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Muslim Boubakeur über Benedikt XVI.: "Ein Neuanfang ist nötig"
AFP

Was hat das Pontifikat von Benedikt XVI. für den Dialog zwischen Christen und Muslimen gebracht? Der deutsche Papst war viel zu altmodisch in seinem Verständnis des Islam, kritisiert Dalil Boubakeur, führender Muslim in Frankreich: "Er hat kein positives Wort für unseren Glauben gefunden." Dalil Boubakeur im Interview zur Papstwahl - SPIEGEL ONLINE

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DerNachfrager 28.02.2013, 18:10
1. Ach nee...

Das ist wirklich gemein !

Wo doch sämtliche Oberhäupter des Islam in der arabischen Welt täglich das Christentum loben und im Namen der Religionsfreiheit den Neubau von Kirchen fordern.

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Hugo_Habenichts 28.02.2013, 18:12
2. Toller Mann,

dieser Herr Boubakeur. Bitte bringen Sie mehr von diesem toleranten, aufgeklärten Mann. Insbesondere sein Aufruf für die Anerkennung des Rechts auf Religionsfreiheit, auch und gerade in Saudi-Arabien, den dürfen Sie den Leuten nicht vorenthalten.

Dass war Satire ... weiter mit der Sendung mit der Maus.

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Neurovore 28.02.2013, 18:16
3.

Zitat von Dalil Boubakeur, führender Muslim in Frankreich
"Er hat kein positives Wort für unseren Glauben gefunden."
Warum sollte er auch? Benedikt ist zwar ein erzkonservativer und erzreaktionärer Papst gewesen, aber positive Worte für eine totalitäre Ideologie, die Andersgläubige verfolgt und Apostaten mit dem Tode bestraft würden dann doch eine zu weite Reise in die Vergangenheit des Christentums erfordern...

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freelucky123 28.02.2013, 18:16
4. Warum ...

Sagt dieser Mensch, dass er es richtig findet wenn Menschen sich von Worten "provozieren" lassen. Und warum ist die höfliche, zurückhaltende Art eines Papstes, der zuerst zuhört Zeichen von Herkunft und Erziehung? Und ist diese schon ein ein Makel? So wird das auch und vor allem von muslimischer Seite nichts mit einer Annäherung.

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atech 28.02.2013, 18:16
5. kein Dialog möglich

Zitat von sysop
Was hat das Pontifikat von Benedikt XVI. für den Dialog zwischen Christen und Muslimen gebracht? Dalil Boubakeur: "Er hat kein positives Wort für unseren Glauben gefunden... Mir kam es vor wie ein Rückschritt auf jene Frühzeit, als die christliche Kirche den Islam als Irrglauben verurteilte."
ich bezweifle, dass ein neuer Papst, egal wer das sein mag, dem säkularen Religionsverständnis folgen wird, nach der alle Religionen gleichberechtigt sind, nach dem jeder Bürger das Recht hat, sich aus den vorhandenen Religionen eine ihm genehme auszuwählen - oder alle Religionen abzulehnen.

Die drei abrahamitischen Religionen sind sich noch nicht einmal in ihrem Gottesbild einig. Und während Jesus für die Juden ein falscher und für die Muslime ein wahrer Prophet Gottes war, ist er für die Christen ein Teil ihres dreieinigen Gottes. Eine Vorstellung, die sowohl Juden als auch Muslime als Blasphemie ablehnen. Für Juden und Muslime ist Gott eine Entität, von dem der Mensch sich keine Vorstellung machen darf, machen kann, da Gott größer ist als alles, was der Mensch sich ausdenken könnte. Für Christen dagegen ist Gott eine Person bestehend aus Vater-Sohn-Heiliger Geist.

Wo soll da Gemeinsamkeit herkommen? Durch die gemeinsame Ablehnung der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmungsrechte der Frau (die auch die orthodoxen Juden, aber nicht die reformierten Juden vertreten), der Ablehnung der Homosexualität, des Rechtes der Kinder auf religiöse Selbstbestimmung?

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forumgehts? 28.02.2013, 18:25
6. Die

Zitat von atech
ich bezweifle, dass ein neuer Papst, egal wer das sein mag, dem säkularen Religionsverständnis folgen wird, nach der alle Religionen gleichberechtigt sind, nach dem jeder Bürger das Recht hat, sich aus den vorhandenen Religionen eine ihm genehme auszuwählen - oder alle Religionen abzulehnen. Die drei abrahamitischen Religionen sind sich noch nicht einmal in ihrem Gottesbild einig. Und während Jesus für die Juden ein falscher und für die Muslime ein wahrer Prophet Gottes war, ist er für die Christen ein Teil ihres dreieinigen Gottes. Eine Vorstellung, die sowohl Juden als auch Muslime als Blasphemie ablehnen. Für Juden und Muslime ist Gott eine Entität, von dem der Mensch sich keine Vorstellung machen darf, machen kann, da Gott größer ist als alles, was der Mensch sich ausdenken könnte. Für Christen dagegen ist Gott eine Person bestehend aus Vater-Sohn-Heiliger Geist. Wo soll da Gemeinsamkeit herkommen? Durch die gemeinsame Ablehnung der Gleichberechtigung und der Selbstbestimmungsrechte der Frau (die auch die orthodoxen Juden, aber nicht die reformierten Juden vertreten), der Ablehnung der Homosexualität, des Rechtes der Kinder auf religiöse Selbstbestimmung?
ganzen monotheistischen Religionen sind ein Rückfall in die Barbarei. Die antiken Götter waren viel menschlicher!

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atech 28.02.2013, 18:29
7.

Zitat von Hugo_Habenichts
dieser Herr Boubakeur. Bitte bringen Sie mehr von diesem toleranten, aufgeklärten Mann. Insbesondere sein Aufruf für die Anerkennung des Rechts auf Religionsfreiheit...
auch der Vatikan versteht unter Religionsfreiheit nur das Recht, den katholischen Glauben ausüben zu dürfen oder zum katholischen Glauben übertreten zu dürfen und beklagt nur die Verfolgung von Katholiken in aller Welt. Niemals würde der Vatikan für das Recht der Menschen eintreten, aus der katholischen Kirche auszutreten, zur evangelischen Kirche überzuwechseln (der B16 das Recht absprach, "Kirche" zu sein) oder gar zu einem anderen Glauben überzutreten. Da sind sich die Religionsführer in der Verdammung der Apostaten einig. Nur weltliche Strafen für Apostasie kann nicht mehr jeder Religionsführer aussprechen. Und das ist gut so.

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friedrichii 28.02.2013, 18:35
8.

Zitat:

"Nur wenn keine Glaubensrichtung einseitig bevorzugt wird, existieren die Vorraussetzungen für eine wahre Demokratie und ein konfliktfreies Miteinander"

Das ist natuerlich richtig. Doch in welchem islamischen Staat ist das der Fall ?
Bereits wenn in der Verfassung enthalten ist, dass sich die Rechtssprechung nach der Scharia richten muss, ist das bereits nicht mehr gegeben. Von Strafbarkeit der Apostasie usw. ganz zu schweigen.
Nein, ein neuer Papst nutzt da gar nichts - da muss erst einmal der Islam Aenderungen an seinen eigenen Grundlagen vornehmen.

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Reduktionsleiter 28.02.2013, 18:36
9.

Der Papst scheint den den Islam und den Koran gut zu kennen. Das ist auch der Grund, warum er dieser Religionsideologie nur sehr zögerlich begegnet. Er weiß, dass im Koran das Ziel vorgegeben ist, den Isalm bis in den letzten Winkel der Welt zu verbreiten und überall die Scharia einzuführen. Da im moslemischen Verständnis der Koran das reine Wort Gottes (Allahs) enthält, sind diese Vorgaben für jeden gläubigen Moslem absolut zwingend.
Benedikt XVI. kann als Oberhaupt der Katholischen Kirche und als denkender Mensch solche Bestrebungen nicht begrüßen. Insofern zeigen die Äußerungen von Herrn Boubakeur deutlich, dass er weit weniger vom Christentum versteht, als Papst Benedikt über den Islam.

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