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Studenten retten Verwundete: Blut in den Straßen von Caracas
Carlos Bafile

Venezuela ist pleite, isoliert, von Unruhen erschüttert. Wochenlang glichen die Straßen von Caracas einem Schlachtfeld. Einige Studenten wagten sich zwischen die Kontrahenten, um Schusswunden zu behandeln.

hoeffertobias 26.11.2017, 14:18
1. Gute Tat - falscher Ansatz!

Venezuela hat mit 120 Opfern im Jahr pro 100.000 Einwohnern sie höchste Mordrate in Südamerika, eine der höchsten weltweit. Da gehen die 120 Toten durch die Unruhen fast schon unter. Wenn den Menschen nachhaltig geholfen werden soll, muss der unerträgliche Sozialismus beendet werden und zwar unabhängig von den zu erwartenden Opfern. Zählt man die Toten durch Mangelernährung, fehlende medizinische Versorgung und Polizeiwillkür mit, hat der Sozialismus in Venezuela mehr als 20.000 Tote pro Jahr zu verantworten. Schlimmer geht's nimmer...

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hanbil 26.11.2017, 21:06
2. Despotismus und Diktatur

Das ist das Regierungssystem In Venezuela. Wo "Sozialismus" draufsteht, muss noch lange kein Sozialismus drinnen sein.
Diese Diktatoren verfahren doch alle nach dem gleichen Muster: Erst blöken sie wie wild gegen den amerikanischen Imperialismus (manchmal zu Recht), verkaufen sich als des kleinen Mannes Interessendurchsetzer und füllen sich dann die eigenen Taschen bei gleichzeitiger brutaler Unterdrückung des Volkes. Wo daran etwas sozialistisch sein soll, kann man nicht nachvollziehen.
Respekt den jungen Menschen...

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Gib der Armut macht! 26.11.2017, 21:21
3. Antwort zu hoeffertobias

Das mit den 120 Mordopfern beziffert sich "nur" auf Caracas und macht die Hauptstadt somit zur gefährlichsten der Welt (außerhalb von Kriegsgebieten). Jedoch auf das Land bezogen beziffert sich die Rate bei über ca. 90 pro 100.000 Mordopfern, was immer noch extrem hoch, laut dem unabhängigen Institut. Vor allem wenn man sich die Entwicklung der letzten Jahre anschaut, einfach nur erschreckend. Vom einst eines der sichersten zu eins der gefährlichsten Länder Lateinamerikas. Dabei ist doch zu betonen, dass das mit Sozialismus nichts mehr zu tun hat. Wenn sich Parteieliten von der Staatskasse bedienen und das auf Kosten der Bevölkerung, dann ist das für mich das genaue Gegenteil! Man kann es auch einfach so nicht beenden unabhängig von den zu erwartenden Todesopfern. Die Waffengewalt gehört der Regierung und noch dazu spielen da viele viele Faktoren eine Rolle. Dazu muss man sich mit der Geschichte Venezuelas befassen. Nicht mal die Opposition versammelt einen Großteil der Bevölkerung hinter sich, auch weil es viele ehemalige Eliten sind.
Die Sache ist extrem verstrickt und kompliziert. Für mich wäre der Dialog mit Regierung und Opposition noch am realistischsten um die Fehler zu bearbeiten. Gespräche wurden ja mal wieder aufgenommen.

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albatrosmz 27.11.2017, 13:03
4. Bericht massiv einseitig

Ja, in Venezuela gibt es große Probleme und die Regierung dort hat nicht immer
die richtigen Entscheidungen getroffen. Der Autor des Artikels stellt sich auf die Seite der Protestierenden und läßt mithilfe der Wortmeldungen der Demonstrierenden durchblicken, daß Maduro das Land ruiniert, z:B. "Maduro stürze das Land ins Verderben. Venezuela steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps" Der Artikel ist jedoch heftig einseitig, denn entscheidende Dinge fehlen. Welche? Jeder weiß, die USA hat häufig Regime Change durchgeführt oder durchführen lassen, besonders bei Öl-Ländern wie Iran durch den Sturz von Mossadek durch die CIA der USA, im Irak (Massenvernichtungswaffenlüge) und Libyen. Auch im "Hinterhof" der USA hatte die CIA entscheidenden Anteil am Sturz des freigewählten sozialistischen Präsidenten Alliende erst durch wirtschaftliche Strangulation, dann durch massive Einmischungg und Unterstützung der Verräter um Pinochet. Auf Venezuela trifft nun beides zu, es hat mit die reichsten Ölvorräte der Welt und ist "Hinterhof" der USA. Natürlich hat sich die USA eingemischt in Venezuela, jeder kennt die strangulierenden Wirtschaftsmaßnahmen der USA gegen Venezuela und sicher mischt im Geheimen auch wieder die CIA mit nach altbekannter Manier der USA bei Öl-Ländern und Ländern im "Hinterhof" der USA. Warum erwähnt der Artikel zumindest die bekannte wirtschaftliche Strangulation mit keinem Wort? Warum?

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Frittenbude 28.11.2017, 17:37
5.

Zitat von albatrosmz
Warum erwähnt der Artikel zumindest die bekannte wirtschaftliche Strangulation mit keinem Wort? Warum?
Vielleicht weil die angeblich "bekannte wirtschaftliche Strangulation" nicht existiert, sondern eine Ausrede ist, um den USA die Schuld in die Schuhe zu schieben?
Der wirtschaftliche Niedergang ist vielmehr allein hausgemacht und hat schon vor Jahrzehnten unter Chavez begonnen, der Investoren durch Enteignungen vergrault und Schlüsselindustrien durch das Besetzen der Belegschaft, insbesondere Führungskräfte mit inkompetenten Parteisoldaten und Günstlingen schleichend zu Grunde gerichtet hat. Das Ergebnis sehen wir heute; Venezuela schafft es nicht einmal mehr, Eier und Zucker herzustellen....

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