Forum: Auto
Luxus-Trend Coachbuilding: Der einzigartige Zweisitzer
James Lipman / Rolls-Royce

Hersteller von Luxusautos verdienen prächtig mit limitierten Sonderserien. Einige treiben diesen Trend jetzt auf die Spitze: Sie bauen besonders solventen Kunden aufwendige Einzelstücke.

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mazzmazz 20.09.2017, 05:30
1. Toll!

Am Ende wird hier nichts anderes angeboten als indviduell auf Kundenbedürfnisse (gut, hier eher Kundenwünsche) ausgerichteter Sondermaschinenbau.
Die Karosserie wird auf das bekannte Chassis "gesetzt". An Motor, Getriebe, Antriebsstrang, Fahrwerk und Elektronik wird nichts geändert, was natürlich auch wirklich komplex wäre.
Ein paar Menschen mit sehr exklusivem geschmack und dickem Geldbeutel fragen eine indviduelle Karosserie nach und akzeptieren dafür einen Aufpreis von 10 Mio. Euro? Super! Denen würde ich auch ein Auto bauen. Alles richtig gemacht, RR!
Und nicht vergessen: der Laden gehört BMW und sorgt somit durch solcherlei Vertrieb für Steuereinnahmen in der EU.

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ste.bo 20.09.2017, 06:20
2. Wie denn?

Bei den frühen Fahrzeugen, wo Rahmen und Aufbau getrennt waren und die Strukturelle Integrität unabhängig von der Karosserie war, da verstehe ich das. Aber wie soll es heute funktionieren eine selbsttragende Karosserie grundlegend umzuschneidern, wo doch jede Falz, Winkel und Auswölbung eine in Computersimulationen berechnete Form und Funktion hat?

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WolfThieme 20.09.2017, 07:31
3. Das letzte Hemd hat keine Taschen

Viele Superreiche, und davon gibt es mehr, als wir uns träumen lassen, wissen mit ihrem Geld nicht mehr wohin. Sie könnten natürlich eine Stiftung gründen und in ein Kinderheim in Afrika investieren, aber was bringt das außer einer schmalen Ehre? Stattdessen auf Sylt beim "Sansibar" vorfahren, das hat noch immer was, mindetens 'ne flotte Blondine. Nur kein Neid.

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manly-man 20.09.2017, 07:38
4. Ein/Aus?

Ein soclhes Unikat wird sicher eher ein One-Off- (und kein On-Off-) Modell sein, oder... :-) !?

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novoma 20.09.2017, 07:52
5. Geld und Geschmack

Nur weil jemand viel Geld hat, muss er nicht unbedingt auch Geschmack haben. Vom britischen Understatement ist weder beim Rolls-Royce noch beim Bentley etwas zu erahnen, über den seltsamen McLaren muss man wohl kein Wort verlieren. Einzig der Ferrari für Eric Clapton weiß zu gefallen, ein sehr reduziertes Design mit leichten Anklängen an den legedären Dino 246.

Übrigens, der Designer wandert auf schmalem Grat, nicht Grad.

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der-junge-scharwenka 20.09.2017, 08:21
6. Nichts Neues

Das ist wirklich nichts neues. Man muss da nicht an die Tradition des Coachbuilding erinnern, die in England ungefähr mit dem Zweiten Weltkrieg ihr Ende gefunden hat. Es geht schlicht um Sonderversionen für zahlungskräftige Kunden. Aston Martin macht das seit Jahrzehnten, nicht selten zusammen mit Zagato. Pininfarina baut im Kundenauftrag nach wie vor regelmäßig Individualaufbauten für die jeweiligen Ferrari-Modelle, von vier- und fünftürigen Versionen regulärer Modelle (456) bis hin zu komplett eigenständigen Karosserien, und Bristol verwirklichte vor der Insolvenz auch viele Sonderwünsche. Der Unterschied zum Sweptail ist: Die meisten dieser Unikate oder Kleinstserien blühten nur im Verborgenen. Rolls-Royce macht die Sache jetzt öffentlich. Aber neu ist das, wie gesagt, nicht.

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schlauchschelle 20.09.2017, 08:29
7. Back to the roots

in den 1910-1930-ern war es Usus, dass der Fahrzeughersteller nur das Fahrgestell mit Antrieb und Achsen lieferte. Den Aufbau der Karosserie übernahm in D z.B. Gläser, Autenrieth usw. In den USA z.B. Murphy für Duesenberg. Ab ~ 1940 begannen dann die Hersteller, eigenes Design zu betreiben, zuvor galt oft "Form follows Function". Das ist also nix Neues, eher der letzte, fast schon verzweifelte Versuch, ein bisschen mehr aus dem Markt und den Superreichen zu quetschen. Wem es gefällt.....

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warum_nicht? 20.09.2017, 09:35
8.

Zitat von ste.bo
Bei den frühen Fahrzeugen, wo Rahmen und Aufbau getrennt waren und die Strukturelle Integrität unabhängig von der Karosserie war, da verstehe ich das. Aber wie soll es heute funktionieren eine selbsttragende Karosserie grundlegend umzuschneidern, wo doch jede Falz, Winkel und Auswölbung eine in Computersimulationen berechnete Form und Funktion hat?
Die Karosseriebleche, die die äussere Form bestimmen, sind meist nicht tragend, sondern auf die Struktur darunter aufgeschraubt. Daher lassen sie sich leicht verändern ohne in die strukturelle Integrität einzugreifen.

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Pralle 20.09.2017, 09:36
9. Die Idee gibt es auch bei Konsumautos

Man kann sich per Internet seine eigene Traumkarosse schneidern (mit einigen Limits) und sie vom Produzenten herstellen lassen.

Neu ist die Idee auch nicht. Mein erstes Auto 1968, ein Lloyd Alexander 600 (fast konstruktionsgleich mit dem Trabbi) hatte rote Lederliegesitze in bester Qualität (auch die Rücksitze waren mit dem Leder bezogen), zwei Sektglashalter und einen Sektkübel im Fussraum. Den ich als Abfalleimer umfunktionierte.

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