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Induktives Ladesystem für E-Busse: Kraft ohne Kabel
Conductix Wampfler

Laden ohne Ladekabel, sozusagen durch die Luft - hört sich erstmal nach Science Fiction an. Aber was bei elektrischen Zahnbürsten klappt, soll nun auch die innerstädtische Mobilität revolutionieren. Ein erfolgreicher Langzeitversuch gibt Hoffnung, dass es klappen könnte.

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Flari 09.06.2012, 10:34
1.

Zitat von
Die derzeit noch höheren Anschaffungskosten der Elektrobusse gegenüber Fahrzeugen mit Dieselmotor würden sich nach spätestens vier Jahren amortisieren, heißt es in einer Studie aus den USA, wo in Los Angeles und Chattanooga jetzt ähnliche Elektrobus-Projekte mit Induktionsladung gestartet wurden.
So eine Studie nützt nicht viel, wenn die Energiepreise nicht beziffert werden.
In den USA entfällt eine Spritbesteuerung fast kpl.
Italien hat dagegen die zweithöchste Dieselsteuer der EU, was dort über 50% des Dieselpreises ausmacht.
Danach müsste sich der E-Bus in Italien ja schon in der halben Zeit amortisieren, falls dort nicht auch der Strom entsprechend teurer ist.

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PhysikerTeilchen 09.06.2012, 10:43
2. Kostenvergleich

Irgendwie habe ich den Eindruck, der Kostenvergleich zwischen Diesel und Elektro beruecksichtigt nicht die Kosten fuer den Bau der Induktionsschleifen (plus Stromanschluss, der ja nun auch nicht unbedingt Standard an Bushaltestellen ist).

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Oberleerer 09.06.2012, 10:59
3.

Die Frage ist natürlich, wie hoch sind die Übertragungsverluste und wie hoch ist die Leistung, die gefahrlos übertragen werden kann.
Ich glaube eine klassische Oberleitung (allerdings nur 50m vo bis 50m hinter die Haltestelle) kann in diesen Fällen zusätzlich die Bremsleistung und den Anfahrstrom kompensieren und den Akku noch besser schonen.

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Gerdd 09.06.2012, 11:00
4. Ja, wie?

Zitat von sysop
... was bei elektrischen Zahnbürsten klappt ...
Also, wenn das bei elektrischen Zahnbürsten so schön klappt, warum kann man das dann nicht auch in Herzschrittmacher einbauen - ich kenne da Leute, die alle paar Jahre eine manchmal traumatische OP erdulden müssen, "weil die Batterie leer ist und somit das Gerät ausgewechselt werden muß."

Oder wäre so ein Ladezyklus im Vergleich zu billig?

(Wenn man das Gerät durch ein fortschrittlicheres ersetzen muß, okay. Aber das ganze Trauma und Risiko nur wegen der Stromversorgung?)

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Jule25 09.06.2012, 11:03
5.

Bei den Kosten wird übersehen, dass der Staat den Strom für Elektrofahrzeuge besteuern wird und es über kurz oder lang kaum einen nennenswerten preislichen Vorteil gegenüber Diesel und Benzin geben wird. Oder glaubt jemand der Staat wird den Wegfall der Benzinsteuer nicht irgendwie kompensieren wollen? ;-)

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ichbinsmf2 09.06.2012, 11:09
6.

Zitat von sysop
Laden ohne Ladekabel, sozusagen durch die Luft - hört sich erstmal nach Science Fiction an. Aber was bei elektrischen Zahnbürsten klappt, soll nun auch die innerstädtische Mobilität revolutionieren. Ein erfolgreicher Langzeitversuch gibt Hoffnung, dass es klappen könnte.

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Oberleerer 09.06.2012, 11:11
7.

Zitat von Gerdd
ich kenne da Leute, die alle paar Jahre eine manchmal traumatische OP erdulden müssen, "weil die Batterie leer ist und somit das Gerät ausgewechselt werden muß."
Das glaube ich nicht ganz. Alte Geräte hatten eine Nuklearbatterie. Wenn die heutigen Geräte diese Lebenszeit nicht erreichen, dann sind sicher Vorkehrungen getroffen, diese problemlos zu tauschen, dass z.B. die Elektroden am Herz nicht neu verlegt werden müssen. Ein HSM ist meines wissens unter der Schulter verbaut, wo man problemlos rankommt.

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ortilius 09.06.2012, 11:12
8. Kosten

Zitat von PhysikerTeilchen
Irgendwie habe ich den Eindruck, der Kostenvergleich zwischen Diesel und Elektro beruecksichtigt nicht die Kosten fuer den Bau der Induktionsschleifen (plus Stromanschluss, der ja nun auch nicht unbedingt Standard an Bushaltestellen ist).
Sie müssen natürlich die Kosten der Infrastruktur durch die Anzahl der Busse teilen die die Strecke täglich bedienen. Das fällt dann in einer Grosstadt nicht mehr wirklich ins Gewicht.

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Gerdd 09.06.2012, 11:13
9. Jaja, die Steuern ...

Zitat von Flari
So eine Studie nützt nicht viel, wenn die Energiepreise nicht beziffert werden. In den USA entfällt eine Spritbesteuerung fast kpl. Italien hat dagegen die zweithöchste Dieselsteuer der EU, was dort über 50% des Dieselpreises ausmacht. Danach müsste sich der E-Bus in Italien ja schon in der halben Zeit amortisieren, falls dort nicht auch der Strom entsprechend teurer ist.
Bei praktisch allen neuen Energie-Technologien, speziell im Fortbewegungs-Sektor, wird erstmal die Besteuerung vernachlässigt. Es ist aber abzusehen, daß, wenn wir morgen Margarine (oder Leitungswasser) als Antrieb für Autos verwenden können, übermorgen eine der Mineralölsteuer entsprechende Steuer darauf erhoben wird. Und dann geht die ganze Rechnung nicht mehr auf.

Ich erwarte zum Beispiel auch, daß die Holzpellets, mit denen man nun sein Haus heizen kann, bei entsprechender Nachfrage erstmal durch die Marktkräfte deutlich teurer werden und dann im zweiten Schritt eine Besteuerung eingeführt wird, die sie - wie Gas - an den Ölpreis koppeln. Und sollte jemand sein Auto auf Pellets umrüsten (es wäre nicht der erste Holzantrieb für Autos) wird der Fiskus über kurz oder lang auch an der Steuerschraube drehen. Wetten, daß?

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