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Infiniti Q30: Selten gut
Jürgen Pander

Der Marke Infiniti ist hierzulande kaum präsent. In Deutschland fand bislang der Kompaktwagen Q30 die meisten Käufer. Wenn man ihn fährt, weiß man warum.

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mazzmazz 25.01.2018, 05:01
1. Falsche Motorisierung

Mercedes A / Infinity Q30 werden wohl fast nie von Vielfahrern eingesetzt. Insofern haben Sie die falsche Motorisierung getestet. Wer kauft denn heute noch einen Diesel in der Kompaktklasse?
Der Mercedes A ist kein schlechtes Auto. Egal welches Badge darauf prangt, er fährt sich in der Tat auf Wunsch auch unaufgeregt.
Das DKG allerdings ist eine Katastrophe. Das hier als "seidenweich kalibriert" beschriebene Getriebe ruckelt fast genauso schlimm wie die VW-Lösung, schaltet ewig langsam in den Rückwärtsgang und im Komfortmodus, der einzig erträgliche, viel zu langsam hoch. Zudem teilt es Schläge ins Kreuz aus, sobald es etwas zügiger vorangehen soll.
Das ist eines Mercedes nicht würdig.
Ansonsten ist die A Klasse ein im Klassenvergleich sehr leises, komfortables Auto, das wohnlicher und hochwertiger wirkt als sogar der Audi A3, welcher ja von der Presse gerne mal als Benchmark in der Kompaktklasse herangezogen wird.
Mercedes bietet mit dem A250 4matic hier ein gutes Package an. Ob es diese Maschine auch im Infinity gibt, weiß ich nicht.
Die Motoren von Mercedes scheinen mir zur Zeit die besten in dieser 2L Turbo Spielzeugklasse zu sein. VW und BMW haben in dieser Klasse zahlreiche Motorprobleme, von Mercedes ist mir nichts bekannt. Die 211 PS empfinde ich als ausreichend für dieses Auto. Allrad ist Pflicht, sonst gibt´s wegen billigem Frontkratzer-Setup keine Traktion bei Nässe.
Am Ende würde ich wohl über den Preis und die Nähe zur Vertragswerkstatt (bei Neukauf) entscheiden, denn mit einer guten Ausstattung scheint mir der A genauso wertig zu sein.
Der Monitor darf einen dann nicht stören, aber wir hatten uns schnell daran gewöhnt. Fällt gar nicht mehr auf.
Wer bereit ist, etwas mehr Geld für ein Kompaktauto auszugeben, sollte sich den A / Q30 ruhig einmal ansehen. Man bekommt dafür ein feines Auto, das fährt wie eine Klasse höher, allerdings eher wenig Platz hinter den Vordersitzen bietet. Baumarktfans sollten lieber einen Focus Kombi kaufen. Wir fahren auch mal zu 4. damit und kommen gut zurecht. Muss man sich ansehen. Gute Fahrt!

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kangootom 25.01.2018, 06:20
2. Was hat der Autor geraucht?

Schwadronieren über Wellen im Kühlergrill, als ginge es hier um ein Kunstgemälde, überdimensionierte 170PS "reichen völlig". Was ist bitteschön ein sämig eingestelltes Fahrwerk?
Wenigstens geht es im 2.Abschnitt um die Alltagstauglichkeit, wie Lärmentwicklung und Rundumsicht.

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observerlbg 25.01.2018, 07:29
3. Ups, sollte ich zurück zu Nissan?

Bin überrascht. Die Front ist zwar gewohnt häßlich (Nissan fiel bisher nicht gerade mit Design-Ikonen auf), die Sicht nach hinten wie heut üblich quasi nicht vorhanden (Einparkhilfen sind jedoch gut). Aber die Funktionalität und Haptik scheinen sehr gut. 1993 bekam ich einen neuen Nissan Sunny SR aus dem gleichen Werk. Den Wagen schenkte ich 1997 meiner Mutter. Die fährt ihn heute noch. Wenn diese Nachhaltigkeit bei Nissan weiter besteht (ich meine jetzt nicht die Micras aus Indien), denn mal her damit. Und einem TD von Daimler traue ich auch in jedem Fall mehr, als von VAG. Und am Preis kann man bestimmt noch was machen, wenn man Geduld hat.

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v126.560 25.01.2018, 07:32
4. Ein 220 CDI BlueEfficiency also

Ich hatte diesen Motor überhaupt nicht auf dem Zettel, weil ich sonst nur deutlich ältere Mercedes fahre, fahre ihn aber seit jetzt einem Monat in einem W204 Mopf. Drittel-Mix mit zurückhaltender Fahrweise schaffe ich bei wenig Verkehr 4,8 Liter, beim üblichen Hamburger Sirup immerhin 5,8. das einzige, was mich wirklich „stört“: den Benz hat sich vor 4 Jahren mal jemand als Avantgarde bestellt. Das ist zwar nicht unkonfortabel, mir aber schon zu straff. Ein infinity wäre vielleicht die bessere Wahl gewesen.

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brunosacco 25.01.2018, 07:32
5. Sternschnuppe

...vor allem vermeidet die Marke den Fehler den "das Bester oder nichts" macht: Auf Teufel komm raus mit niedrigsten Leasingraten Fahrzeuge in den Markt zu drücken. Wenn ich mir das Klientel der A-Klasse Fahrer in Berlin ansehe: Meistens mit dem AMG Optikpaket (früher gab es diese Plastikteile im Baumarkt um abgenudelte 190er "audzumotzen") und ein jugendliches Klientes am Steuer wo man genau weiß, hier hat die ganze "Sippe" zusammengelegt um die erste Leasingrate zusammenzukratzen damit man ein "standesgemäßes" Fahrzeug fährt. So macht man zwar Masse aber ruiniert den Ruf und den Markenkern der bekanntesten Deutschen Marke. Aber der schnelle shareholdervalue geht ja vor - die Ehrenmänner um Zetsche wollen ja am Jahresende ihr Boni einstreichen . Traurig was aus der Marke geworden ist: Blingbling Fahrzeuge mit einem gruseligen Design - noch dazu nur noch in schwarz und grau lieferbar.

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ideologiefreier-Realist 25.01.2018, 08:14
6. Daher werde ich mir einen Lexus kaufen

Denn in Sachen A-Klasse haben sie recht. Genauso gilt es für den Dreier BMW (Eyh, hab`sch Dreier). Vielleicht kommt aber auch der Q30 in Betracht. Diese Fahrzeuge haben in meinen Augen mittlerweile mehr Stil als die deutschen Premiummarken.

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krypton8310 25.01.2018, 08:20
7. dünnes Werkstattnetz

Ein Grund für die schlechten Verkaufszahlen von Infiniti dürfte auch das sehr dünne Händler- und Werkstattnetz sein. Es gibt immer noch Gegenden, in denen die nächste Werkstatt 200km entfernt ist. Infiniti baut das Netz zwar stetig aus aber eigentlich muss man vor Ort mehrere Werkstätten zur Auswahl haben um nicht abhängig zu sein. Freie Werkstätten sind mit einem Exoten und einem richtigen Problem keine Option. Bei meinem Lexus hat z.B. es keine einzige (!) freie Werkstatt geschafft einen Reifendruck-Sensor anzulernen, nur um ein Beispiel zu nennen wo ein 'richtiges Problem' bei einem Exoten anfangen kann.
Ich finde den Q70 sehr interessant, da die Leasingrate halb so hoch ist wie die eines entsprechenden 5er, E-Klasse oder auch Lexus. Aber falls ich mal aus München weg ziehe, hätte mit dem Auto ich ein großes Problem an der Backe, wenn mal mehr gemacht werden müsste als ein Ölwechsel...

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neurobi 25.01.2018, 08:27
8.

Zitat von mazzmazz
Das DKG allerdings ist eine Katastrophe. Das hier als "seidenweich kalibriert" beschriebene Getriebe ruckelt fast genauso schlimm wie die VW-Lösung, schaltet ewig langsam in den Rückwärtsgang und im Komfortmodus, der einzig erträgliche, viel zu langsam hoch. Zudem teilt es Schläge ins Kreuz aus, sobald es etwas zügiger vorangehen soll.
Aha, sie haben ihn also schon gefahren?
Aber allein diese Aussage stimmt mich schon optimistisch.
Wenn es so butterweich und ruckelfrei wie meine VW-DSGs ist, dann hat Nissan einen guten Job gemacht.

Ansonsten überzeugt der Wagen mit angemessen Fahrwerten und viel Stauraum.

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DerBlicker 25.01.2018, 08:32
9. ja hoffentlich

Zitat von brunosacco
...vor allem vermeidet die Marke den Fehler den "das Bester oder nichts" macht: Auf Teufel komm raus mit niedrigsten Leasingraten Fahrzeuge in den Markt zu drücken. Wenn ich mir das Klientel der A-Klasse Fahrer in Berlin ansehe: Meistens mit dem AMG Optikpaket (früher gab es diese Plastikteile im Baumarkt um abgenudelte 190er "audzumotzen") und ein jugendliches Klientes am Steuer wo man genau weiß, hier hat die ganze "Sippe" zusammengelegt um die erste Leasingrate zusammenzukratzen damit man ein "standesgemäßes" Fahrzeug fährt. So macht man zwar Masse aber ruiniert den Ruf und den Markenkern der bekanntesten Deutschen Marke. Aber der schnelle shareholdervalue geht ja vor - die Ehrenmänner um Zetsche wollen ja am Jahresende ihr Boni einstreichen .
Nur darum geht es bei einer Firma, Profit, je mehr desto besser. Genau das erwartet der Aktionär. Und natürlich sind die aktuellen Mercedes viel besser als die alten, die zum Teil sehr rostanfällig waren. Ich mag das Blingbling bei Mercedes auch nicht so, deshalb fahre ich auch keinen. Aber es geht nicht darum, was ich oder Sie wollen, sondern, was der Markt will, und da zieht Mercedes den andere Premiumherstellern derzeit klar davon, übrigens auch und gerade bei der Marge, Mercedes drückt also keineswegs Autos günstig in den Markt. Mercedes hat gut erkannt, dass wohlhabende Autokäufer weltweit derzeit das gerne zeigen und eben ein Blingbling Auto wollen, also liefert Mercedes genau das.

Man muss das Mercedes Design nicht mögen, aber wirtschaftlich gesehen macht Mercedes derzeit alles richtig, nur darum geht es. Eine Firma muss verkaufen, keine Traditionen für längst verstorbene Käufer pflegen, das führt geradewegs in den Untergang.

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