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Silicon Valley Blog: Online schneller zum Arzttermin

 

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docnase 15.04.2013, 13:10
1.

So etwas gibt es in Deutschland schon lange: z.B. www.hnopraxis.de. direkt beim Arzt. Ich habe aber kein gutes Gefühl,wenn Patienten und ihre Daten von Firmen an Ärzte vermarktet werden. Das ist nicht die schöne neue Internetwelt, das macht den Menschen gläsern, in USA ja kein Problem, aber wollen wir das ?

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areyoushure? 15.04.2013, 13:25
2.

Bei dem Bericht sollte vielleicht auch die komplett unterschiedliche Gesundheitsdienstleisterstruktur der beiden Länder erwähnt werden?

Beispiele:
Frauen gehen dort nicht 1x/Jahr zu "Ihrem" Vorsorgetermin, hier schon. Wäre doch schön, wenn dann jedes mal ein anderer schauen darf?

Ein nicht unerheblicher Anteil von (meistens Kassen-)Patienten nimmt den Termin weder war, noch wird dieser abgesagt. Somit besteht überhaupt kein Möglichkeit mehr für den Arzt eine adäquate Reaktion zu zeigen. Zu Lasten der potentiell auf einen Termin Wartenden.

Ich möchte nicht, dass meine Daten als Austauschgut für Onlineterminkalender genutzt werden!

Wen einem der Arzt egal ist, dann kann Man/Frau auch heute schon über Online Terminkalender Termine buchen! Auch dort ist es auffällig, dass einige superschnelle Termine anbieten, andere Monate im Voraus ausgebucht sind. Merkwürdig; oder?

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hallosatire 15.04.2013, 13:57
3.

Ich bin Arzt und biete meinen Patienten schon seit längerem eine Online-Terminvereinbarung an. Die Datenbank verwalte ich selber, sie ist geschützt und liegt auf meinem eigenen Server/ Webspace.
Niemals würde ich meine Patientendaten in den Fänge eines nur gewinnorientierten Unternehmens geben. Meinen Terminkalender bzw. mein Praxisnetz für ein externes Untenehmen zu öffnen hieße förmlich um einen Trojaner zu betteln. Das Internet ist neutral, die Cloud bezogen auf sensible Patientendaten jedoch schlecht. Diese werden garantiert verkauft bzw. im Neusprech "für Mehrwertdienste verwendet". Richtig interessant sind die Daten dann wenn sie zentral gespeichert sind und von möglichst vielen Patienten bzw. Ärzten gesammelt werden. Das Ganze ist ein "Honeypot" für arglose Patienten und ahnungslose Ärzte.
Im übrigen existiert in Deutschland die ärzliche Schweigepflicht, wenn der Patient sie aber selbst aushöhlt wird diese zur Makulatur. Dies wird in Deutschland z.Zt. im grossen Stile geplant. Die neue milliardenschwere Investition in die elektronische Gesundheitskarte ist der Schlüssel zur Speicherung aller unserer Gesundheitsdaten auf zentralen Servern. Die "Gesundheitswirtschaft" und interessierte Softwarefirmen sprechen offen von einer teilweisen Finanzierung durch "Mehrwertdienste". ... Brave new world ...

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hallosatire 15.04.2013, 13:59
4.

Ich bin Arzt und biete meinen Patienten schon seit längerem eine Online-Terminvereinbarung an. Die Datenbank verwalte ich selber, sie ist geschützt und liegt auf meinem eigenen Server/ Webspace.
Niemals würde ich meine Patientendaten in den Fänge eines nur gewinnorientierten Unternehmens geben. Meinen Terminkalender bzw. mein Praxisnetz für ein externes Untenehmen zu öffnen hieße förmlich um einen Trojaner zu betteln. Das Internet ist neutral, die Cloud bezogen auf sensible Patientendaten jedoch schlecht. Diese werden garantiert verkauft bzw. im Neusprech "für Mehrwertdienste verwendet". Richtig interessant sind die Daten dann wenn sie zentral gespeichert sind und von möglichst vielen Patienten bzw. Ärzten gesammelt werden. Das Ganze ist ein "Honeypot" für arglose Patienten und ahnungslose Ärzte.
Im übrigen existiert in Deutschland die ärzliche Schweigepflicht, wenn der Patient sie aber selbst aushöhlt wird diese zur Makulatur. Dies wird in Deutschland z.Zt. im grossen Stile geplant. Die neue milliardenschwere Investition in die elektronische Gesundheitskarte ist der Schlüssel zur Speicherung aller unserer Gesundheitsdaten auf zentralen Servern. Die "Gesundheitswirtschaft" und interessierte Softwarefirmen sprechen offen von einer teilweisen Finanzierung durch "Mehrwertdienste". ... Brave new world ...

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mike_litoris 15.04.2013, 14:57
5.

@hallosatire

das klingt, als seien Sie von der technischen Dienstleistung schon auf dem richtigen Weg, eigentlich ist es dann kein großer Schritt mehr, sich mit Profis zu einigen. Das Angebot von ZocDoc finanziert sich bestimmt nicht über die Weitergabe von Daten, sondern die Praxen zahlen sicher für die effizientere Terminverwaltung.

Wenn ich mir die Webseite von Zocdoc mit Berwertungen, Informationen, Sonderleistungen usw anschaue, dann kann ich verstehen, weshalb das ein Erfolgsmodell ist.

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hallosatire 15.04.2013, 19:30
6.

@ mike_litoris: Ich brauche mich in meinem Beruf mit keinen Profis einigen, ich bin selbst einer. Den medizinethischen Aspekt habe ich im obigen Artikel schon angesprochen. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich ziemlich sicher, dass die Daten "verwertet" bzw. verkauft werden. Natürlich nehmen die Betreiber dieser Portale zusätzlich Geld von den Ärzten.
Wirtschaftlich gesehen haben wir in Deutschland ganz andere Verhältnisse wie in den USA. Im Bereich der Kassenmedizin rechnet sich eine solche "teure" externe Dienstleistung (300 Dollar/ Monat) bei Quartalspauschalen von z.Zt. 30 Euro nicht annähernd und weil sie eben extern und deshalb auch zu unflexibel ist, ist eine solche Terminverwaltung auch nicht effektiv.
Ich betreibe seit ca. 3 Jahren mit geringen Kosten (weil selbstfabriziertes und selbstverwaltetes PHP-script) auf meiner Webseite eine Online-Terminvergabe mit e-mail Terminbestätigung. Die Patienten sind zwar begeistert, gerade im Bereich der gesetzlich Krankenversicherten habe ich aber eine "No-show-Rate" von ca. 30% (kostet ja alles nix ...). Da unentschuldigt nicht wahrgenommene Termine in Deutschland nicht in Rechnung gestellt werden können, ist das Ganze nicht wirklich effektiv. Als externe Dienstleistung interessant ist dies nur für höherpreisige Privatleistungen (z.b. Selbstzahlermedizin, Zahnmedizin, Plastische Chirurgie).
Wegen oben genannter medizinethischer Bedenken ist das auch ganz gut so ...

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Anja K. 15.04.2013, 22:58
7.

@hallosatire:
Persönlich finde ich die Idee mit Plattform, über die viele Ärzte unterschiedlicher Bereiche zentral gebucht werden können, recht hilfreich, auch wenn einige Ärzte (wie Sie) dies auf Ihrer Homepage anbieten.
Ich kann so jedenfalls deutlich einfacher bspw. einen Zahnarzttermin in der Nähe meines Arbeitsplatzes zu einer bestimmten Uhrzeit ausmachen, als insgesamt andauernd zu telefonieren bzw. zu hoffen, dass eine Onlinebuchung vom Arzt selbst angeboten werden kann.

Das Problem mit den Nichtauftauchern finde ich übrigens auch als Patientin ebenso ärgerlich wie sie. Immerhin darf ich wegen dieser Personen ebenfalls deutlich länger warten

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dborrmann 15.04.2013, 23:30
8.

Kommt für mich nicht in Frage. Ich bin nicht nur Arzt sondern auch Mathematiker mit guten IT-Kenntnissen.

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csar 16.04.2013, 01:08
9.

@hallosatire: Sind Sie nebenberuflich Arzt und in Vollzeit IT-Experte? Ihr "selbstfabriziertes" PHP ist mit Sicherheit viel anfälliger als eine professionell erstellte Lösung deren Betrieb 24/7 überwacht wird.

Es spricht übrigens nichts dagegen komplette Patientenakten in der Cloud abzulegen, wenn die einschlägigen Richtlinien beachtet werden - in den USA gehen die Normen für solche Daten sogar über das in Europa geforderte hinaus. Nur als Beispiel: Wenn Sie in Ihrer Anwendung keine manipulationsgeschützen Zugriffprotokolle führen sind sie schon im tiefrotem Bereich.

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