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Ferrari-Auktion: "Michael Schumacher bringt natürlich einen dicken Bonus"
Auctionata

Bei Oldtimer-Auktionen werden Rekordpreise erzielt. Besonders begehrt sind Ferraris. Doch Vorsicht ist geboten - selbst bei Promi-Autos.

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mazzmazz 26.09.2015, 10:06
1. Prominenter Vorbesitz...

IST Teil der Historie des Autos. Allerdings wird das in meinen Augen überbewertet. Was juckt es mich, wenn Helmut Kohl mal den Rücksitz meines Benz verbeult hatte (in der Tat hatte ich mal einen "Regierungs-Benz" W140 mit durchgesessener Rückbank...)?

Ich habe mich ca. 20 Jahre lang mit dem Thema Oldtimer beschäftigt und besaß auch selbst den einen oder anderen Wagen, (allerdings (leider) keinen 512 BB).

Der Hype um z.B. bestimmte 50er Jahre Ferraris ist für mich ein einziges Affentheater.
Ebenso wie um den Perfektionsgrad einer Restauration zu Zustand 1 oder 1+. Das ist etwas für graubärtige Wichtigtuer auf deutschen Oldtimertreffen und für sonstige Gecken am Comer See und in der Wüste. Denn die Kisten werden sowieso nur von einer Auktionsbühne zur anderen Tiefgarage gekarrt.

Als Interessent mit etwas Spielgeld sollte man sich fragen, weshalb man ein altes Auto möchte.
Zum fahren? Als Möbelstück? Als Investment?

Zum Fahren empfehle ich Maserati Merak SS (40.000 Eur), De Tomaso Pantera (80.000 Eur), Mercedes 500 SL R107 (40.000 Eur), Mercedes 560 SE W126 (25.000 Eur), oder Ferrari 412 (20.000 Eur), Alfa Romeo Spider FB (15.000 Eur) und VW Käfer Cabrio (20.000 Eur).
Preisangaben für Zustand 2-3.
All diese Fahrzeuge sind auch im Unterhalt einigermassen tragbar und es gibt Ersatzteile. Alle samt sind deutlich zuverlässiger und spassiger als kapriziöse 50er Jahre Rennfahrzeuge.

Als Möbelstück käme ein einseitig zerstörter Käfer für 100 Eur in Frage.

Als Investment hat man als einzelner eigentlich keine Chance, an die guten Deals zu kommen.
Ein Ferrari 365 Daytona oder 250 SWB landet nicht auf mobile.de, wenn er technisch und historisch o.k. ist und richtig Geld bringen kann.
Vielleicht erbt man Opas 250 SE Cabrio und vertickt es nach ein paar Jahren Spass für 120.000 Eur. Will man aber ein solches Auto kaufen und ein paar Jahre erhalten, ist allein durch letzteres die (mögliche) Wertsteigerung weg.

Ich fand das Theater um Originalität und Histrorie irgendwann nur noch affig. Es geht um Autos. Diese werden gefahren, bekommen mal eine Beule ab, werden repariert, optimiert und manchmal sogar lange aufgehoben und dann wieder genutzt. Ob nach 40 Jahren eine moderne Zündung oder neue Sitze in anderem leder montiert sind, würde mich nicht interessieren, solange der Charakter des Fahrzeuges beim Fahren(!) noch vorhanden ist.
Meinen originalen, aber ziemlich stark patinierten Alfa fand man in "Fachkreisen" immer klasse, da wirklich noch extrem original. Mein Pantera mit Neulack und 90er Jahre Sportsitzen, der technisch perfekt war und wie ein wildes Tier ging, wurde von diesen Leuten jedoch geschmäht. Obwohl er bis auf das fehlende Cabriodach das deutlich geilere Auto war. vermutlich hat sich der eine oder andere geärgert, dass ich damit seine schöne neu luxussanierte Pagoda in Speed und Zuverlässigkeit stehen gelassen hatte...

So what?
Lasst die Spinner auf ihren immer wiederkehrenden 15 teuersten Modellen verbal herumreiten (fahren tun sie die Dinger ja nicht) und freut Euch über einen schön erhaltenen Golf 1 GTI, der am Sonntag über die Landstraße bläst.

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balticstar 26.09.2015, 11:20
2. Schade...

das durch diesen Hype der eigentliche Sinn der "Oldtimerei" verloren geht: das Schrauben und Fahren. Das Auto ist ja ein "Fahr"zeug und kein "Steh"zeug. Leider werden durch diesen Anlage-Irrsinn inzwischen auch schon die Preise von Normalfahrzeugen nach oben getrieben. Wie soll es da noch zu NAchwuchs im Hobby kommen? Schade drum - so kann ein schönes Hobby kaputt gemacht werden.

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jfpublic 26.09.2015, 12:29
3. Senna und Schumacher

Ich war im Frühjahr auf einer Auktion in Paris und da ging ein Senna GoKart für 56.000 Euro weg ... Startpreis waren 5.000 Euro.
Aber! Der große Rest ging schlecht und 70% gingen unter dem gewünschten Preis weg.
Dennoch entsteht der Eindruck, dass die Preise immer weiter steigen würden -- aber es ist das Auktionssystem selbst, das die Preise steigen lässt. Bei Bonhams zahlt der Verkäufer 10% und der Käufer 20%. Geht ein Auto für 100 weg, dann bekommt der Verkäufer 90 und der Käufer zahlt 120 -- 30 bleiben im Auktionssystem. Als VK werden nicht 100 sondern 120 angezeigt ... und so entsteht der Eindruck ständig steigender Preise --- in der Finanzwelt würde man von einer Blase sprechen.

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mazzmazz 26.09.2015, 13:12
4. Das Oldtimer Hobby stirbt...

...keineswegs.
Es wird sogar eine Renaissance erleben. Allerdings nicht in Bezug auf irgendwelche überkandidelten Alt-Ferraris. Das sind die Spielzeuge der Superreichen, die meist schon 4x durchrestauriert sind und somit mit dem original ohnehin nur noch die Karfosserieform gemein haben.

Nein, interessant werden für den Privatnutzer immer mehr die Alltagsautos der 80er. Wer irgendwann einmal feststellt, dass ein 1982er Mercedes 280SE mit H-Zulassung deutlich günstiger läuft als ein neuer VW Passat, wird dies anderen mitteilen.

Der Normalbürger hat immer weniger Geld zur freien Verfügung, dem markelschen post-DDR-Sozialismus sei Dank. Beim Auto kann er massiv sparen. Und das wird er tun. Immer mehr.

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argonaut-10 26.09.2015, 16:05
5. Was soll das Gejammer?

Oldtimer werden bei uns per se als Autos älter als 30 Jahre klassifiziert, obwohl ich diese Sichtweise mal überdenken würde, denn imho sind nicht alle Autos der 80er wirklich dort heute einzuordnen... aber... es gibt eben Liebhaber, die sich an ihre Kindheit erinnert fühlen und dagegen kann man auch nix sagen.
Ende der 80er hatten wir schon mal eine Spekulationsblase, die dann richtig extrem geplatzt ist. Die neuerliche Entwicklung sehe ich unter den Aspekten "keine Zinsen", "geringe Stückzahlen" und eben wie im Artikel erwähnt "immer mehr wenige Reiche". Diese Mischung führt dazu, dass die in geringen Stückzahlen gebauten Autos jetzt durch die Decke gehen. Ich kenne in MUC einen Bauträger, der sein Geld nach und nach in seltene Fahrzeuge steckt, diese aber selbst gar nicht fährt... also eine Wertanlage. Das macht die Autos nicht besser... ganz im Gegenteil... schlimme Standschäden sind die Folge. Und dann hängt da inzwischen eine ganze Branche wie ein Vampir mit drin und allen geht es in erster Linie um Geld und nicht das Auto. Gut... das können wir jetzt richtig Sch**** finden, aber ich schließe mich dem ersten Kommentator an... es gibt noch jede Menge Autos, die ebenfalls toll sind und für wenig bis mittleres Geld zu bekommen sind.
Dann gibt es in MUC eine Ferrari Werkstatt, wo Anfang der 80er 15 Ferrari von 10-14 K auf dem Hof standen... alle unverkäuflich... und alles Modelle aus den 50ern und 60ern, die man heute als Normalverdiener nicht mehr zahlen kann... da gibt es dann die Jungs, die sagen... hätte ich doch. Aber das ist Blödsinn... denn... man sollte die Zeit genießen, die man mit einem solchen Auto haben darf. Ich darf dazu die Website "www.petrolicious.com" empfehlen. Dort gibt es selbst zu Ferraristi super schönen Videos.

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jujo 26.09.2015, 17:03
6. #1

Habe Ihren Beitrag mit Interesse gelesen vor allem den Schluß in dem Sie andere als Spinner bezeichnen.
Bei allem Respekt, was sagt eigentlich Ihre Frau, falls vorhanden, zu Ihrer Spinnerei?

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mazzmazz 27.09.2015, 06:24
7. Meine Frau...

...empfindet mein Fahrzeughobby als Spinnerei.
Allerdings habe ich mit Autos bisher eher wenig geld versenkt, mit Ausnahme meiner jeweils neuen Alltagsfahrzeuge natürlich. Das ist unvermeidlich, wenn man viel fahren muss.

Mit den Oldies hingegen habe ich nie viel Geld verloren, aber auch nichts gewonnen. Modelle, die im Wert leicht ansteigen, decken dann ihre Erhaltungskosten, zumindest teilweise, was die Sache zu einem bezahlbaren Hobby macht.

Die von mir beschriebenen Leute halte ich in der Tat für ziemliche Spinner, insbes. die Villa d´Este - Fraktion und die deutschen graubärte mit ihren überprerfekt durchrestaurierten Flügeltürern und 911ern, die sie so gut wie nie fahren und auf dem Truck zu treffen fahren.
Ich fahre meine Autos. und zwar zackig. Egal wie alt sie sind. Dafür sind sie gebaut.

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lostcontinent 28.09.2015, 07:23
8.

Ein Ferrari 412 im Zustand 2-3 für 20000?
Nehme ich! Wo?

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socke2 28.09.2015, 18:35
9.

Ich genieße jeden Tag von April bis Oktober meine blaue Katze. Jaguar XJ Mark 2 mit 5,3 Liter Triebwerk, es gibt für mich keinen besseren, ruhigeren V12 für ein Langstreckenfahrzeug. Bei Ferrari geht gerade (mal wieder) etwas die Post ab, die Preise betreffend. Auch F355, 360 und 430 gehen aktuell preislich durch die Decke und keiner weiß so wirklich warum. Aber das gabs beim 288 GTO ja auch schon mal , bis die Blase geplatzt ist. Das schrauben und schweißen und Ölen ist doch nach wie vor das schönste am Hobby. Vor allem wenn der Partner oder die Partnerin mitmacht! Meine fährt einen 67er Mustang ;)

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