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Schweden: Frauenquote für Seminarliteratur verärgert Judith Butler
DPA

Eine Quote für Lektüre? 40 Prozent der Seminartexte am politikwissenschaftlichen Institut der Uni Lund sollen von Frauen stammen. Ausgerechnet die Feministin Judith Butler kritisiert das scharf.

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gg0815 08.03.2018, 14:13
1. Hut ab

die beiden Frauen und der Mann ( "obwohl was will man von den Kerlen anderes erwarten" ) haben wirklich Mut, einfach den Mainstream - Aktivistinnen zu widersprechen. Das auch noch gerade jetzt wo diese aktuell einen waren Lauf haben.

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chris4you 08.03.2018, 14:23
2. Der Artikel ist nicht vollständig

recherchiert, denn es fanden sich leider nicht genügend Werke von Autorinnen zum Thema: "Der Hochschullehrer Erik Ringmar berichtet auf seiner Homepage, dass er einen Kurs über den Aufstieg des Rechtsextremismus und schließlich Faschismus um die Wende des zwanzigsten Jahrhunderts geplant hatte. Ihn interessierte die Möglichkeit einer Verbindung zwischen der Ausbreitung der globalen Märkte im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts und dem anschließenden Rechtsruck. Er legte seinen Vorschlag inklusive einer Literaturliste der zuständigen Studienkommission vor.

Die Studienkommission kritisierte den Vorschlag wegen des Mangels an weiblichen Autoren auf der Leseliste, sagt Ringmar. Ihm wurde vorgeworfen, dass seine Leseliste nicht einmal annähernd die Quote der erforderlichen 40% erreichte. Das war allerdings keine Absicht des Dozenten. Es war nur schwierig für ihn, weibliche Autoren zu dem Thema zu finden. Dies könnte nach Meinung Ringmars damit zusammenhängen, dass die meisten Reaktionäre Männer waren. Frauen, zumindest diejenigen, die sich schriftlich zum Ausdruck gebracht haben, waren überwiegend liberal und progressiv. Nach einer umfangreichen Suche sei er schließlich auf eine Autorin gestoßen, die sich gegen das Wahlrecht für Frauen ausgesprochen hatte. Dankbar habe er sie auf die Leseliste gesetzt.

Der Vorsitzende der Studienkommission habe ihm daraufhin mitgeteilt, dass die Quote von 40% zwar nur eine Faustregel sei, aber ein Kurs mit so wenigen weiblichen Autoren werde niemals akzeptiert werden."

Insgesamt ein lesenswerter Artikel (http://ruhrkultour.de/judith-butler-gegen-die-universitaet-lund/), der deutlich mehr Hintergründe und vorgehensweisen offenlegt... ;o)...

Mal sehen ob das so durchkommt ...

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ithaqua 08.03.2018, 14:46
3. Wow...

es gibt also Feministinnen, die trotz Überzeugung in der Sache, den Kontakt zur Realität noch nicht aufgegeben haben. Gerne lese ich mehr davon.
Für die ewig gekränkten Schneeflöckchen dort draußen: Genau dies sind die Feministinnen, die nie eine Quote brauchen werden, da sie vollumfänglich, objektiv und konstruktiv die Idee des Feminismus vorantreiben und nicht völlig ideologieüberladen hanebüchene Forderungen stellen.

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ithaqua 08.03.2018, 14:47
4. Wow...

es gibt also Feministinnen, die trotz Überzeugung in der Sache, den Kontakt zur Realität noch nicht aufgegeben haben. Gerne lese ich mehr davon.
Für die ewig gekränkten Schneeflöckchen dort draußen: Genau dies sind die Feministinnen, die nie eine Quote brauchen werden, da sie vollumfänglich, objektiv und konstruktiv die Idee des Feminismus vorantreiben und nicht völlig ideologieüberladen hanebüchene Forderungen stellen.

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Publius Aelius Hadrianus 08.03.2018, 15:49
5. Arbeiten von Frauen werden häufig vergessen ?

Wie wäre es, dass 99% der akademischen Arbeiten generell vergessen bzw, nie bekannt werden ? Schon mal etwas von der Pareto-Verteilung gehört ?

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medium07 08.03.2018, 15:57
6. Tatsächlich...

haben weiße Männer, nicht unbedingt alte, einen Großteil der Kunst- und Kulturgüter, sowie der technologisch-wissenschaftliche Leistungen vollbracht. Alle das ist auch in Artefakten, Plänen, Schriften usw. niedergelegt und daher heute noch verfügbar. Nicht zu unterschätzen sind allerdings auch die weiblichen Beiträge, z.B. als maßgebliche "Strippenzieherinnen" beim Wiener Kongress, ohne deren Einflussnahme Europa heute völlig anders aussähe, gleichermaßen als intellektuellen Inspiratorinnen in den Salons der europäischen Hauptstädte, besonders in Berlin. Jedoch waren es andererseits auch einflussreiche Frauen, z.B. der Münchner Gesellschaft, die den Aufstieg Hitlers begünstigt haben. Zahllose Film- und Fotodokumente zeigen zudem, wie glühend die weibliche Anhängerschaft des Diktators sich einbrachte, ein Phänomen, das heutzutage noch bei Boygroup-Auftritten zu besichtigen ist - ein männliches Pendant dazu ist so gut wie nicht existent. Es wäre sicherlich interessant, diesem Kuriosum einmal auf den Grund zu gehen. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der keineswegs geringe weibliche Einfluß auf die kulturelle Entwicklung Europas eben wenig dokumentiert und daher heute kaum darstellbar ist, da er sich in großem Umfang verbal auf den Hinterbühnen manifestierte.

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hruprecht 08.03.2018, 18:00
7. frauenquote

Früher musste man etwas geleistet haben um zitiert zu werden. Heute muss man ein roeckchen anhaben. So stelle ich mir erfolgreiche Gleichberechtigung vor.

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Sissy.Voss 08.03.2018, 19:37
8. Ich finde Ihre Aussage frauenfeindlich.

Zitat von hruprecht
Früher musste man etwas geleistet haben um zitiert zu werden. Heute muss man ein roeckchen anhaben. So stelle ich mir erfolgreiche Gleichberechtigung vor.
Ich finde Ihre Aussage frauenfeindlich und sexistisch. Sie wollen offensichtlich nur Weibchen mit Rock. Mir würde es schon reichen, wenn die Weibchen etwas RELEVANTES zum Thema zu sagen hätten.

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Sissy.Voss 08.03.2018, 19:50
9. irgendwann ist genug!

irgendwann ist genug! Ich bin gespannt, wie lange sich Frauen noch durch Quote als schützenswerter minderbemittelter Teil der Gesellschaft darstellen lassen. Dabei ist längst jenseits aller Spekulationen sicher, dass Frauen den empathischeren und intelligenteren Teil unserer Gesellschaft darstellen. Leider langt das nicht, um einen entsprechenden Wirkungsgrad zu erzielen. Das liegt u.a. an der viel stärkeren Konkurrenz und Neid im eigenen Lager und an den ungeschichtlichen Forderungen, wie dieser Quote. Ich möchte gerne erleben, wann in einem historischen Seminar die 40% Quote bei antiken Texten im vor-christlichen Ägypten gefordert wird oder bei den Bullen mittelalterlicher Päpste oder der Gesetzgebung französischer mittelalterlicher Könige. Das erinnert mich an Umberto Eccos "Studien zur Urbanität von nordamerikanischen Nomaden" (Das Fucaultsches Pendel).

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