogar mit ins Tonstudio, als er seine Gesangsspuren für das Album "Bad" aufnahm. Der Sänger tourte mit seinem tierischen Gefährten rund um die Welt - etwa 1988 nach Japan, wo er Bubbles zu Interviews mitnahm und ihn vor laufenden Kameras den etwas unbeholfenen "Moonwalk" vorführen ließ, den sein Tiertrainer ihm beigebracht hatte.

Fast wie ein eigenes Kind

Der Primat wurde fast so berühmt wie sein Herrchen: 1988 schuf US-Künstler Jeff Koons sogar eine Reihe goldener Porzellanskulpturen von Michal Jackson mit seinem weltbekannten Haustier. 2001 wurde eines der Werke bei einer Auktion im New Yorker Sotheby's für 5,6 Millionen US-Dollar ersteigert.

Glaubte man Michael Jackson, so war der Schimpanse für ihn fast so etwas wie ein eigenes Kind: Ihr Essen, so verriet er der Presseagentur AFP in einem Interview von 2003, nähmen sie gemeinsam am Tisch zu sich, mit Messer und Gabel, wie es sich gehört. Und seinen Stuhlgang, so erklärte er stolz, verrichte der Primat "ganz allein" auf der Neverland-Toilette. Mehr noch: Der Affe war angeblich nicht nur stubenrein, sondern half dem Sänger sogar, dessen Stube rein zu halten - indem er Staub wischte.

Jacksons Dienstmädchen gaben indes ein ganz anderes Bild von den Haltungsbedingungen auf der Affen-Ranch ab: Mühselig, so berichtete eine von ihnen, habe sie an die Wand geworfenen Schimpansenkot wegschrubben müssen. Eine andere beschrieb, wie Jacksons Schimpanse sich seine Windel ausgezogen habe und in das Bett des Pop-Königs geklettert sei. Ganz so menschlich, wie der King of Pop es darstellte, waren seine tierischen Mitbewohner scheinbar eben doch nicht.

Und genau da lag das Problem: Als Bubbles geschlechtsreif wurde, musste selbst Jackson einsehen, dass es zu gefährlich wurde, ihn bei sich zu behalten - angesichts der enormen körperlichen Kraft und der Aggressivität, die ein ausgewachsenes Schimpansenmännchen Rivalen gegenüber an den Tag legen kann. Und so musste der Sänger von seinem Haustier, mit dem er über Jahre unzertrennlich gewesen war, Abschied nehmen.

Eine Weile lebte Bubbles noch bei seinem Tiertrainer, dann kam er 2005 in das Center for Great Apes in Wauchula, Florida. Dort lebt der berühmte Affe gemeinsam mit rund 40 anderen Schimpansen und Orang-Utans in großen Gehegen. Alle von ihnen stammen aus dem Showgeschäft. Keiner wurde dort mehr gebraucht.

Als sein einstiges Herrchen am 25. Juni 2009 in seiner Mietvilla im North Carolwood Drive von Los Angeles starb, bekam Bubbles nichts davon mit. Zu seiner Beerdigung im Kreise von Freunden und Familie war Jacksons früheres Ziehkind nicht eingeladen.

Auch, wenn nur wenige Haustiere so berühmt wurden wie Bubbles: Unzählige Schauspieler, Musiker oder Politiker gaben sich ebenso wenig mit Hund oder Hamster zufrieden wie Michael Jackson. Folgen Sie einestages auf einem Streifzug durch einen Dschungel voller ungewöhnlicher Promi-Haustiere und entdecken Sie, welche Präsidentenfrau einen Haus-Waschbären hatte, welcher rehäugige Star ein eigenes Reh - und welcher ranghohe Nazi Löwen dem deutschen Schäferhund vorzog.

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1.
MatthiaS Klein 12.08.2012
In der Aufzählung fehlt noch Tippi Hedren, ("Die Vögel", "Marnie") die Mutter von Melanie Griffith, die sich einen Löwen hielt.
2.
Ernst Woll 27.08.2012
Was Prominente tun wird von vielen Menschen gern glorifiziert und nachgemacht. Daraus erklärt sich vielleicht auch, dass viele nicht mehr mit der Haltung bekannter Heim- und Haustiere zufrieden sind ? es müssen oft Exoten, Wild- und Raubtiere sein mit denen man Aufmerksamkeit erwecken will. Gleichermaßen ist der Umgang mit den Haus- und Heimtieren sehr exaltiert geworden - auch hierbei sind die Prominenten häufig Vorbild. In den 1930er Jahren hätten wir Kinder auf dem Lande uns totgelacht, wenn jemand mit Schwein oder Katze an der Leine spazieren gegangen wäre ? Bilder, die heute oft zu sehen sind. Als Tierschützer stelle ich mir schon die Frage, ob dieser Tierumgang noch tiergerecht sein kann? Die betreffenden Tiere können es uns nicht sagen, ob ihnen die aufgedrängten Haltungen gefallen, z. B: Mit im Bett bei Herrchen oder Frauchen zu schlafen, immer an der Leine zu gehen, als Katze immer an die Wohnung gefesselt zu sein, nur noch Fertignahrung zu bekommen und vieles andere mehr. Bestimmt nicht! Schrecklich, wie oft Prominente gerade mit ?Qualzuchten? ? z. B. Hunderassen, die wegen der deformierten Köpfe kaum noch Fressen können, oder haarlos sind ? Reklame machen. Hier sollte die Gesellschaft wirklich wach werden und wieder zur Normalität im Umgang mit unseren Haus- und Heimtieren zurück finden. Wenn die Prominenten schon mit ihrem extremen Verhalten auf sich aufmerksam machen müssen, brauchen sie dabei nicht auch noch unsere Mitgeschöpfe einbeziehen und diese quälen. Unter diesen Gesichtspunkten finde ich den Beitrag als gelungene Anregung zur Diskussion.
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