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Gefälschter Kilometerstand: Wie Autohändler den Tacho "justieren"
DPA

Jeder dritte Gebrauchtwagen hat einen gefälschten Kilometerstand. Der Betrug ließe sich leicht verhindern - wenn die Autokonzerne nur wollten.

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wolfi55 14.09.2017, 12:48
1. Es ist nicht so einfach, wie berichtet

Also bei meinem Auto wird der Kilometerstand alle 500km im Zündschloss gespeichert. Dort kann er nur erhöht oder ausgelesen werden. Wenn man das Kombiinstrument dazwischen verändert, zeigt es zwar weniger an, aber nur bis zur nächsten Synchronisation. Nur mit einem neuen Zündschloss (ca 800€) kann er gesenkt werden. Die Synchronisation unterbleibt, wenn dort der Wert 1,6 Millionen Kilometer eingetragen ist.

Ich würde mich glatt weigern, dass mein Kilometerstand an irgendwelche Behörden zu undurchsichtigen Zwecken übertragen wird.

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MeinIch 14.09.2017, 12:56
2. Was ein Unsinn das man die Kilometerstände nicht Fälschungssicher m k.

Beim alten Opel Senator B mit Digitaltacho ist bis heute keine Manipulation des Kilometerstandes möglich ohne das Komplette Kombiinstrument zu wechseln. Was den Gewinn entsprechend schmälert und eben auch wenig bringt wenn dan 10KM bei einem 10 Jahre alten stehen...

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Stefan_G 14.09.2017, 13:10
3. zu #1

Zitat von wolfi55
Also bei meinem Auto wird der Kilometerstand alle 500km im Zündschloss gespeichert. Dort kann er nur erhöht oder ausgelesen werden. Wenn man das Kombiinstrument dazwischen verändert, zeigt es zwar weniger an, aber nur bis zur nächsten Synchronisation. Nur mit einem neuen Zündschloss (ca 800€) kann er gesenkt werden. Die Synchronisation unterbleibt, wenn dort der Wert 1,6 Millionen Kilometer eingetragen ist.
Ich nehme mal an, Sie sind kein Hacker. Wenn also sogar Sie wissen, was man tun muss, um den Tachostand zu ändern (nämlich an zwei verschiedenen Stellen den gleichen, niedrigereren Zahlenwert einzuspeichern), dann wissen das "böse Buben" schon längst.

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Stefan_G 14.09.2017, 13:16
4. zu #2

Zitat von MeinIch
Beim alten Opel Senator B mit Digitaltacho ist bis heute keine Manipulation des Kilometerstandes möglich ohne das Komplette Kombiinstrument zu wechseln. Was den Gewinn entsprechend schmälert und eben auch wenig bringt wenn dan 10KM bei einem 10 Jahre alten stehen...
Ich habe vor 2 Jahren eine komplette Instrumenteneinheit für mein fast 19 Jahre altes Auto für'n Appel, sogar ohne Ei, ersteigert. Da ist tatsächlich ein noch niedrigerer km-Stand drin als meine (garantiert echten) 91 Tkm.
Ist für mich aber belanglos, entweder fahre ich ihn, bis er auseinander fällt oder ich verschenke ihn irgendwann. Wäre dann mein drittes altes Auto, das ich verschenkt habe.

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hup 14.09.2017, 16:00
5. Natürlich kann man das absichern wenn man will

Da der Wert des km-Zählers nur steigen kann könnte ohne Probleme z.B. in einem in das zentrale Steuerungsystem untrennbar integrierten Chip (also in einem möglichst teures Bauteil direkt auf dem Die der zentralen Steuereinheit - oder gar an verschiedenen Stellen der Motorelektronik) dafür vorgesehene Verbindungen z.B. alle 1.000 oder 10.000 km physisch durchbrennen und somit einen nicht aenderbaren (erniedrigbaren) Zähler schaffen. Wenn eine Diskrepanz zwischen den Chips festgestellt wird, wird periodisch eine Warnmeldung in den Fehlerspeicher geschrieben und der hoechste km-Wert notiert / angezeigt.
Wenn das senken der km-Zahl teurer wird (austausch diverser kompletter elektronischer Module) als der Betrug hat das automatisch ein Ende.
Das waere billigst machbar und nicht (mit einem Preisvorteil) manipulierbar.

Das könnte es schon lange geben.

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471148 14.09.2017, 19:03
6. Das Odium der Trickser und Fälscher

begleitete den KFZ Handel immer schon. Der schlechte Ruf eilte der Branche voraus.
Daher kommt auch der Spruch: "Würden Sie von einem Politiker einen Gebrauchtwagen kaufen?"

Neu ist, dass einige Politiker sich diesen Kreisen angeschlossen haben und der Justiz die Hände gebunden wurde durch laxe Gesetzgebung (Ordnungswidrigkeitengesetz anstelle Strafgesetzbuch). Spielregeln des Bonner Parlament und Berliner Parlamentes.
Damals wie heute wußten bestimmte Kreise sich der Rechtsstaatlichkeit auf perfide Art und Weise zu entziehen.

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wll 15.09.2017, 00:56
7. Kein Titel

Zitat von 471148
begleitete den KFZ Handel immer schon. Der schlechte Ruf eilte der Branche voraus. Daher kommt auch der Spruch: "Würden Sie von einem Politiker einen Gebrauchtwagen kaufen?" Neu ist, dass einige Politiker sich diesen Kreisen angeschlossen haben und der Justiz die Hände gebunden wurde durch laxe Gesetzgebung (Ordnungswidrigkeitengesetz anstelle Strafgesetzbuch). Spielregeln des Bonner Parlament und Berliner Parlamentes. Damals wie heute wußten bestimmte Kreise sich der Rechtsstaatlichkeit auf perfide Art und Weise zu entziehen.
Wie kommen Sie darauf, dass derlei Manipulationen nicht strafbar wären? Grundsätzlich fallen die im Artikel genannten Eingriffe am Wegstreckenzähler unter den §22b StVG, der zum sogenannten Nebenstrafrecht gehört, und hierfür eine Geldstrafe bzw. Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr vorsieht. Kann eine Täuschungsabsicht in Bezug auf einen Fahrzeugverkauf nachgewiesen werden (was allerdings häufig nicht gerade einfach ist), dann kommt auch der §263 StGB infrage. Dort liegt der Strafrahmen dann, je nach Fallkonstellation, bei fünf bzw. zehn Jahren.

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471148 15.09.2017, 16:13
8.

Vielen Dank für Ihren Hinweis , der voll ins Schwarze trifft.
Wo bleibt der Hinweis, dass es technisch möglich ist, die Tricksereien
wirksam zu verhindern.
Aber immer erst hinter die Fichte führen, um dann anschließend zu sagen: "Tut mir leid, dass wird sanktioniert." Als ob die Justiz nicht schon genug Arbeit hat nicht wahr ?
Vorbeugen statt sanktionieren wäre deutlich besser.
Die Verbrauchs- und Abgastricksereien sowie der Stand der Ermittlungsergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Es sollen die Straftäter geschont werden. Warte, warte noch ein Weilchen, dann geht ees vorbei.

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Velociped 12.10.2017, 00:07
9. Datenschutz

Die Kilometerstände aller Autos öffentlich zu machen, würde übers Ziel hinausschießen. Erst recht wäre eine komplette Reparaturhistorie ein Problem. Warum soll jeder - oder auch nur der Käufer ungefragt wissen, wann das Auto wie repariert wurde und vielleicht auch noch, wer damals der Halter war. Da gibt es inzwischen bessere Methoden.
Die Reparaturhistorie sollte verschlüsselt und mit einem Blockchain-Zeitstempel gesichert werden. Der Verkäufer kann dann den Zugriff darauf erlauben - oder nicht. Er kann jedoch nicht den Inhalt verfälschen. Niemand sollte beim Autokauf gezwungen werden können, offen zu legen, wann er oder sie wo gewohnt hat und wieviel er oder sie unterwegs war. Aber er kann gezwungen werden, wegen der Nichtoffenlegung einen geringeren Preis für das Auto zu erhalten.

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