Werbung auf SPON Warum Javascript und Adblocker so umstritten sind

Wer SPIEGEL ONLINE ohne Javascript ansteuert und Werbung blockiert, sieht die Seite in Zukunft nur noch eingeschränkt. Was hinter Javascript und Adblockern steckt - und warum Sie eine Ausnahme für SPON machen sollten.

App-Symbol eines Werbeblockers
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App-Symbol eines Werbeblockers

Von Matthias Kremp


Javascript ist fast so alt wie das World Wide Web. 1995 von Netscape entwickelt hat es sich bald als Standard-Programmiersprache für nahezu alles etabliert, was in Webbrowsern dynamisch oder animiert ablaufen soll. Die Möglichkeiten dieser Technologie sind immens und werden auf vielfältige Weise genutzt. Browserspiele beispielsweise basieren meist auf Javascript, und wenn sich der Inhalt einer Webseite dynamisch an den jeweiligen Nutzer anpasst, ist auch das meistens Javascript.

Eben wegen dieser Möglichkeiten wird Javascript auch oft in Onlinewerbung verwendet. Einerseits, weil man damit ansprechende Anzeigen erstellen kann, andererseits, weil man damit sehr gut überprüfen kann, ob und wie Nutzer mit der Werbung interagieren.

Leider nutzen auch Kriminelle die Möglichkeiten von Javascript für ihre Zwecke. Bei sogenannten Drive-by-Infektionen etwa werden Webseiten mit Javascript-Code manipuliert, der beim Aufruf der Seite im Hintergrund eine Schadsoftware auf den Rechner des Nutzers lädt.

Für einen solchen Angriff müssen die Kriminellen allerdings erst die Schutzmaßnahmen des Seitenbetreibers umgehen und auf dem Rechner des Opfers muss es eine noch nicht behobene Sicherheitslücke geben, über die sich die Schadsoftware unbemerkt einnisten kann. Bekannte Varianten solcher Angriffe werden von Antivirensoftware allerdings entdeckt und blockiert.

Werbeblocker in der Kritik

Dennoch sorgt die Angst vor solchen Attacken sowie die Abneigung gegenüber Onlinewerbung bei vielen Anwendern dafür, dass sie sogenannte Adblocker installieren. Die blockieren meist anhand von Listen bestimmte Werbeanbieter oder bestimmte Werbeformen auf Webseiten.

Allerdings werden manche Anbieter solcher Adblocker auch heftig kritisiert. Dem Anbieter Adblock Plus etwa wird oft vorgeworfen, Werbetreibende nur gegen Zahlung beträchtlicher Summen in eine sogenannte Whitelist aufzunehmen. Ein Eintrag auf dieser Liste sorgt dafür, dass Werbung des fraglichen Unternehmens trotz des Werbeblockers im Browser der Nutzer angezeigt wird.

Verschiedene Medienunternehmen, darunter auch SPIEGEL ONLINE, haben in den vergangenen Jahren Klagen gegen die Betreiberfirma von Adblock Plus angestrengt, weil sie in dem Vorgehen der Software einen Eingriff in ihr Geschäftsmodell sehen. SPIEGEL ONLINE finanziert sich wie viele Onlinemedien maßgeblich durch Werbung.

Um ein umfassendes Nachrichtenangebot auch in Zukunft noch kostenfrei produzieren zu können, ist SPIEGEL ONLINE für Nutzer von Adblockern nur noch eingeschränkt sichtbar - ebenso wie ohne Javascript. Wie Sie in Ihrem Adblocker eine Ausnahme für SPIEGEL ONLINE einrichten können, erfahren Sie in unserer Anleitung. Wenn Sie Javascript aktivieren wollen, finden Sie in unserer Übersicht Tipps für verschiedene Browser.

SPON-Backstage: Wie wir arbeiten


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