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Erziehung: "Sie laufen uns aus dem Ruder"

Der Diplompädagoge Wolfgang Bergmann und der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff über die wachsende Zahl auffälliger Kinder, den Erfolg von Eltern-Ratgeberbüchern und ihren Streit über autoritäre Erziehungskonzepte

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eikfier 01.04.2009, 15:16
1. Also das Thema hat doch....

Zitat von sysop
Der Diplompädagoge Wolfgang Bergmann und der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff über die wachsende Zahl auffälliger Kinder, den Erfolg von Eltern-Ratgeberbüchern und ihren Streit über autoritäre Erziehungskonzepte
...mehr Beachtung verdient oder ist das nur die Inkarnation der elterlichen Sprachlosigkeit und - ich kriege keine Boni vom Spiegel.
Die ollen Griechen sagten zur Thematik: ho men dareis anthropos ou paideuetai oder so in etwa,was heißt:der nicht geschundene Mensch wird nicht erzogen.
Das finde ich zwar übertrieben,aber Bergmanns Liebe alleine reicht offensichtlich nicht aus. Während Winterhoff den Kindern wieder Grenzen aufzeigen und Versagungen ausprechen will,damit sich die außer Rand und Band geratenen 12-jährigen wieder für uns Erwachsene interessieren und ihre Defizite besser spüren und die Erwachsenen keine Kumpel sind; gefällt mir besser, wenn ich das alles richtig verstanden habe! Aber Glück gehört ganz gehörig auch dazu,von wegen:Pfarrers Kinder,Müllers Vieh,gedeihenselten oder nie....

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...ergo sum 01.04.2009, 15:52
2. was die Alten schon wußten

"Wenn Väter ihre Kinder gewähren lassen und sich vor ihnen geradezu fürchten,
wenn Söhne ohne Erfahrung handeln wollen wie die Väter,
sich nichts sagen lassen um selbstständig zu erscheinen;

Wenn Lehrer, statt ihre Schüler mit sicherer Hand auf den richtigen Weg zu führen,
sich vor ihnen fürchten und staunen das ihre Schüler sie verachten;
Wenn sich die Unerfahrenen den älteren Erfahrenen gleichstellen
und in Wort und Tat gegen sie auftreten;
Die Älteren sich unter die Jungen setzen und versuchen sich ihnen gefällig zu machen, indem sie Ungehörigkeiten übersehen oder gar daran teilnehmen,
damit sie nicht als vergreist oder autoritätsgierig erscheinen;

Wenn eine auf diese Weise verführte Jugend aufsässig wirdsofern man ihr auch nur den geringsten Zwang auferlegen will,
weil niemand sie lehrte die Gesetze zu achten ohne die keine Gemeinschaft leben kann;


- dann ist Vorsicht geboten !

Der Weg droht in die Tyrannei zu führen ! "

Platon 374 v. Chr.
in "Der Staat"

Nach exact diesem habe ich seinerzeit meinen Sohn erzogen, so wurde auch ich einst erzogen.

Die Ergebnisse sind durchaus vorzeigbar.

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reuanmuc 01.04.2009, 16:01
3. .

Zitat von sysop
Der Diplompädagoge Wolfgang Bergmann und der Kinder- und Jugendpsychiater Michael Winterhoff über die wachsende Zahl auffälliger Kinder, den Erfolg von Eltern-Ratgeberbüchern und ihren Streit über autoritäre Erziehungskonzepte
Pädagogik gibt es seit den Anfängen der Menschheit, ist also die älteste aller Wissenschaften, aber vernünftige Rezepte haben sie bis heute nicht gefunden. Also bleibt den Psychiatern die Reparatur.

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Simpso 01.04.2009, 16:17
4. Durchsetzung

"Bergmann: Die Gefahr besteht, dass beim Publikum hängenbleibt, es müsse sich gegenüber dem Kind durchsetzen"

Selbstverständlich muss man sich gegenüber dem Kind durchsetzen und eine klare Hierarchie aufbauen. Es werden nun einmal vorrangig die Kinder auffällig, die es nicht lernen durften sich in eine Gruppe zu integrieren, weil ihnen im Elternhaus keine Grenzen gezeigt wurden.

Grenzen zeigen heißt Grenzen durchsetzen, denn der Wille und die gute Absicht in der Erziehung sind unbedeutend. Einzig der Erfolg zählt und das heißt im Klartext "Hat das Kind das gemacht was ich wollte, z.B. Abends die Zähne geputzt, den Schulranzen gepackt, Zimmer aufgeräumt oder nicht?".

Hier versagen viele Eltern, weil sie befürchten sie würden die Zuneigung der Kinder verlieren, wenn sie sich durchsetzen. Dabei verlieren sie den Respekt wenn sie sich nicht durchsetzen und daraus entstehen zuerst die Prinzesschen und Prinzen und die werden später dann zu Tyrannen.

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eikfier 01.04.2009, 16:37
5. Richtig erfreulichl, dieser Auszug der politeia...

Zitat von ...ergo sum
"Wenn Väter ihre Kinder gewähren lassen und sich vor ihnen geradezu fürchten, wenn Söhne ohne Erfahrung handeln wollen wie die Väter, sich nichts sagen lassen um selbstständig zu erscheinen; Wenn Lehrer, statt ihre Schüler mit sicherer Hand auf den richtigen Weg zu führen, sich vor ihnen fürchten und staunen .....
...hat mich an der Wand meines jeweiligen Arbeitsplatzes überall auf der Welt jahrzehntelang begleitet, leider ist nur eines unserer Kinder so recht nach meinem und Platons Herzen "gelungen". Und ich hab`s Platon eigentlich nie verziehen (wenn auch aus seiner Sicht verstanden) , daß er die Demokratie sehr skeptisch sah und "seinen" Staat ausgerechnet von unpraktischen Philosophen geleitet wissen wollte...

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drefa 01.04.2009, 16:59
6. Machtvacuum

Zitat von Simpso
Hier versagen viele Eltern, weil sie befürchten sie würden die Zuneigung der Kinder verlieren, wenn sie sich durchsetzen. Dabei verlieren sie den Respekt wenn sie sich nicht durchsetzen und daraus entstehen zuerst die Prinzesschen und Prinzen und die werden später dann zu Tyrannen.
Sie fuerchten eher, dass sie sich strafbar machen und/oder das Jugendamt kommt. Viele Eltern lassen heute ihre Kinder allein schon deshalb einfach gewaehren.
Die Proponenten der antiautoritaeren Erziehung haben schlicht uebersehen, dass zu deren Durchfuehrung gewisse Befaehigungen seitens der Eltern vorliegen muessen. Die traditionelle Backpfeife konnte zwar nicht immer hoechsten ethischen Anspruechen genuegen, hatte aber zwei entscheidende Vorteile: sie benoetigte wenig Zeit und auch ein, uhm, nun sagen wir intellektuell weniger potentes Elternpaar/-teil vermochte sie anzuwenden. Das sind zwei Eigenschaften, die den antiautoritaeren Psychospielchen fehlen.
Weite Bevoelkerungsteile erziehen heute deshalb faktisch gar nicht mehr. Die eine Methode duerfen sie nicht mehr. Zur anderen sind sie nicht in der Lage. Das sich ergebende Vacuum ist unser Problem.

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Rainer Helmbrecht 01.04.2009, 17:02
7. 1. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!

Zitat von Simpso
...Hier versagen viele Eltern, weil sie befürchten sie würden die Zuneigung der Kinder verlieren, wenn sie sich durchsetzen. Dabei verlieren sie den Respekt wenn sie sich nicht durchsetzen und daraus entstehen zuerst die Prinzesschen und Prinzen und die werden später dann zu Tyrannen.
Es gibt einen, wenn ich mich recht erinnere, russischen Spruch, der da lautet, Erziehung wäre ganz einfach, wenn jeder die Kinder des Nachbarn erzöge.

Das schließt nämlich aus, dass der Erziehende geliebt werden will;o).

MfG. Rainer

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Blautopas 01.04.2009, 17:04
8. Vater & Sohn / Mutter & Tochter

Wenn ich mir die "Problem"-Kinder in meinem Umfeld anschaue, liegt die Ursache eindeutig bei den Eltern.

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Realo 01.04.2009, 17:09
9. Summerhill....

...war schon immer Quatsch !
Das habe ich schon 1969 als Schüler begriffen und war damit
ein krasser Aussenseiter zur vorherrschenden Meinung.

Meine Kinder sind ohne Schläge, aber konsequent erzogen worden. Wir sind stolz auf sie und sie auf uns !

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