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Barmer-Arzneimittelreport: Jeder Fünfte über 65 erhält ein ungeeignetes Medikament
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Viele Patienten erhalten einen gefährlichen Mix aus Medikamenten, zeigt ein aktueller Report der Barmer Krankenkasse. Die möglichen Folgen reichen vom Nierenversagen bis zu inneren Blutungen.

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wdiwdi 05.07.2018, 14:22
1. Ich dachte...

das zuverlässige Verhindern solcher Probleme ist das Argument, warum es immer ein Apotheker in der Apotheke an jeder Ecke bei der Arzneimittelbeschaffung sein muss, aber nie ein Internet-Arzneiversandhändler, verschreibungsfreie Arzeimittel im Supermarkt etc. sein darf.... man hört doch immer wieder von der Apothekerlobby, nach der jeder Apotheker ausführliche und hochqualifizierte Beratungsleistungen bietet und deswegen unverzichtbar ist, und jeder alternative Vertriebskanal deshalb absolut verboten werden muss....

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Sonia 05.07.2018, 14:52
2. Interessiert es die Ärzte wirklich?

Es gibt inzwischen den Medikationsplan, den der Patient zu allen Ärzten mitnimmt. Genau die Situation erlebte ich bei meinen Großeltern: Hausarzt ASS, Kardiologe Blutverdünner, obwohl dem der Plan vorgelegt wurde..Ich rief an, hatte er übersehen. Gerade Alte sind dem voll ausgeliefert..Hätte mehrere krasse Beispiele. Jetzt gehen meine Großeltern in eine vorbildliche Apotheke. Kundenkartei, alle Verordnungen werden eingetragen u. die Apothekerin ruft ggf. Ärzte zurück, wenn sie Bedenken hinsichtlich Wechselwirkungen hat. Sie rief sogar den Hausarzt an, ob der Cholesterinsenker nicht die Ursache für die zunehmende Muskelschwäche meiner Oma sein könnte. Den Arzt interessierte es nicht, als wir danach fragten. Die Apothekerin klärte uns über die Nebenwirkungen auf. Und siehe da: Oma läuft wieder prima, ihr fällt nichts aus der Hand. Und dass alles, weil eine tolle Apothekerin dem Arzt Hinweise gab. Nun ein leicht erhöhtes LDL - aber meine Oma lebt wieder.

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susie.soho 05.07.2018, 14:57
3. Selbstverantwortung

Wenn man die geschilderten Nebenwirkungen nicht erleiden will, sollte seiner Hausärztin/seinem Hausarzt jeweils den Bericht des Facharztes zuschicken lassen oder beim nächsten Hausarztbesuch mitteilen, was ein Fachart verordnet hat. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich bekomme von der Hausärztin regelmäßig einen Medikationsplan, den ich - bei Bedarf - bei jedem Facharzt vorlegen kann.

Natürlich sollte auch der Apotheker prüfen, ob sih die verordneten Medikamente gegenseitig "vertragen"; dazu ist es aber erforderlich, immer in der gleichen Apotheke einzukaufen.
Kurz und gut: der Patient sollte darauf achten, dass der Hausarzt von ihm immer vollständig informiert wird.

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hwdtrier 05.07.2018, 15:03
4. Die

Europaapotheek hat meinen Medikamentenplan und schickt bei jeder Bestellung Unterlagen welche Probleme ggf. bei Anwendung ergeben können. Ist top.

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derhey 05.07.2018, 15:20
5. Auch im Krankenhaus

trotz dort behandelter chronischer Gastritis hat meine Frau (70+) Schmerzmittel bekommen IBU. Im Beipack - nicht bei Magenbluten etc. Der Oberarzt - geht schon, ist ja nichts passiert.

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mime-sis 05.07.2018, 15:30
6. Medikamentenplan ist wichtig

Meiner Schwiegermutter wurde ohne Medikamentenplan von zwei Ärzten Blutdrucksenker verschrieben. Sie nahm ohne sich Gedanken zu machen eine doppelte Dosis ein und landete prompt im Krankenhaus. Seit dem ist der Medikamentenplan bei jedem Arztbesuch dabei.

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keine-#-ahnung 05.07.2018, 15:55
7. So würde das in einer perfekten Welt laufen ...

Zitat von susie.soho
Wenn man die geschilderten Nebenwirkungen nicht erleiden will, sollte seiner Hausärztin/seinem Hausarzt jeweils den Bericht des Facharztes zuschicken lassen oder beim nächsten Hausarztbesuch mitteilen, was ein Fachart verordnet hat. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ich bekomme von der Hausärztin .....
... aber :-).
Meine Gattin ist Hausärztin, ich spezialisierter Internist. Problem: die Patienten schlagen scharenweise in den spezialisierten Praxen auf - ohne Überweisung vom Hausarzt, weil sie in Wikipedia gelesen haben, dass die Rückenschmerzen auch Zeichen eines ossär metastasierten Prostatakarzinoms sein können. Unerheblich, ob es sich um einen Patientin handelt oder einen Patienten :-).
IMHO hilft - auch hier - nur ein bedingungsloses Primärarztsystem, ohne Überweisung vom Hausarzt, der zumindest eine Grunddiagnostik und die Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer Vorstellung beim Spezialisten vornehmen kann, keine Behandlung beim spezialisierten Facharzt.
Das würde nicht nur zu einer höheren Behandlungssicherheit führen, sondern auch erheblichen Druck aus dem System nehmen.
Aber da traut sich die Gesundheitspolitik momentan nicht ran ...

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bandelier 05.07.2018, 17:34
8. Habe ehrenamtlich mit alten Menschen zu tun,

die unvorstellbare Mengen an Medikamenten "vertilgen". Die Mehrzahl fühlt sich vom Arzt sehr ernstgenommen, wenn er viel verschreibt. Alle haben das Denken eingestellt, wenn es um ihren Medikamentencocktail geht. Abgesehen von den immensen Kosten, die diese leichtfertige Verschreibungspraxis verursacht, gibt es inzwischen gesicherte Erkenntnisse, dass alte Menschen aufgrund des Konsums zu vieler Medikamente nicht nur krank werden, sondern z.B. auch besonders sturzgefährdet sind. Hier gibt es viel zu tun.

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CancunMM 05.07.2018, 18:07
9.

Zitat von keine-#-ahnung
... aber :-). Meine Gattin ist Hausärztin, ich spezialisierter Internist. Problem: die Patienten schlagen scharenweise in den spezialisierten Praxen auf - ohne Überweisung vom Hausarzt, weil sie in Wikipedia gelesen haben, dass die Rückenschmerzen auch Zeichen eines ossär metastasierten Prostatakarzinoms sein können. Unerheblich, ob es sich um einen Patientin handelt oder einen Patienten :-). IMHO hilft - auch hier - nur ein bedingungsloses Primärarztsystem, ohne Überweisung vom Hausarzt, der zumindest eine Grunddiagnostik und die Beurteilung der Sinnhaftigkeit einer Vorstellung beim Spezialisten vornehmen kann, keine Behandlung beim spezialisierten Facharzt. Das würde nicht nur zu einer höheren Behandlungssicherheit führen, sondern auch erheblichen Druck aus dem System nehmen. Aber da traut sich die Gesundheitspolitik momentan nicht ran ...
Vielen Dank, dass Sie das als Facharzt sagen. Ich bin selbst Internist, habe ich aber als Hausarzt niedergelassen.
Und jeden Tag kommen Patienten, die einem sagen, dass sie beim Facharzt waren(meistens Orthopäden) und ob ich schon den Bericht habe. Ich erkläre dann immer, dass eine Berichtspflicht nur bei Überweisung durch mich besteht. Und leider ist es so, dass zu schnell zum Facharzt gerannt wird ohne dem eigenen Körper mal seit zur Selbstheilung zu geben.

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