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Fotos vom Erwachsenwerden: Ein letztes Mal frei sein
Darian Weiß

Kurz vorm ersten festen Job, kurz vorm ersten Kind: Mit Mitte 20 fühlt sich das Leben manchmal an wie auf Bewährung. Der Fotograf Darian Weiß liefert die Fotos dazu.

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Tecki04 07.06.2018, 15:53
1. Der Zahn der Zeit, die Bürde des Alltags

Um Himmelswillen, wie deprimierend. "diese Fotos, zeigen junge Menschen, wie sie ein vermeintlich letztes Mal frei sein können, bevor die Festanstellung, die Rentenversicherung oder das Reihenhaus die Kontrolle übernimmt".

Ich erinnere auch mein letztes Mal Freiheit vor der Festanstellung. War lustig. Seitdem war ich nicht mehr ausgelassen, auf keiner Party mehr, nicht mehr in öffentlichen Parkanlagen, Geschlechtsverkehr nur noch im Dunklen mit abgeschlossener Tür (wenn überhaupt noch). Spaß hatte ich auch keinen mehr und gucke an sich nur noch deprimiert auf einen imaginären Punkt vor mir auf den Boden. Als einzige Emotion meines Lebens erlaube ich mir in unbebachteten Momenten alle paar Monate mal ein kurzes "ach ja, damals",

Was für ein öder Artikel, was für austauschbare Fotos. Die guckt man sich an und hört dazu dann Songs von diesen greinenden Bands, die mit 26 eine romantische Vergangenheit besingen, die sie nie hatten. So alt kann ich gar nicht werden.

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stoffi 07.06.2018, 16:18
3. Frei

fühlte ich mich erst, als ich den ersten Job hatte, kaufen konnte, was ICH wollte, Kleidung tragen, die ICH wollte, nach Hause kommen , wann ICH wollte usw..

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erst_nachdenken 07.06.2018, 16:36
4. Treffend kommentiert

Zitat von Tecki04
Um Himmelswillen, wie deprimierend. "diese Fotos, zeigen junge Menschen, wie sie ein vermeintlich letztes Mal frei sein können, bevor die Festanstellung, die Rentenversicherung oder das Reihenhaus die Kontrolle übernimmt". Ich erinnere auch mein letztes Mal Freiheit vor der Festanstellung. War lustig. Seitdem war ich nicht mehr ausgelassen, auf keiner Party mehr, nicht mehr in öffentlichen Parkanlagen, Geschlechtsverkehr nur noch im Dunklen mit abgeschlossener Tür (wenn überhaupt noch). Spaß hatte ich auch keinen mehr und gucke an sich nur noch deprimiert auf einen imaginären Punkt vor mir auf den Boden. Als einzige Emotion meines Lebens erlaube ich mir in unbebachteten Momenten alle paar Monate mal ein kurzes "ach ja, damals", Was für ein öder Artikel, was für austauschbare Fotos. Die guckt man sich an und hört dazu dann Songs von diesen greinenden Bands, die mit 26 eine romantische Vergangenheit besingen, die sie nie hatten. So alt kann ich gar nicht werden.
Vielen Dank für Ihren Kommentar: Treffender hätte ich meine Reaktion auf den Artikel nicht formulieren können.

"Mit der ersten Festanstellung ist Ausgelassenheit und Spaß nicht mehr denkbar" könnte die irrige These lauten, die dem Ganzen zugrunde liegt. Als >40-Jähriger kann ich nur sagen: Das hängt ganz alleine von der Einstellung ab. Klar, ich feiere nicht mehr so exzessiv wie zuweilen zur Studienzeit und will das auch nicht mehr. Deswegen ist man noch lange nicht spassbefreit. Vielleicht "feiere" ich nun eher genussvoll denn überbordend. Dafür liege ich dann am nächsten Tag auch nicht mehr flach oder brauche allenfalls eine Ibuprofen-Espresso-Starthilfe.

Und die erste Festanstellung fand ich eine spannende Herausforderung und ich habe dort viel gelernt (und feiern konnte man immer noch!). Danach ging es zu einem anderen Arbeitgeber mit neuer Herausforderung und mehr Gehalt. Ob man einen öden Job annimmt oder nicht, liegt ganz bei einem selber. Sobald ein Job fad erscheint und mehr nervt als erfüllt, kann man sich doch nach was Neuem umschauen und sammelt so Erfahrung. Das Arbeitsleben per se als langweilig und einengend darzustellen, halte ich für verfehlt.

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jujo 07.06.2018, 16:57
5. ....

Alles hat seine Zeit!
"Gerne meiner Jugendzeit gedenk´ ich,
alle Glieder war´n gelenkig,
bis auf eins!

Jetzt bin ich alt und reif,
alle Glieder werden steif,
bis auf eins!"

Mir tun die Leute leid die ihre jugendliche Stum und Drangzeit nicht gelebt haben und genießen konnten.
Verdächtig waren mir damals schon und auch noch heute die "Berufsjugendlichen" von 50+ .

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ansv 07.06.2018, 17:31
6.

Der Fokus ist hier schon sehr klein. Meine Ziehtochter stand mit Mitte 20 kurz vor ihrem Handwerksmeister. Sind nur Studienabgänger fröhlich und frei?

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freeride4ever 07.06.2018, 18:13
7. ...

Der 2. Kommentar "Totaler Krampf" trifft es absolut. Was sollen das für fantastische Bilder sein? Das sind Bilder die jeder von uns aus seiner Studentenzeit hat. Was ist daran besonders? Logisch war das eine andere Zeit, aber ich bin mit jetzt 40 mehr als glücklich mit einem Leben, das aus mehr als Partyexzessen besteht. Alles zu seiner Zeit. Lebt euer Leben so, dass ihr immer frei seid und wenn ihr das nicht seid, reflektiert was falsch gelaufen ist!

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lachina 07.06.2018, 18:29
8. Wenn das nur stimmen würde....

der erste feste Job, das erste Kind..... ich habe eher den Eindruck, da hangeln sich junge Erwachsene von Praktikum zu Praktikum und der Partner, mit dem man Familie gründen könnte, ist auch nicht in Sicht..... Unfreiwillige Jugend sozusagen, verlängert bis ins Ungewisse....

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Ed Roxter 07.06.2018, 18:58
9.

Zitat von Tecki04
Um Himmelswillen, wie deprimierend. "diese Fotos, zeigen junge Menschen, wie sie ein vermeintlich letztes Mal frei sein können, bevor die Festanstellung, die Rentenversicherung oder das Reihenhaus die Kontrolle übernimmt". Ich erinnere auch mein letztes Mal Freiheit vor der Festanstellung. War lustig. Seitdem war ich nicht mehr ausgelassen, auf keiner Party mehr, nicht mehr in öffentlichen Parkanlagen, Geschlechtsverkehr nur noch im Dunklen mit abgeschlossener Tür (wenn überhaupt noch). Spaß hatte ich auch keinen mehr und gucke an sich nur noch deprimiert auf einen imaginären Punkt vor mir auf den Boden. Als einzige Emotion meines Lebens erlaube ich mir in unbebachteten Momenten alle paar Monate mal ein kurzes "ach ja, damals", Was für ein öder Artikel, was für austauschbare Fotos. Die guckt man sich an und hört dazu dann Songs von diesen greinenden Bands, die mit 26 eine romantische Vergangenheit besingen, die sie nie hatten. So alt kann ich gar nicht werden.
Auch ich stimme zu: Treffend formuliert, Chapeau.

Ich bin 31, seit meinem 25. Lebensjahr in Festanstellung, leite eine kleine IT-Abteilung...und kann kaum behaupten, dass diese Art von Spaß irgendwie vorbei wäre. Man trifft sich immer noch mit Kioskbier am Platz in der Altstadt, zieht um die Häuser, feiert die ein oder andere Nacht durch, liegt dann morgens am Flussufer und winkt der Sonne guten Morgen, tanzt auf Festivals den Pogo und putzt sich morgens die Zähne mit Korn...was ist diesbezüglich anders als zu Studienzeiten? Ich kann mir das alles ohne Probleme leisten - ist doch super!

Klar, das wird alles sukzessive ruhiger werden und abebben, aber ist dennoch vornehmlich eine Frage der Einstellung. Ich denke nicht, dass es ein Naturgesetz ist, dass mit dem Einstieg ins Berufsleben der Spaß, nicht einmal diese "studentische" Art des Spaßes, vorbei sein muss. Ein paar Umstände verändern sich natürlich hin zu mehr "Ernst", aber umso eher ist es doch schön, dazu einen Ausgleich zu schaffen.

Auf mich persönlich nicht zutreffend, aber im Bekanntenkreis durchaus vorkommend: Ab und an mal über die Stränge zu schlagen klappt sogar - wenn auch natürlich mit mehr Organisationsaufwand -, wenn man Nachwuchs hat, ohne dass dieser vernachlässigt würde.

Unter diesem Licht wirkt die Fotoserie aus einer ziemlich spießigen Sicht nostalgisch verklärt.

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