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Abgase: Bosch-Chef fordert von der Autobranche mehr Einsatz beim Klimaschutz
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Bosch-Chef Denner sieht die Autoindustrie beim Klimaschutz in der Pflicht. In einem Gastbeitrag fordert er die Branche auf, mehr zu tun als sie gesetzlich müsste. Doch so sauber wie der Zulieferer tut, ist er selber nicht.

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neutralfanw 11.10.2018, 08:16
1.

Oh, welch eine Erkenntnis. Wie bereits im Artikel beschrieben ist/war BOSCH in den Diesel-Skandal verwickelt. Was hält die Deutsche Automobilindustrie davon, sich einmal für diesen Betrug zu entschuldigen? Jetzt müssen unsere Automobilhersteller und ihre Zulieferer zeigen, wie groß ihre Kompetenz und Bereitschaft ist, für die Umwelt und die Arbeitsplätze zu kämpfen. Herr Diess (VW) droht mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Er reagiert mit Drohungen. Inkompetenz!

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saaman 11.10.2018, 08:59
2. Es ist immer dasselbe

Da stehen Leute auf, ergreifen das Wort gegen andere, werfen mit frommen Empfehlungen um sich, ohne vorher bedacht zu haben, vor der eigenen Haustür den Schmutz zu beseitigen bzw. das eigene Haus sauber zu machen. Dass der Bosch-Chef sich nun auch in diese Kategorie einreiht, verwundert.

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bayerns_bester 11.10.2018, 09:01
3.

"Der mächtige Verband der Automobilindustrie (VDA), dem mehr als 600 Unternehmen der Branche angehören, darunter auch Bosch, hatte den Kompromiss scharf kritisiert. "Überzogene CO2-Ziele" würden den Industriestandort Europa schwächen und Arbeitsplätze gefährden, warnte VDA-Chef Bernhard Mattes unmittelbar nach Bekanntgabe des Kompromisses."

Unfassbar. Anstatt die zwingend nötigen Veränderungen als Chance für einen Innovationsschub zu sehen und konsequent die Weichen zu stellen beharrt man auf dem Status Quo und sieht sich durch Veränderungen in der Existenz bedroht. Als Krönung droht der Unsympath Diessen mit Stellenabbau. Die Autoindustrie wird den Weg der Dinosaurier gehen, dies dann allerdings selbstverschuldet.

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OhMyGosh 11.10.2018, 09:20
4.

Da spricht also einer der Schutzheiligen der Industre ganz unverhohlen von der Notwendigkeit, mehr Einsatz beim Klimaschutz zu zeigen.
Meine Güte, der ist ja süüüß!
Aber wie immer nur die halbe Miete: Die Berliner Combo hat im Ernstfall auch immer nur die Interessen der Autolobby im Sinn. Und dasselbe gilt für die Zulieferer und andere "Krähen". Die bekannte Scheiß-drauf-Mentalität. Die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger – auch die der Autofahrerinnen und Autofahrer – wird nur dann geschützt, wenn die Politik von Gerichten dazu gezwungen wird.

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curiosus_ 11.10.2018, 09:22
5. Manche begreifen es vermutlich nie

Doch so sauber wie der Zulieferer tut, ist er selber nicht


1. In dem Artikel geht es um Klimaschutz, darauf bezieht sich Herr Denner.

2. Das dafür relevante Abgas ist CO2

3. Beim Dieselskandal geht es um NOx ("Das Unternehmen belieferte VW mit Software für die Motorsteuerung der manipulierten Autos, die mehr gefährliche Stickoxide (NOx) ausstoßen als sie dürften"). Das dafür relevante Abgas ist NOx

4. Dummerweise kann in der Regel nicht beides gleichzeitig optimiert werden, CO2 und NOx. Wird eines besser wird das andere schlechter. There is no free lunch, nur der Tod ist umsonst.

5. Die Abstimmung dazu nennt sich Kompromiss (gibt's nicht nur in der Politik, nein, auch in der Physik). So etwas läuft gerade de facto, allerdings in die Klimaschädliche Richtung: Weniger Dieselmotoren (= weniger NOx), mehr Ottomotoren (= mehr CO2)

6. Was natürlich nicht bedeuten darf, dass man gegen Gesetze verstößt. Wobei dagegen, auch im Fall VW, sicher nicht Bosch verstoßen hat, sondern VW. Denn das Scharfschalten der illegalen Abschaltvorrichtung hat VW gemacht, nicht Bosch. Ein Küchenmesserlieferant wird ja auch nicht dafür verknackt, weil einer seiner Kunden mit dem Messer jemanden gemeuchelt hat.

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claus7447 11.10.2018, 09:23
6. Sie liegen komplett daneben!

Zitat von neutralfanw
Oh, welch eine Erkenntnis. Wie bereits im Artikel beschrieben ist/war BOSCH in den Diesel-Skandal verwickelt. Was hält die Deutsche Automobilindustrie davon, sich einmal für diesen Betrug zu entschuldigen? Jetzt müssen unsere Automobilhersteller und ihre Zulieferer zeigen, wie groß ihre Kompetenz und Bereitschaft ist, für die Umwelt und die Arbeitsplätze zu kämpfen. Herr Diess (VW) droht mit dem Verlust von Arbeitsplätzen. Er reagiert mit Drohungen. Inkompetenz!
Es ist richtig, dass Bosch mit in den Dieselskandal gezogen wurde. Es dürfte Ihnen aber nicht entgangen sein, dass Bosch bereits 2005 u.a. VW auf die Illegalität hingewiesen hat. Zu einer Unterschrift kam es nicht, denn auch Arbeitsplätze bei Bosch hängen von den Automobilhersteller ab, und das sind nach meinem Wissen alleine in stuttgart 30.000 die nur im dieselbereich dort tätig waren/ sind. Eine wunderbare Möglichkeit zu erpressen.


Es gab 2010 spätesten die Technik den Diesel regelkonforme und unter realen Bedingungen sauber zu machen, nur in Wolfsburg, stuttgart und Ingolstadt war Geiz ist geil die Devise. Die Drohung von VW zum Thema co2 Ziele zeigt genau dass es dort nicht zu einem Lerneffekt kommt. Wenn die Ziele so abartig wären mit -40%, warum haben Frankreich und Italien nicht Einspruch eingelegt, dort soll es auch Autohersteller geben.

Die Technik ist da, nur man muss es wollen!

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atcar 11.10.2018, 09:24
7. Oh, immer diese Mimimi

Immer die gleiche Reaktion von den Autoherstellern, wenn sie etwas anspuchsvolle Ziele erfüllen müssen. Herr Denner scheint erkannt zu haben, dass das Auto nur eine Chance hat, wenn es deutlich umweltfreundlicher wird. Die Hersteller sollten ihre Energie lieber darauf verwenden, den Geist der Gesetze und Verordnungen zu erfüllen und nicht darauf möglichst viele Schlupflöcher darin zu finden. Und die Politiker sollten sich endlich einmal ihrer Verantwortung bewusst werden. Schließlich waren sie es, die jahrelang versäumt haben, die Schlupflöcher im NEFZ-Verfahren zu schließen. Damit hat ihr Verhalten, zusammen mit dem der Autoindustrie, zu der heutigen Situation geführt.
Und es gibt noch genug Möglicheiten den CO2-Ausstoß der Autos zu begrenzen. Die Kombination von Methan/Biomethan und der 48-Volt-Technik zum Beispiel. CNG-Fahrzeuge sind mit optimiertem Motor bereits ohne elektrische Unterstützung deutlich besser als vergleichbare Benziner. Wenn dann noch ein milder Hybrid hilft, lässt sich trefflich Kraftstoff sparen. Und teurer als ein Diesel mit aufwendiger Abgasreinigung ist das ganze auch nicht. Denn große Batterien sind für einen solchen Antrieb nicht notwendig.
Herr Denner hat außerdem recht, wenn er anmahnt die Gesamtenergiebilanz eines Autos zu betrachten. E-Autos sind bisher nur lokal besser, als Autos mit Verbrennungsmotor. CO2-frei fahren sie aber nicht. Allerdings hilft eine Verbesserung des Stommixes allen E-Autos und nicht nur den neuesten.
Hilfreich wär auch, wenn die Grenzwerte nicht auf den CO2-Asstoß eines Autos am Auspuff bezogen wären, sondern auf seinen Verbrauch – umgerechnet in Kilowattstunden, um eine gemeinsame Basis zu haben. Dann sind die Hersteller nämlich auch gezwungen effiziente E-Autos zu bauen.

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j.ogniewski 11.10.2018, 09:26
8. Das witzige ist doch...

...dass die Automobil-Industrie mehr tut als im Prinzip alle Anderen. Klar, mehr geht immer, und Fehler haben die auch gemacht, für die die endlich grade stehen müssen. Wahr ist aber auch, dass die Auto-Industrie wesentlich mehr von ihren Schadstoff-Ausstoss eingespart haben als alle anderen - wenn die Kunden nicht immer unnötigerweise schwerere und stärker motorisierte Fahrzeuge wählen würde, würde sich der Ausstoss unserer Autos seit Jahren konstant und mit mehreren Prozent pro Jahr nach unten bewegen. Wenn man das mal mit z.B. dem Flugsektor vergleicht: dessen Austoss wächst stetig mit mehreren Prozent, definitiv stärker als der unserer Autos, und der Flugsektor stösst ja auch schon seit Jahren mehr aus als unsere Autos - und wird dafür noch vom Staat bezahlt anstatt auch mal ein paar Vorgaben zu bekommen. Und da sprechen wir nur über 2 von den unzähligen Dingen mit denen wir unsere Umwelt schädigen. Lieber Spiegel, mal ehrlich: wenn euch die Umwelt wirklich am Herzen liegt - dann würdet ihr endlich anfangen, ausgeglichen zu berichten, anstatt immer nur zu insinuieren, dass Autos an allem Schuld sind. Es ist doch genau diese Sündenbockerei weswegen wir den Klima-Kampf verlieren.

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interessierter Laie 11.10.2018, 09:27
9. der wichtigste Beitrag der Industrie...

wäre endlich ein reparaturfreundliches Design und eine bessere Modulbauweise. Täglich landen Tausende Autos auf dem Schrott, obwohl sie zu über 90 Prozent intakt sind. Viele Teile verschleißen und veralten so gut wie gar nicht. Autos sind längst modular aufgebaut, aber die Module sind nicht abwärtskompatibel. Wären sie es, könnte man die Autos wiederverwenden und nachrüsten. Dass das geht, sieht man in anderen Branchen. Flugzeuge fliegen über 50 Jahre. Sie werden dazu regelmäßig gewartet, repariert und an den Stand der Technik angepasst. Im militärischen Bereich ist es dasselbe.

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