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Bandscheibenvorfall: Operation ist das letzte Mittel der Wahl
TMN

Starke, stechende Schmerzen, die plötzlich auftreten: Das ist ein Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall. Oft helfen Physiotherapie und Medikamente, so dass eine OP nicht nötig ist.

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lou.bomski 10.03.2016, 15:30
1. Nicht ganz korrekt

ist, dass erst das unkontrollierte Wasserverlieren ein Notfall ist. Vielmehr können die Patienten kein Wasser lassen, weil die Blase gelähmt ist. Erst in der Folge kommt es zum unkontrollierten Urinabgang, wenn sich nämlich eine so genannte Überlaufblase entwickelt hat. Dann ist es wirklich allerhöchste Zeit, zu operieren, um die Blasenfunktion zu retten.

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Mertrager 10.03.2016, 15:41
2. Dachte erst, wieder so'n Schrott, aber nein; Richtig so

Ich habe das bereit zweimal hinter mir. Beide Male wurde die gesamte damals vorhandene Energie durch überlanges Rumprobieren aufgezehrt. Da brauch man dann Jahre, um darüber weg zu kommen. Auch, wenn die OP erfolgreich war. Die im Artikel beschriebenen Fristen und der Verweis auf eine ärztliche Zweitmeinung sind genau richtig. Und nicht vom Arzt zu längeren Probierzeiten überreden lassen. Das bringt dem Patienten nichts.

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dipl.inge83 10.03.2016, 16:36
3. OP kommende Woche

Ich werde kommende Woche operiert obwohl ich das bisher weitgehend für mich ausgeschlossen hatte. Nach dem ersten schweren Fall vor einem Jahr, der aber mit Physio erfolgreich behandelt werden konnte kam im Herbst ein Rückfall. Trotz Physio, Medikamenten, Ruhe, Osteopathie, kein Fortschritt. Seit 4 Wochen nur noch im Liegen mit erträglichen Schmerzen, Laufen fast unmöglich. O-Ton Chirurg: austherapiert.

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luganorenz 10.03.2016, 17:49
4. Richtige Aufklärung wichtig...

Leider bekommen Patienten nicht immer die richtigen Informationen, um eine Entscheidung zu treffen.
Die hier nur im Halbsatz beschriebene Injektion entzündungshemmender Medikamente, in der Fachsprache "peridurale Corticoidinfiltration", wird vielen Patienten gar nicht als Option angeboten. Viele Neurochirurgen bieten nur "Schneiden" oder "Nicht-Schneiden" an. Und wenn der Physiotherapeut mehr massiert als muskelaufbauendes Training macht, sind die Patienten schnell frustriert und auf dem OP-Tisch.
Daher Zweitmeinung! Sehr richtig, von einem Kollegen, der nicht am Verdienst einer eventuellen OP beteiligt ist.

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bruwi 10.03.2016, 17:52
5. Psychosomatisch

Warum gibt es solche Artikel immer wieder? Und dann auch noch im SPON? Dabei weiß die Schulmedizin seit Jahrzehnten, dass Bandscheibenvorfälle nur sinnvoll behandelt werden können, wenn sie als psychosomatische Erkrankung begriffen werden. Der Rückenschmerz signalisiert wie eine Warnlampe eine Überlastung des Systems. Da hilft dann kein Ausbauen der Warnlampe oder eine Überbrückung oder Betäubung der Leitungen. Das Signal dankbar aufnehmen und den oder die ursächlichen Konflikte aufdecken bringt nachhaltig Erfolg. Ich selbst hatte vor ca. 40 Jahren bereits einen Termin bei einem Neurochirugen um den Ischiasnerv zu retten, der bereits bis in den Fuß geschädigt war. Statt mich operieren zu lassen habe ich in einer psychologischen Gruppentherapie (Gestalt-Therapie) die Ursache herausfinden können. Die Folge war, dass ich ohne jeglich weitere Behandlung seit diesem Zeitpunkt beschwerdefrei war und bis heute bin.

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Sibylle1969 10.03.2016, 18:10
6. Meine Erfahrung

Ich hatte vor gut vier Jahren den ersten Bandscheibenvorfall. Mein Hausarzt fragte mich, als die Diagnose feststand, als erstes, ob ich operiert werden wollte, worauf ich sagte "Natürlich nicht". Bei mir lagen die Indikationen für eine OP auch gar nicht vor. Ich bekam dann Schmerzmittel sowie Physiotherapie, wobei es bei mir deutlich länger gebraucht hat, bis es besser wurde. Die Schmerzen wurden erst nach 4-5 Monaten geringer, und völlig weg waren sie erst nach 8 Monaten.
Den Rat, sich zu schonen, dabei aber durch Physiotherapie sich an Alltagsbewegungen zu gewöhnen, kann ich so nicht bestätigen. Ich war immer sportlich sehr aktiv und habe das auch die gesamte Zeit während meines Bandscheibenvorfalls gemacht: ich bin regelmäßig radfahren gegangen, im Winter Schlittschuhlaufen und natürlich mein Krafttraining bei Kieser Training. Außerdem täglich morgens und abends Rückenübungen, die ich aus der Physio kannte. Mein Hausarzt hatte auch nichts dagegen einzuwenden, dass ich im Winter skifahren gehe (5 Monate nach dem Bandscheibenvorfall, als ich noch Schmerzmittel nahm und Physiotherapie hatte).
Im vorletzten und letzten Jahr hatte ich jeweils einen Rückfall, wo die Bandscheibe wieder auf den Ischiasnerv gedrückt hat. Dieses Mal reichten mir jedoch 2 Monate Physiotherapie. Seit dem ersten Rückfall mache ich auch noch 1x pro Woche Pilates. Ich bin der Meinung, wenn die Schmerzen vernünftig mit Schmerzmitteln behandelt werden, dass es dann überhaupt keinen Grund gibt, sich zu schonen. Im Gegenteil, man sollte Sport machen bzw. sein normales Programm weiter machen. Natürlich sind nicht alle Sportarten sinnvoll, so legte mir mein Hausarzt nahe, ich solle mit meinem geliebten Badmintonsport aufhören, das sei wegen ständiger Stauchung der Wirbelsäule gar nicht gut. Radfahren, Skifahren, Schlittschuhlaufen, Krafttraining usw. sind aber überhaupt kein Problem.

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L!nk 10.03.2016, 18:10
7.

Leute, macht mehr Sport! Ich spreche aus eigener, guter Erfahrung.

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lachina 10.03.2016, 18:41
8. Es wird immer davon geredet,

es wird zu viel operiert. In meinem Fall wurde der Bandscheibenvorfall zu spät erkannt und mehrere Beinnerven und auch Genitalnerven geschädigt. Das wurde auch nach der zu späten OP nicht wieder wie zuvor. Ergebnis: Eine Schwerbehinderung, ohne Stock kann ich - damals 40 Jahre alt - nicht mehr gehen.

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impactois 10.03.2016, 20:45
9. Ich wundere mich..

..dass die Behandlungsmethode SPINEMED im Artikel nicht erwähnt wird. Mich hat diese im letzten Moment vor der OP bewahrt. Der betroffene Bereich wird jew. 30 Min. lang computergesteuert sanft gedehnt und wieder entlastet. Bereits nach 3 Sitzungen habe ich eine Besserung verspürt, nachdem ich vorher -trotz Behandlung durch Orthopäden u. Osteopathen - wochenlang mit Schmerzen zu kämpfen hatte. Nach 10 Sitzungen war ich schmerzfrei, bisher seit 5 Monaten ohne Rückfall. Leider zahlt die gesetzliche Kasse lieber eine teure OP als diese Alternative. Die privaten Kassen übernehmen die Kosten von 60-70€ pro Sitzung.

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