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Aggressivität im Straßenverkehr: "Tempolimits würden helfen"
picture alliance/ Christin Klose

Kampfradler, Bleifüße, Bordsteinschleicher - im Straßenverkehr scheint die Auseinandersetzung zwischen Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern zu eskalieren - nicht nur verbal. Ein Verkehrspsychologe erklärt warum.

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fx33 12.03.2018, 12:11
1. Diese Meinung...

Diese Meinung vertrete ich schon lange, u.a. auch in diesem Forum. Aber anscheinden braucht es erst wieder einen "Experten", damit das so Offensichtliche zur Kenntnis genommen wird.
Anscheinend ist gesunder Menschenverstand etwas, was der Mehrzahl der Menschen abhanden gekommen ist.
Und ich kann jetzt schon gedanklich die Beiträge derjenigen antizipieren, die behaupten, dass wir kein Tempolimit brauchen, solange nur die "Schleicher" einfach auf der rechten Spur bleiben...

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Mathesar 12.03.2018, 12:11
2. Oha...

...das nächste Ziel in der Verbotsrepublik wird anvisiert!

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Barças Superstar 12.03.2018, 12:15
3. autonomes Fahren

Mit dem autonomen Fahren und der automatischen Verkehrsschildererkennung ist ja dann alles gelöst. Bis auf die Tatsache, dass es viele Zeitgenossen als Freiheitsberaubung werten werden. Es gehört wohl zur (tendenziell maskulinene) Seite des Lebens, dass man es dem anderen ja auch mal richtig zeigen will. Gottlob sind unsere Straßen dann doch keine Sportplätze, wo man das ja auch ausleben kann. Gelassenheit und Nachgeben hilft aber in den meisten Fällen. Wenn ich dem anderen damit zeigen kann, dass ich mehr Zeit habe, erzeugt das schließlich auch Neid.

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arnfriedthanau 12.03.2018, 12:18
4. Kennzeichenpflicht würde helfen

Die meisten Radfahrer verhalten sich vernünftig und versuchen, mit den anderen Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, ÖPNV, Kraftfahrer) auszukommen. Die geschätzt 15% Kampfradler, vor allem in den Innenstädten, erlauben sich Sachen, die sich sonst keiner trauen würde. Z.B. fahren im Dunklen ohne Licht, noch in dunkler Bekleidung, fahren auf dem Gehweg ohne Rücksicht auf Fußgänger, bei Rot über Kreuzungen, abbiegen ohne Zeichen zu geben und vieles andere. Warum machen sie das? Weil sie sich sicher sind, unerkannt davon zu kommen. Eine Kennzeichenpflicht für Fahrräder würde helfen, dass sich eher nach den Verkehrsregeln verhalten wird.

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xvxxx 12.03.2018, 12:21
5. Tempolimits?

Tempolimits würde m.E. überhaupt nicht bzw. nur für einen Bruchteil der Agressivität helfen.
Besichtigen lässt sich das jeden Morgen und Abend auf den tempolimitbewehrten Ein- und Ausfallstrassen der Städte.
Oder jederzeit auf den Ringstrassen.
Fahren Sie doch mal genau mit Tempolimit auf dem mittleren Ring in München, und ungeahnte Aggression wird Ihnen zuteil werden. Und seit dem 50 ist wo vorher 60 war haben die Aggressionen eher zugenommen...

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vulcan 12.03.2018, 12:21
6.

Deckt sich nicht unbedingt mit meinen Beobachtungen - insbesondere nicht auf der Autobahn. Dort sind m. E. in den letzten Jahren Aggressivität und Rücksichtslosigkeit rasant angestiegen.
Und es gilt immer noch: Meistens fallen hier stark oder relativ stark motorisierte Autos auf, die gnadenlos ihren Vorteil suchen und oft unter Inkaufnahme hoher Risiken für alle durchzusetzen versuchen.
Ebenso negativ auffällig: Kleintransporter, deren Raserei oft genug extrem riskant und rücksichtslos ist.
Rechts überholen, einscheren mit nachfolgender Vollbremsung, drängeln mit 5 m Abstand - alles täglich erlebte oder beobachtete Szenarien.
Massive Geschwindigkeitsübertretungen ebenso - hier bringen auch höhere Strafen nichts, da stimme ich zu. Es fehlen einfach die Kontrollen.
Zu Frust und Aggression tragen auf der BAB mit Sicherheit auch die Legionen von LKW bei, die zeitweise auf der rechten Spur eine regelrechte Wand bilden, aus der dann auch noch immer wieder einzelne zum Überholen ausscheren und den PKW-Verkehr, der fast nur noch links stattfindet, massiv ausbremsen. Man könnte mal über ein generelles LKW-Überholverbot nachdenken. Zumindest streckenweise. Ich wüsste schon 4 oder 5 Autobahnabschnitte, wo das in jedem Fall Sinn machen würde.

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dani216 12.03.2018, 12:21
7. Was dem Ami seine Knarre,

ist dem Deutschen seine Karre.
Das sagt eigentlich schon alles und erklärt auch einiges.

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egoneiermann 12.03.2018, 12:24
8.

Ein Problem bei Tempolimit ist, dass Autofahrer denken, so schnell dürfen und können sie dann auch fahren. Aber selbst Tempo 30 kann in engen, zugeparkten Straßen zu schnell sein, weil es einfach keine wirkliche Sicht vorhanden ist. Und müssen sie dann hinter einem Fahrrad fahren, dann sind viele schnell genervt, weil der Platz zum Überholen nicht reicht. Das merkt man daran, dass sobald es möglich ist demonstrativ und aggresiver als nötig überholt wird. Wir müssten einfach in unsere Köpfe bringen, dass in Wohnstraßen die Geschwindigkeit eines Fahrrads auch für einen Autofahrer sicherer ist und wirklich auch ausreicht, das sind Sekunden, die ihm verloren gehen, wenn er statt 30 nur 18 fährt. Manchmal hat man das Gefühl, es ist unter der Würde für einen Autofahrer hinter einem Radfahrer zu fahren und andererseits wenn man das dann tut wird der Radfahrer nervös, weil er immer im Hinterkopf hat, das Auto vorbeilassen zu müsse.

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jueho47 12.03.2018, 12:24
9. Korrekt!

Ja - es ist eintönig und langweilig konstant mit 120 km/h über die Autobahn zu fahren.
Wer aber schon mal größere Strecken z.B. in Italien oder Frankreich zurückgelegt hat, kann dem nur zustimmen. Es IST wesentlich entspannter.
Wenn man kurz nach Salzburg von Österreich auf die A8 kommt, trifft einen der Schlag. Wie die Bekloppten alle auf die linke Spur und nichts geht vorwärts - nur abrupte Vollbremsungen. Und alle Linksfahrer sind der Meinung, dass natürlich nur Idioten (außer einem selber) unterwegs sind.

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