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Schäuble und Frankreich: "Es ist nicht meine Aufgabe, Großzügigkeit zu gewähren"
Steffen Jaenicke / DER SPIEGEL

Finanzminister Wolfgang Schäuble unterstützt Frankreichs neuen Präsidenten Macron - aber nicht dessen Forderung nach mehr Geld aus Europa. Jedes Land müsse dafür sorgen, dass es selbst stärker wird.

think-twice! 13.05.2017, 09:16
1. Macron will und wird keine Reformen umsetzen

Die Franzosen rufen nach Besitzstandswahrung und nicht nach Reformen. Wäre ja noch schöner, mehr 35 als Stunden zu arbeiten oder gar nach 62 in Rente zu gehen, Im Durchschnitt gehen Franzosen sogar mit 56 in Rente. Und nein, natürlich wird die hohe Staatsquote bleiben, es sind ja seine Wähler. Macron wird Besitzstände wahren und will diese von Deutschland finanzieren lassen, einschliesslich der exorbitanten Kosten der ex-Kolonien und Überseeterritorien. Druck auf Deutschland baut er als heimlicher Präsident des Club Med auf. Die Spd / Grünen sind da ganz auf seiner Linie- ein weiterer Grund Schulz/Gabriel Grüne nicht zu wählen.

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Dustinthewind 13.05.2017, 11:04
2. Großzügigkeit des Staates? Wo der Staat JEDENFALLS großzügig ist ...

Tatsächlich sollten die momentan prall gefüllten Steuersäckel nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zukunft teuer wird:

*die Beamten wollen auch im Ruhestand gut versorgt werden (60 % der letzten Bezüge versus 1000 Euro für den Durchschnittsrentner), daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern, vermutlich, weil die Politiker ebenfalls Pensionen beziehen ...

*Bayern baut gerade seine Polizei aus - mit der Begründung, es müsse etwas für die bedrohte Sicherheit getan werden ....

*der Bund steht vor einer gigantischen Pensionierungswelle ...

All das wird SEHR teuer für die Zukunft, wenn sich am System nichts ändert, denn eine steuerfinanzierte Gesundheitsvorsorge kommt bei diesem Personenkreis ebenfalls noch hinzu.

Kein Grund, allzu großzügig zu sein, würde ich meinen. :-)

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lupo44 13.05.2017, 12:14
3. die kleinste ökonomische Einheit ist der private Haushalt.....

auch hier gibt es Einanhmen und Ausgaben jeden Monat.Damit kann man sich einrichten oder4 aber für einen begrenzten Zeitzaum über seine Verhältnisse leben.Wenn dem so ist gibt es dazu einen vereinbarten Zeitplan der für die Rückzahlung tendiert.Das ist einzuhalten oder es erhöht sich der vereinbarte Zinssatz.
Genauso funktioniert ein Staatshaushalt.Inhaltlich von Land zu Land unterschiedlich,aber im Prinzip in den Staaten von Europa gleich.Kommt einer in das sraucheln wird ihm geholfen (siehe Griechenland ) aber nicht auf Dauer.Dieses Ansinnen verfolgt Herr Marcon.Einführung von Eurubons -bedeutet zinslos für zB. Frankreich zahlen die anderen ein für das Leben mi 58 in Rente,höhere Löhne und 35 Stundenwoche. Geht garnicht und würde zu erheblichen politischen Verwerfungen führen.Das eigene Haus muß mit eigener Kraft finaziert werden -dazu braucht man Reformen. So hat es Deutschland gemacht und macht es noch. In Europa sind wir an der 17 Stelle im monatlichen Nettoeinkommen.&5 Jahre mindest mit abzüge ist das rentenalter usw..Unsere Bilanz ist ökonomisch politisch OK.Wir haben das Einkommenniviau /pro Kopf von 1999.Also wenn die Anderen auch so leben wollen,dann müssen Sie wie Deutschland den Weg gehen.Das wird schon von der Mentalität sehr schwer.Man darf gespannt sein wie lange diese Situation hält in Europa.

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Spiegelleserin57 13.05.2017, 14:23
4. oh, da irrt Herr Schäuble....

Geld regiert die Welt. Seine Forderung dass sich jeder Staat selbst stärkt findet wohl kaum Anklang bei den ärmeren Ländern! Wenn man Geld einfordern kann tut man es doch gerne, ist doch viel viel einfacher als Reformen gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen.
Es ist nun mal ein Fakt dass in der EWU die etwas reicheren Länder die ärmeren finanzieren wobei angemerkt werden sollte dass unser Land über 2 Billionen Schulden hat! Man beachte die Schuldenuhr die jeden Tag weiter tickt!

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georgia.k 13.05.2017, 16:11
5. Deutschland als einziges Geberland - die Rechnung geht nicht auf

wenn eigentlich wirtschaftlich gut entwickelte Kern-EU-Länder finanzielle Forderungen stellen, denen allenfalls in Ausnahmefällen angesichts historischer Herausforderungen oder zur Angleichung neuerMitgliedsstaaten erfüllt werden können. Sicher hat Frankreich erhebliche Probleme - zumeist hausgemacht. Die allermeisten Hochschulabsolventen der Elite-Universitäten streben in den Staatsdienst - nicht gerade in die Industrie und freie Wirtschaft. Eine Berufsausbildung wie hier in Deutschland - eine eigentlich sichere Bank für Handwerk, Handel, Industrie - gibt es auch nicht. Das Schulsystem gerade in den Zuwanderer-Ghettos ein Desaster - wenngleich in einigen Ländern sich ähnliche Entwicklungen anbahnen. Im Bereich Luxusgüter dürfte Frankreich führend sein, ebenso hinsichtlich des Bedarfs gehobener Lebensart - nur ist die Nachfrage irgendwo begrenzt, die Wirtschaftsbeziehungen sind auch abhängig von politischen Entwicklungen und Beschränkungen. Letztlich leben die Franzosen über ihre Verhältnisse. Und wenn denn jemand zur Kasse zu beten ist - dann Franzosen first. Wirtschaftlich schwierige Zeiten erfordern Opfer - die arbeitende Bevölkerung durch Leistung, die Vermögenden durch Abgaben. Und wer Unterstützung der Nachbarn wünscht, sollte erst vergleichbare Voraussetzungen schaffen - wozu nicht nur gleiche Arbeitsbedingungen, auch vergleichbares Abgabenrecht erforderlich ist. Höhere Lebenserwartungen beruhen ja nicht nur auf dem Genuss eines guten Rotweins, sondern auch auf entspannterer Lebensführung. Vielleicht lernen die beiden Nationen insoweit voneinander.

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martinm70 13.05.2017, 18:41
6. Sehr gute Antwort von Schäuble

Diese Frage gefällt mir besonders.

"Wollen Sie bestreiten, dass Sie auf die strikte Einhaltung der europäischen Haushaltsregeln pochen?"

Schäuble wird quasi vorgeworfen das er sich an die europäischen Haushaltsregeln hält, während es scheinbar(=) richtiger sein soll das nicht zu tun.

Und wenn Deutschland, das größte Land in der EU mit der stärksten Wirtschaftskraft es schon nicht gebacken bekommt einen ausgeglichenen Haushalt abzuliefern, was ist das dann erst für ein Signal für die restliche EU?

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max-mustermann 13.05.2017, 23:35
7.

"Es ist nicht meine Aufgabe, Großzügigkeit zu gewähren"

Richtig, deshalb stellt Schäuble auch regelmäßig vor Wahlen Steuersenkungen oder ähnliche Wohltaten in Aussicht von denen dann nach der Wahl nichts mehr zu hören ist.

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