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Protokoll einer Schwangerschaft: "Das ganze Kind hat so viele Fehler"

SPIEGEL-Redakteurin Sandra Schulz ist im vierten Monat schwanger, als sie erfährt, dass ihr Kind das Down-Syndrom haben wird. Es bleibt nicht die einzige Diagnose. Soll ihr Kind leben oder sterben?

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hagz 26.08.2017, 11:20
1.

Wahnsinnig bewegende Geschichte, Frau Schulz. Vielen Dank für Ihren Mut, sie zu teilen. Alles Gute!

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multimusicman 26.08.2017, 11:49
2. .... mir fehlen eigentlich die Worte während die Tränen

fließen..... nur Eines: sie haben sich für das Leben ihrer Tochter entschieden und damit das wertvollste getan, was Menschen tun können.
Ich wünsche Ihnen viele gemeinsame Tage und Jahre mit Marja :)).... selbst später Vater von Zwillingsmädchen

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ratius 26.08.2017, 12:58
3. Vielen lieben Dank Frau Schulz

für die zutiefst bewegende Schilderung des gefahrvollen Wegs ihrer Tochter Marja hinein in unsere Welt. Auch mich rührte sie zu Tränen und "Mutter wünscht Maximalversorgung" bereitet mir beim Zitieren erneut Gänsehaut. Welch mächtiges Wesen wuchs da zart und verletzlich in ihrem Bauch. Es bewegte Sie sein Leben mit aller Macht zu schützen.
Danke auch für den Blick hinein in die Menschen um Sie herum, Familie, Freunde, Ärzte, Therapeuten.
Da ich selber Vater bin, haben Sie mich auch in mich hinein blicken lassen.
Ich hoffe in Ihrem Buch auch mehr über ihn,
Marjas Vater, Ihren Mann "Wir treiben doch eh nicht ab" Christoph zu erfahren.
Noch einmal vielen Dank viele Grüße und ein schönes, langes, glückliches Leben
Frank Kaumanns

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phiami 26.08.2017, 13:15
4. Sehr ehrlich und mutig

Liebe Sandra Schulz, vielen Dank für so viel Mut an ein nicht "angepasstes" und "vernünftiges" Leben sondern eine Entscheidung aus Liebe! Herz siegt über Kopf, davon kann sich jeder eine dicke Scheibe abschneiden, denn solche Menschen machen das Leben auf dieser Welt schöner! Vielen Dank und weiterhin viel Mut!

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wolfgang76 26.08.2017, 13:18
5. Vielen Dank!

Liebe Frau Schulz,

auch hier einfach nur ein tief empfundenes Dankeschön für diese wundervolle und unglaublich bewegende Schilderung. Habe viele Tränen geweint - und das passiert mir nur selten beim Lesen von Artikeln.
Ich wünsche Ihnen dreien auf Ihrem weiteren Lebensweg alles nur erdenklich Gute!
Werde meinem Bruder, der auch das Down Syndrom hat, nicht davon erzählen. Er wird aber merken, dass ich ihn jetzt noch (ein kleines Stück) lieber haben werde.
Viele Grüße,
Wolfgang

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meineSchwester 26.08.2017, 13:37
6. meine Schwester mit Down Syndrom

ein sehr bewegender Artikel. Beim Lesen schwankte ich zwischen Mitgefühl und großer Wut. Wut auf all die Ärzte und sog. Freunde, die meinen, nur ein perfektes und "selbst-bestimmtes" Leben sei lebenswert. Ich bezweifle, dass überhaupt irgend einer von uns wirklich "selbst-bestimmt" lebt. Wir unterliegen doch alle in allen Lebensbereichen einer gewissen Fremdbestimmung. Der heutzutage vorherrschende Zwang zur Optimierung in jeder Hinsicht, angefangen beim Selbst, entmenschlicht unsere Gesellschaft zunehmend.
Auf der einen Seite wird "bunte Vielfalt" und Diversität gefordert und gefeiert, auf der anderen Seite wird ganzen Gruppen von Menschen, die "anders" sind, das Recht auf Leben abgesprochen. Das ist doch ein totaler Widerspruch!
Ich bin "die kleine Schwester" von einer Frau mit Down Syndrom, die vor 3 Jahren mit fast 59 Jahren verstorben ist. Meine Schwester hat innerhalb ihrer Möglichkeiten ein glückliches, erfülltes Leben geführt: geliebt in unserer Familie, geborgen in der WG mit anderen behinderten Menschen, in der sie ab ihrem 42. Lebensjahr lebte, mit Arbeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen (im Urlaub hat sie die Arbeit immer vermisst), mit Freunden und vielen Festen! Sicher war es besonders für unsere Eltern oft ein schweres Leben, denn in den 50er Jahren gab es praktisch keine Unterstützung für betroffene Familien. Meine Schwester hatte auch gesundheitliche.Probleme, sie hatte einen angeborenen Herzfehler und litt ab ihrem 40. Lebensjahr an epileptischen Anfällen.
Durch ihre unverstellte, liebevolle Wesensart hat sie das Leben vieler Menschen in ihrem Umfeld tief berührt und bereichert. Ich bin froh, dass sie meine Schwester war, mein Leben wurde durch sie schöner, tiefer und reicher. Sie bleibt immer in meinem Leben und in meinen Gedanken.
An ihrer Trauerfeier haben übrigens über 100 Menschen teilgenommen.

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swenschuhmacher 26.08.2017, 13:50
7.

Das ist eine sehr schwere Entscheidung, die einem niemand abnehmen kann. Für Außenstehende liest es sich natürlich positiv, wenn das Kind dann auf die Welt kommen durfte.
Schade allerdings, dass der Artikel mit der Geburt endet. Ich hätte schon noch gerne gewusst, ob sich die schlimmen Befürchtungen der Ärzte bewahrheitet haben, viele Operationen nötig waren, oder ob sie doch "ein normales Kind mit Down-Syndrom" geworden ist. Das Buch werde ich trotzdem nicht kaufen. Vieles kann natürlich immer noch passieren, etwa dass der Mann abhaut und lieber noch gesunde Kinder mit anderen Frauen zeugt.
Natürlich kann man auch verstehen, dass sie mit 39 Angst hatte, keine weitere Chance auf eine Schwangerschaft zu haben. Ich frage mich, wie die Entscheidung 10 Jahre früher ausgesehen hätte?
Sicherlich hängt die Entscheidung auch damit zusammen, aus welchen Gründen man Kinder haben will. Wer ein Kind will, mit dem man angeben kann, das die Familientradition fortführt oder das einen im Alter pflegen und unterstützen kann, der wird sich sich eher für einen Abbruch entscheiden.

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christinee. 26.08.2017, 14:56
8. Sehr wichtiger Artikel!

Vielen Dank für diesen Artikel! Ich als Mutter eines behinderten Kindes habe viele der von Ihnen beschriebenen Situationen in ähnlicher Form erlebt, insbesondere, was manche Kommentare der "Mitmenschen" anbelangt. Ich finde es schlimm, dass man sich rechtfertigen muss "so ein Kind" auf die Welt bringen zu wollen. Ich bin froh, dass wir vorher nicht wussten, dass unser Sohn behindert ist. Bei uns waren alle prä-Tests unauffällig. Trotzdem mussten wir uns später anhören, ob wir ihn denn bekommen hätten, wenn wir es gewusst hätten. Ich kann die Frage nicht beantworten, weil ich zum Glück nicht wie Sie in der Situation war so eine weitreichende Entscheidung treffen zu müssen. Sie haben meinen tiefen Respekt. Ich bin aber froh, dass unser Sohn lebt, meine Ehe ist nicht zerbrochen und wir sind glücklich. Es ist nur anders als gedacht. Ich hoffe, dass Ihr Artikel manchen Menschen die Augen öffnet, was den Wert des Lebens angeht. Manche Menschen vergessen, dass Nicht-behindert-sein keine Leistung ist, sondern pures Glück und dass sich das jederzeit ändern kann. Dass manche Menschen einfach das Pech hatten bereits sehr früh in ihrem Leben eine Beeinträchtigung zu haben, schmälert nicht ihren Wert.

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mauro.frigerio 26.08.2017, 16:49
9. Kleine Gegengeschichte

Ich bin Vater eines fünfjährigen Sohnes. Ein Kind, dass ich mir innigst gewünscht hatte, während seine Mutter eher pragmatisch "nur" Mutter werden wollte. Ein zweites Kind hat sie später abgetrieben, kein Reden und Zureden konnte sie umstimmen... In diesen Tage verlasse ich die gemeinsame Wohnung und meinen geliebten Sohn, die Scheidung wird folgen. Ich bewundere Sie, Sandra, genauso wie Christoph. Ihr zeigt mir auf wunderbare Weise, was im Leben und im Leben zweier Menschen wirklich zählt - und was eben gerade nicht. Ich und viele andere stehen auf der Verlierer Seite - nicht Ihr, und schon gar nicht Marja. Viel Glück und herzlichen Dank. Mauro

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