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Gesetzentwurf für selbstfahrende Autos: Dobrindts Schnellschuss
Audi

Verkehrsminister Dobrindt hält seinen Gesetzentwurf für Roboterautos für das "modernste Straßenverkehrsrecht der Welt." Dabei zeigt die Kritik: Das geplante Gesetz gleicht der Technik für autonomes Fahren - es ist noch unreif.

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mondschatten333 10.03.2017, 11:39
1. Wer braucht eigentlich selbstfahrende Autos....?

:)...vielleicht eine Frage, die nicht direkt mit dem Gesetz zu tun hat.
Trotzdem ist mir persönlich nicht klar, warum jemand ein Auto nicht selber fahren will.
Und wie heißt dann der Werbeslogan bei BMW? "Freude am gefahren werden"?
Prinzipiell finde ich es bedenklich und auch nervig, auch diese Sache noch einem Chip zu überlassen. "Moderne" Autos sind ohnehin schon überfrachtet mit diesen Dingen. Es erinnert mich immer wieder an den Knopf, mit dem ich den DVD-Player öffnen kann, aber dann doch aufstehen muss, um die DVD zu wechseln.
Ich fahre ein 36 Jahre alten Wagen, ohne all das...und man glaubt es kaum: Fahren kann auch Spaß machen
:)

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2cv 10.03.2017, 11:44
2. Gesetzentwurf -> Nachweispflicht bei

Eines der großen Probleme wird sein, im Falle eines - nennen wir es einmal ungeplanten - Verhaltens eines teil- oder vollautonomen Fahrzeugs die Nachweispflicht der Verursachung zu führen. Konstruieren wir einmal den Fall, das Fahrzeug ist in einen Unfall verwickelt, und nehmen wir auch einmal an, die Entscheidung ist ursächlich auf das autonome Fahrzeug zurückzuführen. Welches der On-Board-Systeme hat die Entscheidung getroffen? War es die Telematik Unit (TCU), oder eine oder mehrere ECU's (weitere "Elektronik-Backboxen" im Fahrzeug), die das teil- oder voll-autonom entschieden haben? Welche dieser Einheiten haben einen Fehlerspeicher? Liefern alle Units ihren "Trace" an einen zentralen Fehlerspeicher? Wie wird vermieden, daß dieser manipuliert wird, vom Hersteller vor "Zugriff" durch z.B. Einsatzkräfte vor Ort etc.? Glauben alle ernsthaft, daß wenn man den Hersteller bittet die Daten herauszurücken, und sich da ein Firmware- oder Logik-Fehler eingeschlichen hat, der Hersteller das zugibt und nicht rückwirkend Daten manipuliert? Haben Sie schon einmal von einem Einbrecher gehört, der zur Polizei rennt und sagt: "schaut mal ich hab ein Video von meinen Einbrüchen gemacht und bitte nehmen Sie mich fest"? Leute Leute, der Vorschlag ist so was von löchrig was die technische Umsetzung der Beweisführung angeht...! Die Formulierung ist so angelegt daß mgl. Nachweispflichten stets zu Lasten des Fahrzeugführers geschehen, und man in der nach Unfall gelagerten Kette der Industrie viel Zeit und Möglichkeiten zur Beweismanipulation geben kann, (F)OTA [(Firmware)Over The Air] Update und anderen technischen Möglichkeiten sei dank. Warum im Personalausweis ein Hologramm enthalten ist, ist wohl klar. Warum eine "Hologramm-ähnliche" Lösung zur manipulationsfreien Aufzeichnung aller (!) Elektronikkomponenten nicht gleich mit verankert wird (Stichwort: Blockchain, nicht zu verwechseln mit Bitcoins!), ist mir ein Rätsel. Industrie-Lobbying sei Dank!

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andros0813 10.03.2017, 12:02
3.

Dobrint, das Unwort der Jahre 2013 - 2017...einfach nur mies.

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famd 10.03.2017, 12:02
4. Autonome Fahrsysteme?

Na klar, anstelle nach vorn zu schauen und ans Lenkrad zu fassen, wird dann Werbung eines Bestatters eingeblendet? Ich halte nichts von autonomen Fahrsystemen auf Basis von GPS, Sensorik, Internet und was sonst noch verbaut wird. Wir haben doch aktuell die Probleme mit Datensicherheit und Manipulation auf dem Tisch. Ich will nicht behaupten, "Internet der Dinge" sind generell auch durch staatliche Hacker gefährdet, aber die Menschen beweisen das Böse täglich - oft mit den trivialsten Alltagserfahrungen. Kriminelle oder terroristische Einflüsse auf eine Technologie, die noch mehr Unsicherheit verbreitet? Die autonome Fahrzeugtechnik kann erleichtern - aber ein Ersatz der physischen Kontrolle halte ich für extrem dumm - auch wenn die "Markteroberer" das Gegenteil suggerieren - es geht um riesige Gewinne und Marktanteile, die wollen Geld mit speziellen Diensten machen. Diese Protagonisten würden es Lappalie abtun, würde die Unfallstatistik infolge technischer Fehler ansteigen. Es muss doch nun mal erkannt worden sein, es gibt kein von menschengemachtes absolut sicheres System - wer sich über diese Tatsache hinweg setzt nur um Kohle zu machen, handelt fahrlässig. Weder Mensch noch Technik sind fehlerfrei - also was solle das? Ich bin kein Technikfeind - aber ich werde mich dieser Technologie verweigern - aus guten Grund! Wenn es schon so einfach ist, die Code für elektronische Schlüssel von Marken-PKWs zu knacken... wenn sogar von kommerziellen Diensten Manipulationen zum Verbraucherverhalten getätigt werden...

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Kôlner 10.03.2017, 12:02
5.

War ja klar, dass der Lakai der Automobilindustrie sämtliche Risiken dem Fahrer aufhalst. Im Zweifelsfall wird man niemals beweisen können, dass die autonome Einheit den Unfall verursacht hat, obwohl man korrekt gehandelt hat.

"Wunderbar" auch die tolle Datensammlung, die noch einmal zusätzliche großartige Möglichkeiten für die Totalüberwachung und für Versicherungen bietet.

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noalk 10.03.2017, 12:04
6. Die Autolobby applaudiert

Kein gutes Zeichen. Im Verkehrtministerium hat man aus der Dieselaffäre wohl nichts gelernt. Wie auch. Dobrindt! Allerdings: Das Recht hinkte der Technik schon immer hinterher. Technik wird halt nicht von Juristen entwickelt. Welch ein Glück.

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Balschoiw 10.03.2017, 12:12
7. Konstante

Dobrindt ist die maximal mögliche Inkompetenz gepaart mit einer absoluten Hörigkeit für die Automobillobby. Mehr muss man zum Handeln dieses Nichtskönners und Dampfplauderers nicht wissen. Bislang jedes Projekt dieses CSU-Prinzen diente der Industrie. Jedes. Noch Fragen?

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wasistlosnix 10.03.2017, 12:27
8. Was hilft ein Autopilot?

Wenn die Verantwortung und Haftung beim Fahrer liegt. Ein autonomes Fahren muss auch ohne Führerschein möglich sein, dann aber ohne Eingriffsmöglichkeit des Insassen.
Ansonsten ist es ein elektronisches Hilfsmittel wie heute schon vielfach verbaut nur mit zusätzlicher Lenkfunktion.

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rst2010 10.03.2017, 12:30
9.

schmarrn. was allerdings wirklich nicht vorstellbar ist, dass der gesetzgeber in der lage ist, ein den verschiedenen ansprüchen genügendes gesetz zu entwerfen. es steht zu erwarten, dass dobrindt weiter macht wie bisher, und die hersteller von aller haftung freistellt, und alles dem halter anlastet, falls was passiert. die autoindustrie in deutschland ist zu pampern, bis sie irgendwann völlig innovationsunfähig ist. das nennt man dann'schaden vom deutschen volk fernhalten' oder wie die formulierung im amtseid unserer regierenden auch immer lauten mag. mit leben erfüllt wurde sie schon lange nicht mehr.
ich seh das ganze als prokrastination der autohersteller: aus unfähigkeit oder unwillen, das zu entwickeln, was gebraucht wird (klimaneutrale antriebe, günstige fahrzeuge), wird jetzt die selbstfahrsau mit so viel geld wie möglich vorangetrieben. denn kohle macht man mit zum teil sicher überflüssigen assistenzsystemen. so wie beim arzt, der verdient auch am meisten an igels, also sinnlosen, vom patienten selber zu zahlenden untersuchungen und 'leistungen'.

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