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Gesundheitswesen: Sauber umgangen

Bis zu 40.000 Patienten jährlich sterben hierzulande durch fehlerhafte Krankenhaushygiene. Nun sollen die Gesundheitsminister einheitliche Regeln vorschreiben.

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R Panning 23.08.2010, 14:08
1. x

Zitat von sysop
Bis zu 40.000 Patienten jährlich sterben hierzulande durch fehlerhafte Krankenhaushygiene. Nun sollen die Gesundheitsminister einheitliche Regeln vorschreiben.
Und wir haben Angst vor Terroristen....

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paretooptimal 23.08.2010, 14:19
2. Sparzwang

Und wieso sterben so viele Patienten in Krankenhäusern? Weil an der Krankenhaushygiene auf Teufel komm raus gespart wird.

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mexi42 23.08.2010, 14:23
3. Die EUrokraten ...

Zitat von sysop
Bis zu 40.000 Patienten jährlich sterben hierzulande durch fehlerhafte Krankenhaushygiene. Nun sollen die Gesundheitsminister einheitliche Regeln vorschreiben.
sind gefordert. Überall wird zertifiziert, nur hier nicht.
Warum nicht?

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steso 23.08.2010, 14:30
4. der klassiker ...

Zitat von sysop
Bis zu 40.000 Patienten jährlich sterben hierzulande durch fehlerhafte Krankenhaushygiene. Nun sollen die Gesundheitsminister einheitliche Regeln vorschreiben.
um es ganz klar zu sagen: ich kann von hier aus nicht beurteilen, was die gründe für die verunreinigten infusionen sind. es ist eine tragödie, dass hierdurch 2 säuglinge sterben mussten.
nicht so beim spiegel: die schuldigen, den die gibt es immer ganz schnell bei SPON sind identifziert. ganz klar haben krankenhausleitungen - wissentlich - schmutzige scalpelle liefern lassen. natürlich weils billiger war. selbstverständlich hat, wie immer bei spiegel, die politik versagt. und, schließlich und letztlich, sind und waren personal nicht ausgebildet. Ja, so einfach ist die welt bei spiegel .... 2 bis 3 redakteure von euch an die schalthebel der macht in politik und wirtschaft und all dieses unsägliche leid hätte doch ganz schnell ein ende. oder aber: sachlich analysieren, was passiert ist und entsprechende maßnahmen ergreifen. wäre mein vorschlag. aber ich bin natürlich nicht so investigativ!

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gutebesserung 23.08.2010, 14:32
5. darfs was kosten?

eine breite gesellschaftliche diskussion über das kosten-nutzen-verhätlnis im gesundheitswesen ist lange überfällig.alle beteiligten rufen nach qualität und sicherheit, doch was sich die solidargemeinschaft leisten kann, sieht anders aus.
welche medizinische leistung soll für wenn wieviel kosten dürfen? welche risiken ist man bereit, zu tragen? dass bei beschränkungen von qualität und kosten (todes)opfer zu beklagen sind, sollte teil dieser diskussion sein.

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andrewsaid 23.08.2010, 14:33
6. Phama und Politik

ja, echt unfassbar. Das ist zwar schon echt lange bekannt, dass in Deutschlands Krankenhäusern katastrophale Zustände herschen aber jetzt wo es Babys getroffen hat, kommt es wieder mal ins Bewusstsein der Geldgeier aus Politik und Pharmaindustrie.
Wo in Krankenhäusern gespart wird, wird in der Pharmaindustrie geklotzt. Und das nicht zu knapp. Dabei verdient die PI in allen Bereichen unseres Lebens massig ab. Hauptumsatz ist wohl eindeutig die Massentierhaltung, danach der Otto-Normalkranke und dann irgendwann die Krebskranken bzw. MS und sonstige durch MTH ausgelöste Krankheiten.

Zum Glück haben schon so viele Länder international die Leine gezogen was die Massentierhaltung angeht. Ansonsten würden wir wohl in naher Zukunft ausgerottet sein. Und bis zur letzten Minute werden sich dann Phamaindustrie und Politik die Taschen vollstopfen.

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Civis2 23.08.2010, 14:36
7. Anmeldung des Hygieneinspektors....

Solange sich der Hygieneinspektor für Stichproben und sonstige Kontrollen anmeldet in Praxen und Krankenhäusern, solange wird sich da auch nichts ändern.
Es ist gang und gäbe, dass solche Kontrollen vorher angemeldet werden. Das Personal rennt dann rum und und putzt, desinfiziert, sterilisiert usw., wie noch nie, bzw. wie sonst nie.
Schon tagelang läuft der Hygienebeautragte durch die Stationen und relevante Abteilungen und schaut nach, ob alles ordungsgemäß erledigt wird. Aber eben auch nur zu solchen bevorstehenden Kontrollen.
Für regelmäßige Kontrollen durch den eigenen Hygienebaauftragten reicht das Personal nicht. Eine Hygienefachkraft ist macnhmal für vier Krankenhäuser, diverse Kinderheime und Seniorenheime verantworlich.
Wird dann eine Stichprobe gemacht, ist alles pikobello.

Es ist so ähnlich, wie wenn die Feuerwehr ihre Kontrollen macht. Da steht dann plötzlich nicht mehr in den Fluchtwegen und Gängen, die sonst als Abstellplatz dienen.

Wir haben hier in Deutschland wunderbare Gesetze, leider nutzen sie nichts, wenn nicht regelmäßig auf ihre Einhaltung geachtet wird.
Das würde ja Geld kosten - den Unternehmer (Krankenhaus) sowie den Staat. Lieber trägt man die Kosten für evtl. nosokominale Infektionen, das scheint billiger zu sein. Dass manchmal ein Menschenleben ausgelöscht wird, spielt in dieser Rechnung keine Rolle.

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smorb27 23.08.2010, 14:42
8. Das klingt doch eher nach Übertreibung

"Eine Studie der Weltgesundheitsorganisation kommt zu dem Schluss, dass sich 30 Prozent der Infektionen verhindern ließen."
Bezieht sich diese Zahlt der WHO denn explizit auf Deutschland ? Sicherlich lassen sich in Indien, Uganda und Sierra Leone in den Krankenhäusern viele Infektionen verhindern, aber ob diese hohe Zahl auch für Deutschland stimmt, hallte ich für sehr fragwürdig.

" Präventionsmaßnahmen. Dazu zählen regelmäßiges Händewaschen und desinfizieren, sorgsamer Umgang mit Lebensmitteln, ordentliche Gebäudereinigung und die richtige Entsorgung von Abfall".
Der Artikel liest sich jetzt so, als wäre es richtig schmutzig in Deutschen Krankenhäusern. Wer einmal in egal welchen Ausland war kann bestätigen, dass Deutschland wohl eines der besten Gesundheitssysteme der Welt hat, auch wenn jeder immer rum meckert. Probleme gibt es ja zum Beispiel auch, weil Krankenhäuser oftmals zu viel desinfizieren, und deswegen einige Krankheitserreger schon nicht mehr auf die Desinfektion reagieren. So etwas sollte in einem Beitrag über das Thema auch erwähnt werden, sonst ist das hier Bildzeitungs Niveau.

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roxal 23.08.2010, 14:46
9. Eine Infektion ist nicht gleich ein Behandlungsfehler

Zitat von sysop
Bis zu 40.000 Patienten jährlich sterben hierzulande durch fehlerhafte Krankenhaushygiene. Nun sollen die Gesundheitsminister einheitliche Regeln vorschreiben.
Dieses Thema wird IMHO falsch angegangen.
Tatsache ist, daß die postoperative Infektion schon immer eines der Hauptkomplikationen eines Eingriffs ist. Jegliche Hygiene- und Sterilisierungsmassnahmen haben das Problem nur eingedämmt, aber nie komplett beendet.
Es kann jedem passieren, egal wie gründlich die Hygiene ist, daß ene schwerwiegende Infektion an offenen Körperstellen auftritt. Hier grundsätzlich fehlerhafte Hygiene verantwortlich zu machen verkennt einfach die Tatsache, daß eine 100%-ige Eliminierung von Erregern nicht möglich ist-ein einziges überlebendes Bakterium reicht aus.
Im Gegensatz zu früher, wo jeder 2., der die OP überlebte, an der Infektion starb, hat man durch die geltenden Standards 99,9% der Infektionen verhindern können. Aber den restlichen 0,01% ist zum gegenwärtigen Stand der Dinge nicht mehr beizukommen- die asymptotische Kurve nahe, aber nicht gleich Null ist nicht mehr zu verbessern.
Insofern spiegelt die Zahl 40000 wohl eher die Gesamtzahl der Infektionen mit tödlichem Verlauf wieder.
Im übrigen habe ich bei allen Beteiligten, wo immer ich gearbeitet habe, die Hygiene als sehr ernst genommene Notwendigkeit erlebt. Ausserdem gibt es sowohl interne als auch extern zu meldende Statistiken die auch regelmäßig überprüft werden. Hat ein Krankenhaus z.B. ungewöhnlich viele Infektionen im Vergleich zum Rest wird sehr genau geprüft, woran das liegen könnte.
Es ist einfach unfair, per se mangelhafte Hygiene zu unterstellen, wenn man gegen den statistischen Rest genauso wenig tun kann wie gegen diejenigen, die eine Grippewelle nicht überleben- das sind auch statistisch ganz wenige, summieren sich aber auch jedes Jahr in die Tausende. Keiner käme auf die Idee, hier nur Behandlungsfehler als Ursache zu vermuten.

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