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Elektro-Pritschenwagen für Afrika: Einfach machen
TU München

Ausgerechnet mit einem E-Mobil wollen drei deutsche Ingenieure den afrikanischen Markt erobern. Ihr Plan: Eine konsequente Kundenorientierung.

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Wolfvon Drebnitz 13.09.2017, 18:19
1. Sehr gut - sowas wird gebraucht

So ein Fahrzueg hätten die Deutschen Autobauer entwickeln sollen. Aber wie schon bei dem E-Postauto haben sie an so einer günstigen Variante kein Interesse. Das wird sich rächen. Denke, das Auto hat nicht nur in Afrika, sondern auch in Europa Absatzchancen. Aber es müssen auch leichte Türen angeboten werden. Während der Monsunzeit schüttet es erbarmungslos - da wollte ich nicht offen fahren. Vielleicht langen ja Plastikvorhänge mit Druckknöpfen etc. - Aber insgesamt Super! Wünsche viel Erfolg mit dem Projekt.

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fundador 13.09.2017, 18:20
2. Super,

endlich mal ein Bericht über ein vernünftiges Projekt - auch wenn die Reichweite dieses Lieferwagens recht schwach dimensioniert scheint - wie soll der eigentlich zu seinen Kunden kommen? - und der Kaufpreis noch um den Preis für eine brauchbare Ladeinfrastruktur steigt - schließlich soll das Gerät ja nicht am Dieselgenerator aufgeladen werden. Und selbst uns gering erscheinende 10.000 Euro sind für einen afrikanischen Kleinbauern nun wahrlich kein Pappenstiel... Da ist wohl noch Einiges an Arbeit nötig, damit dieses an sich sinnvolle Projekt Erfolg haben kann!

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RalfBukowski 13.09.2017, 19:21
3. Eine konsequente Kundenorientierung??

Vielleicht in einer fernen Zukunft ...aber aktuell wird sich sowas nicht durchsetzen. Ein gebrauchter Pickup mit Verbrenner kostet umgerechnet was? 1500 bis 2000€? Den kann man noch lange fahren, wenn kein TÜV mit Stilllegung droht. Der Fahrkomfort ist wohl auch besser als in dieser rudimentären Elektroschaukel ohne Türen. Der Sprit lässt sich organisieren und die Reparaturen erfolgen mit bekanntem afrikanischen Improvisationstalent. Welcher zentralafrikanische Bauer, der gerade so mit seinem Ertrag überlebt, hat denn 10000 (ZEHNTAUSEND!!!)€ übrig (nur für das frugale Fahrzeug) und kann sich dazu noch sein eigenes PV-Kraftwerk leisten? Tendenz gegen null, denke ich. Haben die sicher sehr klugen Erbauer einmal eine wirkliche Erhebung vor Ort gemacht, was der afrikanische Bauer will und vor allem, was er sich leisten kann? Ich denke nicht, Tim.

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Tobi_86 13.09.2017, 21:16
4. Gute Idee

Doch, ich finde das eine gute Idee. Genauso wie sich Solarzellen in Afrika durchgesetzt haben, obwohl es vor wenigen Jahren noch Hightech war. Ein Liter Diesel kostet in Afrika erschreckend viel! Mehr als z.B. in den USA. Umgerechnet auf die Kaufkraft eigentlich unbezahlbar für die Bauern.
Aber mir ist noch nicht ganz klar, wie sie den E-LKW wieder aufladen wollen. Tagsüber fährt er, nachts steht er, aber nachts scheint auch nicht die Sonne. 20 kWh kostengünstig zu speichern geht auch nicht. Dafür braucht es noch eine Lösung. Oder reicht die Mittagspause / Siesta?

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Nubari 13.09.2017, 21:39
5. Sehr guter Ansatz

Hoffentlich findet sich ein gutwilliger Sponsor, der die Anlauffinanzierung ohne schnelle Renditeerwartungen übernimmt. So ein kleinteiliges überregionales Projekt braucht Zeit, Leidenschaft und Engagement. Der Ansatz, in Deutschland zu schulen, um in den Märkten vor Ort Manufakturen zu schaffen, ist großartig und nachhaltig, und bietet die Chance, aus der Wertschöpfung vor Ort langfristig auch andere Produkte zu entwickeln. Das Fahrzeug mag frugal sein und uns lächerlich erscheinen, aber es sieht so aus als würde damit das Bedarfsprofil vieler potentieller Kunden und Nutzer abgedeckt, die mit einem runtergerittenen Diesel-Pickup aus dritter Hand nichts anfangen können, weil dessen Betrieb und Unterhalt viel zu teuer ist und die schwere Fuhre auf den extrem schlechten Pisten keinerlei Vorteile bietet - im Gegenteil! Mir kamen sofort die selbstgebauten Lastkarren in den Sinn, die man in den Pampas Südamerikas sehen kann. Der aCar sieht ähnlich, aber viel solider aus, ist ähnlich schnell (oder meinetwegen, langsam) und wohl gut konstruiert, um haltbar und reparaturfreundlich zu sein. Bleibt der elektrische Antrieb; dazu kann ich nichts sagen, aber wenn sich die Batterie laden lässt, dann sollte das der perfekte und haltbare Antrieb sein. Hut ab! Ich wünsche Evum Motors viel Erfolg und wünsche mir, dass es bald viele kleine Fertigungsstätten in afrikanischen Ländern geben wird.

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litholas 13.09.2017, 21:52
6.

Zitat von RalfBukowski
... Ein gebrauchter Pickup mit Verbrenner kostet umgerechnet was? 1500 bis 2000€? Den kann man noch lange fahren, wenn kein TÜV mit Stilllegung droht. Der Fahrkomfort ist wohl auch besser als in dieser rudimentären Elektroschaukel ohne Türen. Der Sprit lässt sich organisieren und die Reparaturen erfolgen mit bekanntem afrikanischen Improvisationstalent. Welcher zentralafrikanische Bauer, der gerade so mit seinem Ertrag überlebt, hat denn 10000 (ZEHNTAUSEND!!!)€ übrig (nur für das frugale Fahrzeug) und kann sich dazu noch sein eigenes PV-Kraftwerk leisten? ...
Sie vergleichen den Preis eines gebrauchten Wagens mit einem Neuen!? Und dass der Fahrkomfort mies ist wissen Sie - woher?

Son kleines PV-Kraftwerk ist ziemlich günstig. Und E-PKW sind in der Regel deutlich robuster als Verbrenner - bleibt die Frage welche Akkuchemie verwendet wird. Bei so kleiner Kapazität würde sich Lithiumtitanat anbieten, der wäre unverwüstlich.

https://ecomento.de/2017/08/23/elektroauto-tu-muenchen-afrika-acar-elektrische-alleskoenner-video/

„Wir haben mit dem aCar ein Mobilitätskonzept entwickelt, das diese Probleme lösen kann“, erklärt Prof. Markus Lienkamp, Leiter des Lehrstuhls für Fahrzeugtechnik an der TUM. „Es handelt sich um ein Fahrzeug, das sich die Menschen dort finanziell leisten können, es ist geländegängig und kann große Lasten transportieren. Der modulare Aufbau erlaubt außerdem noch weitere Nutzungen wie zum Beispiel Wasseraufbereitung.“

„Ein Elektroantrieb ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch technisch die bessere Lösung, da er wartungsarm ist und sein volles Drehmoment direkt beim Anfahren entfalten kann“, so Martin Šoltés, einer der Leiter des Projekts am Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik. Für die Straßen in Afrika, die größtenteils nicht asphaltiert sind, wird zudem auf Allradantrieb gesetzt.

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pinero 13.09.2017, 23:09
7. Sehr gute Initiative - aber nur eine von vielen, die gebraucht wird

Erst mal "Hut ab" für eine solche Initiative. Ein Fahrzeug dieser Art könnte einige Mobilitätsprobleme in Afrika lösen, aber eben auch nur einige.
Ich bin seit Jahren viel in Ghana unterwegs und kenne eine Reihe von Unternehmern dort, für die das Fahrzeug genau das richtige wäre: Bauunternehmer, die Material und Arbeiter zu den Baustellen fahren; Produzenten im Umfeld der großen Städte, die ihre Waren auf die Märkte oder zwecks Export zum Hafen bringen.
Für viele andere in Ghana wäre so ein Fahrzeug jedoch keine Lösung, vor allem wegen der geringen Reichweite. Die landwirtschaftlichen Produkte, die meist aus der Central und Northern Region auf die Märkte der Städte transportiert werden, legen meist Wege von 150-400 km zurück. Und der Personentransport in den Städten, der meist in "Trotros" (privaten Kleinbussen mit festen Routen) absolviert wird, ginge damit auch nicht. Die Routen der Trotros sind zwar selten mehr als 20 km lang, werden aber 20 Mal am Tag gefahren, um einen minimalen Gewinn einzuspielen.
Aber eine Lösung für einige ist trotzdem eine gute Lösung und sollte entsprechend gefördert werden. 5 Mio. € als Startkapital sollten doch aufzubringen sein - das Projekt würde z.B. sehr gut zur „G20 Compact with Africa-Initiative“ passen. Und sollte sich kein Förderer in Europa finden, dann sollten sie sich an die Ghanaische Regierung wenden. Für die sind 5 Millionen zwar kein Pappenstil, aber sie hat mit ihrem "one district - one factory" Programm genau die Förderung solcher Initiativen zu ihrem zentralen Regierungsprogramm gemacht.
Die Ausbildung von Technikern vor Ort ist dabei meines Erachtens der Schlüssel zum Erfolg. In Ghana werden Autos verkauft, die problemlos repariert werden können, weil Ersatzteile und fähige Techniker vorhanden sind. Mercedes-Benz z.B. hat den Markt für Transporter und Kleinlaster in Ghana erobert, weil man dort Werkstätten aufgebaut, Techniker ausgebildet und Ersatzteile verfügbar gemacht hat.

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hinifoto 13.09.2017, 23:21
8. Leistung und Energie verwechselt?

Eine Batterie mit einer Kapazität von 20 kW pro Stunde? Ich hoffe, die übrigen Angaben sind korrekter. Technische Artikel sollte man doch nur dann übernehmen wenn man einst beim Physikunterricht aufgepasst hat.

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M. Michaelis 13.09.2017, 23:30
9.

Wer mal in diesen Ländern gearbeitet hat fragt sich wo da der Praxisbezug sein soll. Strom zum Laden ist da meist Mangelware und das Laden über die Solarzellen dauert viel zu lange und ist über Nacht überhaupt nicht möglich.

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