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Acht Regeln: Wie sich Paare besser streiten
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Streit ist wichtig - in manchen Beziehungen eskalieren Diskussionen jedoch immer wieder. Dann helfen Streitpausen und fest vereinbarte Regeln.

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placatus 02.05.2017, 10:12
1. Gute Idee, aber...

Was soll man tun, wenn für den Partner der Streit an sich wichtig ist, um all die Emotionen los zu werden, die ihn überfüllen?? Diese können mit allem möglichen verbunden sein - Arbeit, Kinder, Einkommen, eigene Karriere, Zukunftsängste usw. Der Anlass spielt dabei keine Rolle... Aushalten und Tee trinken, sagen viele. Das ist, aber, auf Dauer sehr schwer und führt am Ende zum mehr Streit.

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tsitsinotis 02.05.2017, 10:15
2. Zu Beginn einer Vorwurfstirade

sollte man sich zwingen, erstmal schweigend und zugewandt zuzuhören, dann nachfragen und weiter zuhören, wieder nachfragen und weiter zuhören usw. -Meist ist nach c.a. 20 Minuten der Zorn verraucht und man kann ein selbstreflexives, entspanntes Gespräch beginnen.

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stoffi 02.05.2017, 10:43
3.

Zitat von placatus
Was soll man tun, wenn für den Partner der Streit an sich wichtig ist, um all die Emotionen los zu werden, die ihn überfüllen?? Diese können mit allem möglichen verbunden sein - Arbeit, Kinder, Einkommen, eigene Karriere, Zukunftsängste usw. Der Anlass spielt dabei keine Rolle... Aushalten und Tee trinken, sagen viele. Das ist, aber, auf Dauer sehr schwer und führt am Ende zum mehr Streit.
Sie sagen es.
Als ich mit letztendlich von diesem Partner getrennt hatte, merkte ich erst, wie drückend belastend diese Situaton gewesen war. Ich würde jedem raten, der solch einen Partner hat,: Trennung unvermeidlich.
Wenn Kinder da sind erst recht.

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Meinungsloser 02.05.2017, 10:52
4.

Zitat von placatus
Was soll man tun, wenn für den Partner der Streit an sich wichtig ist, um all die Emotionen los zu werden, die ihn überfüllen? Diese können mit allem möglichen verbunden sein - Arbeit, Kinder, Einkommen, eigene Karriere, Zukunftsängste usw. Der Anlass ....
Dann sollte man andere Wege lernen, seinen Frust zu bewältigen. So was an seinem Partner auszulassen ist keine gute Idee. Der kann ja meistens gar nichts dafür. Das hält keine Parnerschaft auf Dauer aus.
Gerade Ihre Beispiele sind Probleme, die man gut gemeinsam lösen kann.

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tilo.thiele 02.05.2017, 11:56
5.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Zwiegespräche sehr effektiv geeignet sind, um Streit in heilender Weise aufzulösen. Es bedarf lediglich die Bereitschaft dazu und sich an die Regeln zu halten. Ein Blick in das Buch 'Gewaltfreie Kommunikation' von Rosenberg hat mir ebenfalls sehr interessante Möglichkeiten aufgezeigt. Lohnt sich - schaden tut's auf keinen Fall.

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futtereimer 02.05.2017, 12:16
6.

Das mit dem Vertrag ist Blödsinn. Wenn ich nen Zorn hab, intressiert mich kein Vertrag, da möchte ich pöbeln und meckern...
Als wir vor über 21 jahre heirateten, "mussten" wir einen "Ehevorbereitungskurs" machen (von der Kirche aus)
Was dort "gelehrt " wurde, wußte ich allerdings schon alles....und mein Mann auch.
Es kann schon passieren, dass es mal laut wird (mein Mann arbeitet in einer Fabrik mit lauten Maschinen)...und wenn ich dann ein paar mal sage, er soll nicht so schreien (also von der Dezibelzahl her--meckern kann er ja), dann ist der "Krieg" schon gewonnen. Weil ich werde "aggresiv", wenn mich einer anschreit, das kann ich gar nicht haben. Da schrei ich zurück, und es eskaliert.
Wenn man sich diesen "Fehler" oder "Macken" bewußt ist, geht man im Streitfall anders dran. Und auch ich behandle im Streit meinen "Gegner" immer so, wie ich behandelt werden möchte...ohne Beleidigungen und Tiefschläge.
Wenn es nicht mehr geht, verlass ich den Raum (sonst sag ich vielleicht was, was mir hinterher leid tut)
So haben wir bisher jeden Streit gemeistert. Und auch ruhig mal zugeben (BEIDE) , dass man im Unrecht war....oder sagen "so hab ich das nicht gesehen--doch, du hast da recht !"
Leider ist es bei manche so- auch wenn sie sehen, dass sie falsch liegen, pochen sie noch auf "IHR" recht.... Oder sie streiten aus lauter Gewohnheit- anstatt sich dem Partner zuliebe mal zurücknehmen (Zahnpastatube zb zuschrauben, nach dem Pipi machen spülen....Haarbürste zwischendrin mal "enthaaren" usw..) An einer Beziehung muss man IMMER arbeiten--beide ! Und respektvoll miteinander umgehen. Wenn mich einer behandelt wie der letzte Honk, kann er gehen...

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ansv 02.05.2017, 12:59
7.

Zitat von futtereimer
Wenn man sich diesen "Fehler" oder "Macken" bewußt ist, geht man im Streitfall anders dran. Und auch ich behandle im Streit meinen "Gegner" immer so, wie ich behandelt werden möchte...ohne Beleidigungen und Tiefschläge. Wenn es nicht mehr geht, verlass ich den Raum (sonst sag ich .......
Ich bin jähzorning - mein Partner kann mit Zorn nicht umgehen. Wir haben sehr lange daran gearbeitet, dass er den Raum verlassen kann, ohne, dass ich hinter ihm herschimpfe - und wir sind stolz darauf :-))). Und wir können auch Sätze sagen wie "Ich hatte einen Scheißtag, alles, was heute passiert, hat nichts mit unserer Beziehung zu tun". Gut für den Partner, denn heute dann einfach nicht der Tag für ein Gespräch über Haushaltspflichten aller Art.

Und ich bin _nicht_ der Meinung, dass eine Beziehung Arbeit ist. Mir ist das Wohlbefinden meines Partners wichtig und ihm das meine - wir empfinden es beide nicht als Arbeit, etwas dem anderen zuliebe zu tun oder bleiben zu lassen. Wichtig dafür ist aber, dass der jeweils andere seine Wünsche und Bedürfnisse auch artikuliert. Gerade Männer tun sich oft schwer, das zu tun.

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rambazambah 02.05.2017, 15:33
8. Fortwährende Ehrlichkeit

Wenn mich etwas an meinem Mann stört, sage ich es - sofort und notfalls immer wieder. Er hält es genau so. Natürlich ist der Alltag stressig und man bekommt mal eine Ladung ab, die eigentlich für jemand anderen bestimmt war. Inzwischen prallt das einfach an mir ab, denn ich weiß, dass das aktuelle Gemaule nichts mit mir zu tun hat, sondern es einfach der Frust ist, der raus muss. Ich bin noch schlimmer. Mir merkt man immer an, wenn mir eine Laus oder ein Elefant über die Leber gelaufen ist. Üblicherweise bekommt mein Mann dann meinen Frust ab. Wird es ihm zu bunt, kommt so etwas wie: "Törtchen, mach ma halblang oder motz deinen Kater an!"
Ich glaube, wenn man ehrlich miteinander umgeht und die Stärken und Schwächen kennt, dann kann man gut durch den Alltag kommen. Kocht dann eine Situation hoch - gerne ausgelöst durch Besuche oder Telefonate von Eltern/Schwiegereltern - knallt es wie bei einem Sommergewitter - kurz, heftig, reinigend.
Ist Streit vorprogrammiert, kann man sich wappnen oder - was ich schon gemacht habe - "Heute nicht!" bzw. "Der Tag ist zu schön zum Streiten! Kannst morgen wieder meckern..." Merkwürdigerweise kommt morgen dann nichts mehr...

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senfwasser 02.05.2017, 16:58
9. Streit ist wichtig?

Mag sein, wenn es denn Gründe zum Streiten gibt.
Meine aktuelle Beziehung läuft inzwischen seit mehr als 3 Jahren und ich kann mich an keinen ernsthaften Streit erinnern.
Nicht missverstehen, bei uns herrscht auch nicht 24/7 Sonnenschein und Harmonie.
Aber in den meisten (Streit-)Fällen geht es doch nicht um irgendwas Konkretes, das man tatsächlich ausdiskutieren könnte/müsste.
Es geht um Befindlichkeiten, die Tagesform, den quer sitzenden Pups.
Meine Frau und ich waren uns da von Anfang an einig..
Jeder Mensch hat das Recht, auch mal doof zu spielen.
Wir gönnen einander einfach die emotionale Reaktion.
Da wird dann mal einen Abend "gezickt"und dann ist das auch wieder vorbei und keiner trägt es dem anderen nach.
Ich muss allerdings dazu sagen, dass das für mich auch die erste Beziehung ist, in der es so gut funktioniert.
Wahrscheinlich muss es passen.

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