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Kriminalität: "Die Schule soll bezahlen"

Mit Molotowcocktails und einem Beil wollte der Schüler Georg R. an seinem Gymnasium in Ansbach möglichst viele Menschen töten. Jetzt muss sich der Amokläufer vor Gericht verantworten.

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Core Dump 21.04.2010, 10:45
1. Aha, die Sache ist klar...

...Counterstrike ist Schuld.

Huch, hatte der Taeter etwa mit 3D-Shootern gar nicht sonderlich viel am Hut? Ich dachte Computerspiele sind an Amoklaeufen Schuld, zumindest erzaehlen die (Lokal- und Provinz-)Politiker das immer. Kann es sein das das Problem ganz woanders liegt?

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georg_müller 21.04.2010, 10:51
2. Die Sache ist doch klar.

Der Grund, das sowas immer wieder passiert liegt ja ganz klar an Killerspielen, Black Metal und den Songtexten von Bushido.
Mit Demütigungen, Versagensängsten, Mobbing oder Bullying können solche Vorfälle eigentlich nix zu tun haben.
Eindrucksvoll wird so eine Geschichte in "Rückkehr ins Kinderseelen-KZ" geschildert.
Vielleicht helfen ja Ganztagsschulen. Dann haben die Kinder nicht soviel Freizeit um auf dumme Ideen zu kommen.

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distributer 21.04.2010, 11:07
3. Guter Artikel...

ein sehr guter Artikel und auch sehr objektiv gehalten. Mich wuerden auch die wahren Gruende fuer solche Taten interessieren.

Was in diesem Artikel einmal anders ist als sonst:
1. nichts ueber Counterstrike oder andere "Killerspiele", die einen Mitschueler toeten lassen
2. nichts ueber das Internet und/oder "Suizid subersiven" Untergrundorganisationen

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amb1 21.04.2010, 11:16
4. Und ich dachte schon als Sportschütze, endlich mal ein ausgewogener Artikel

Zitat von sysop
Mit Molotowcocktails und einem Beil wollte der Schüler Georg R. an seinem Gymnasium in Ansbach möglichst viele Menschen töten. Jetzt muss sich der Amokläufer vor Gericht verantworten.
Doch SPON konnte es nicht lassen:
Zitat aus dem Artikel:
"Interessant scheint jedoch die Tatsache, dass es wohl - wenn auch unbewusst und indirekt - dem Vater von Georg R. zu verdanken ist, dass es am 17. September keine Toten gab. Denn er, bei dem Georg R. zuletzt wohnte, war jahrzehntelang als Sportschütze in einem Verein aktiv gewesen. Seine Waffen und die Waffenbesitzkarte hatte der Frühpensionär jedoch bereits vor längerer Zeit zurückgegeben."

Hier wird erstens mal wieder indirekt unterstellt, dass 1. ansonsten der Sohn ungehinderten Zugang zu Schusswaffen gehabt hätte, deswegen ja auch die laut PKS im Subpromille liegende Zahl von Straftaten mit legalen Schusswaffen, Amokläufe mit Schusswaffen in Deutschland sind übrigens auch an einer Hand abzuzählen, und das bei alleine 2 1/2 Millionen legalen Waffenbesitzern, von den Millionen Haushalten in Deutschland mit illegalen Schusswaffen mal ganz abgesehen; 2., und das finde einfach schon fast "kriminell", die durch diese Aussage getätigte Verharmlosung von Brandbeschleunigern und vor allem Stichwaffen.
Letztes Wochenende ist in Marl gerade wieder ein Jugendlicher durch eine Stichverletzung umgebracht worden, auch ohne Schusswaffe. Die Verletzung und Tötung durch Stichwaffen unter Jugendlichen ist das Problem Nr.1 in Deutschland, nicht der Besitz von Schusswaffen. Wann wird das endlich mal von den Medien thematisiert? Und wann wird endlich mal die einfache Frage gestellt, warum es in den 70er und 80ern keine Amokläufe von Jugendlichen mit Schusswaffen gab, obwohl die Waffen damals oftmals offen in den Wohnungen rumlagen? Ist das vielleicht eher eine "Modeerscheinung" der jetzigen jungen Generation? Wann wird das Thema Amoklauf endlich mal in der Öffentlichkeit sachlich und ehrlich diskutiert, um zukünftige Amokläufe zu vermeiden.
Sind Schusswaffen endlich in privater Hand verboten, ändert sich nichts. Der Artikel sagt es ja genau so.
Dann werden halt andere Mittel eingesetzt.
Übrigens, der Besitz von Schusswaffen war eine Errungenschaft der bürgerlichen Revolution, schon vergessen?

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john mcclane 21.04.2010, 11:24
5. .

Zitat von georg_müller
Der Grund, das sowas immer wieder passiert liegt ja ganz klar an Killerspielen, Black Metal und den Songtexten von Bushido. Mit Demütigungen, Versagensängsten, Mobbing oder Bullying können solche Vorfälle eigentlich nix zu tun haben.
Ist das Ihr Ernst? Das kann ja wohl nicht wahr sein! Sie behaupten also allen Ernstes, das es bei Kindern und Jugendlichen keine psyschischen Macken verursacht, wenn man sie über Jahre Tag für Tag systematisch ausgrenzt und erniedrigt? Wenn sie nach der Rückgabe von Klassenarbeiten auf dem Schulhof ausgelacht werden, weil sie wieder nur ne FÜnf haben? Wenn sie morgens ins Klassenzimmer kommen, und jeder sagt: "Da kommt der Idiot"? Wenn die Mistsau, die links und rechts von ihnen sitzt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Schulsachen wegzieht (Taschenrechner in Mathe, Stift in Deutsch, etc.). Wenn sie im Sportunterricht Absichtlich in keine Mannschaft gewählt werden, vom Lehrer nachher zwangsweise in eine Mannschaft gesteckt werden, und diese im Chor aufstöhnt?

Ich könnte hier noch tagelang sitzen und solche Beispiele aufzählen und ich wär dann noch lange nicht fertig. Solche Erlebnisse generieren puren Hass auf die Akteure. "Black Metall" (jou, de fiesen Satanisten dürfen ja nie fehlen) kann in einigen Fällen als Verstärker wirken, aber der Auslöser ist er definitiv nicht.

Und kommen Sie mir nicht mit Ihrer Lebenserfahrung oder ähnlichem Stuß, ich weiß nämlich verdammt noch mal, wovon ich rede...

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Stefan Albrecht 21.04.2010, 11:24
6. Guter Artikel

Zitat von sysop
Mit Molotowcocktails und einem Beil wollte der Schüler Georg R. an seinem Gymnasium in Ansbach möglichst viele Menschen töten. Jetzt muss sich der Amokläufer vor Gericht verantworten.
Im Satz "Langman unterteilt die Schul-Amokläufer in drei Gruppen: psychotische, traumatisierte und psychopathische. Der Experte konstatiert: "Schul-Amokläufer sind keine normalen Jugendlichen. Es sind Jugendliche mit schweren psychischen Störungen. Diese Tatsache wird oft übergangen oder bagatellisiert."" steht eigentlich alles. Und weder Polizei noch sonstige öffentliche Institutionen haben auch nur die geringste Chance zu erahnen, wer ein potentieller Amokläufer ist, nicht zuletzt, weil es Leuten mit Narzißtischen Störungen auch oft perfekt gelingt sich als normal in der Öffentlichkeit zu präsentieren.
Die einzigen, die Verdacht schöpfen könnten sind die nöchsten Verwandten, Vater, Mutter oder Geschwister. Aber nur mit viel viel Glück, wenn ein Fall sich anbahnt.
Wie man hingegen hier sieht, hilft es sehr wohl, entgegen der Behauptung einiger Waffennarren, wenn die Waffengesetze scharf sind und befolgt werden.

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aldente 21.04.2010, 11:31
7. Doch!

Zitat von Core Dump
...Counterstrike ist Schuld. Huch, hatte der Taeter etwa mit 3D-Shootern gar nicht sonderlich viel am Hut? Ich dachte Computerspiele sind an Amoklaeufen Schuld, zumindest erzaehlen die (Lokal- und Provinz-)Politiker das immer. Kann es sein das das Problem ganz woanders liegt?
Niemand hat behauptet, dass die ALLEINIGE Schuld für Amokläufe bei Computerspielen liegt.
Aber dass es gewisse Korrelationen zwischen solchen (geplanten) Gewaltverbrechen und gewaltverherrlichenden Computerspielen gibt, das ist doch offensichtlich!

Ein psychisch labiler Mensch kann sich mit solchen Spielen noch mehr in seine Gewaltphantasien hineinsteigern, kann sie konkret durchspielen!
Ich würde nicht behaupten, dass die Amokläufe in der Vergangenheit (Erfurt, Winnenden) alle nicht stattgefunden hätten, wenn es diese Spiele nicht gäbe. Aber so mancher junger Mann hätte vielleicht nie diesen unheilvollen Weg beschritten, wenn diese gewaltverherrlichenden Spiele ihn nicht ein Stück weit darauf gelenkt hätten!

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GM64 21.04.2010, 11:31
8. Seine Weltanschauung erinnert an Nietzsche

vielleicht sollte man sich mal ansehen, was er so gelesen hat.
Aber wenn der Mensch sehr einsam ist, wird er Größenwahnsinnig.
Beim Psychiater war auch mal ein kleiner Junge, der stets meinte alles besser zu können als die anderen. Er hatte auch einen kleineren Bruder. Vielleicht war es ja wie Kain und Abel.
Das Minderwertigkeitsgefühl kommt nicht von ungefähr. Auch der Mangel an Empathie, wird wohl eine Folge der mangelnden erlebten Empathie sein.
War wohl viel zu lange alleine, dass er sich so vorbereiten konnte.
Wenn man die Artikel bei SPON ließt, dann fragt man ich schon, ob es in der Gesellschaft überhaupt noch Menschen gibt, die zur Empathie fähig sind.

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RealSim 21.04.2010, 11:34
9. Vorsicht

Zitat von john mcclane
Ist das Ihr Ernst? Das kann ja wohl nicht wahr sein! [...] Und kommen Sie mir nicht mit Ihrer Lebenserfahrung oder ähnlichem Stuß, ich weiß nämlich verdammt noch mal, wovon ich rede...
Ich glaube Ihr Ironiedetektor ist kaputt.

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