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Unis in Ostdeutschland: Warum die Wessis wegbleiben
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Im Westen sind die Hörsäle voll, im Osten ist noch jede Menge Platz. Doch die West-Abiturienten bleiben lieber daheim. Warum wollen auch 27 Jahre nach der Einheit so wenige in den Osten?

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sametime 30.12.2017, 14:45
1. Kein Wunder

Unbewohnte oder nahezu unbewohnte Orte und die Rechtsradikalität sind die besten Argumente, dort weder zu studieren noch zu arbeiten.

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rimaldo 30.12.2017, 14:46
2. Viele West-Abiturienten sehen halt nicht deutsch aus

Im Osten ist es nicht nur gefährlicher für ausländisch aussehende Studenten, man wird auch allerorts deutlich mehr diskriminiert. Ich kenne viele Studenten, die aus Angst oder auch einfach sich-nicht-willkommen-fühlens nicht in die neuen Bundesländer gegangen sind.

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Profdoc1 30.12.2017, 14:55
3. Schöner Artikel

Gefällt mir, was ich das lese. Warum? Als Wessi-Prof. im Wessiland kann ich nur allen Studieninteressierten zuraten sich die ostdeutschen Unis anzuschauen. Es studiert sich einfach entspannter dort. Kein Vergleich zu den westdeutschen Massen-Unis. Dazu kommt, dass die Betreuung dort sehr gut ist; die Qualität von Lehre und Forschung ist auch exzellent. Auch interessant für Wechsler. So, jetzt habe ich das eigene Nest beschmutzt, finde es aber trotzdem richtig, dass hier aufzuschreiben.

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AlternativeMeinung 30.12.2017, 14:56
4. entspannter studieren

Ich kann nur jedem raten, an einem nicht überlaufenden Ort zu studieren.

Insbesondere kommt man schneller im Studium voran. Man hat auch weniger Ablenkung und es ist gemütlicher, sei es bei den Praktika, sei es abends in der Kneipe.

Am Ende zählt der Schein und eventuell die Studienzeit.

Ein weiterer Grund, warum Ostdeutschland nicht so attraktiv ist, ist die Einstellung vieler junger Menschen hinsichtlich der Lebenseinstellung. Viele wollen Glamour und den findet man eben eher in Westdeutschland.

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Zaunsfeld 30.12.2017, 15:00
5.

Die ostdeutschen Unis sind vor allem stark in Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften.
Wer irgendwas mit Bergbau studieren will, wird an der Uni Freiberg in Sachsen nicht vorbeikommen. In Sachen Werkstoffe und Materialien sind Jena, aber auch Ilmenau, Dresden und Greifswald sehr gut. Bei vielen sonstigen Ingenieurwissenschaften (Maschinenbau, Verfahrenstechnik etc.) sind unter anderem Dresden, Magdeburg, Ilmenau sehr weit vorn.
Die Uni Jena ist eine der wenigen Universitäten in Deutschland, an der man Astrophysik studieren kann. Dort gibt es auch einen der wenigen Lehrstühle für Gravitationsforschung in Deutschland. Auch bei allem, was mit Optik und Gläsern im weitestens Sinne zu tun hat, wird man an Jena kaum vorbeikommen.

Was Sozialwissenschaften angeht, bewegt man sich bei ostdeutschen Universitäten eher im Mittelfeld, außer vielleicht an der Humboldt-Uni in Ost-Berlin.

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Paddel2 30.12.2017, 15:03
6. Image ist alles

Diesen Artikel sollte man allen Studenten unter die Nase halten, die über die hohen Mieten in ihrer Unistadt klagen. Natürlich treibt das hohe Interesse die Preise nach oben. Qualitativ haben wir in Deutschland in den meisten Studienfächern eine bundesweit ausgeglichene Lehrqualität und man kann ohne fachliche Nachteile ruhigen Gewissens ein Studium im Osten angehen.

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jujo 30.12.2017, 15:08
7. ...

Meine Nichte ging von NRW zum studieren nach Leipzig, hat es beendet und ist dort geblieben.
Mich persönlich berührt es negativ und macht micht traurig die verödenden Dörfer im MVP zu durchfahren.
Die noch dort lebenden Menschen meist Ältere, Jungvolk sieht man kaum auf den Straßen, haben es nicht verdient so von der Entwicklung ausgeschlossen zu sein. Wer weiß wen ich wählen würde wäre ich in ähnlicher Situation. Die Menschen dort scheinen eine leichte Beute von Populisten zu sein, denn Lösungen bieten diese ebensowenig wie die etablierten Meinungsträger.

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HH1960 30.12.2017, 15:08
8. Ein Nachteil bleibt!

Wer will schon in Sachsen mit seiner negativen Presse wegen PEGIDA, AfD & Co. studieren? Die Regierungen in Sachsen haben den braunen Umtrieben viel zu lange tatenlos zugesehen und wundern sich nun, dass keiner mehr kommt? Nicht nur die Sachausstattung einer Uni zählt.

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aurichter 30.12.2017, 15:08
9. Auch dabei

spielt die Politik eine Rolle, wie aus dem Bericht hervorgeht.
Zitat/Gäbe es den Numerus clausus nicht, der gut 40 Prozent aller Studiengänge in Deutschland beschränkt, wäre der Unterschied noch drastischer, glaubt der Dresdner Soziologieprofessor Karl-Siegbert Rehberg. "Der NC sorgt für mehr Mobilität, davon profitieren die Unis im Osten."/Ende. Dann kommt der NC dazu, der ja nach Urteil nicht mehr den Stellenwert hat in Zukunft und somit von den 5% Westlern vermutlich noch mehr den Schritt Richtung Osten nicht vollziehen. Nachvollziehbar und dies bei jungen Menschen beeindruckend, dass die rechte Linie auf den Straßen der Neuen Bundesländer dabei eine mit ausschlaggebende Rolle spielt. Also leidet nicht nur die Wirtschaft, sondern auch Bildungseinrichtungen trotz der angepriesenen Ausstattung. Der Effekt, sowohl bei Wirtschaft als auch bei den Bildungseinrichtungen wird sich deshalb m.E. noch verschärfen, dies werden die Landesregierungen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Besonderen noch merken. Aber diese Auswirkungen sind selbst verschuldet und finden auch heute, trotz aller negativen Reaktionen aus der Bevölkerung noch eine Fortsetzung, wie man an Justiz etc sehr gut beobachten kann. Man hatte über zwei Jahrzehnte Zeit diese rechten Strukturen aufzubauen und zu verfestigen - siehe Höcke, siehe Richter Meier, siehe Poggenburg usw usw - da wird sich dann, auch mit vermehrter Werbung und positiver Darstellung, in absehbarer Zeit absolut nichts ändern. Hier hat die Landespolitik völlig versagt und selbst heute ist man nicht bereit diese offensichtlichen Fehler einzugestehen.

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