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Ratgeber Rad Brompton CHPT3 : Ein Renner im Handtaschenformat
Stefan Weißenborn

Das Brompton ist ein Klassiker unter den Falträdern und bei Pendlern sehr beliebt. Wer es eilig hat, konfiguriert es wie das Sondermodell CHPT3 sportlich - und nimmt dafür einen kleinen Nachteil in Kauf.

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stefan7777 15.08.2018, 06:21
1. Was stimmt hier nicht?

Irgendwas läuft falsch, überall in der Welt, also außerhalb Deutschlands finden sich viel interessantere Berichte über handliche E-Scooter oder PLEV und wir krallen uns auch medial fest an nostalgischen Klapprädern, der Braunkohle und Diesel Fahrverboten. Bei uns dürfen die Dinger noch nicht mal auf den Straßen bewegt werden ohne kurzzeitig auf der Wache zu landen oder wenigstens mit derben Strafen und Auto-Fahrverboten belegt zu werden. Was stimmt hier nicht?

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marcst 15.08.2018, 07:49
2. Bremsen für Festlandeuropäer seitenverkehrt

Die Bremsen sind genau so wie sie eigentlich an jedem Fahrrad sein sollten, nämlich so wie sie an jedem Motorrad und jedem Roller weltweit sind (egal ob Links- oder Rechtsverkehr). Die Vorderradbremse gehört nach rechts. Und das aus gutem Grund, weil weltweit 90% aller Menschen Rechtshänder sind, und deswegen mit der rechten Hand besser die wichtigste Bremse an einem Zweirad (vorne) dosieren können.
Warum also ist das hier bei den meisten Fahrrädern falsch rum? Weil die ersten Rennräder die Schaltung nicht wie heute am Lenker, sondern am Unterrohr hatten. Man musste also zum Schalten die Hand vom Lenker nehmen und an den Rahmen fassen. Es gab auch keine Index-Schaltung, sondern die Rennfahrer mussten den Hebel millimetergenau in die richtige Stellung bringen, sonst sprang der Gang wieder raus oder sogar die Kette runter. Um mit einer Hand noch bremsbereit zu sein, verlegte man bei Rennrädern die wichtige Vorderradbremse nach links (und die unwichtige Hinterradbremse nach rechts).
Und alle anderen Räder - Reiseräder, Geländeräder, Kinderräder - machten den Quatsch nach.
An jedem Rad was ich in die Finger bekomme wird das als erstes umgebaut. Damit man das gleiche Bremsgefühl hat wie bei jedem Motorrad - rechts ist die Vorderradbremse!

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jobie09 15.08.2018, 08:27
3. da fahre ich seit mehr als 40 Jahren ...

Zitat von marcst
Warum also ist das hier bei den meisten Fahrrädern falsch rum? Weil die ersten Rennräder die Schaltung nicht wie heute am Lenker, sondern am Unterrohr hatten. Man musste also zum Schalten die Hand vom Lenker nehmen und an den Rahmen fassen. ... Und alle anderen Räder - Reiseräder, Geländeräder, Kinderräder - machten den Quatsch nach.
da fahre ich seit mehr als 40 Jahren die verschiedensten Radtypen und habe diese Festlegung rechts/Hinterradbremse nie in Frage gestellt. Weil ich gar nicht wusste, was Sie so schön erläuterten, Danke dafür ! Auf jeden Fall habe ich durch die eigenen Kinder und deren Räder viel vom Trend zur Nachahmung bemerkt. Einem 10-12 jährigen Kind eine breite Designauswahl anzubieten, bei der allerdings (fast) alle Räder eine Federgabel vorne und manchmal auch sogar noch Hinterraddämpfung besitzen, ist bei Körpergewichten um 50 Kg unsinnig. Die von mir angesprochenen Händler rollen mit den Augen und erklären, dass der Kunde das so wünscht. Da ist eher von 24 oder 27 Gängen die Rede (die es ja effektiv nicht sind) - aber so gut wie nie von dem oft viel zu hohen Grundgewicht des Fahrrads. Und auch bei Beleuchtung sollte Nabendynamo und LED mit Standlichtfunktion vorne und hinten schon lange Standard sein. Wenn Sie auf einem Schulhof nach den Rädern sehen, werden Sie vermutlich eine hohe Zahl nicht verkehrssicherer Räder antreffen. Wartung gehört eben auch dazu und kann sogar weitestgehend selbst erledigt werden. Könnte man da nicht eine Projektwoche draus machen, kurz vor den großen Ferien ?

Falträder können auch andere, etwa Dahon - meines hat bei weniger als dem halbem Preis zum Brompton eine Nabenschaltung, einen Ständer, Licht. Und für über 2000€ Anschaffungspreis Flügelschrauben zu verbauen buche ich mal unter "very British" Aber es sind schon Unikate mit hohem Aufwand, die einem geneigten Publikum diesen Kurs wert sind. Schön, dass es sowas noch gibt !

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homann5 15.08.2018, 08:34
4.

Zitat von marcst
Die Bremsen sind genau so wie sie eigentlich an jedem Fahrrad sein sollten, nämlich so wie sie an jedem Motorrad und jedem Roller weltweit sind (egal ob Links- oder Rechtsverkehr). Die Vorderradbremse gehört nach rechts. Und das aus gutem Grund, weil weltweit 90% aller Menschen Rechtshänder sind, und deswegen mit der rechten Hand besser die wichtigste Bremse an einem Zweirad (vorne) dosieren können. Warum also ist das hier bei den meisten Fahrrädern falsch rum? Weil die ersten Rennräder die Schaltung nicht wie heute am Lenker, sondern am Unterrohr hatten. Man musste also zum Schalten die Hand vom Lenker nehmen und an den Rahmen fassen. Es gab auch keine Index-Schaltung, sondern die Rennfahrer mussten den Hebel millimetergenau in die richtige Stellung bringen, sonst sprang der Gang wieder raus oder sogar die Kette runter. Um mit einer Hand noch bremsbereit zu sein, verlegte man bei Rennrädern die wichtige Vorderradbremse nach links (und die unwichtige Hinterradbremse nach rechts). Und alle anderen Räder - Reiseräder, Geländeräder, Kinderräder - machten den Quatsch nach. An jedem Rad was ich in die Finger bekomme wird das als erstes umgebaut. Damit man das gleiche Bremsgefühl hat wie bei jedem Motorrad - rechts ist die Vorderradbremse!
In Bezug auf Rennräder mögen sie mit dem Grund für die Position der Bremsen Recht haben. Allerdings ist die Ursache bei allen anderen Rädern (und vielleicht tatsächlich auch bei Rennrädern) eine andere: Beim überwiegenden Teil der Menschheit ist die rechte Hand die dominante (Rechtshänder). In einer Gefahrensituation, in der der Körper auf Reflexe zurückgreift, wird so automatisch die rechte Hand (weil dominant) zum Bremsen genutzt. Das mag zunächst vernnftig klingen, hat aber einen kleinen Haken: Wird reflexartig gebremst, wird mit viel zu hoher Kraft gebremst - ein Sturz kann die Folge sein. Deshalb wird in aller Regel die Vorderradbremse auf der linken Seite platziert. Ein guter Fahrradhändler fragt den Kunden übrigens, ob er Rechts- oder Linkshänder ist.

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sam-berlin 15.08.2018, 08:42
5. Schlaglochsuchgerät

Zitat von marcst
Die Bremsen sind genau so wie sie eigentlich an jedem Fahrrad sein sollten, nämlich so wie sie an jedem Motorrad und jedem Roller weltweit sind (egal ob Links- oder Rechtsverkehr). Die Vorderradbremse gehört nach rechts. Und das aus gutem Grund, weil weltweit 90% aller Menschen Rechtshänder sind, und deswegen mit der rechten Hand besser die wichtigste Bremse an einem Zweirad (vorne) dosieren können. Warum also ist das hier bei den meisten Fahrrädern falsch rum? Weil die ersten Rennräder die Schaltung nicht wie heute am Lenker, sondern am Unterrohr hatten. Man musste also zum Schalten die Hand vom Lenker nehmen und an den Rahmen fassen. Es gab auch keine Index-Schaltung, sondern die Rennfahrer mussten den Hebel millimetergenau in die richtige Stellung bringen, sonst sprang der Gang wieder raus oder sogar die Kette runter. Um mit einer Hand noch bremsbereit zu sein, verlegte man bei Rennrädern die wichtige Vorderradbremse nach links (und die unwichtige Hinterradbremse nach rechts). Und alle anderen Räder - Reiseräder, Geländeräder, Kinderräder - machten den Quatsch nach. An jedem Rad was ich in die Finger bekomme wird das als erstes umgebaut. Damit man das gleiche Bremsgefühl hat wie bei jedem Motorrad - rechts ist die Vorderradbremse!
Schön, dass Sie zum Artikel bzw. zum darin vorgestellten "Fahrrad" nicht wirklich etwas zu sagen haben. Aber dafür weiß die Welt jetzt, wie Sie Ihre Bremsen montieren und alle anderen es einfach nicht kapieren. Danke.
Zurück zum Thema: Leider fehlt bei den Fotos das allerwichtigste: Eines, auf dem ein erwachsener Mensch auf diesem Spielzeugrad sitzt. Das sieht dann nämlich maximal albern aus. Mit 16 Zoll-Rädern muss man auch jedes Schlagloch umkurven, andernfalls verschwindet man darin. Man kann dieses "Gerät" aus meiner Sicht unter britischer Spleenigkeit verbuchen. Da fehlen nur noch das Tweedsakko und der Hipsterbart. Und wer 2000 Euro für dieses Rad-Origami ausgibt, muss sich finanziell definitiv keine allzu großen Sorgen machen. Aber schön, dass das Angebot an Fahrrädern so breit gefächert ist. Für jeden etwas dabei...

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varesino 15.08.2018, 08:58
6. Netter Artikel

Aber ist das nicht einfach nur Verkaufsförderung für ein überteuertes, überflüssiges Sondermodell?

Solche Artikel sollten als Werbung gekennzeichnet sein.

Ansonsten ist das Brompton in der Summe der Eigenschaften das wohl beste Faltrad auf dem Markt.

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suplesse 15.08.2018, 09:12
7. Vorteile überwiegen!

Das Brompton ist ein Rad, was man auf Reisen gut verstauen kann. Es erhöht die Flexibilität vor Ort. Auto am Stadtrand parken. Bike aus dem Kofferraum und los zum Termin. Keine Innenstadtstaus unter Termindruck. Auch mit der Bahn oder dem Bus geht es mitzunehmen. Mit Navi am Lenker sicher alles ohne Stress und Sucherei. Auf Schlaglochstrecken und ungepflegten Radwegen nur möglich mit viel Konzentration, sonst liegt man auf der Nase. Geht aber ganz gut, habe ich selbst probiert.

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ein-berliner 15.08.2018, 09:28
8. Tolles Spielzeug

Was ist eigentlich das "Systemgewicht" bei einem Fahrrad, 110kg bringen viele erwachsene Menschen auf die Waage.
Interessanter wäre eine Aussage über die Stabilität der Antriebsteile wenn ein Laienrennradfahrer mal unter Last in die Pedale tritt.

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Sibylle1969 15.08.2018, 09:47
9.

Zitat von homann5
In Bezug auf Rennräder mögen sie mit dem Grund für die Position der Bremsen Recht haben. Allerdings ist die Ursache bei allen anderen Rädern (und vielleicht tatsächlich auch bei Rennrädern) eine andere: Beim überwiegenden Teil der Menschheit ist die rechte Hand die dominante (Rechtshänder). In einer Gefahrensituation, in der der Körper auf Reflexe zurückgreift, wird so automatisch die rechte Hand (weil dominant) zum Bremsen genutzt. Das mag zunächst vernnftig klingen, hat aber einen kleinen Haken: Wird reflexartig gebremst, wird mit viel zu hoher Kraft gebremst - ein Sturz kann die Folge sein. Deshalb wird in aller Regel die Vorderradbremse auf der linken Seite platziert. Ein guter Fahrradhändler fragt den Kunden übrigens, ob er Rechts- oder Linkshänder ist.
Die Gefahr, durch zu heftiges Bremsen mit der Vorderradbremse zu stürzen, wird m.E. überschätzt. Ich war noch nie in einer Situation, in der das hätte passieren können. Stattdessen gibt es regelmäßig Situationen, in denen man sich wünschte, die Vorderradbremse wäre rechts angebracht, weil man nur mit einer Hand bremsen kann. Die Vorderradbremse hat die deutlich stärkere Bremswirkung, ich würde schätzen, dass 70-80% der Bremswirkung von der Vorderradbremse ausgehen.

Wenn ich z.B. bergab fahre und links abbiegen muss, dann muss ich mit links Handzeichen geben und gleichzeitig mit rechts mit der deutlich schwächeren Hinterradbremse bremsen. Das ist gerade mit dem Rennrad dann oft ganz schön heikel. Muss ich hingegen nach rechts abbiegen, dann geht das zur Not auch ohne Handzeichen.

Bei meinem Rennrad müssen demnächst die Bremsen erneuert werden, und dann habe ich vor, die Vorderradbremse nach rechts und die Hinterradbremse nach links zu vertauschen.

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