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Airbnb versus Luxushotels in Paris: Wie man sich bettet, so zahlt man
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Paris ist die Airbnb-Hauptstadt. Auf der Internetplattform bieten Privatleute nicht nur normale Wohnungen, sondern zunehmend auch teure Luxusappartments an. Das bringt die alteingesessenen Nobelhotels in Schwierigkeiten.

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MoorGraf 09.08.2015, 17:24
1. Steuerangriff?

na ja, faktisch glaub ich das nicht; wenn ich meine Wohnung auf AirBnB vermiete und damit 500€ einnehme (für 5 Nächte), zahle ich auf die 500€ eben Einkommenssteuer, je nach Steuerklasse 20-50%, macht also 100-250€

ein Hotel zahlt 20% MWSt (erspart mir die einzelnen Prozente, es geht nur um die Größenordnung), darf dafür aber eigene MWSt absetzen, also z.B. auf Baukosten, Bettwächse etc.; wenn die Hälfte der Kosten beim Hotel auf Lohn gehen, die andere Hälfte auf Personal bleiben effektiv 50€ MWSt von den 500€ übrig. 250 gehen auf´s Personal, dafür zahlt das Hotel 40% SV Beiträge (ja ja, nur die Hälfte, die andere Hälfte wird vom Lohn abgezogen, aber aus Sicht des Staates kommen von den 500€ eben 100€ als SV Beiträge an); macht das Hotel nach Abzug der Kosten für Lohn, Bau und Material Gewinn? vielleicht 100€? davon müsste das Hotel dann Einkommenssteuer (Gewerbesteuer) zahlen, liegt bei 30-50%, kommen also nochmal 30-50€ obendrauf, macht also 180-200€ Abgaben;

also im Vergleich zwischen Privatperson schneidet das Hotel bei der Staatsabgabe normalerweise nicht schlechter ab, zumal ich ja auch SV Beiträge entrichte, wenn ich nicht selber die Wohnung sauge etc...

Letztlich ist das nur ein weiterer Baustein von Shared Economy, wer seine Wohnung untervermieten möchte, trtitt damit in Konkurrenz zu den Hotels, aber das ist eigentlich ein anderer Markt: Hotels haben gescheites Frühstück, Check-In Schalter, Versicherungen bei Einbruch etc. und es wird maximal im Privatbereich Hotelgäste geben, die über AirBnB nachdenken.

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licorne 09.08.2015, 17:31
2. Die Share Economy

ist nicht mehr aufzuhalten. Mitfahrportale, Uber, Airbnb. Bei den horrenden Preisen in Paris können sich so auch Familien einen Ausflug in die Hauptstadt leisten und Wohnungsinhaber etwas dazuverdienen. Beiden ganz teuren Objekten übernachten Menschen, die sich frei bewegen möchten. Das bringt eher mehr Menschen nach Paris, die, die es sonst nicht bezahlen können oder die, die sich im Hotel unwohl fühlen. Am Ende des Jahres erhält der Vermieter von Airbnb eine Zusammenstellung der Einnahmen für die Steuererklärung. Mieter dürfen ihre Wohnung allerdings nicht ohne Genehmigung des Vermieters untervermieten.

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hansdampf01 09.08.2015, 17:53
3.

Zitat: "Amerikanische Gäste fürchten seit den Anschlägen vom Januar einen zunehmenden Antisemitismus in Frankreich - und reisen lieber woanders hin."

Sie meinen sicher jüdische Gäste, oder?

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Rotter 09.08.2015, 18:04
4. Ich vermisse,

wieviel das selbstlose Airbnb damit für praktisch nix verdient.

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sigma55 09.08.2015, 18:06
5. Für mich liest sich das

Wie der Vergleich zwischen Pest und Cholera. Dekadent und ziemlich daneben, allesamt.

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Turty 09.08.2015, 18:24
6. Interessant

"kommen weniger reiche Besucher aus diesen Ländern. Amerikanische Gäste fürchten seit den Anschlägen vom Januar einen zunehmenden Antisemitismus in Frankreich - und reisen lieber woanders hin" ... geht SPON davon aus, daß alle Amerikaner, die sich einen Urlaub in Paris leisten können, Semiten sind? Sehr interessant. Wenn ich das behaupten würde, sind mir Beschimpfungen als Antisemit sicher.

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mim 09.08.2015, 18:31
7. Droht jetzt die Luxushotelkrise?

Hoffentlich sind diese Hotels nicht systemrelevant! Oh mein Gott! Ich wusste immer, dass dieses Internet nur Probleme mit sich bringen würde.

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hup 09.08.2015, 19:11
8.

für das Abgreifen von Steuervorteilen und die Umgehung von gewerblichen Regularien. Gewerbliche spielen Private um ihre gewerblichen Pflichten zu umgehen. That's it. Darin besteht der ganze Kostenvorteil der Anbieter, minus eine Provision die an wenige Monopol-Portalanbieter abgeführt wird.

Das geht langfristig nach hinten los und wird auch recht schnell von den jeweiligen Gesetzgebern eingehegt bzw. unterbunden werden. Zu recht.

Den einzigen Vorteil sehe ich im Auslüften gewachsener Gewerbestrukturen, hier kann einiges vereinfacht und der Marktzutritt erleichtert werden. Ansonsten kann das Umgehen von Gesetzen zum Schutz von Konsumenten, die Gewerblichen aus gutem Grund auferlegt werden, nicht zum Vorteil der Konsumenten sein.

Bin gespannt wieviele Lohnsenkungen und Entlassungen im Hotelgewerbe es nach sich zieht, wenn Marktneulingen einfach ein nicht gerechtfertigter Kostenvorteil eingeräumt wird. Dazu kommt der Ausfall von Gewerbesteuer für die Kommunen. Wer den wohl ausgleichen darf?

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halitd 09.08.2015, 19:15
9. Das tut mir aber leid ...

für die Hotels. Ich glaube, das heißt Marktwirtschaft. Wird doch von allen gepredigt. Was heulen die Hotels jetzt rum? War doch lange genug Fettlebe mit völlig überzogenen Preisen bei bisweilen mäßiger oder noch schlechterer Gegenleistung. Das wünsche ich unseren Hotels auch, die nach der perfekte Lobbyarbeit mit der FDP die Preise weiter kräftig erhöht haben.

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