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Künstliche Intelligenz: Wenn Roboter zu Kollegen werden
Jan Robert Dünnweller/ UNI SPIEGEL

In Zukunft können Roboter auch klassische Akademikerjobs machen, glauben Experten. Können die Maschinen gute Kollegen sein - oder nehmen sie uns die Arbeit weg?

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marcus-manta 05.01.2017, 12:44
1. 1000 Fragen und keine Antwort

Der Artikel enthaelt 1000 offene Fragen und es faellt auf, dass nur diejenigen optimistisch ueber KI sind, die augenblicklich und in naher Zukunft ihr Geld damit verdienen.

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grumpy53 05.01.2017, 12:47
2. alles, was machbar ist, wird auch gemacht

wollen wir nicht vergessen, wir leben im Kapitalismus. Also unterliegt alles der Gewinnmaximierung - und letztendlich damit der Sicherung der Machtverhältnisse. Und bevor aufgeheult wird, nein, ich suche nicht nach Mitteln, den Heizer auf die E-Lok zurück zu holen. Ob aber die verschwindenden Arbeitsplätze dazu führen, dass ein bindungsloses Grundeinkommen kommt, von dem man nicht nur existieren kann, sondern auch leben (was Teilnahme an kulturellen und politischen Entscheidungen und Entwicklungen betrifft, so braucht es mehr), warten wir es ab. Ich sehe die Gegenmacht noch nicht, die dafür sorgen wird, dass Menschen die Maschinen kontrollieren und nicht umgekehrt. Eher sehe ich die Maschine, das System, die künstliche Intelligenz, die kontrollieren und letztendlich mitentscheiden wird, ob und wer in dieser digitalen Welt noch Platz hat und wer halt (selbst schuld) durchs Raster fährt. Alle sind begeistert, was Technik heute kann. All der Fortschritt! Mir vorzustellen, dass alte Menschen von Robotern versorgt werden, die programmiert sind, die Tabletten richtig abzuzählen und mit einlullender Stimme Guten Morgen sagt, finde ich entsetzlich. Wenn eintönige, ungesunde und schlecht bezahlte Arbeit von Robotern übernommen werden kann, finden das erst mal alle gut. Nur: wir können nicht alle Akademiker sein. Nicht jeder ist Dipl. Ing oder Informatiker. Wer, aus vielerlei Gründen, ob es nun Alter, Bildungsgrad oder Eignung einen einfacheren Arbeitsplatz braucht, der fällt (siehe oben selbst schuld?) durchs Raster. Und haben wir Arbeitnehmerinnen genug Macht und Kompetenz, um diese digital gesteuerte Arbeitswelt mitzugestalten?

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leo19 05.01.2017, 12:49
3. Schwierig wird die Umstellung der Einkommen und Renten,

Weil die bisher auf der Arbeit und dem Arbeitslohn basieren. Wenn Kollege Roboter mitzahlt und das bedingungslose Grundeinkommen kommt, sollte es gehen. Aber bis dahin braucht es viel Bewegung in den menschlichen Köpfen. Wo sind die Vorschläge der Linken? Sozialdemokraten?? Von den konservativen Beschützern der Kapitaleigner ganz zu schweigen.
Auch die Wähler sind noch nicht soweit, sonst bekämen die Altparteien und die Populisten keine Stimme!!

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vox veritas 05.01.2017, 12:56
4. Wertfreie Anmerkungen

In aller Kürze:

1. Roboter werden niemals die gleiche Kreativität wie Menschen haben. Da fehlt einfach so etwas wie Fantasie und Träume.
2. Der Mensch bezieht aus seinen Tätigkeiten und aus seiner Arbeit auch seine persönliche Identität. Keine Arbeit, keine Identität.
3. Nicht jeder hat die Fähigkeit ein Akademiker / Forscher / Intellektueller / Künstler zu sein.
4. In Anbetracht des globalen Bevölkerungswachstums sehe ich bei zunehmender Automatisierung der Arbeitswelt ziemlich schwarz.
5. Robotik ist für die Menschheit (global) per se keine Lösung.

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Horatio Caine 05.01.2017, 13:03
5. In einer Welt, in der jeder über Digitalisierung redet,..

..aber die digitale Infrastruktur, die Einrichtung von EDV, deren Anbindung, Performance und Zuschnitt für fachliche Kernaufgaben - gerade auch in Deutschland - , nach wie vor sehr zu wünschen übrig lässt, aber findige Angestellte diese Mankos jeden Tag intuitiv ausbügeln können und müssen, ist es absolut müßig über KI und Roboter zu sprechen.

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leihmatze 05.01.2017, 13:11
6. Genau

Ich arbeite seit Jahren mit Computern in der Finanzbuchhaltung und kann Ihnen versichern, dass bei konsequenter Anwendung schon heute der klassische Buchhalter Geschichte ist. In den letzten 10 Jahren sind alle Arbeiten des Tagesgeschäfts automatisierter geworden. Wenn dieser Vorgang abgeschlossen ist werden auch Leute wie ich, die von ihrem Prozessverständnis leben überflüssig sein. KI schafft keine Arbeitsplätze, sie vernichtet sie.

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kassandra21 05.01.2017, 13:17
7. Umdenken erforderlich

Wenn unsere Gesellschaft Arbeit weiterhin als unabdingbar definiert, also als absolut notwendig zum Verdienst eines reinen Lebensunterhalts, werden Maschinen und gerade höher entwickelte KI immer nur eine Konkurrenz zum Menschen sein. Der Kollege ist nur so lange einer, bis er alles weiß. Dann wird Robbi mein Nachfolger.

Eine Steuererklärung kann von einer KI gemacht werden. Die KI kennt die Gesamtheit der Gesetze. Sie vergißt nichts. Auf der Gegenseite prüft eine KI beim Finanzamt, macht ihren digitalen Daumen drunter - und der Durchschnittsverdiener kriegt sogar noch 500 Euro extra raus. Weil die KI eben mehr weiß und cleverer ist. Prima.

Es sei denn, man ist eben Finanzbeamter oder Steuerfachangestellte. Die muß sich drei Wochen in neue Gesetze einarbeiten. Die KI gibt sich ein Update fürs nächste Steuerjahr. Fertig.
Was verdient also der Durchschnittsverdiener dann noch? Eben.

Wenn sich KI tatsächlich in solche Bereiche entwickelt, werden wir um ein BGE nicht herumkommen. Ein echtes. Keine Experimente mit 300 Beteiligten oder einer Summe von 400 Euro pro Monat. Denn das reicht entweder zum Essen oder Wohnen, aber nie beides. Ein BGE muß für die Essentialia hoch genug sein. Den basismäßigen Lebensunterhalt eben.

Denkt unsere Gesellschaft nicht um und die Politik erst recht nicht - man schaue sich Herrn Oettinger an - dann werden KI-Systeme immer eine disruptive Technologie bleiben und sich niemals durchsetzen. Denn dann werden sie vorher angezündet.

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vox veritas 05.01.2017, 13:26
8. Anmerkungen - Teil 2

In aller Kürze:
1. Roboter werden niemals die gleiche Kreativität wie Menschen haben. Da fehlt einfach so etwas wie Fantasie und Träume.
2. Der Mensch bezieht aus seinen Tätigkeiten und aus seiner Arbeit auch seine persönliche Identität. Keine Arbeit, keine Identität.
3. Falls zunehmend "einfache" Tätigkeiten wegfallen und Menschen nur noch höherwertig arbeiten sollen: Nicht jeder hat die Fähigkeit ein Akademiker / Forscher / Intellektueller / Künstler zu sein. Zunehmende Bildung bzw. Qualifikation sind eher keine Lösung, wenn die persönliche Eigenschaften dafür fehlen. Wie viele Akademiker / Forscher / Intellektuelle / Künstler braucht eigentlich?
3a. Keine Identität, Langeweile, individuelle Unterforderung oder auch Überforderung bergen ein ziemlich hohes Konflikt- und letzendlich Agressionspotential.
3b. In Asien und Afrika sind ziemlich viele Menschen arbeitslos, weil die Wirtschaft nicht schnell genug mitwächst. Krisenherde gibt es dort leider zuhauf.
4. In Anbetracht des globalen Bevölkerungswachstums sehe ich bei zunehmender Automatisierung (Effizienzsteigerung) der Arbeitswelt ziemlich schwarz.
5. Robotik ist für die Menschheit (global) per se keine Lösung.

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n.wemhoener 05.01.2017, 13:27
9.

Die Entwicklung ist nicht neu. Dennoch - man hört es nicht - das Wort "Arbeitszeitverkürzung", weder von den Regierenden, noch von den Gewerkschaften.

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