Forum: Auto
Nutzfahrzeug-Trends: Lasst Wagen fahren
Scania

In der Lkw-Branche dreht sich alles um die gleichen Megatrends wie bei Autoherstellern: Alternative Antriebe und autonomes Fahren. Bei Nutzfahrzeugen ist man da sogar schon einen Schritt weiter.

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berndasbrot 13.10.2017, 05:53
1. Anspruch und Realität...

...das ist ähnlich wie in der Medizin.
Seit gefühlt 30 Jahren kommt alle paar Wochen ein Artikel, dass beim Zahnarzt jetzt kein Bohrer mehr zum Einsatz kommt, sondern der Laser.
Komischerweise habe ich noch nie so einen Zahnarzt getroffen - bei mir (Privatpatient) wird immer genau so gearbeitet wie schon vor 50 Jahren.

Zum Thema selbstfahrendes Auto / LKW: Hierzu benötigt man gut ausgebaute, sauber markierte Strassen. Selbst wenn man nur die Autobahnen dafür vorbereiten wollte, wären das Investitionen von etlichen Milliarden Euros. Beim jetzigen Zustand der Infrastruktur bleibt das, von ganz wenigen Strecken abgesehen, vollkommen illusorisch.

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smokyfields 13.10.2017, 06:51
2. Sehr einleuchtend

....dass es bei diesem Mummenschanz vor allem darum geht, die Pfründe der LKW- Hersteller weiterhin zu sichern. Schließlich gibt`s schon seit langem die Bahn, wo "Platooning" schon seit Jahr und Tag sehr sicher stattfindet, wo die Lohnkosten für`s Fahrpersonal nicht 40 bis 50% betragen, wo es Container oder Cargobeamer gibt, wo aber auch über die Jahre massenweise Infrastruktur rückgebaut wurde, wo man einfach nur die unflexiblen Reglungen für den Betrieb ein klein weng modernisieren müsste, wo es endlich einmal mit der Mittelpufferkupplung weitergehen müsste. Dann könnten über lange Strecken Züge elektrisch fahren, sogar noch Energie beim Bremsen zurück speisen und im Nahbereich Elektrofahrzeuge die Verteilung übernehmen. Wem nützt es, das auf diesen Gebieten seit Jahren wenig passiert?

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scxy 13.10.2017, 07:41
3. Nicht die "Rechtssprechung" ist das Problem,

denn Recht-Sprechung kann sich stets nur innerhalb der Grenzen des Sinngehalts bestehender Regeln bewegen. Deshalb müssen an den erwähnten Stellen neue Regeln her.

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Alfons Emsig 13.10.2017, 08:48
4. Visionär

Das ist die nachvollziehbare Vision der LKW-Hersteller, noch mehr Güter auf den Straßen zu transportieren. Wie der PKW- oder auch LKW-Fahrer vom Beschleunigungsstreifen auf die Fahrspur kommt, wenn dort gerade ein Platoon unterwegs ist, wird nicht beantwortet. Zurzeit ist es ja so, dass LKW-Fahrer zumindest für Kollegen häufig auf die Mittelspur wechseln, um ihnen das Einfädeln zu ermöglichen. Bereits jetzt läuft der Güterverkehr auf den Fernstraßen doch nur unter der Prämisse, dass zwar massenweise Verkehrsregeln gebrochen werden (vor allem Höchstgeschwindigkeit, Sicherheitsabstand und Überholverbote), dadurch aber in der Regel der Verkehrsfluss irgendwie aufrecht erhalten wird. Durch Platooning kann man zwar gewisse Alltagsverstöße legalisieren, indem beispielsweise der vorgeschriebene Sicherheitsabstand verringert wird, die Probleme werden dann jedoch andere sein. Das betrifft Auf- und Abfahrten (was passiert, wenn sich ein PKW zwischen die Kolonne klemmt, weil er abfahren will?) ebenso wie die Frage, ob LKW zum Platooning per Gesetz gezwungen werden können. Darf ein Fahrer, der es eilig hat, aus dem Platoon, das bergauf mit 60km/h unterwegs ist (langsamstes Glied in der Kette ein vollbelandener LKW), ausscheren und überholen? Wenn ja, würden in der Praxis wohl viele "Platoons" nur aus einem einzigen Fahrzeug bestehen.

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thorstenwege 13.10.2017, 09:04
5. LNG, nicht LPG

Im Artikel ist die Rede von Flüssiggas. Flüssiges Erdgas wird mit LNG abgekürzt (liquified natural gas). LPG steht fälschlicherweise im Artikel. Das bedeutet ‘liquified petroleum gas’ , also Propan oder Buthan als Restprodukt der Raffinageprozesse. Sollen die CO2 Reduktionsziele erreicht werden, kann das nur mit Hilfe von Bio-LNG geschehen. Es macht wenig Sinn den einen fossilen Energieträger durch einen anderen zu ersetzen. Leider ist nachhaltig produziertes Bio-LNG nicht ausreichend vorhanden um die gesamte LKW-Flotte im Langstreckenverkehr darauf fahren zu lassen. In wenigen Jahren wird es auch im Schwerlstverkehr zu einer gigantischen Elektrifizierung kommen, da die Batterietechniek sich exponenziell schnell entwickelt. Da die Stromerzeugung sich ebenfalls schnell umstellen wird auf Erneuerbare, können die Klimaziele erreicht werden.

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Kurt-C. Hose 13.10.2017, 09:04
6.

Zitat von smokyfields
....dass es bei diesem Mummenschanz vor allem darum geht, die Pfründe der LKW- Hersteller weiterhin zu sichern. Schließlich gibt`s schon seit langem die Bahn, wo "Platooning" schon seit Jahr und Tag sehr sicher stattfindet, wo die Lohnkosten für`s Fahrpersonal nicht 40 bis 50% betragen, wo es Container oder Cargobeamer gibt, wo aber auch über die Jahre massenweise Infrastruktur rückgebaut wurde, wo man einfach nur die unflexiblen Reglungen für den Betrieb ein klein weng modernisieren müsste, wo es endlich einmal mit der Mittelpufferkupplung weitergehen müsste. Dann könnten über lange Strecken Züge elektrisch fahren, sogar noch Energie beim Bremsen zurück speisen und im Nahbereich Elektrofahrzeuge die Verteilung übernehmen. Wem nützt es, das auf diesen Gebieten seit Jahren wenig passiert?
Sie haben offensichtlich noch nie versucht, Fracht mit der Bahn zu verschicken. Die Bahn ist erstens jetzt schon mit ihrem Frachtaufkommen vollkommen überfordert, und hat den Nachteil, dass sie bei Transport mit der Bahn zusätzlich trotzdem zwei Umladungen und zwei LKW-Transporte brauchen, wenn Sie nicht zufällig gerade Esatzteile der Bahn von einem Bahnhof zum nächsten schicken. Ihre Polemik ist deswegen vollkommen unangebracht.

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skeptiker97 13.10.2017, 09:34
7. Kein Platz mehr

Schon mal werktags tagsüber auf der A5 gefahren, so in der Gegend um das Walldorfer Kreuz? Da passt fast kein LKW mehr hin, egal wie er gesteuert wird. Oder in den modernen Häfen, wo riesige Containerschiffe in wenigen Stunden von meheren tausend Containern entladen werden müssen. Da ist weder Zeit noch Platz für rangierende LKWs. In beiden Fällen ist nur ein modernes Eisenbahnsystem die Antwort. Bahnstrecken ausbauen, neue bauen, Eisenbahn-Güterverkehr liberalisieren und die Speditionen müssen sich, ggf. gemeinsam, dort engagieren. Der LKW hat seinen Platz im Nahbereich. Autobahn mit Oberleitung ist m.E. nicht sinnvoll und schafft noch mehr Stau.

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st.esser 13.10.2017, 09:35
8.

Zitat von smokyfields
....dass es bei diesem Mummenschanz vor allem darum geht, die Pfründe der LKW- Hersteller weiterhin zu sichern. Schließlich gibt`s schon seit langem die Bahn, wo "Platooning" schon seit Jahr und Tag sehr sicher stattfindet, wo die Lohnkosten für`s Fahrpersonal nicht 40 bis 50% betragen ...
Dass bei der Bahn nicht 40-50% Personalkosten anfallen hilft nicht wirklich. Das bedeutet erst einmal nur, dass andere Kosten dominieren, und die Bahn ist in Summe nicht kostengünstiger als der LKW. Es sind viele wenig rentable Bahnstrecken stillgelegt worden, die ansonsten die Kostensituation der Bahn weiter verschechtert hätten.

Der Bau neuer Bahnstrecken für den Gütertransport (notwendige Kapazitätserweiterungen vorhandener Strecken, neue Ziele) wäre extrem teuer und langwierig, würde die Kostenbilanz weiter zu Lasten der Bahn ändern und sich höchstens über sehr lange Zeit amortisieren (was sich eine "privatisierte" DB nicht leisten kann).

Vielleicht wäre die strikte Trennung von Fahrweg und Bahnbetrieb eine Lösung, die auch endlich den privaten Bahnunternehmen eine faire Chance böte. Den Streckenunterhalt und -ausbau müsste dann eine Behörde oder (staatliche?) Betriebsgesellschaft leisten -- ob die sich wirklich an den Bedürfnissen der Kunden orientieren würde, müsste sich zeigen. Das ist aber eine rein hypothetische Überlegung, da politisch nicht gewollt.

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Hajojunge 13.10.2017, 09:51
9. Idiotische Karosserieform

Die ansteigende Gürtellinie mit sich nach hinten verkleinernden Fenstern ist gefährlich. Kein Wunder, dass immer mehr Radfahrer und Fußgänger beim Abbiegen übersehen und unter die Räder kommen.
Kameras können das Problem nur unzureichend entschärfen.

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