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Ernährung als Ersatzreligion: Esst doch, was ihr wollt
Vanessa Rees

Lowcarb, vegan, glutenfrei: Die Frage, was wir essen, ist politisch und ideologisch aufgeladen. Ausgerechnet der Verzicht soll glücklich machen. Wo bleibt der Genuss?

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crazy_swayze 14.07.2017, 08:22
1.

Ich halte es schon länger so, dass ich einfach das esse, was mir Genuß bereitet.
Dieses ganze Low Carb, vegan etc. habe ich schon mal phasenweise ausprobiert - aber die dauerhaft schlechte Laune durch den Verzicht ist die eigentliche Qual.
Lieber esse ich was ich will, und bin zufrieden. Das ist für die Lebenserwartung besser, als verkniffen durch die Gegend zu laufen und sich selbst zu geißeln. Und die gelebte Zeit ist deutlich angenehmer.

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spon-1300107429234 14.07.2017, 09:01
2. Eine Meinung

Zum Glück gibt es mittlerweile eine immer größere Auswahl an veganen Speisen. Meine frühere Lieblingspizza: Salami. Lieblingsgericht ansonsten: Hamburger. Auch geliebt: Bacon.
Dann entschied ich mich so vegan wie möglich zu ernähren und habe nicht ein Mal Verzichtsgefühle bekommen, da zeitgleich sehr viel selbst gekocht wurde, was sehr viel besser schmeckte. Der Verzicht war eher etwas schwierig bei Käse, daher gönne ich mir selbst etwas Inkonsequenz und esse ab und zu gebratenen Ziegenkäse. Perfektionismus muss ja nicht das Ziel sein.

Beim auswärtigen Essen gibt es sehr gute vegane oder zumindest vegetarische Hamburger, bei denen ich dachte: Wie kann ich da irgendetwas vermissen? Dazu Süßkartoffelpommes. ~
Wenn manche meistens Fleisch essende Personen irgendwelche lieblos gewürzten Veggie-Würste mit Papphaut zum Grillen kaufen, ist es was anderes, als wunderbar knackig gebratener Räuchertofu zusammen mit butteriger Avocado und Mandelmus zuzubereiten. Es gibt so viel zu entdecken, wenn man nur offen dafür ist. Vielleicht weniger McDonalds aber mehr Peter Pane.

Eine Weltansicht, die Tiere schützt, den Planeten schont und bei korrekter Anwendung (wie bei allen Ernährungsformen) die Gesundheit des Menschen verbessert, finde ich als "Ersatzreligion" sehr viel sinnvoller als einer von anderen geformten Gottheit nachzueifern. Diese "Ersatzreligion" ist eine neue Welle der Aufklärung.
Erst wenn man hinter die Kulissen schaut, sich von jahrelanger Werbung/Gehirnwäsche befreit und merkt, dass z.B. fast alle größeren Kosmetikmarken Tierversuche (Nivea z.B.) machen oder wie Tiere nur aus Lust bis aufs kleinste emotional und körperlich ausgepresst werden, bekommt man Veränderungsimpulse. Anschließend lernt man nach und nach, was so schief läuft und was man selbst ändern kann wie ein Vokabular.
Sich aus den Fängen der Lobby zu befreien und ihnen lachend das Geschäft zu vermiesen macht Spaß.

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max-mustermann 14.07.2017, 09:20
3.

"McDonald's und Burger King unterboten sich jahrzehntelang beim Preis"
Äh wo soll das denn bitte gewesen sein ? Also in Deutschland ganz sicher nicht. Wenn ich mir ansehe was für Preise für ein unansehnliches, trockenes Pappbrötchen mit einem ebenfalls trockenem TK Fertigfleischling aufgerufen werden. Günstig ist jedenfalls anders.
Ansonsten ein guter Artikel.

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Charley Brown 14.07.2017, 09:40
4. Ernährung bei Arthrose

Arthrose gilt als unheilbar, nur als "linderbar". Pragmatisch allerdings haben Hunderte erlebt, dass sie ihre Arthroseschmerzen komplett los wurden, als sie auf quasi vergane Ernährung umstellten. Wen das interessiert kann mal googlen nach "Eiweißspeicherkrankheiten", "Prof. Dr. Lothar Wendt". Das ist hier kein kommerzielles Posting, da mit der Empfehlung "vegane" Ernährung niemand reich wird. Ich selbst bin meine Arthroseschmerzen auch völlig los geworden und nehme doch noch Milch in den Kaffee und esse ein Stück Kuchen, auch wenn da vermutlich ein Ei drin ist... also nicht dogmatisch... aber rotes Fleisch usw.... passé ... und ich vermisse es nicht!

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Newspeak 14.07.2017, 09:48
5. ...

Zitat von spon-1300107429234
[...] Es gibt so viel zu entdecken, wenn man nur offen dafür ist. Vielleicht weniger McDonalds aber mehr Peter Pane. Eine Weltansicht, die Tiere schützt, den Planeten schont und bei korrekter Anwendung (wie bei allen Ernährungsformen) die Gesundheit des Menschen verbessert, finde ich als "Ersatzreligion" sehr viel sinnvoller als einer von anderen geformten Gottheit nachzueifern. [...]
Es ist schoen, dass das fuer Sie funktioniert. Aber ich bezweifele, dass es das fuer alle tut. Zum einen wird die Ernaehrung nicht immer besser, nur weil man in einem Franchise Unternehmen das Fleisch weglaesst. Zum anderen muss man sich fragen, was es wirklich bedeuten wuerde, wenn von heute auf morgen alle Menschen vegan essen wollen wuerden. Ich glaube nicht, dass sich dadurch die Ausbeutung des Planeten sehr deutlich vermindert. Sie wird nur anders ablaufen. Das Beispiel Fisch oder Huhn zeigt es ja. Da wird Fisch empfohlen, weil er so gesund ist, oder mageres Huehnerfleisch, und heute haben wir zusammenbrechende Fischbestaende und Huehnerteilexport nach Afrika mit der Zerstoerung des dortigen Marktes, weil in Europa alle nur noch die Huehnerbrust essen wollen. Gut gedacht, aber verheerend in den Auswirkungen. Ich glaube, die Alternative ist eine ausgewogene Ernaehrung. Mit Fleisch, aber eben nicht jeden Tag.

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Don_Draper 14.07.2017, 10:01
6. Wenn jemand wie meine

11jährige Tochter sagt, sie ist Vegetarierin, weil ihr die Tiere leid tun, ok? Wenn mir aber Leute weiß machen wollen, das sie ja viele viel besser drauf sind, seit sie das sind.....naja. Fleisch ist doch nicht giftig und wenn, dann gilt immer noch der Spruch: Die Menge macht das Gift.

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intschutschuna 14.07.2017, 10:08
7. Sehr interessanter

http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-05/vegane-ernaehrung-essen-fleischersatz

Zeit-Artikel. Da wird endlich mal beschrieben, dass vegan nicht unbedingt gesund ist. Um die Eigenschaften von tierischen Produkten, sei des Ei oder Milch oder auch Fleisch zu imitieren, ist nämlich jede Menge Zusatzzeugs nötig, viele E-Nummern, Zucker und Geschmacksverstärker, sprich Chemie. Und ganz ehrlich, bevor ich einen Chemiebaukasten esse, dann doch lieber das natürliche, echte Produkt. Fleisch in guter Qualität und in Maßen, Fisch, Milchprodukte, Eier, viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Nüsse. Jeden Tag frisch gekocht/zubereitet. Dafür muss man sich zwar die Zeit nehmen und in der Küche stehen, aber soo zeitaufwendig ist es nun auch nicht. Und Spaß macht es auch. Und man wird weder fett noch bekommt man Herz-Kreislauferkrankungen oder Arthrose oder Diabetes o.ä. Wenn man sich auch noch ausreichend bewegt.

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outsider-realist 14.07.2017, 10:54
8. Ersatzreligion

Den Begriff Ersatzreligion höre ich immer wieder. Was hat das mit Religion zu tun, wenn ich rein aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen möchte? Bei mir gibt es eben keine Weihnachtsgans, Sonntagsbraten, Osterlamm oder Fisch am Karfreitag (so viel zum Thema Religion :-) .
Ich müsste schon mir Scheuklappen aufsetzen, wenn mir Fleisch ein Genuss bieten sollte. Das ist aber nicht meine Art. Ehrlich gesagt vermisse ich auch nichts und schlechte Laune habe ich auch nicht, weil bei mir die Beilage Fleisch fehlt.
Allerdings finde ich es bedauerlich, das viele Restaurants Fleisch mit den besten vegetarischen Zutaten anbieten, aber dann als "vegetarisch" nur Spaghetti mit Tomatensauce anbieten. Das ist eine Situation bei der ich manchmal den Mundwinkel nach unten ziehe. Hier besteht durchaus noch Nachholbedarf, dann wird die vegetarische/ vegane Küche auch akzeptiert.
Und nein.....veganes/vegetarisches Essen ist nicht mit einer Mangelernährung gleichzusetzen, wie Boulevardblätter wie die BILD versucht immer wieder in die Welt zu setzen.

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omop 14.07.2017, 10:57
9. So sind die Leute..

man sucht sich "Ersatzreligionen"...als da wären Klimahype, veganes Chemiefutter, Tierethik..
Es ist nun einmal ein Fakt, dass vegane Sachen nicht genauso schmecken wie "normales" Essen. Wer schon einmal einen veganen Kuchen gegessen hat, weiss wovon ich spreche. In einen Kuchenteig gehören Milch und Eier. Wer das weglässt bzw. mit "Ersatzzutaten" substituiert, bekommt eine "zähe,klebrige" Pampe, die einfach schlechter schmeckt.

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