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Fahrradreparaturen: Der Pfusch steckt im System
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Bremse kaputt? Ab zum Fahrradhändler. Doch nicht jeder Betrieb mit Reparaturservice ist dazu berechtigt. Für Kunden kann das zum Problem werden. Diese Rechte haben Sie.

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jmaltzan 27.12.2017, 14:25
1. Handel im Wandel

Spanender Beitrag, der den Finger in eine Wunde legt. Mit der Elektrifizierung des Fahrrads ist eine fachgerechte Wartung wichtiger denn je. Kein Zweifel: Der Handel ist im Wandel. Traditionsgeschäfte machen für immer zu, neuartige Bikeshops entstehen. Ein Blick auf die Ladenszene in Hamburg: http://st-pedali.blogspot.de/p/handlertest.html?m=1

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browserhead 27.12.2017, 14:27
2. Reparaturbetrieb

Ja, was ist denn jetzt das Problem? Dass die Einstellung einer Bremse nicht unbedingt eine "Meisterleistung" sein muss? Oder doch zumindest zünftig so bezahlt werden soll? Also ich habe schon schlechte Werkstattreparaturen von Meisterhand erlebt, die vor allem auch sehr teuer waren: Reifenpanne, macht 50 Euro (Schlauch und Mantel neu, warum sich die Finger schmutzig machen). Und ad hoc geht da schon mal gar nichts: "Lassen Sie mal stehen, aber vor nächster Woche geht nix." Ein Ersatzrad bei Nachbesserungen?Fehlanzeige. Ersatzteile? "Ja, das kann dauern." Tut es auch, ich habe auf eine neue Lampe (deutsche Topmarke) acht Wochen "im Dunkeln" gewartet. Während ich mich im KFZ-Gewerbe immer "unter die Räuber gefallen" fühle, empfinde ich im Zweiradsektor eine gewisse masochistische Leidensbereitschaft: 25 Euro für einen neuen Reifen? Da lege ich doch noch einmal 3 Euro für die nachhaltige Entsorgung des alten Reifens drauf - der Umwelt zuliebe!

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Sibylle1969 27.12.2017, 14:32
3.

Die Fahrradwerkstatt unseres Vertrauens repariert seit vielen Jahren unsere Räder zu unserer vollsten Zufriedenheit. Einfache Sachen reparieren wir selbst, den Fahrradmechaniker lassen wir nur für die schwierigen Fälle ran. Ob der einen Meister hat, ist mir ehrlich gesagt ziemlich schnuppe.

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alarmist 27.12.2017, 14:54
4. Lobbyarbeit der Handwerkskammer

Die Zwangseintragung in die Meisterrolle für Fahrradbetriebe hat sich überlebt. Da kann auch dieser hilflose Lobby Artikel nichts ändern. Zu lange wurde an der Verbindung mit den Motorrädern festgehalten. Jetzt wissen die Leute dass es gute und schlechte Werkstätten jeweils mit und ohne Meisterbrief gibt. Tief im Innersten wissen das auch die Einflüsterer von der Handwerkskammer.

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Papazaca 27.12.2017, 15:00
5. Anspruch und Wirklichkeit von Reparaturen

Ein Kumpel von mir arbeitet in einer Werkstatt. Und er ist richtig fit, bildet sich auch konstant weiter. Es gibt auch einen Meister in dieser Werkstatt. Der ist langsam, ist oft nicht im Thema und verdient auch weniger. Gut, das er das nicht weiß.

Eines der relevanten Themen heute ist bei der Vielfalt der unterschiedlichen Bikes die Weiterbildung. Specialized läßt zum Beispiel spezielle Teile von SRAM, Avid, Truvativ und Fox für sich fertigen. Ohne spezielle
Kenntnisse kommt man da oft kaum weiter. Das bedeutet oft auch spezielles Werkzeug z.B. von Park Tools. Die Frage ist also nicht die Frage nach einem Meister sondern die der Grund- und permanenten Weiterbildung. Die könnte, ja sollte man zertifizieren. Nur Meister zu sein reicht nicht mehr.

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mwroer 27.12.2017, 15:34
6.

Zitat von Sibylle1969
Die Fahrradwerkstatt unseres Vertrauens repariert seit vielen Jahren unsere Räder zu unserer vollsten Zufriedenheit. Einfache Sachen reparieren wir selbst, den Fahrradmechaniker lassen wir nur für die schwierigen Fälle ran. Ob der einen Meister hat, ist mir ehrlich gesagt ziemlich schnuppe.
Ob der einen Meister hat hängt auch nicht unwesentlich davon ab ob er tatsächlich etliche Tausend Euro zahlen *kann*. In vielen größeren Zweirad-Geschäften, die ich in Deutschland kenne, läuft es so:

Ein Meister läuft da irgendwo rum. Repariert wird von allen anderen.

Äquivalent zu Steuerberaterbüros - auch da kenne ich etliche wo der Steuerberater nur seinen Titel hergibt, einmal in der Woche da ist aber nichts weiter tut als ein paar Sachen zu unterschrieben.

Vorallem für kleine Betriebe sind die Kosten schlicht kaum zu bezahlen, denn wie im Artikel richtig geschrieben wird: Die Margen sind klein und im fallen begriffen. Und selbst da wird das Billigrad noch im Versandhandel gekauft und dann auf die teuren Reparaturen beim Händler vor Ort geschimpft die meistens durch schlampige Eigenarbeit beim Zusammenbau entstehen. Was der von solchen 'Schnäppchen' hält .... hört man manchmal als Netzwerktechniker wenn man einen PC in der Werkstatt oder so repariert :)

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qoderrat 27.12.2017, 15:42
7.

Zitat von browserhead
Also ich habe schon schlechte Werkstattreparaturen von Meisterhand erlebt, die vor allem auch sehr teuer waren: Reifenpanne, macht 50 Euro (Schlauch und Mantel neu, warum sich die Finger schmutzig machen).
Ganz ehrlich, wenn ich in dem Gewerbe tätig wäre, würde ich das exakt genauso machen.

Wenn man sich eine kleine Glasscherbe in den Mantel gefahren hat, hilft es nicht viel das Loch zu flicken, nach zwei Tagen ist das nächste Loch im Schlauch.

Also kann der Meister entweder eine Stunde den Reifen mit der Lupe absuchen oder einen neuen verwenden. Preislich gibt sich das für den Kunden nicht viel, aber der Reparaturbetrieb muss nicht mit dem Risiko leben kostenfrei nachzubessern, wenn der Kunde am nächsten Tag wieder in eine Scherbe fährt.

Und glauben Sie mir, ich kenne mich mit Glasscherben im Reifen aus, da ich ganzjährig fahre und jeden Tag zwei soziale Brennpunkte in beiden Richtungen durchquere. Und ich habe auch schon vom Profil her gute Mäntel ersetzt, weil ich die Scherbe nicht gefunden habe.

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pteranodon 27.12.2017, 15:59
8. Typisches Beispiel deutscher Regulierungswut

Warum überlässt man das nicht dem Markt? Gerade bei einer mechanisch betrachtet so simplen Sache wie einem Fahrrad? Ich fahre seit 40 Jahren Rad, und keines meiner Räder hat je eine Werkstatt von innen gesehen. Seit 2005 lebe ich in Tucson, Arizona, einer Stadt, die als fahrradfreundlich gilt und viele Radler anzieht. Keiner der Mechaniker, die in unseren Radläden arbeiten, hat eine formale Ausbildung, schon gar keinen Meisterbrief (gibt's hier hat nicht). Wer gute Arbeit macht und wer schlechte, spricht sich rum. Deutschland täte gut daran, solche Dinge auch mal den Menschen zu überlassen, die Räder fahren und reparieren. Aber "mündige Bürger" gilt es ja offenbar tunlichst zu vermeiden.

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Ge-spiegelt 27.12.2017, 16:14
9. was jeder selbst machen können sollte

1 Aufpumpen, aber bis zum Limit
2 Mantel und Schlauch wechseln
3 Bremsen einstellen
4 Schaltung einstellen
5 Licht Probleme beseitigen
6 Sattelstütze einstellen
Das braucht man Alles unterwegs

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