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Karriere in Südkorea: Wie nordkoreanische Flüchtlinge in Seoul zu Stars werden
Maria Feck

Jedes Jahr fliehen Hunderte Nordkoreaner nach Südkorea. Sie passen sich schnell an, machen oft Karriere, werden im Fernsehen zur Schau gestellt. Trotzdem bleiben sie häufig in ihrer Vergangenheit gefangen.

spiegelschaf 12.04.2018, 23:41
1. Interessant; Klischees, Traurigkeit und Hoffnung

Sehr interessanter Artikel! Das Geflohene ein solches Leben und Aufmerksamkeit "genießen" wusste ich nicht. Gut finde ich auch den Crashkurs. Sollten wir hier auch machen.

Bezeichnend und mit Wiedererkennungswert die Menge der Geflohenen (!) und immer mehr die Gründe in Neugier und dem nicht mehr abgeschottet sein zu finden. Wie gegen Ende der DDR.

Traurig, wie leer sich Nara offenbar fühlt, wenn ihr Leben nur noch aus Schönheitswahn, Aufmerksamkeitswahn, Handy-/Internetsucht und teeniegleichem "WillSchauspielStarwerden" besteht.

Stark, mutig und Öffnung gibt Pyung, der sich all dem versagt und seine und die anderer Geflohenen lieber die eigenen, wahren, ungefilterten Geschichten bietet und so entgegen Klischees und Zurschaustellung Vorurteile abbaut und ein Zusammenwachsen zwischen Did und Nord fördert.
Das wird für Korea extrem wichtig sein, wenn irgendwann hoffentlich die Wiedervereinigung ansteht. Mehr vergangene Zeit und größere Gegensätze werden dies schwer machen.
Und alles wegen dem Stellvertreterkrieg von anderen Großmächten.

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peter-k 12.04.2018, 11:20
2.

Im Artikel steht nicht, dass die allermeisten dieser Shows Tränendrüsengeschichten fördern, um nicht zu sagen fordern. Denn das kommt am besten beim Publikum an. Da war mancher, der seine Geschichte mal so richtig ausschmückte, um Publikumsliebling zu werden.
Der Eingliederungskurs ist eigentlich auch nur begrenzt sinnvoll. Es gibt einen Sprachkurs und grundlegendes, z.B. wie man einen Automaten bedient, oder mit einer Karte bezahlt, und die Miete.

Freunde oder Familie bekommen die Nordkoreaner dort kaum. Außer mit anderen Nordkoreanern. Die christlichen Kirchen stürzen sich auf diese Leute. So manche Kirche ist Sonntags voll von einsamen Nordkoreanern. Meiner Meinung nach nutzen die seelische Notlage der Menschen aus.
Die meisten der Flüchtlinge sind jungen Leute und davon wieder die Mehrzahl junge Frauen. Es fliehen jedes Jahr mehr wie damals über die Deutsche Grenze. Ja, das müsste eigentlich doch auch mal jemanden auffallen. Es ist zwar ein gewisses Risiko da, aber alles andere als schwer. Eigentlich braucht man nur die Grenzer zu bestechen.

So mancher wird dem Leben in Südkorea nach 2 - 3 Jahren überdrüssig und möchte wieder zurück. Ehrlich gesagt, ich würde das auch wollen. Wenn Nordkorea nur etwas mehr persönliche Freiheit zuließe und ganz sicher auch ohne Internet. Südkorea ist kein gutes Land.

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