Forum: Blogs
Vertrauen in Journalismus: Warum Redaktionen mehr Vielfalt brauchen
DPA/ Michael Kappeler

Der Journalismus droht, seine Glaubwürdigkeit zu verspielen. Es wird Zeit für einen Kulturwandel. Zehn Thesen, wie er gelingen kann.

Seite 1 von 16
rosenrot367 17.08.2017, 17:17
1. Sehr gut!

Sehr guter Artikel - so sollte Journalismus sein. Nur: guckt man bei SPON rein, sind von den ersten 10 Artikel garantiert 4-5 gegen Trump! Fast nichts über, China oder Indien, die beiden anderen Großmächte - passiert dort gar nichts?? Was soll das mit Trump bringen - gefühlte 99% der Deutschen mögen ihn nicht, also sollte man sich auch anderen Weltgegenden zuwenden. Jeder Husten von DT, jede Geste, jede Familienangelegenheit, jedes Wort wird analysiert und ins Negative gedreht. Das soll Journalismus sein?? Es ist mehr Meinungsmache als Information - und viele Leserinnen und Leser wenden sich ab und lesen nicht mehr weiter.
Vielleicht gelingt es ja Frau Hans ihre im Artikkel erläuterten Thesen bei SPON durchzusetzen. Ich würde es begrüßen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
fluxus08 17.08.2017, 17:18
2. An den Engländern liebe ich,

dass sie eine Begabung dafür haben, komplizierte Sachverhalte einfach wiederzugeben. Bei Frau Hans ist es genau umgekehrt, Sie scheint gerne einfache Inhalte zu verkomplizieren.
Dazu fällt mir ein Zitat aus dem "Steppenwolf" ein:"Die meisten Menschen wollen nicht eher schwimmen, als bis sie es können. Ist das nicht witzig? Natürlich wollen sie nicht schwimmen! Sie sind ja für den Boden geboren, nicht fürs Wasser. Und natürlich wollen sie nicht denken; sie sind ja fürs Leben geschaffen, nicht fürs Denken! Ja, und wer denkt, wer das Denken zur Hauptsache macht, der kann es darin zwar weit bringen, aber er hat doch eben den Boden mit dem Wasser vertauscht, und einmal wird er ersaufen".

Was für ein herrliches Zitat für alle, die die Einfachheit aus den Augen verloren haben und jeden und alles im Leben reflektieren müssen, unfähig, Dinge einfach mal so zu beschreiben wie sie sind, ohne immer die eigene Meinung kund zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
optimist_mit_erfahrung 17.08.2017, 17:26
3. Bravo

Ein wunderbarer Text, welchen ich sehr gerne gelesen habe. Ich habe zwar mit dem Journalismus keine beruflichen Berührungspunkte sehe in diesem Text aber durchaus einen Aufruf an alle Berufsgruppen ihr Handeln zu betrachten, zu bewerten und entsprechende Änderungen anzugehen. Bravo!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Nordstadtbewohner 17.08.2017, 17:39
4. Es freut mich, dieses Essay zu lesen

Besonders hat es mir folgender Satz angetan:

"Was sie weniger gut kennen, das ist das Leben als Arbeiter in Herne-Crange. "

Genau das fällt mir immer wieder in den Medien, vor allem bei Spon auf. Immer dreht sich alles um Abitur, Studium und Büro. Etwas anderes gibt es offenbar in der Welt vieler Journalisten nicht. Ich habe selbst Abitur, habe studiert und arbeite im Büro. Jedoch weiß ich, dass sich nicht alles im Leben um diese 3 Begriffe dreht. Wenn ich die Rubrik Karrierespiegel lese oder viele andere Artikel zum Thema Beruf, könnte man meinen, dass es da sonst nichts anderes gäbe. Was ist mit den vielen anderen Arbeitnehmern?

Gleiches gilt für den kommenden Brexit. Die Berichterstattung bei Spon und vielen anderen konzentrierte sich fast ausschließlich auf die Stadt London und deren Geschäftsleute, die ein internationales Geschäft betreiben. Nur besteht Großbritannien nicht nur aus London, sondern auch aus etlichen anderen Regionen, was zum Teil völlig ausgeblendet wurde. Ich hätte nie gedacht, dass Großbritannien mal aus der EU austritt, gerade weil die Berichterstattung in den Medien nie in diese Richtung ging und die Verhältnisse vor Ort völlig ausblendete.

Ähnliches betrifft die Berichterstattung über Flüchtlinge. Die Artikelserie "Flüchtlingsheim am Grenzweg" lese ich sehr gerne, weil sie Menschen aus der Nähe zeigt. Leider beziehen sich die Artikel fast ausschließlich auf Abiturienten, Studenten und angehende Schriftsteller und Schauspieler. Es ist nicht verkehrt, über diese Personengruppe zu schreiben, wenn nicht andere Gruppen wie 40-jährige Analphabeten auch mal gezeigt werden und deren Weg in die Integration.

Vielleicht lässt sich diese selektive Sichtweise durch mehr Diversität in den Redaktionsräumen ein wenig verringern. Das wäre gut für den Leser und gut für den Journalismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
carn 17.08.2017, 17:59
5. Guter Ansatz und Vorsatz, leider

läuft die Autorin in eine Sackgasse.

Denn ihr Weg über mehr "diversity" äußerer oder biografischer Merkmale, wie Hautfarbe, Geschlecht, Herkunft oder Bildung wird immer stärker in die Filterblase hineinführen. Denn es wird die "diversity" der Haltung ignoriert.

Es kommt nicht darauf an, ob und wieviele alte weiße Männer, wieviele Frauen, wieviele Migranten oder wieviele sonstige nach bestimmten äußeren Kriterien definierte Mitglieder von Gruppen man hat.

Sondern es kommt darauf an, ob man jemanden hat, der versteht, was an der "Islamophobie" wirkliche Ängste, eventuell irrationale, sind und was rational begründete Sorge ist.

Ob man jemanden hat, der versteht, warum und was an der Entwicklung der EU bei manchen den Eindruck erweckt, dass die Weiterexistenz dieser EU zum Schaden für Europa ist.

Ob man jemanden hat, der versteht, warum und was an der heutigen Berichterstattung von einigen als nicht neutral empfunden wird.

Ob man jemand hat, der versteht, warum und was an den verschiedenen Entwicklungen hinsichtlich des Themas "Gender" Leute skeptisch macht.

usw.


Die innere Haltung muss diversifiziert werden; das kann eventuell durch eine Diversifizierung der Äußerlichkeiten befördert werden; aber konzentriert man sich nur auf diese, dann wird man bei der Diversifizierung der inneren Haltung wahrscheinlich scheitern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schlipsmuffel 17.08.2017, 18:00
6. Für fast alle

Magazine und Zeitungen - auch dem SPON - wäre viel gewonnen, wenn man als Leser nicht bei jedem Artikel spüren würde, daß es hier wenger ium neutrale Information, sondern um Erziehung der Leser zu einer bestimmten Weltsicht oder die Vertretung einer Ideologie geht!
Wer hier noch ein einigermaßen neutrales Medium kennt, möge es nennen!
Es gibt nur noch Trump-Bashing, Rechtspopulismus, arme Flüchtlinge und deutsche Ungerechtigkeit gegen so ungefähr die ganze Welt, also alle irgendwie Nazi-verdächtig!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Criticz 17.08.2017, 18:02
7. Na, dann fangen wir doch mal bei SPON an...

viel zu linkslastig, da fehlt ein rechts (nicht rechtsextremes) Meinungsspektrum gänzlich.

Und: viel zu feministisch, höchste Zeit als Kontrast zu Stokowski, Berg und all den JournalistInnen (viele bei pro-quote organisiert) mal einen Männerrechtler o.ä. anzuheuern und veröffentlichen zu lassen.

Warum ahne ich, dass genau die Diversität enden wird?....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
trick66 17.08.2017, 18:02
8. Schöner Text

Die Frage ist doch, ob der überwiegend links-gruene Mainstream in deutschen Redaktionen überhaupt bereitet ist, seine Filterblase zu verlassen oder zumindest durchlässig zu machen. Bei ARD und ZDF bestimmt nicht...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
heldino 17.08.2017, 18:09
9. Aus der Seele geschrieben

nur leider sieht die Wirklichkeit bei SPON anders aus. Fast alle Artikel sind eine sehr direkte Meinungsmache, beziehungsweise sind ein Kommentar und kaum als solcher zu erkennen. Leider treffen alle Forderungen auf Sie als Spiegelmagazin zu. Sie haben sich mehr und mehr zu einer Bildzeitung für linke Akademiker entwickelt. Anscheinend geht der Zeitgeist auch am Spiegel nicht vorbei indem sich auch bei Ihnen eine zunehmende Radikalisierung Ihrer Hausmeinung einstellt verbunden mit einer Tunnel- und Einbahnstraßenkommentarmeinung in der alles andersdenkende ausgeschlossen wird und sei es nur indem Sie keine Kommentare bei bestimmten Themen mehr zulassen, was faktisch einer Zensur gleich kommt, haben Sie wirklich als Spiegel so viel Angst vor der Meinung Ihrer Leser?! Ist das noch der Spiegel?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 16