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Deutscher Student in China: "Ich wollte wissen, wie weit ich gehen kann"
Privat/ David Missal/ dpa

Dass China kein Hort der Pressefreiheit ist, wusste Austauschstudent David Missal, 24, schon vorher. Im Interview erzählt er, warum er trotzdem zu Menschenrechten recherchierte - und wie er damit seine Ausweisung provozierte.

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gekreuzigt 02.11.2018, 09:23
1. Total mutig.

Ein echter Held. Viele Chinesen werden ihm nacheifern.

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dasfred 02.11.2018, 10:20
2. Zu Nr.1 Mutig?

Die Zeit der Mutproben sollte mit dem Ende der Pubertät vorbei sein. Man kann das Thema auch aufgreifen, ohne jedes Risiko zu vernachlässigen. Blauäugig an ein Thema zu gehen, für das schon andere im Gefängnis gelandet sind, ist so mutig, wie ein Selfie an einer Klippe. Ihm hätte auch klar sein können, dass eine chinesische Hochschule nicht im Ansatz so frei ist, wie eine deutsche.

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gumbofroehn 02.11.2018, 10:38
3. Bestenfalls naiv.

So eine Aktion ist bestensfalls naiv und nur durch ein hohes Maß an Ignoranz zu erklären. Dieser junge Herr kann sich glücklich schätzen, dass die einzige Sanktion eine Nichtverlängerung des Studentenvisums war.
In China gibt es keine Pressefreiheit, das wussten wir vorher auch.

Wäre er an den Falschen geraten, der gerade ein Exempel an einem Ausländer hätte statuieren wollen, wäre er für einige Zeit im Knast verschwunden und die Botschaft / das Auswärtige Amt hätte ihn rauspauken dürfen.
Was kommt als Nächstes nach dem Studium? Fliegt er zum Feiern nach Riad und prostet den Sicherheitskräften am Flughafen mit einer Flasche Schnaps zu?

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vitalik 02.11.2018, 10:45
4.

Zitat von gekreuzigt
Ein echter Held. Viele Chinesen werden ihm nacheifern.
Wie kommen Sie zu dieser Einschätzung? Ich gehe nicht davon aus, dass diese Geschichte in China zu Primetime in den Staatsmedien gezeigt wird. So wie man den chinesischen Staat kennt, werden solche Geschichten aktiv unterdrückt. Es wäre naiv anzunehmen, dass der Chinesische Staat, der schon ganz andere Kaliber von Nachrichten unterdrückt hat, an diesem jungen Mann scheitern würde.

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ucr 02.11.2018, 10:55
5.

Einfach noch einmal das Interview richtig lesen. Der Mann dachte, die Recherche sei als Übung für sein Studium legitim. Im Übrigen können Sie davon ausgehen, dass er aufgrund seines einjährigen Aufenthaltes ziemlich genau gewusst hat, dass die Recherche ein Risiko ist. Im Übrigen wird er seinen Film fertig stellen und damit etwas verändern. Ich finde es bewundernswert, dass jemand sich für die Menschenrechte einsetzt und damit riskiert, nie wieder in das Land seines Interesses einreisen zu können. Neunmalkluge Dummschwätzer, die ihre Feigheit als Tugend verkaufen wollen, verändern gar nichts und sind einfach nur erbärmlich.
ucr

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gumbofroehn 02.11.2018, 12:40
6.

Zitat von ucr
[...] Im Übrigen wird er seinen Film fertig stellen und damit etwas verändern. Ich finde es bewundernswert, dass jemand sich für die Menschenrechte einsetzt und damit riskiert, nie wieder in das Land seines Interesses einreisen zu können. Neunmalkluge Dummschwätzer, die ihre Feigheit als Tugend verkaufen wollen, verändern gar nichts und sind einfach nur erbärmlich. ucr
Mitnichten wird er mit dem fertigen Film in China irgendwas verändern, denn die flächendeckende Zensur im chinesischen Internet wird zuverlässig verhindern, dass auch nur ein Chinese den zu Gesicht bekommt.

Was von Ihnen als Feigheit angesehen wird, ist das schlichte Urteilsvermögen über die Angemessenheit von Risiken.

Wie wir in dem Artikel ebenfalls erfahren, hat der junge Mann sich in seiner Ausbildung sehr umfangreich mit China beschäftigt (FSJ, Sinologie-Studium). Falls es das Ziel später als Journalist für deutsche Medien in China zu arbeiten, ist es gut möglich, dass er sich das mit diesem Stunt dauerhaft verbaut hat.

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ucr 02.11.2018, 13:11
7. @ gumbofroehn

… Unsinn! Natürlich wird der Film nicht in China, sondern in HK oder dem Ausland gezeigt und dort etwas verändern. Die Berichte von Amnesty werden übrigens auch nicht in China veröffentlicht, sind sie deshalb ohne Bedeutung?
Die Tatsache, dass der Student bewusst das Risiko eingeht, nicht mehr als Journalist in China Arbeiten zu können, macht seinen Einsatz umso ehrenwerter.
ucr

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seb_fornpost 02.11.2018, 13:16
8. Dem Schlussatz von ucr ist nichts hinzuzufügen

Zitat von gumbofroehn
Mitnichten wird er mit dem fertigen Film in China irgendwas verändern, denn die flächendeckende Zensur im chinesischen Internet wird zuverlässig verhindern, dass auch nur ein Chinese den zu Gesicht bekommt. Was von Ihnen als Feigheit angesehen wird, ist das schlichte Urteilsvermögen über die Angemessenheit von Risiken. Wie wir in dem Artikel ebenfalls erfahren, hat der junge Mann sich in seiner Ausbildung sehr umfangreich mit China beschäftigt (FSJ, Sinologie-Studium). Falls es das Ziel später als Journalist für deutsche Medien in China zu arbeiten, ist es gut möglich, dass er sich das mit diesem Stunt dauerhaft verbaut hat.
"Neunmalkluge Dummschwätzer, die ihre Feigheit als Tugend verkaufen wollen, verändern gar nichts und sind einfach nur erbärmlich. ucr"

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fvaderno 02.11.2018, 13:48
9. Leider wird es ein Traum bleiben

Er meint, dass wenn er über die Verfolgung dieser Menschen berichtet, sich etwas ändern kann.Aber bei diesem Parteiregime unter Winnie the Poo kann ich nicht daran glauben. Den Machthabern fehlt Empathie, sie haben nicht gelernt, sich in das Leid (und auch die Freude) anderer Menschen hineinzuversetzen.

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